Zitat von Ludwig Tieck
Kann es denn keine Liebe geben, ohne, dass uns der Gegenstand unsrer Zuneigung am Ende widrig und verhasst wird, wenigstens in manchen einzelnen abgerissenen Stunden?
Kinder fürchten sich vor gezeichneten Karikaturen ebenso leicht, als sie darüber lachen.
Man lebt, wenn man das Glück hat, mehrere Freunde zu besitzen, mit jedem Freunde ein eignes, abgesondertes Leben.
O die wilden Männer! Das raue, unbarmherzige Geschlecht!
Schlafe, schlaf ein Leiser rauschet der Hain, Ewig bin ich dein.
Sind wir ganz von einem Gefühl durchdrungen, so handeln wir am stärksten und konsequentesten, wenn wir ohne Reflexion diesem folgen.
Unser Vergnügen liegt nur in der Einbildung.
Waldeinsamkeit, Die mich erfreut, So morgen wie heut In ew'ger Zeit, O wie mich freut Waldeinsamkeit.
Welch ein Leben führen wir im Hass? Wir haben keine Sonne, die uns leuchtet, kein Feuer, das uns erwärmt, wir verlieren in einer toten Einsamkeit unsern eigenen Wert.
Welch ein Leben ist dies, in dem wir die Hoffnung wie eine betäubende Arznei gebrauchen müssen, damit wir nur von unserm eigentlichen Selbst und von unserm wahren Leben nichts gewahr werden.
Wenn die Seele erst einmal zum Argwohn gespannt ist, so trifft sie auch in allen Kleinigkeit Bestätigungen an.
Wenn uns die Leidenschaft ergreift, so hören wir immer nur uns selber sprechen und vernehmen kein Wort von den Einwendungen des andern.
Wer kann die Weiber begreifen und verstehn! Sie kennen sich selber nicht, das Widersprechendste zu vereinigen wird ihnen leicht, was jedem Manne vielen Kampf kosten würde, ist ihnen ein Spiel.
An den Hoffnungen erkennt man die Toren, denn sie erf?llen sich nie. Sie h?pfen wie Irrlichter vor uns her und ziehn uns in das Elend hinab.
Das Unrecht bestraft sich selbst.
Der Mensch jagt nach R?tseln, und kaum hat er die Aufl?sung entdeckt, so ?rgert er sich ?ber sich selbst.
Die sorgf?ltige Feigherzigkeit h?lt uns immer von Taten zur?ck, deren wir uns freuen w?rden, wenn nur der Augenblick der Aus?bung erst vor?ber w?re.
Die Trag?die ist das Gebiet aller hohen Affekte, der Extreme der Leidenschaften.
Die Vergangenheit ist mit Recht ein Spiegel der Zukunft zu nennen, und deswegen ist schon zum bessern Verst?ndnis der Zeitgeschichte die Kenntnis der alten Welt n?tzlich.
Es ist ein Ungl?ck f?r den Menschen, dass er seinen Verstand nur darum bek?mmt, um die Unschuld seiner Seele zu verlieren.
Es ist eine Kunst in der Freundschaft wie in allen Dingen, und vielleicht daher, dass man sie nicht als Kunst erkennt und treibt, entspringt der Mangel an Freundschaft, ?ber welchen alle Welt jetzt klagt.
Es ist, als wenn der Mond mit den Sternen zusammenklingt, als wenn Melodien durch den Flimmerschein wehen.
