Zitat von Luc De Clapiers Vauvenargues
In der Einfalt finden wir Entspannung nach großen Spekulationen.
Irrtum ist die Nacht des Geistes und die Falle der Unschuld.
Ist ein Gedanke zu schwach, um einen schlichten Ausdruck zu tragen, so soll er verworfen werden.
Ist es leicht, Menschen in hohen Ämtern zu schmeicheln, so ist es noch leichter, sich selbst in ihrer Nähe zu schmeicheln. Hoffnung macht noch mehr Narren als Schlauheit.
Jeder affektierte Stolz ist kindisch, gründet er sich auf unterschobene Titel, so ist er lächerlich, sind diese Titel Nichtigkeiten, so ist er gemein: Das Wesen des wahren Stolzes besteht darin, immer an seinem Platz zu sein.
Jedes Laster ist schädlich, wenn es geistlos ist.
Junge Leute kennen eher die Liebe als die Schönheit.
Junge Leute leiden weniger unter eigenen Fehlern als unter der Weisheit der Alten.
Kann man sich selbst nicht unter halten und amüsieren, so will man andere unterhalten und amüsieren.
Kann uns etwas nicht schaden, so dürfen wir denen keine Aufmerksamkeit schenken, die uns davor schützen wollen.
Kein Mensch hat Geist genug, um niemals langweilig zu sein.
Kein Name wird so sehr verehrt und mit solcher Begeisterung verteidigt als einer, der eine Partei ehrt.
Kein Vertrag, der nicht ein Denkmal der Unehrlichkeit der Herrscher wäre.
Keinen Verlust fühlt man so heftig und so kurz wie den Verlust einer geliebten Frau.
Kennzeichen treffenden Ausdrucks ist, dass auch das, was an sich zweideutig ist, nur eindeutig ausgelegt werden kann.
Klarheit ist die Ehrlichkeit der Philosophen.
Klarheit schmückt tiefe Gedanken.
Könnte Geistesruhe ein besserer Beweis tugendhaften Lebens sein? Gesundheit gibt sie.
Krankheit zerstört in einigen Menschen den Mut, in anderen die Furcht, ja sogar die Liebe zum Leben.
Lichtvolle Natürlichkeit deckt den inneren Sinn der Dinge auch denen auf, die ihn selber nie finden können.
Liebe ist die Urmutter des Menschengeschlechts.
Liebe ist heftiger als Selbstliebe, denn man kann auch eine Frau lieben, die einen verachtet.
Liebe ist nicht so empfindlich wie Eigenliebe.
Man beklagt einen Menschen nicht, weil er ein Dummkopf ist, und vielleicht mit Recht. Aber es ist komisch, sich einzubilden, es sei seine Schuld.
Man betrauert nicht den Verlust' aller Menschen, die man liebt.
Man darf den Leser nicht voraussehen lassen, was man ihm sagen will, aber man muss ihn dazu bringen, den Gedanken selbst zu finden, denn dann achtet er uns, weil wir denken wir er, aber später als er.
Man darf die Menschen nicht danach beurteilen, was sie nicht wissen, sondern danach, was sie wissen und wie sie es wissen.
Man darf nicht erst mit grauen Haaren tanzen lernen und nicht zu spät ein Weltmann werden.
Man erobert die Wahrheit nicht, indem man ihr die Kleider vom Leibe reißt.
Man gewinnt keine Freunde mehr im Alter, dann ist jeder Verlust unersetzlich.
Man hat sein Glück nicht gemacht, vermag man nicht, es zu genießen.
Man ist gegen seine Feinde nicht so ungerecht wie gegen seine Nächsten.
Man ist nicht zum Ruhm geboren, wenn man den Wert der Zeit nicht kennt.
Man kann nicht gerecht sein, wenn man nicht menschlich ist.
Man muss die Kraft des Körpers erhalten, um die des Geistes zu bewahren.
Man muss die natürlichen Gaben achten, die weder Fleiß noch Glück vermitteln können.
Man muss in den Menschen das Gefühl ihrer Klugheit und Kraft steigern, wenn man ihren Geist erhöhen will.
Man muss nicht lang nachdenken, um ein Huhn zu kochen, und doch sehen wir Menschen, die ihr ganzes Leben lang schlechte Köche bleiben, so sehr muss man zu jedem Beruf durch einen besonderen, von der Vernunft unabhängigen Instinkt berufen sein.
Man sagt wenig Gründliches, wenn man stets nach Originalität strebt.
Man schätzt die Philosophen nur mäßig, weil sie uns zu wenig von dem sprechen, was wir wissen.
Man schränke die Souveränität in einem Staate noch so sehr ein, kein Gesetz kann den Tyrannen daran hindern, seine Stellung zu missbrauchen.
Man schwingt sich nicht zu großen Wahrheiten auf ohne Enthusiasmus: Kalten Blutes diskutiert man, aber man erfindet nichts. Vielleicht machen erst Leidenschaft und Verstandesschärfe zusammen den echten Philosophen.
Man soll nicht ohne weiteres glauben, dass das lasterhaft sei, was die Natur liebenswürdig gemacht hat. Es gibt kein Jahrhundert und kein Volk, das nicht eingebildete Tugenden und Laster aufgestellt hätte.
Man soll sich nicht anstrengen, Neidische zufrieden zu stellen.
Man sollte uns wenigstens die Fehler verzeihen, die ohne unser Missgeschick keine wären.
Man verachtet kühne Pläne, wenn man sich große Erfolge nicht zutraut.
Man verspricht viel, um nicht wenig geben zu müssen.
Man versucht sein Glück gewöhnlich mit Talenten, die man nicht hat.
Man weiß am besten, was man nicht gelernt hat.
Man wendet seine Gedanken wie einen Rock, um sich ihrer mehrmals zu bedienen.
Man wird des Besten überdrüssig, wenn es populär geworden ist.
Man würde weniger Gedanken eines Werkes ablehnen, wenn man sie wie der Verfasser auffasste.
Man zwingt die jungen Leute, ihre Vermögen zu verwenden, als ob es sicher wäre, dass sie alt werden müssten.
Manche Menschen bilden sich unbewusst eine Vorstellung von ihrem Äußeren, das ihrer beherrschenden Stimmung entspricht, daher kommt es wohl, dass ein Geck sich immer für schön hält.
Manche Menschen verlangen von einem Autor, dass er sie in ihren Meinungen und Gefühlen festige, und andere bewundern ein Werk nur, wenn es alle ihre Ideen umstürzt und keines ihrer Prinzipien gelten lässt.
Manche wären sehr erstaunt zu erfahren, worauf ihre Achtung vor den Menschen beruht.
Manchmal ist es schwerer, einen einzigen Menschen als ein ganzes Volk zu beherrschen.
Menschlichkeit ist die erste Tugend.
Milde ist besser als Gerechtigkeit.
Mit viel Einsicht bewundert man wenig, hat man keine, ebenso. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.
Mitleid ist nicht so zärtlich wie Liebe.
Mittelmäßige Schriftsteller werden mehr bewundert als beneidet.
Mut hat mehr Mittel gegen das Unglück als die Vernunft.
Natürlichkeit ist leichter verständlich als die Begriffsschärfe: Sie ist die Sprache des Gefühls und besser als die der Phantasie und der Vernunft, weil sie schön und volkstümlich ist.
Neu und originell wäre das Buch, das einen alte Wahrheiten lieben lehrte.
Nicht alle Untertanen der Schönheit kennen ihre Herrin.
Nichts bringt größere Verlegenheit, als stolz und mittellos geboren zu sein.
Nichts ist für Menschen auf hohen Posten leichter, als sich das Wissen anderer anzueignen.
Nichts ist so nützlich wie guter Ruf, und nichts verschafft ihn so sicher wie Verdienst.
Nichts verfälscht so sehr das Urteil über das Leben wie der Tod.
Nichts, das lang währt, ist sehr angenehm, nicht einmal das Leben, und trotzdem liebt man es.
Niemand ist härter als die Sanftmütigen aus Berechnung.
Niemand ist mehr Fehlern ausgesetzt, als wer nur aus Überlegung handelt.
Niemand kann sich rühmen, niemals verachtet worden zu sein.
Niemand tadelt uns so scharf, wie wir uns oft selbst verurteilen.
Niemand will seiner Irrtümer wegen bedauert werden.
Notwendigkeit befreit von der Qual der Wahl.
Notwendigkeit lindert mehr Leiden als die Vernunft.
Nur den starken und tiefen Seelen steht es zu, die Wahrheit zum Hauptgegenstand ihrer Leidenschaften zu machen.
Nur die Wahrheit währt ewig.
Nur durch Mut kann man sein Leben in Ordnung bringen.
Nur wenige Menschen sind bescheiden genug, um zu ertragen, dass man sie richtig einschätzt.
Nützliche Verschwendung des Überflusses ist edle und große Sparsamkeit.
Ob arm oder reich, niemand ist tugendhaft oder glücklich, wenn ihn das Schicksal nicht an den richtigen Platz gestellt hat.
Oft ist es leichter, eine Partei zu bilden, als sich schrittweise an die Spitze einer schon bestehenden emporzuarbeiten.
Ohne Notwendigkeit strafen heißt, sich in die Milde Gottes einmischen.
Plötzliches Glück aller Art ist auf schwankenden Grund gebaut, weil es selten verdient ist. Die Früchte der Arbeit und Klugheit reifen spät.
Rechne selten auf das Vertrauen und die Achtung eines Menschen, der sich in deine Angelegenheiten mischt, ohne von den seinen zu sprechen.
Ruhm beweist die Tugend.
Ruhm sucht beweist ebenso sehr unsere Anmaßung als die Unsicherheit über unseren Wert.
Ruhm und Stumpfsinn verbergen den Tod, ohne über ihn zu triumphieren.
Schande und Unglück hängen eng miteinander zusammen. Armut stürzt mehr Menschen in Schande als lasterhafte Gesinnung.
Sei es Lebhaftigkeit, Hochmut, Habsucht jedes Menschen Charakter bietet einen dauernden Anlass, Fehler zu begehen, und wenn sie ohne Folgen bleiben, hat er es seinem Schicksal zu verdanken.
Selbst die besten Schriftsteller reden zu viel.
Selten ist ein Unglück ausweglos, die Verzweiflung ist trügerischer als die Hoffnung.
Selten kann man viel haben von Menschen, derer man bedarf.
Sind die Leidenschaften Ausdruck der Kraft oder des Unvermögens oder der Schwäche? Verrät es Größe oder Mittelmäßigkeit, frei von Leidenschaften zu sein? Oder ist alles ein Ineinander von Stärke und Schwäche, Größe und Kleinheit?
Sittenlehre gibt keine Menschenkenntnis.
Sparsamen kann man nicht durch Geschenke den Hof machen.
Spott stellt die Eigenliebe auf die Probe.
Sprache und Geist haben ihre Grenzen, die Wahrheit ist unerschöpflich.
Stets zu unterscheiden zwischen achtenswert und liebenswert ist ein Kennzeichen von Beschränktheit: Die großen Seelen lieben von Natur aus alles, was ihre Achtung verdient.
Stille und Nachdenken erschöpfen die Leidenschaften, wie Arbeit und Fasten die Launen verzehren.
Tafelfreuden besänftigen durch Spiel und Liebe erregte Gemüter und versöhnen die Menschen, ehe sie sich schlafen legen.
Tätige Menschen ertragen die Langeweile ungeduldiger als die Arbeit.
Tätigkeit erreicht mehr als Klugheit.
Trägheit ist der Schlummer des Geistes.
Tugend kann böse Menschen nicht glücklich machen.
Über große Demütigungen trösten wir uns selten wir vergessen sie.
Um Großes zu vollbringen, muss man leben, als müsste man niemals sterben.
Um sich der Gewalt zu entziehen, war man gezwungen, sich dem Recht zu unterwerfen: Recht oder Gewalt, zwischen diesen beiden Herren hat man wählen müssen, so wenig waren wir geschaffen, frei zu sein.
Ungebundenheit steigert alle Tugenden und Laster.
Unlauter erworbener Ruf schlägt in Verachtung um.
Unser Ergötzen am Geist anderer dauert nicht lang.
Unser Überdruss ist nicht ein Mangel oder Ungenügen der Außenwelt, wie wir gerne glauben, sondern Erschöpfung unserer eigenen Organe und Beweis unserer Schwäche.
Unsere Gedanken sind unvollkommener als die Sprache.
Unsere Geschicklichkeiten und unsere Irrtümer verfehlen oft ihre Wirkung, so wenig hängt von unserem Handeln ab.
Unsere Handlungen sind nicht so gut und nicht so lasterhaft wie unsere Absichten.
Unsere Kenntnis des Unnützen ist größer als unsere Unkenntnis des Notwendigen.
Unsere Leidenschaften entsprechen in der Regel unseren Bedürfnissen.
Unsere Neigung für die Politik mag noch so groß sein: Nichts ist so langweilig und ermüdend zu lesen wie ein Staatsvertrag.
Unsere Talente sind unsere treuesten Beschützer.
Unsere Tröstungen sind Schmeicheleien für die Leidtragenden.
Unsere Uneinigkeiten und Irrtümer in der Moral kommen oft daher, dass wir postulieren, die Menschen könnten völlig gut oder völlig lasterhaft sein.
Unserem Herzen kommt es zu, die Abstufung unserer Interessen zu bestimmen, unserer Vernunft, sie zu leiten.
Unvermeidliche Missbräuche sind Naturgesetze.
Vernunft und Freiheit sind unvereinbar mit Schwäche.
Vernunft und Gefühl raten und ergänzen einander abwechselnd. Wenn man eins von beiden zurate zieht und auf das andere verzichtet, beraubt man sich unbesonnen eines Teils der Hilfsmittel, die uns zu unserer Führung gewährt sind.
Vernunft und Überspanntheit, Tugend und Laster können glücklich machen. Zufriedenheit ist noch kein Anzeichen von Verdienst.
Verschwendung macht nur dem Schande, dem sie nicht Ehre bringt.
Verstellung ist eine Anstrengung des Verstandes und keineswegs ein Laster der Natur.
Vertraulichkeit ist das Lehrjahr des Geistes.
Verzweiflung ist der größte unserer Irrtümer.
Verzweiflung ist nicht nur der Gipfel unseres Unglücks, sondern auch unserer Schwäche.
Von der Zeit und von den Menschen muss man alles erwarten und alles befürchten.
Von Greisen sind nicht viele Dienste zu erwarten.
Während unsere Seele voll Gefühl ist, sind unsere Reden voll Zweckmäßigkeit.
Wahrheit ist die Sonne des Geistes.
Wäre einzig und allein die gerechte Herrschaft rechtmäßig, so wären wir schlechten Königen gegenüber zu nichts verpflichtet.
Was dem einen wie Geistesfülle erscheint, ist für den anderen nur Gedächtnis und Oberflächlichkeit.
Was wir mit dem Namen Frieden ehren, ist oft nur ein kurzer Waffen stillstand, in dem der Schwächere auf seine gerechten oder ungerechten Ansprüche verzichtet, bis er Gelegenheit findet, sie mit Waffengewalt wieder geltend zu machen.
Weder die Gaben noch die Schläge des Schicksals kommen denen der Natur gleich, sie übertrifft sie an Härte wie an Güte.
Weder eine mittelmäßige Frau noch einen mittelmäßigen Schriftsteller kann man so loben, wie sie es selbst tun.
Weisheit ist der Tyrann der Schwachen.
Weist man auf einen Gedanken in einem Werk hin, so bekommt man zu hören, er sei nicht neu, fragt man aber weiter, ob er wahr sei, so merkt man, dass die Leute nicht mehr mitreden können.
Wenig Trauernde können sich so lange verstellen, wie es sich für ihre Ehre schickt.
Wenige Maximen sind wahr in jeder Hinsicht.
Wenn die Einführung einer Neuerung auf zu große Schwierigkeiten stößt, beweist das, dass sie unnötig ist.
Wenn die Leidenschaft oft kühner rät als die Reflexion, so verleiht sie auch mehr Kraft zur Ausführung.
Wenn die Lust uns erschöpft hat, glauben wir, wir hätten die Lust erschöpft, und sagen, nichts könne das Herz des Menschen ausfüllen.
Wenn die Menschen sich nicht schmeichelten, könnten sie kaum in Gemeinschaft leben.
Wenn ein Gedanke oder ein Werk nur wenige interessieren, werden auch nur wenige davon sprechen.
Wenn ein Gedanke sich uns wie eine tiefe Entdeckung darbietet und wir uns dann die Mühe nehmen, ihn zu entwickeln, merken wir oft, dass er nur ein Gemeinplatz war.
Wenn es möglich wäre, zu geben, ohne zu verlieren - immer noch würden sich unzugängliche Menschen finden.
Wenn es wahr ist, dass man das Laster nicht ausrotten kann, so sollte die Weisheit der Regierenden danach streben, es für das allgemeine Beste nutzbar zu machen.
Wenn Schwächen der Liebe verziehen werden, so hauptsächlich den Frauen, die durch Liebe herrschen.
Wenn unsere Freunde uns Dienste erweisen, so denken wir, sie schuldeten sie uns als Freunde, ohne zu bedenken, dass sie uns ihre Freundschaft nicht schuldig sind.
Wenn wir die Gedanken rufen, fliehen sie uns, wenn wir sie verjagen, überfallen sie uns und zwingen uns, die Augen die ganze Nacht offen zu halten.
Wer alles ertragen kann, kann alles wagen.
Wer andere unglücklich macht, gibt gewöhnlich vor, ihr Bestes zu wollen.
Wer aus anderen keinen Vorteil ziehen kann, ist meist selbst wenig zugänglich.
Wer den Menschen gering schätzt, hält sich selbst für einen bedeutenden Menschen.
Wer glaubt, auf andere nicht angewiesen zu sein, wird unerträglich.
Wer Großes wagt, setzt unvermeidlich seinen Ruf aufs Spiel.
Wer nicht mehr imstande ist, den Weibern zu gefallen, und es weiß, lebt ohne sie weiter.
Wer nur Geist hat, hat Sinn für große Dinge, Leidenschaft für kleine.
Wer sein Wort leicht gibt, bricht es leicht.
Wer sich selbst imponiert, imponiert auch anderen.
Wer strenger als die Gesetze ist, ist ein Tyrann.
Wer zum Gehorchen geboren ist, wird auch noch auf dem Thron gehorchen.
Widerstrebt es der Vernunft oder der Gerechtigkeit, sich selbst zu lieben? Und warum wollen wir, dass die Eigenliebe unbedingt ein Laster sei?
Wie es flüchtige Seelen gibt, die abwechselnd von allen Leidenschaften beherrscht werden, so gibt es lebhafte und schwankende Geister, die, von allen Meinungen fortgerissen, die entgegengesetzten annehmen, ohne eine Entscheidung zu wagen.
Wie es natürlich ist, vieles ohne Beweis zu glauben, so ist es natürlich, an anderem trotz des Beweises zu zweifeln.
Wie groß auch das Verdienst sein mag, sich um hohe Posten nicht zu kümmern, ein größeres liegt vielleicht darin, sie gut auszufüllen.
Wie groß auch die Vorzüge der Jugend sein mögen - ein junger Mann ist den Weibern nicht willkommen, solange sie nicht einen Gecken aus ihm gemacht haben.
Wie schwer, ein eigennütziges Gewerbe ohne Eigennutz auszuüben!
Wie vermessen, einem einreden zu wollen, man hätte nicht genug Illusionen, um glücklich zu sein.
Wie viel Eitelkeit man uns auch vorwirft, von Zeit zu Zeit haben wir es nötig, unserer Verdienste versichert zu werden.
Wie viele Tugenden und Laster bleiben ohne Folgen!
Wie wenig exakte Gedanken gibt es, und wie viele mögen uns scharfsinnige Geister noch entwickeln?
Wie wenig können doch die besten Ratschläge helfen, wenn unsere eigenen Erfahrungen uns so wenig belehren.
Wir bemerken viele Laster, um wenige Tugenden zuzugeben.
Wir bilden uns ein, das Recht zu haben, einen Menschen auf seine Kosten glücklich zu machen und wollen nicht, dass er das selbe hat.
Wir entdecken in uns selbst, was die anderen uns verbergen, und erkennen in anderen, was wir vor uns selber verbergen.
Wir haben kein Recht, die Menschen elend zu machen, die wir nicht gut machen können.
Wir haben nicht genug Eigenliebe, um die Verachtung eines anderes gering zu schätzen.
Wir haben weder die Kraft noch die Gelegenheit, all das Gute und Böse zu tun, das wir planen.
Wir hassen die Scheinheiligen, die berufsmäßig alles verachten, worauf wir stolz sind, während sie selber stolz sind auf noch Verächtlicheres.
Wir können unsere Unvollkommenheit sehr gut erkennen, ohne durch diese Einsicht bedrückt zu sein.
Wir lassen uns gern zumuten, an das zu glauben, was außerordentlich zu sein scheint, wenn uns Außerordentliches fehlt.
Wir lieben mitunter sogar das Lob, das wir für nicht aufrichtig halten.
Wir müssen die Nachsicht unserer Freunde und die Strenge unserer Feinde auszunutzen verstehen.
Wir müssen vernünftig geboren werden, denn fremde Erkenntnisse und Erfahrungen nützen uns herzlich wenig.
Wir nehmen gewöhnlich Erfolg und Misserfolg auf uns und tadeln und loben uns für die Launen des Schicksals.
Wir nehmen oft großes Lob hin, ehe wir vernünftiges verdienen.
Wir reden uns oft unsere eigenen Lügen ein, um uns nicht Lügen strafen zu müssen, und täuschen uns selbst, um die anderen zu täuschen.
Wir schmeicheln uns törichterweise, anderen einreden zu können, was wir selber nicht glauben.
Wir sind so sehr mit uns und unseresgleichen beschäftigt, dass wir alles Übrige, obwohl es unter unseren Augen lebt, kaum beachten.
Wir sind weniger gekränkt, von Dummköpfen verachtet, als von bedeutenden Menschen auf Mittelmaß eingeschätzt zu werden.
Wir übertreffen die so genannten bar barischen Völker weder an Mut noch an Menschlichkeit noch an Gesundheit noch an Heiterkeit. Und obgleich wir also weder tugendhafter noch glücklicher sind, verzichten wir doch nicht darauf, uns für weiser zu halten
Wir verachten die Legenden unserer Heimat und lehren die Kinder die Legenden des Altertums.
Wir verachten vieles, um uns nicht selbst verachten zu müssen.
Wir verdanken den Leidenschaften vielleicht die größten Vorzüge des Verstandes.
Wir verlangten nicht so ehrgeizig die Achtung der Menschen, wenn wir sicherer wären, sie zu verdienen.
Wir vernachlässigen oft die Menschen, über die uns die Natur einen Einfluss verliehen hat. Gerade sie müssten wir an uns fesseln, denn die anderen sind ja doch nur anhänglich aus Eigennutz, schwankend und unverlässlich.
Wir wissen unseren Freunden für die Schätzung unserer guten Eigenschaften wenig Dank, wenn sie auch nur wagen, unsere Fehler wahrzunehmen.
Worüber man auch schreiben mag, für die Menge sagt man nie genug und für die Klugen stets zu viel.
Zaghaftigkeit in der Ausführung macht tollkühne Unternehmungen zunichte.
Zu viel Zerstreuung und zu viel Studium erschöpfen den Geist und lassen ihn verdorren: Kühne Einfälle jeder Art kommen keinem abgespannten oder übermüdeten Geist.
Zweideutigkeiten werden oft von beiden Vertragspartnern verschleiert. Das beweist, dass beide sich förmlich vorgenommen haben, bei der ersten Gelegenheit den Vertrag zu brechen.
Anerkannte Anschauungen soll man nicht l?cherlich machen, man verletzt dadurch nur ihre Anh?nger, ohne sie zu ?berzeugen.
?ngstliche und um des geringsten Vorteils willen Zitternde tun so, als ob sie den Tod nicht f?rchteten.
Armut dem?tigt die Menschen, so dass sie selbst ?ber ihre Tugenden err?ten.
Auch der beste Scherz ?berzeugt nicht, so sehr ist man gewohnt, dass Satiren sich auf falsche Voraussetzungen gr?nden.
Auch die reizendste Unterhaltung langweilt einen Menschen, der in eine Leidenschaft verstrickt ist.
Aus blo?er Bescheidenheit ist niemand mit seinem Stand zufrieden, nur die Religion oder die Macht der Verh?ltnisse k?nnen den Ehrgeiz eind?mmen.
Aus purer Tr?gheit bilden wir uns ein, den Ruhm zu schm?hen, und plagen uns doch sehr um des geringsten Vorteils willen.
?u?erstes Misstrauen ist so sch?dlich wie das Gegenteil. Die meisten Menschen werden nutzlos f?r den, der das Risiko, hintergangen zu werden, nicht mehr auf sich nehmen will.
Bedeutende Geister lassen sich durch bedeutende ?mter schnell belehren.
Bei den gro?en macht man eher sein Gl?ck, wenn man ihnen die Stra?e zu ihrem Ruin ebnet, als wenn man ihnen den Weg zum Reichtum zeigt.
Beredsamkeit ist mehr als Wissen.
Best?ndigkeit ist die Chim?re der Liebe.
Betrachtet man nur bestimmte Werke der besten Schriftsteller, so wird man versucht sein, sie gering zu achten. Um gerecht zu urteilen, muss man alles lesen.
Bosheit ersetzt Geist.
Das Epische ist oft eine Ausflucht mangelnder Phantasie.
Das Falsche, kunstvoll dargestellt, ?berrascht und verbl?fft, aber das Wahre ?berzeugt und herrscht.
Das Feuer des Morgenrots ist nicht so lieblich wie der erste Blick des Ruhms.
Das Gef?hl der Leere, das aus den meisten B?chern ?ber Moral aufsteigt, kommt daher, dass ihre Verfasser so unaufrichtig sind.
Das Gef?hl unserer Kr?fte steigert sie.
Das Geheimnis der kleinsten nat?rlichen Freuden geht ?ber die Vernunft hinaus.
Das geistreiche Unwesen lebt auf Kosten der Vernunft.
Das Genie kann man nicht nachahmen.
Das Gewissen ist die ver?nderlichste aller Normen.
Das Gewissen ist vermessen in dem Starken, sch?chtern in dem Schwachen und Ungl?cklichen, unruhig in dem Unentschlossenen, also ein Organ der Stimmungen, die uns beherrschen, und der Meinungen, die uns lenken.
Das Gl?ck schlechter K?nige ist das Ungl?ck der V?lker.
Das Licht ist das erste Geschenk der Geburt, damit wir lernen, dass die Wahrheit das h?chste Gut im Leben ist.
Das Volk und die gro?en haben weder dieselben Tugenden noch dieselben Laster.
Das Waffenhandwerk schafft weniger Besitz, als es zerst?rt.
Den Armen nimmt die Not gefangen, den Reichen zerstreuen seine Vergn?gungen. Jede Lage hat ihre Pflichten, Gefahren, Ablenkungen, und nur das Genie wird ihrer Herr.
Den bedeutenden Maximen bleibt es nicht erspart, trivial zu werden.
Der Beschauliche, im Genuss der Behaglichkeit seiner Teppich bekleideten Stube, beschimpft den Soldaten, der die Wintern?chte am Ufer des Flusses verbringt und schweigend unter den Waffen ?ber die Sicherheit seines Vaterlandes wacht.
Der erste Seufzer der Kindheit gilt der Freiheit.
Der Feige muss weniger Beleidigungen schlucken als der Ehrgeizige.
Der Friede macht die V?lker gl?cklich und die M?nner schwach.
Der F?rst, der sein Volk nicht liebt, kann ein gro?er Mensch sein, aber nicht ein gro?er K?nig.
Der Gedanke an den Tod betr?gt uns, denn er l?sst uns vergessen zu leben.
Der Geist ist demselben Gesetz unterworfen wie der K?rper: Beide k?nnen sich nur durch best?ndige Nahrung erhalten.
Der Geist muss besch?ftigt werden, deshalb muss viel sprechen, wer wenig denkt.
Der Glaube ist der Ungl?cklichen Trost und der Gl?cklichen Schrecken.
Der Hass der Schwachen ist nicht so gef?hrlich wie ihre Freundschaft.
Der h?chste Mut ist Unerschrockenheit angesichts des sicheren Todes.
Der Mensch nimmt sich die Ruhe nur vor, um sich von Zwang und Arbeit zu befreien, aber sein Genuss liegt im t?tigen Leben, und er liebt nur dieses.
Der menschliche Geist ist durchdringender als folgerecht und umfasst mehr, als er vereinigen Kann.
Der Ruhm versch?nert den Helden.
Der ungeheure Unterschied, den wir zwischen uns und den Wilden bemerken, besteht nur darin, dass wir etwas weniger unwissend sind.
Der verstockte L?sterer spricht zu Gott: Warum hast du Ungl?ckliche erschaffen.
Der Vorteil ist die Richtschnur der Klugheit.
Der wahre und echte Geist entspringt im Herzen.
Der Zwang zu sterben ist unser bitterster Kummer.
Die Abneigung gegen die Betr?ger entstammt meist der Furcht, betrogen zu werden. Daher der Hass von Menschen ohne Scharfsinn nicht nur gegen die Kunstgriffe der Verf?hrung, sondern auch gegen die Umsicht und Vorsicht der Klugen.
Die Diplomatie bedarf keiner langen Lehrzeit. Ist doch unser ganzes Leben eine st?ndige Ein?bung im R?nkespiel und Eigennutz.
Die Dummk?pfe nutzen die Klugen so, wie kleine Menschen hohe Abs?tze tragen.
Die Einfaltspinsel stehen vor einem bedeutenden Menschen ratlos, wie vor einer Statue Berninis, der sie im Vorbeigehen ein l?cherliches Lob spenden.
Die Erfahrung von den Grenzen der Vernunft macht uns f?r Vorurteile empf?nglich und l?sst uns dem Argwohn und den Phantomen der Furcht Einlass gew?hren.
Die Faulen sind stets aufgelegt, irgend etwas zu tun.
Die f?r die Staaten notwendigen Ver?nderungen vollziehen sich fast immer von selbst.
Die gro?en Menschen haben die Schwachen, als sie sie das Denken lehrten, auf den Weg des Irrtums gef?hrt.
Die gro?en Philosophen sind Genien der Vernunft.
Die Gro?herzigkeit schuldet der Klugheit nicht Rechenschaft ?ber ihre Motive.
Die gr??ten Minister sind oft die gewesen, die am weitesten vom Ministerium geboren waren.
Die Grunds?tze der Menschen verraten ihr Herz.
Die gute K?che ist das innigste Band der guten Gesellschaft.
Die hassenswerteste, aber allgemeinste und ?lteste Undankbarkeit ist die der Kinder gegen ihre V?ter.
Die h?chste Vollkommenheit der Seele ist ihre F?higkeit zur Freude.
Die Hoffnung feuert den Weisen an und narrt den Vermessenen und den Tr?gen, die gedankenlos auf ihren Versprechungen ausruhen.
Die jungen Leute leiden weniger unter ihren Fehlern als unter der Weisheit der Alten.
Die Knechtschaft erniedrig den Menschen so weit, dass er sie lieb gewinnt.
Die Krankheiten heben unsere Tugenden und unsere Laster auf.
Die Kunst zu gefallen ist die Kunst zu t?uschen.
Die kurze Dauer des Lebens kann uns nicht von seinen Freuden abbringen, noch ?ber seine M?hsal tr?sten.
Die l?cherlichsten und k?hnsten Hoffnungen sind manchmal die Ursache au?erordentlicher Erfolge gewesen.
Die Leidenschaften haben die Menschen die Vernunft gelehrt.
Die M??igung der gro?en Menschen ist eine Schranke nur f?r ihre Lasten.
Die M??igung der Schwachen ist Mittelm??igkeit.
Die Menschen haben den guten Willen zur Dienstfertigkeit nur bis zur Gelegenheit, sie zu beweisen.
Die Menschen Misstrauen der Sitte und Tradition ihrer Vorfahren weniger als ihrer Vernunft.
Die Menschen sch?tzen die Karikatur, denn sie nimmt ihnen die Rache ab an Fehlern, an denen die Gesellschaft krankt.
Die Menschen sind so abh?ngig geboren, dass selbst die Gesetze, die ihre Schwachheit regieren, ihnen nicht gen?gen. Das Schicksal hat ihnen noch nicht genug Herren gegeben, sie bed?rfen noch der Mode, die alles, selbst die Form der Schuhe, vorschreibt.
Die Menschen verbergen aus Schw?che und aus Furcht vor Verachtung ihre liebsten, best?ndigsten und mitunter tugendhaftesten Neigungen.
Die Menschen verstehen einander nicht. Es gibt weniger Narren, als man glaubt.
Die N?tzlichkeit der Tugend ist so offenbar, dass die B?sen sie aus Eigennutz ?ben.
Die Politik ist die gr??te aller Wissenschaften.
Die politischen K?rper haben ihre unvermeidlichen Gebrechen wie die verschiedenen Lebensalter. Und wer sch?tzt vor Altersschw?che au?er der Tod?
Die Ratschl?ge der Alten spenden Licht, ohne zu w?rmen, wie die Wintersonne.
Die Ratschl?ge, die man f?r die weisesten h?lt, sind unserer Lage am wenigsten angemessen.
Die Redlichkeit, die mittelm??ige Geister hindert, ans Ziel zu kommen, ist ein Mittel mehr zum Erfolg der geschickten.
Die Sch?ngeister haben einen Platz in der guten Gesellschaft besetzt, aber den letzten.
Die Schw?che oder St?rke unseres Glaubens h?ngt mehr von unserer St?rke als von unserer Einsicht ab: Nicht alle, die sich ?ber die Auguren lustig machen, haben mehr Geist als die an sie glauben.
Die Schwachen wollen abh?ngig sein, um besch?tzt zu werden. Wer die Menschen f?rchtet, liebt die Gesetze.
Die Schwachen wollen mitunter, dass man sie f?r b?se halte aber die B?sen wollen immer f?r gut gelten.
Die Selbstsucht einer einzigen, oft ungl?cklichen Leidenschaft h?lt manchmal alle anderen gefesselt, und die Vernunft tr?gt ihre Ketten, ohne sie brechen zu k?nnen.
Die Selbstt?uschung manches Schriftstellers kommt aus dem Glauben, die Dinge so wiederzugeben, wie er sie wahrnimmt oder f?hlt.
Die St?rme der Jugend sind von strahlenden Tagen umgeben.
Die ?berzeugung des Geistes zieht nicht immer die des Herzens nach sich.
Die Untertanen erweisen ihre Huldigung mit weit mehr Eifer, als die F?rsten sie hinnehmen. Die Zweckhaftigkeit ist ein st?rkeres Motiv als der blo?e Genuss.
Die Verachtung unserer Natur ist ein Irrtum unserer Vernunft.
Die Vernunft begreift nicht die Interessen des Herzens'.
Die Vernunft err?tet ?ber die Neigungen, ?ber die sie nicht Rechenschaft ablegen kann.
Die Vernunft soll die Tugend nicht ma?regeln, sondern erg?nzen.
Die Vernunft t?uscht uns ?fter als die Natur.
Die wahren Meister in Politik und Moral streben das Gute an, das man erreichen kann, und nichts dar?ber hinaus.
Die wahren Politiker kennen die Menschen besser als die Berufsphilosophen, ich m?chte sagen, sie seien wahrere Philosophen.
Die Wahrheit entzieht sich dem Verstand, wie sich die Tatsachen dem Ged?chtnis entziehen. Ein reger Geist sieht die Dinge immer wieder von einem anderen Standpunkt an, so, dass er dieselben Meinungen bald widerruft, bald wieder annimmt.
Die Wahrheit ist nicht so abgenutzt wie die Sprache, weil es weniger Leuten zusteht, sie zu gebrauchen.
Die Weiber k?nnen nicht verstehen, dass es M?nner gibt, denen sie gleichg?ltig sind.
Die Weltanschauungen entstehen und vergehen wie die Geschlechter der Menschen und sind gut oder sinnlos in dauerndem Wechsel.
Die Wissenschaft der Planung besteht darin, den Schwierigkeiten der Ausf?hrung zuvorzukommen.
Die Witze der Philosophen sind so ma?voll, dass man sie von der Vernunft nicht unterscheiden kann.
Dunkelheit ist das Reich des Irrtums.
Ehe man einen Missbrauch angreift, muss man ?berlegen, ob man seine Grundlagen zerst?ren kann.
Ehrgeizigen, denen der Weg zur Ehre verschlossen ist, hat das Schicksal das Schlimmste angetan.
Eigennutz ist die Seele der Weltleute.
Eigennutz macht selten Gl?ck.
Ein anderer Fehler schlechter Poesie besteht darin, die Prosa in die L?nge zu ziehen, w?hrend es das Wesen der guten ausmacht, sie abzuk?rzen.
Ein Betrunkener ist manchmal witziger als die besten Witzbolde.
Ein Dummkopf mit gutem Ged?chtnis steckt voll Gedanken und Fakten, aber er hat keine Kraft zur Synthese, und daran h?ngt alles.
Ein K?nig muss wenig Verstand oder eine schwache Seele haben, wenn er die nicht beherrscht, derer er sich bedient.
Ein Verseschmied erkennt keinen kompetenten Beurteiler seiner Schriften an: Wenn man keine Verse macht, versteht man nichts davon, macht man welche, so ist man sein Nebenbuhlen.
Ein wenig Kenntnisse und gutes Ged?chtnis, einige K?hnheit in den Ansichten und gegen die Vorurteile charakterisieren den umfassenden Geist.
Eine junge Frau hat nicht so viele Verehrer wie ein reicher Mann durch die Freuden seiner Tafel.
Eine Mode schlie?t die andere aus, die Menschen sind zu engherzig, um mehrere Dinge zugleich zu sch?tzen.
Eine weise Regierung nimmt auf das Niveau der Untertanen R?cksicht.
Einem Mann, der in der gro?en Welt lebt, steht es nicht frei, den Frauen zu huldigen oder nicht.
Einfluss auf Menschen ist mehr wert als Reichtum.
Einsamkeit ist eine gro?e Gefahr f?r die Keuschheit.
Einsamkeit ist f?r den Geist, was Fasten f?r den K?rper, t?dlich, wenn sie zu lang dauert, und doch notwendig.
Eitelkeit ist das gr??te Interesse und die h?chste Freude der Reichen.
Erfindung ist das einzige Kennzeichen des Genius.
Es d?rfte keine Irrt?mer geben, die, klar ausgedr?ckt, nicht von selbst zergingen.
Es f?llt uns leichter, uns einen Anstrich von unendlich viel Kenntnissen zu geben, als einige wenige wirklich zu besitzen.
Es fehlt einem niemals an Gr?nden, wenn man sein Gl?ck gemacht hat, einen Wohlt?ter oder alten Freund zu vergessen, und man erinnert sich mit Unwillen all dessen, was man ?ber ihre Launen verschweigen musste.
Es geh?rt nicht so viel dazu, schlau zu sein, als schlau zu scheinen.
Es geh?rt viel Geistes und Charakterst?rke dazu, die Aufrichtigkeit interessant zu finden, selbst wenn sie kr?nkt, oder sich ihrer zu bedienen, ohne zu verletzen. Wenige Menschen sind tief genug, die Wahrheit zu ertragen und zu sagen.
Es gibt Beleidigungen, die man nicht bemerken darf, will man seine Ehre nicht kompromittieren.
Es gibt keine Beschimpfung, die man nicht verzeiht, wenn man sich ger?cht hat.
Es gibt keine Wahrheit, der wir nicht zustimmten, wenn man sie uns klar und deutlich darstellt.
Es gibt keine Wahrheit, die in einem Flachkopf nicht zum Irrtum werden k?nnte.
Es gibt keinen noch so l?cherlichen Schriftsteller, den nicht schon irgend jemand als hervorragend gew?rdigt h?tte.
Es gibt keinen Widerspruch in der Natur.
Es gibt Leute, deren Gaben man ohne ihre Fehler nie erkannt h?tte.
Es gibt manche Menschen, ?ber die man besser schweigt, als, dass man sie nach Verdienst lobt.
Es gibt mehr Strenge als Gerechtigkeit.
Es gibt Menschen, die gl?cklich leben, ohne es zu wissen.
Es gibt vielleicht mehr oberfl?chliche Geister in der gro?en Welt als in den unteren Gesellschaftsschichten.
Es gibt wenig best?ndige Leidenschaften, aber viele aufrichtige. Das ist immer so gewesen. Aber die Menschen setzen ihren Stolz darein, best?ndig oder gleichg?ltig zu sein, je nach der Mode, die immer ?ber die Natur hinausgeht.
Es gibt wenig neue, aber viele einander nahe kommende Gedanken.
Es ist ein unpassendes Spiel, Trost zu spenden f?r erheuchelte Schmerzen, die man durchschaut.
Es ist ein Zeichen von Mittelm??igkeit, nur m??ig zu loben.
Es ist ein Zeichen von Rohheit und Niedrigkeit, einen Menschen, der im Elend seinen guten Namen verloren hat, noch zu kr?nken. Bemitleidensw?rdig erscheint zarten Seelen jede Schmach, die das Elend verschuldet.
Es ist falsch, dass Gleichheit ein Naturgesetz sei. Die Natur hat nichts Gleiches erschaffen. Ihr oberstes Gesetz ist Unterordnung und Abh?ngigkeit.
Es ist kein gro?er Vorteil, einen lebhaften Geist zu besitzen, der nicht auch urteilsscharf ist, die Vollkommenheit einer Uhr besteht nicht darin, schnell, sondern richtig zu gehen.
Es ist leicht, die Schlauen zu betr?gen, wenn man ihnen Vorschl?ge macht, die ihren Verstand ?berschreiten und ihr Herz verf?hren.
Es ist leicht, einen Autor zu kritisieren, schwer, ihn richtig zu verstehen.
Es ist leichter, Neues zu sagen, als das schon Gesagte mit sich in ?bereinstimmung zu bringen.
Es ist nicht wahr, dass die Menschen in der Armut besser sind als im Reichtum.
Es ist schwer, jemanden so zu achten, wie er geachtet werden will.
Es kann kein Fehler sein, dass Menschen ihre St?rke f?hlen.
Es kommt oft vor, dass man uns achtet in dem Ma?e, wie wir uns selbst achten.
Es schmeichelt uns, wenn man uns als Mysterium er?ffnet, was wir ganz nat?rlich gedacht haben.
Es sieht nicht so aus, als ob die Natur die Menschen zur Unabh?ngigkeit erschaffen habe.
