Zitat von Anton Pawlowitsch Tschechow


Ist sexuelle Potenz etwa ein Zeichen für wahres Leben, Gesundheit?
Je höher die Kultur, desto reicher die Sprache.
Jeder hat das Recht zu leben, mit wem er will und wie er will das ist das Recht des erwachsenen Menschen.
Kein Zynismus kann das Leben übertreffen.
Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
Kinder sind heilig und rein. Selbst bei Räubern und Krokodilen besitzen sie den Rang von Engeln.
Lasterhaftigkeit das ist der Sack, mit dem der Mensch geboren wird.
Lebe dein Leben und Amen.
Liebe, Freundschaft, Achtung können nicht so verbinden wie der gemeinsame Hass auf etwas.
Lieber von Dummköpfen umgebracht als von ihnen gelobt werden.
Man kann kein Gewehr auf die Bühne stellen, wenn niemand die Absicht hat, einen Schuss daraus abzugeben.
Man sagt, am Ende triumphiert die Wahrheit, aber das ist nicht wahr.
Männer werden ohne Frauen dumm, und Frauen welken ohne Männer.
Meinung des Professors: Nicht Shakespeare ist die Hauptsache, sondern die Anmerkungen dazu.
Merkwürdig, welche Angst die Menschen vor der Freiheit haben.
Noah hatte drei Söhne: Sein, Ham und Japhet, glaube ich. Ham bemerkte nur, dass sein Vater ein Trinker war, und übersah dabei völlig, dass Noah genial war, dass er die Arche gebaut und die Welt gerettet hatte.
Nur die Gleichgültigen sind imstande, die Dinge klar zu sehen, gerecht zu sein und zu arbeiten. Das bezieht sich natürlich nur auf die klugen und anständigen Menschen, Egoisten und Hohlköpfe sind ohnehin schon gleich gültig.
Nur die Jugend kann man gesund nennen, die sich mit den alten Zuständen nicht abfindet und die, auf dumme oder kluge Weise, dagegen ankämpft ? so will es die Natur, und darauf baut sich der Fortschritt.
Nur Ehrenwerte oder Gauner finden aus jeder Lage einen Ausweg, nur wer gleichzeitig ehrenwert und Gauner sein will, hat keinen Ausweg.
Oh, wenn das Leben so wäre, dass alles jünger und schöner wird!
Ohne Leidenschaft arbeiten für leidenschaftslose Leser, wissen, dass von deinem Schreiben weder dein noch das Leben deiner sechs Kinder besser wird da wird man eben schlaff und welk.
Sattheit enthält, wie jede andere Kraft, immer auch ein bestimmtes Maß an Frechheit, und dies äußert sich vor allem darin, dass der Satte dem Hungrigen Lehren erteilt.
Sie sind Schauspielerin, und das ist dasselbe wie ein guter Seemann: Auf welchem Dampfer er auch fahren mag, auf einem staatlichen oder privaten, er bleibt überall, unter allen Umständen, ein guter Seemann.
Sie werden für die Literatur keine bessere Polizei finden als die Kritik und das eigene Gewissen der Autoren.
Sind wir normale Menschen, verhalten wir uns zu allen gleich, dann braucht man keine künstlich geschraubte Solidarität.
Tote kennen keine Scham, aber sie stinken fürchterlich.
Und vor Freude darüber, dass die Gäste endlich gingen, sagte die Frau des Hauses: Bleiben Sie doch noch ein wenig!
Und wer, wie der Zugvogel, Rettung sucht durch Wechsel des Ortes, der findet sie nicht, denn für ihn ist die Welt überall gleich.
Unter dem Banner der Wissenschaften, der Kunst und des unterdrückten Freiheitsdenkens werden bei uns in Russland solche Kröten und Krokodile herrschen, wie sie nicht einmal Spanien während der Inquisition gekannt hat.
Unzufriedenheit mit sich selbst bildet ein Grundelement jedes echten Talents.
Verlasset euch nicht auf Fürsten, sie sind Menschen.
Von den Mängeln eines Talents zu sprechen ist dasselbe, wie von den Mängeln eines großen Baumes zu sprechen, der im Garten wächst, da geht es doch nicht in erster Linie um den Baum an sich, sondern um den Geschmack derer, die den Baum betrachten.
Was einmal geschrieben ist, ist mit keiner Axt mehr auszuroden, es ist und bleibt geschrieben.
Wem das Leben fremd ist, wer dazu unfähig ist, dem bleibt nichts anderes, als Beamter zu werden.
Wenn die Menschen schweigen, so bedeutet dies, dass sie einander nichts zu sagen haben, oder, dass sie sich genieren.
Wenn du wenig Zeit haben willst, dann tue nichts.
Wenn gegen irgendeine Krankheit viele Mittel verschrieben werden, so dient dies als sicherstes Anzeichen dafür, dass die Krankheit unheilbar ist und die Medizin im Kampf gegen die Krankheit kein einziges wirkliches Mittel besitzt.
Wenn im ersten Akt ein Gewehr an der Wand hängt, dann wird es im letzten Akt abgefeuert.
Wenn man von Bargeld lebt, kennt man die Ufer des Meeres, das man tagein, tagaus zu befahren hat, Kredit führt einen in dieser Beziehung in die Wüste, deren Ende nicht abzusehen ist.
Wenn mein Starrsinn dumm ist, so erlauben Sie mir, dumm zu sein das schadet ja niemandem.
Wenn sich jemand in eine Sache hineindrängt, die ihm fremd ist, zum Beispiel die Kunst, so wird er unweigerlich Beamter. Wie viele Beamte im Umkreis von Wissenschaft, Theater, Malerei.
Wenn Sie Angst vor dem Alleinsein haben, heiraten Sie besser nicht.
Wenn wir Kinder bekommen, rechtfertigen wir alle unsere Schwächen wie: Neigung zu Kompromissen, zur Spießigkeit ? so: »Es ist wegen der Kinder.«
Wer die Einsamkeit fürchtet, sollte nicht heiraten.
Wer es mit Liebe nicht schafft, schafft es auch mit Strenge nicht.
Wer mit Güte nichts erreicht, erreicht auch nichts mit Strenge.
Wer nichts will, auf nichts hofft und vor nichts Angst hat, der kann kein Künstler sein.
Wie unerträglich sind manchmal Menschen, die glücklich sind, denen alles gelingt.
Wir sind doch beide sehr ordentliche Ehegatten, wenn wir einander nicht stören, und jeder seiner Arbeit nach gehen kann.
Wir waren alle einmal arm und haben uns empört, aber haben wir je etwas getan für die Armen?
Zum Teufel mit der aristokratischen Gesinnung, wenn sie verlogen ist.
An der miserablen Qualit?t unserer Theater ist nicht das Publikum schuld.
Anst?ndigen im wahren Sinne begegnet man nur unter Menschen, die feste ?berzeugungen haben, konservative oder liberale, die so genannten Gem??igten neigen zu sehr zu Belohnungen, Beihilfen, Kreuzen, Gehaltszulagen.
Arme Leute um etwas zu bitten ist leichter als Reiche.
Auch aufrichtige Menschen k?nnen irren, das steht au?er Zweifel, aber solche Irrt?mer richten weniger ?bel an als vorausberechnete Unaufrichtigkeit, Vorurteile oder politisches Kalk?l.
Auf dieser Welt halte ich zwei Besch?ftigungen f?r besonders nutzlos: Laubs?gearbeiten und die Fotografie.
Auf einen Klugen kommen tausend Dumme, auf ein kluges Wort kommen tausend dumme, und dieses Tausend erstickt alles.
Bei den Insekten wird aus der Raupe ein Schmetterling, bei den Menschen ist es umgekehrt: aus dem Schmetterling eine Raupe.
Das ist die gemeinste Faulheit: die des Denkens.
Das Leben l?sst sich nicht nur an den Pluspunkten, sondern auch an den Minuspunkten studieren.
Das Schlimme ist nicht, dass wir unsere Feinde hassen, von denen wir nur ganz wenige haben, sondern, dass wir unsere N?chsten nicht gen?gend lieben, von denen wir so viele haben wie Sand am Meer.
Das Schlimme ist, dass wir die einfachsten Fragen mit Tricks zu l?sen versuchen, darum machen wir sie auch so ungew?hnlich kompliziert. Man muss nach einfachen L?sungen suchen.
Dem Menschen die materialistische Richtung zu verbieten ist gleichbedeutend mit dem Verbot, die Wahrheit zu suchen. Au?erhalb der Materie gibt es weder Erfahrung noch Wissen, gibt es also auch keine Wahrheit.
Denn Tugend und Reinheit unterscheiden sich wenig vom Laster, wenn sie nicht frei sind vom b?sen Gef?hl.
Der Deutsche hat den Affen erfunden ihn zu erfinden ist bei weitem interessanter als der Affe selbst.
Der Kluge lernt, der Dummkopf erteilt gern Belehrungen.
Der K?nstler soll nicht Richter seiner Personen und ihrer Gespr?che sein, sondern nur ein leidenschaftsloser Zeuge.
Der K?nstler soll nur dar?ber urteilen, wovon er etwas versteht, sein Gesichts kreis ist ebenso beschr?nkt wie der eines jeden anderen Spezialisten auch.
Der Staatsbegriff muss auf bestimmten Rechtsverh?ltnissen beruhen, andernfalls ist er ein Schreckgespenst, ist er leerer Schall, der einem Angstphantasien verursacht.
Die Blattlaus frisst Pflanzen, der Rost Metalle und die L?ge die Seele.
Die Boulevardschreiber s?ndigen gemeinsam mit ihrem Publikum, die bourgeoisen heucheln gemeinsam mit dem ihren und schmeicheln ihm mit beschr?nkter Tugend.
Die Liebe ist kein Scherz. Wenn man sich ihretwegen erschie?t, so hei?t das, man nimmt sie ernst, und das ist wichtig.
Die Masse, schon immer dem Anthropomorphismus in Religion und Moral zugetan, liebt die G?tzen am meisten, bei denen sie eigene Schw?chen wieder findet.
Die Mehrzahl, die Masse wird immer dumm bleiben, wird immer alles ersticken, der Kluge soll die Hoffnung aufgeben, sie zu erziehen und zu sich emporzuheben.
Die Menge glaubt, alles zu wissen und alles zu begreifen. Je d?mmer sie ist, um so weiter ist der Horizont, den sie zu haben vorgibt.
Die Menge meint, alles zu wissen und alles zu begreifen, und je d?mmer sie ist, desto weiter erscheint ihr ihr Horizont.
Die menschliche Natur ist unvollkommen, und darum w?re es merkw?rdig, w?rde man auf der Erde einzig und allein Gerechte sehen.
Die Natur ist ein sehr gutes Beruhigungsmittel.
Die Universit?t entwickelt alle F?higkeiten, unter anderem auch die Dummheit.
Die wichtigste Schraube im Familienleben ist die Liebe, die sexuelle Neigung, die Einheit des Fleisches, alles andere ist unzuverl?ssig und langweilig, so klug wir uns das auch immer ausrechnen m?gen.
Du fragst: Was ist das Leben? Das ist als wollte man fragen: Was ist eine Mohrr?be? Eine Mohrr?be ist eine Mohrr?be, mehr ist dar?ber nicht zu sagen.
Ehegatten leben seit achtzehn Jahren zusammen im Streit. Schlie?lich gesteht er ihr einen Seitensprung, den er nie begangen hat, und beide trennen sich zu seiner gro?en Freude und zum gro?en ?rger der ganzen Stadt.
Ein betrunkener, verlotterter W?stling von Ehemann liebt seine Frau und seine Kinder, aber was hat diese Liebe f?r einen Sinn?
Ein Quartalss?ufer verdient mehr Vertrauen als ein anst?ndiger junger Mann, der sein Leben lang nichts anderes getrunken hat als Milch und Limonade.
Ein wahrhaft Gl?cklicher Mensch ist derjenige, der nicht nur an das denkt, was ist, sondern auch an das, was nicht ist.
Eine Frau und Geliebte kann man betr?gen, sooft man will, in den Augen einer liebenden Frau erscheint noch ein Esel als Philosoph, aber T?chter sind etwas anderes.
Eine Kleinigkeit, einverstanden, aber an solchen Kleinigkeiten geht die Welt zugrunde.
Es gibt den Montag nicht, der seinen Platz nicht dem Dienstag abtr?te.
Es gibt keine Bedingungen, die eine L?ge rechtfertigen.
Es gibt keinen gr??eren Genuss auf Erden als den Schlaf, wenn man schlafen will.
Es ist langweilig ohne eine starke Liebe.
Es ist leicht f?r jemanden, von Keuschheit zu reden, der noch nie mit einer Frau geschlafen hat.
Es ist nicht sch?n, wenn die Ehefrau vor ihrem kranken Ehemann davonl?uft unter Berufung darauf, dass die Krankheit ansteckend oder unmoralisch sei.
Es ist schlimm, wenn ein K?nstler etwas aufgreift, wovon er nichts versteht.
Es schadet nichts, manchmal die Wahrheit zu sagen.

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