Zitat von Christoph Martin Wieland
Minder ist oft mehr.
Und wissen wir nicht aus der Erfahrung, dass in Ländern, wo eine so willkürliche Zensur herrscht, gerade die vortrefflichsten Bücher die ersten sind, die in den Index prohibitorum gesetzt werden?
Wenn auch in vielen Gegenden die Rechte der Vernunft durch alte Vorurteile noch angefochten werden: so ist doch keine Wahrheit, die nicht irgendwo in unserm gemeinschaftlichen Vaterlande sich mit aufgedecktem Angesichte zeigen dürfte.
Denn ordentlicherweise ist in keinem Staate jemandem verwehrt, so viel Gutes zu tun, als er kann und will, insofern er nur in den Grenzen bleibt, die ihm die Verfassung und die ?ffentliche Ordnung und Ruhe vorschreiben.
Der Kosmopolit ist, verm?ge seiner wesentlichsten Ordenspflichten, immer ein ruhiger B?rger, auch wenn er mit dem gegenw?rtigen Zustande des gemeinen Wesens nicht zufrieden sein kann.
Der Wein gibt Witz und st?rkt den Magen.
Die Kosmopoliten haben und erkennen als solche keine andern Obern als die Notwendigkeit und das Naturgesetz.
Die Zeit ist endlich gekommen, wo nichts Gutes das Licht zu scheuen Ursache hat: Wenigstens ist sie f?r unser Teutschland gekommen. Es gibt, Dank sei dem Himmel!, keine Neronen und Domitiane unter uns, vor denen gute Menschen sich verbergen m?ssten.
