Zitat von Hans Theodor Woldsen Storm
Kein Klang der aufgeregten Zeit, Drang noch in diese Einsamkeit.
Schließe mir die Augen beide Mit den lieben Händen zu! Geht doch alles, was ich leide, Unter deiner Hand zur Ruh.
So komme, was da kommen mag! Solange du lebest, ist es Tag.
Über die Heide hallet mein Schritt, Dumpf aus der Erde wandert es mit.
Vom Unglück erst zieh ab die Schuld, was übrig ist, trag in Geduld!
Was das Schicksal schickt, ertrage, auch im Leide nicht verzage. Ob in Freude, ob in Trauer, glaube niemals an die Dauer.
Wenn der Pöbel aller Sorten Tanzet um die goldnen Kälber, Halte fest: du hast vom Leben Doch am Ende nur dich selber.
Wenn es in unserem Leben etwas Ewiges geben soll, so sind es die Erschütterungen, die wir in der Jugend empfangen.
Wer je gelebt in Liebesarmen, Der kann im Leben nie verarmen.
Ziehn die Lieder in die Weite, muss der Spielmann hinterdrein.
Der Eine fragt: Was kommt danach? Der Andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht.
Der Glaube ist zum Ruhen gut, Doch bringt er nicht von der Stelle. Der Zweifel in ehrlicher M?nnerfaust, Der sprengt die Pforten der H?lle.
Der Nebel steigt, es f?llt das Laub, Schenk ein den Wein, den holden!
Die Kinder schreien "Vivat hoch!" In die blaue Luft hinein, Den Fr?hling setzen sie auf den Thron, Der soll ihr K?nig sein.
Die Lieb' ist wie ein Wiegenlied: Es lullt dich lieblich ein. Doch schl?fst du kaum, so schweigt das Lied, und du erwachst allein.
Er wirft den Kopf zur?ck und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
