Zitat von Marcus Annius Verus


Jede Natur hat an ihrem Wohlergehen Genügen.
Jedes ist zu einem Zweck entstanden, Pferd, Weinstock. Was wunderst du dich? Auch die Sonne wird sagen, ich bin zu einer Aufgabe entstanden, und die übrigen Götter. Du nun wozu?
Königlich ist es, wohl zu tun und üblen Ruf zu haben!
Kurz ist das Leben, einzige Frucht des Erdendaseins ist fromme Gemütsverfassung und Taten für die Gemeinschaft.
Kurz ist das Leben, man muss aus dem Gegenwärtigen mit Bedachtsamkeit und Gerechtigkeit Gewinn ziehen.
Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet
Man muss zwar freundlich und nicht blasiert dabei stehen, aber freilich aufmerken, dass ein jeder so viel wert ist, wie viel das wert ist, womit er sich ernsthaft abgibt.
Mancher, der einem andern Dienste erwiesen hat, ist sogleich bei der Hand, sie ihm in Rechnung zu stellen.
Mit den Göttern zusammenleben. Es lebt mit den Göttern zusammen, wer ihnen fortgesetzt seine Seele zeigt, wie sie über das Zugeteilte zufrieden ist.
Nach der Bestimmung deiner Natur zu leben, wird dich niemand hindern. Gegen die Bestimmung der allgemeinen Natur wird dir nichts begegnen.
Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit
Nah ist die Zeit, da du alle vergissest, nah die Zeit, da alle dich vergessen.
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern, dass man nie beginnen wird, zu leben.
Nicht ist Mühsal für die Hand und für den Fuß widernatürlich, solange der Fuß die Aufgabe des Fußes und die Hand die der Hand erfüllt.
Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ei tragen vermag.
Niemand ist überdrüssig des Nutzens, dessen er teilhaftig wird. Nutzen ist eine Handlung nach der Natur, so werde nicht überdrüssig des Nutzens, dessen du teilhaftig wirst, dadurch, dass du nützest.
Niemand wird so vom Glück begünstigt, dass bei seinem Sterben nicht einige zugegen sein werden, die das schlimme Ereignis begrüßen.
Niemandem soll man Vorwürfe machen. Denn wenn du es vermagst, berichtige ihn, wenn du das nicht vermagst, berichtige wenigstens die Sache selbst.
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
Oft wunderte ich mich, wie ein Jeder sich selbst am meisten von allen liebt, aber seine eigene Meinung über sich selbst geringer einschätzt als die der anderen.
Rex viva lex. ( Der König ist das lebendige Gesetz)
Schäme dich nicht, dir helfen zu lassen.
Schätze niemals als deinen Vorteil, was dich einmal dazu zwingen wird, die Treue zu übertreten, die Achtung im Stich zu lassen, jemanden zu hassen, zu beargwöhnen, zu verfluchen, etwas zu wünschen, was der Mauern und Vorhänge bedarf.
Scheue die Götter, rette die Menschen.
Schimpflich ist, wenn im Leben, in dem dir der Körper nicht versagt, die Seele vorher versagt.
Sie verachten einander und tun einander schön, sie wollen einander über sein und machen voreinander Bücklinge.
Sieh zu, dass du gegenüber den Unmenschlichen nicht solches empfindest wie die Unmenschlichen gegenüber den Menschen.
Sieh zu, dass du nicht zu einem Höfling wirst, dass der Purpur nicht auf dich abfärbt.
So wie die Gedanken sind, ist auch der Charakter, denn die Seele wird von Gedanken geprägt.
Sokrates nannte die Meinungen der Menge Gespenster, Schreckgestalten für Kinder.
Tod ist Ausruhen von sinnlichem Eindruck und von triebhaftem Hin und Hergezogenwerden und von diskursivem Denken und vom Dienst dem Fleische gegenüber.
Traurig ist es, wenn in einem Leben die Seele eher ermüdet, als der Leib ermüdet ist.
Tue ich etwas? Ich tue etwas, wenn ich es auf die Förderung des Menschen beziehe.
Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.
Und was aus der Erde gewachsen, das ging in die Erde zurück, doch die Arten, gezeugt vom Himmel, die kehrten zum himmlischen Raum.
Und wie steht's mit jedem der Sterne? Sind sie nicht verschieden, aber mitwirkend zum selben Ziel?
Unrecht tut oft derjenige, der etwas nicht tut, nicht nur der, der etwas tut.
Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen.
Verachte nicht den Tod, sondern befreunde dich mit ihm, da auch er eines von den Dingen ist, die die Natur will.
Verachtet mich jemand? Das ist seine Sache! Ich will nur kein Mensch sein, der Verachtung verdient
Vergiss nicht, man benötigt nur wenig um ein glückliches Leben zu führen.
Verlust ist nichts anderes als Verwandlung.
Verzweiflung befällt zwangsläufig die, deren Seele aus dem Gleichgewicht ist
Von den Menschen abzuscheiden ist, falls es Götter gibt, nichts Schlimmes.
Was außerhalb meiner Denkkraft liegt, hat überhaupt keine Bedeutung für meine Denkkraft. Dies begreife, und du wirst gerade gehen.
Was dem Schwarm nicht zuträglich ist, ist auch der Biene nicht zuträglich.
Was du erhältst, nimm ohne Stolz an, was du verlierst, gib ohne Trauer auf.
Was immer dir widerfahren mag, seit ewig war es dir bestimmt
Was ist dein Beruf? Gut zu sein.
Was willst du denn noch mehr, wenn du einem Menschen Gutes getan hast? Genügt dies nicht, dass du etwas gemäß deiner Natur getan hast, sondern du suchst dafür ein Entgelt?
Wenn du an der Unverschämtheit eines Menschen Anstoß nimmst, so frage dich sofort: Ist es denn möglich, dass es in der Welt keine Unverschämtheit gibt? Es ist nicht möglich.
Wenn du Gutes getan hast und in anderer Hinsicht Gutes erfahren, was suchst du daneben noch ein Drittes wie die Toren, dass du für einen Wohltäter giltst oder eine Gegengabe erlangst.
Wenn du ungern aus dem Schlaf geweckt wirst, erinnere dich daran, dass es deiner Anlage und der menschlichen Natur gemäß ist, Taten für die Gemeinschaft zu vollbringen.
Wenn du zugleich eine Stiefmutter und eine Mutter hättest, würdest du jene zwar ehren, aber trotzdem würdest du fortgesetzt zu deiner Mutter zurückkehren.
Wenn es sich nicht geziemt, tu es nicht, wenn es nicht wahr ist, sag es nicht. Denn dein Trieb sei der Trieb zum sittlich Schönen.
Wenn wir aber einzig, was in unserer Gewalt steht, als gut oder schlecht beurteilen, bleibt kein Grund, Gott zu beschuldigen oder eine feindliche Stellung gegenüber den Menschen einzunehmen.
Wer das Jetzige gesehen hat, der hat alles gesehen, was seit Ewigkeit geschah und was ins Unendliche sein wird. Denn alles ist wesensverwandt und gleichförmig.
Wer fehlt, fehlt für sich, wer unrecht handelt, handelt an sich selbst unrecht, indem er sich schlecht macht.
Wer nicht weiß, was die Welt ist, weiß nicht, wo er ist, wer aber nicht weiß, wozu sie da ist, weiß nicht, wer er ist.
Wie du beim Sterben gelebt zu haben wünschest, so solltest du jetzt schon leben.
Wie lächerlich und weltfremd ist der, der sich über irgend etwas wundert, das im Leben vorkommt.
Wie schnell doch alles entschwindet! In der Welt die Menschen selbst, im Lauf der Zeit ihr Gedächtnis!
Wie schnell wird die Ewigkeit alles bedecken, und wie viel hat sie schon bedeckt!
Wie viele, die viel besungen waren, sind schon der Vergessenheit überantwortet, wie viele, die diese besungen haben, sind längst ausgeschieden.
Wo ein Werk nach der Göttern und Menschen gemeinsamen Vernunft vollbracht werden kann, da gibt es nichts Schlimmes.
Wünsche nie etwas, was durch Mauern oder Vorhänge verborgen werden müsste.
Zieh dich in dich selbst zurück. Das vernünftige Leitvermögen hat die Eigenheit, an sich selbst Genüge zu haben, wenn es recht handelt und eben deswegen Frieden hat.
Allem stimme ich zu, was mit dir, o Kosmos, ?bereinstimmt. Nichts kommt mir zu fr?h oder zu sp?t, was dir zur rechten Zeit kommt.
Alles beruht auf der Meinung.
Auch der K?rper muss fest sein und darf nicht hin und her geworfen werden, weder bei der Bewegung noch bei der Ruhehaltung.
Beachte, was deine Natur verlangt, insofern du nur ein von Pflanzenkraft durchwaltetes Wesen bist, dann tu es und nimm es an, wenn nicht deine Natur, insofern du ein Lebewesen bist, leiden soll.
Bei jeder Handlung frage dich: Wie steht diese zu mir? Werde ich nicht Reue ?ber sie empfinden?
Beim Schreiben und Lesen wirst du nicht vorher Meister sein, bevor du Lehrling warst. Dies noch viel mehr im Leben.
Beste Art sich zu wehren: sich nicht anzugleichen.
Blicke in dein Inneres! Da drinnen ist eine Quelle des Guten, die niemals aufh?rt zu sprudeln, solange du nicht aufh?rst nachzugraben.
Blicke in dich. In deinem inneren ist eine Quelle, die nie versiegt, wenn du zu graben verstehst.
Blicke nach innen. Von keiner Sache entgehe dir die eigent?mliche Beschaffenheit und der Wert.
Das Gl?ck deines Lebens h?ngt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
Das Gute also des Vernunftwesens ist die Gemeinschaft. Denn, dass wir zur Gemeinschaft geboren sind, ist l?ngst bewiesen.
Das ist der gew?hnliche Gang der Welt: auf und ab, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.
Das Leben eines Menschen ist gef?rbt von der Farbe seiner Vorstellungskraft.
Das Zuk?nftige soll dich nicht beunruhigen, denn du wirst, wenn n?tig, zu ihm herankommen mit derselben Vernunft, die du jetzt dem Gegenw?rtigen gegen?ber gebrauchst.
Dem Menschen eigent?mlich ist, dass er auch die Strauchelnden liebt.
Dem Unm?glichen nachzujagen ist Wahnsinn.
Den Dingen, denen du zugelost bist, denen passe dich an, und die Menschen, die du miterlost hast, die hab lieb, aber wahrhaft.
Den Irrenden belehre mit Wohlwollen und zeige ihm seine Fehler. Kannst du das aber nicht, so klage dich selber an, oder auch nicht einmal dich selber!
Denke daran, dass deine Meinung zu ?ndern und dem, der sich berichtigt, zu folgen, ebenfalls ein Zeichen von Freiheit ist.
Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt! Suche von den Dingen, die du hast, die besten aus und bedenke dann, wie eifrig du nach ihnen gesucht haben w?rdest, wenn du sie nicht h?ttest.
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.
Der Geist des Alls ist gemeinschafts- f?rdernd. Wenigstens machte er die niedrigen Wesen wegen der h?heren und passte die h?heren einander an
Der leitende und herrschende Teil deiner Seele soll von der sanften oder rauen Bewegung im Fleische unber?hrt sein und soll sich nicht mit bewegen, sondern soll sich abgrenzen und soll jene Empfindungen auf die Glieder beschr?nken.
Der Weise hat seinen Mund im Herzen.
Deswegen ist eine feste Burg die von Affekten freie Denkkraft. Denn nichts St?rkeres hat der Mensch. Hat er da seine Zuflucht gefunden, so ist er in Zukunft un?berwindlich.
Die Achtung aber vor der eigenen Denkkraft und ihre Hochsch?tzung wird bewirken, dass du wohl mit dir selbst zufrieden bist als auch dich wohl zu den Gliedern der Gemeinschaft f?gst und mit den G?ttern ?bereinstimmst.
Die beste Art sich zu r?chen ist: nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Die Dinge f?r sich ber?hren in gar keiner Weise die Seele und haben auch keinen Zugang zur Seele und k?nnen sie nicht wandeln und nicht bewegen.
Die ganze gegenw?rtige Zeit ein Punkt der Ewigkeit.
Die Lebenskunst ist der Ringkunst ?hnlicher als der Tanzkunst.
Die Menschen sind wegen einander geboren. Belehre sie also, oder ertrag sie.
Die Natur hat ebenso das Ende eines jeden Dinges zum Ziel wie seinen Anfang oder seinen Zwischenberg, ebenso wie der, der einen Ball aufwirft.
Die Reue ist eine Art Selbstvorwurf, dass man etwas N?tzliches vorbei gehen lie?. Das N?tzliche aber muss etwas Gutes sein, und der sittlich gute Mensch muss sich darum bem?hen.
Die Unzufriedenheit ?ber irgendein Geschehnis ist schon ein Abfall von der Natur, die in ihren Teilen das Wesen der Einzeldinge in sich fasst.
Die Vernunft und eine auf Vernunft beruhende Kunst sind F?higkeiten, die an sich und ihren entsprechenden Werken genug haben.
Die Welt ein ewiger Wechsel, das Leben ein Wahn!
Diejenigen aber, die den Bewegungen der eigenen Seele nicht aufmerksam folgen, m?ssen notwendig ungl?cklich sein.
Dringe in das Innere der Menschenseele ein, und du wirst sehen, vor was f?r Richtern du dich f?rchtest und was f?r Richter sie ?ber sich selbst sind.
Ein guter Mensch ist zuverl?ssiger als eine steinerne Br?cke
Es f?rchtet jemand die Umwandlung? Was kann denn ohne Umwandlung geschehen?
Es handelt oft unrecht, wer nichts tut, nicht nur, wer etwas tut.
Es ist dir m?glich, wieder aufzuleben: Sieh die Dinge von neuem an, wie du sie ansahst, darin liegt das Wiederaufleben.
Es ist m?glich, auch das Zuk?nftige vorauszusehen. Denn es wird jedenfalls gleichf?rmig sein, und es ist nicht gestattet, aus der Ordnung des gegenw?rtig Geschehenden herauszutreten.
Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zur?ckzuweisen und schon hat man seine Ruhe wieder.

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