Zitat von Wilhelm Heinrich Wackenroder


Kunst ist die Blume menschlicher Empfindung zu nennen. In ewig wechselnder Gestalt erhebt sie sich unter den mannigfaltigen Zonen der Erde zum Himmel empor.
Kunstwerke passen in ihrer Art so wenig als der Gedanke an Gott in den gemeinen Fortfluss des Lebens.
Unerforschlich, Gott!, sind Deine Wege, Unerforschlich die tiefen Wunder der Kunst!
Wahrhaftig, die Kunst ist es, was man verehren muss, nicht den Künstler, der ist nichts mehr als ein schwaches ' Werkzeug.
Wer ein System glaubt, hat die allgemeine Liebe aus seinem Herzen verdrängt! Erträglicher noch ist Intoleranz des Gefühls als Intoleranz des Verstandes ? Aberglaube besser als Systemglaube.
Wir begreifen die Wege des Himmels nicht.
Das Einmaleins der Vernunft folgt unter allen Nationen der Erde denselben Gesetzen.
Der Kunstgeist ist und bleibt dem Menschen ein ewiges Geheimnis, wobei er schwindelt, wenn er die Tiefen desselben ergr?nden will.
Der K?nstlergeist soll nur ein brauch bares Werkzeug sein, die ganze Natur in sich zu empfangen und, mit dem Geiste des Menschen beseelt, in sch?ner Verwandlung wiederzugeb?ren.
Die Begeisterungen der Dichter und K?nstler sind von jeher der Welt ein gro?er Ansto? und Gegenstand des Streites gewesen.
Die eine der Sprachen, welche der H?chste selber von Ewigkeit zu Ewigkeit fortredet, die ewige lebendige, unendliche Natur, zieht uns durch die weiten R?ume der L?fte unmittelbar zu der Gottheit hinauf.
Die Kunst ist eine Sprache ganz anderer Art als die Natur, aber auch ihr ist, durch ?hnlich dunkle und geheime Wege, eine wunderbare Kraft auf das Herz des Menschen eigen.
Die Kunst ist ?ber dem Menschen: Wir k?nnen die herrlichen Werke ihrer Geweihten nur bewundern und verehren und, zur Aufl?sung und Reinigung aller unsrer Gef?hle, unser ganzes Gem?t vor ihnen auftun.
Die Kunst stellt uns die h?chste menschliche Vollendung dar.
Durch Worte herrschen wir ?ber den ganzen Erdkreis, durch Worte erhandeln wir uns mit leichter M?he alle Sch?tze der Erde. Nur das Unsichtbare, das ?ber uns schwebt, ziehen Worte nicht in unser Gem?t hinab.
Ein sch?nes Bild oder Gem?lde ist eigentlich gar nicht zu beschreiben, denn in dem Augenblicke, da man mehr als ein einziges Wort dar?ber sagt, fliegt die Einbildung von der Tafel weg und gaukelt f?r sich allein in den L?ften.

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