Zitat von Adalbert Stifter


Ist denn nicht das Schreiben selbst eine Unterredung mit dem Freunde? Mir wenigstens ist es fast ebenso süß, an ferne Liebe zu schreiben, als von ihnen Briefe zu empfangen.
Je mehr die Eltern selber geistig unentwickelt sind, je mehr die Triebe, Leidenschaften und Regungen ihres Körpers über sie herrschen, desto mehr pflanzen sie auch diese Dinge ihren Kindern ein.
Jede Größe ist einfach und sanft, wie es ja auch das Weltgebäude ist, und jede Erbärmlichkeit poltert wie Pistol in Shakespeare, und die Unkraft lärmt auch und schlägt um sich, wie es die Knaben in ihren Spielen tun, wo sie Männer darstellen.
Lob von niederen Menschen erschreckt mich, denn ich muss dann auf ihren Wegen gewandelt sein, von mittel mäßigen ist es mir langweilig, von höheren entzückt es mich.
Macht in Amt und Würde, Größe und Ansehen durch Geburt, ja selbst die glänzendsten Begabungen und Talente sind nichts und verschwinden gegen das einzig Große, was der Mensch zu erreichen vermag: die Rechtschaffenheit und Schönheit des Charakters.
Man muss eben in die Jahre kommen, in denen das Brausen des eigenen Lebens den großen, ruhig wallenden Strom des allgemeinen Lebens nicht mehr überrauscht, dass man dem großen Leben gerecht wird und sein eigenes als ein sehr kleines unterordnet.
Menschen, welche gerne den Spuren des Schönen und Edlen nachgehen, finden sich wechselweise schneller als andere, haben ein innigeres Gefühl des Wohlwollens füreinander, und dieses Gefühl ist auch ein dauerndes.
Nicht jene Verfassung ist die beste, welche die größtmögliche Menge von Freiheit gibt, sondern welche die der Vernunft Entwickelung angemessenste gibt.
Reichtum, Ansehen, Macht, alles ist unbedeutend und nichtig gegen die Größe des Herzens das Herz allein ist das einzige Kleinod auf der Welt.
Und haben nicht selbst die Heiden ihre Künste nur am Schönsten um ihre Götter, um ihre Tempel geschlungen Ja, war bei den Griechen nicht am Ende Religion und Kunst eins.
Vor der Festigkeit der Pflicht, wie sinkt jedes andere Ding der Erde zu Schanden nieder!
Was den allergrößten Schaden bringt, sind die unreifen Politiker, die in Träumen, Deklamationen und Phantasien herumirren und doch so drängen, dass nur das Ihrige geschehe.
Was gros ist, neigt dem großen zu und wagt das Unglaubliche.
Was im Menschen rein und herrlich ist, bleibt unverwüstlich und ist ein Kleinod in allen Zeiten.
Was nun die Besteigung des Berges betrifft, so geschieht dieselbe vom Tale aus.
Was wäre denn die Liebe, wenn sie nicht ein reichliches Maß über das Verdienst hinaus gäbe? Dieses freie Geschenk ist es, welches den Geber und Empfänger beseligt.
Wen die größeren Gegenstände der Liebe verlassen haben, oder wer sie nie gehabt habt, und wer endlich auch gar keine Liebhaberei besitzt, der lebt kaum und betet auch kaum Gott an, er ist nur da.
Wenn die Jahre wachsen, erkennt man den Wert der Freundschaft immer tiefer.
Wie hat Gott den Menschen beglückt, dass er ihm gab, Liebe empfinden und Liebe schenken zu können! Aber was sage ich, dem Menschen? Die ganze Welt ist auf Liebe gebaut, ein Meer von Liebe ist alles.
Wie heilig, wie unbegreiflich und wie furchtbar ist jenes Ding, das uns stets umflutet, das wir seelenlos genießen, und das unseren Erdball mit solchen Schauern überzittern macht, wenn es sich entzieht, das Licht, wenn es sich nur so kurz entzieht.
Wir heißen das Göttliche, insofern es sinnlich wahrnehmbar wird, auch das Schöne. Was anderes darstellt als das Göttliche, mag allerlei sein, nur Kunst ist es nicht.
Anma?ung geht niemals aus einem Dasein, sondern nur stets aus einem Mangel hervor.
Das Beste aber, was der Mensch f?r einen anderen tun kann, ist doch immer das, was er f?r ihn ist.
Das Heiligste in uns sagt, dass die Eltern geehrt werden m?ssen, dass das Band zwischen Eltern und Kind nicht zerst?rt werden darf, wenn auch das Herz bricht.
Das h?chste irdische Gut ist die Kunst, die Darstellung des G?ttlichen im Kleide des Reizes.
Das ist das g?ttliche und Bewunderungsw?rdige, dass das feine Menschengem?t, und ich sage, sogar das feine Tiergem?t, wei?, ob man es liebt oder nur seiner bedarf.
Das Leben ist ein unabsehbares Feld, wenn man es von vorn ansieht. Und es ist kaum zwei Spannen lang, wenn man am Ende zur?ckschaut.
Das Mutterherz ist der sch?nste und unverlierbarste Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare tr?gt und jeder hat im ganzen Weltall nur ein einziges solches Herz.
Das Paradies liegt allemal in uns, nicht drau?en in dem Bau der Welt, der nur durch unser Auge sch?n wird, und nicht in dem Tun der Menschen, das nur durch unser sittliches Urteil Bedeutung erh?lt.
Das Sch?ne ist das Sittengesetz in seiner Entfaltung und durch sinnliche Mittel wahrnehmbar.
Der K?nstler hat jenes Ding in seiner Seele, das alle f?hlenden Menschen in ihrer Tiefe ergreift, das alle entz?ckt, und das keiner nennen kann.
Der K?nstler macht sein Werk, wie die Blume bl?ht, sie bl?ht, wenn sie auch in der W?ste ist und nie ein Auge auf sie f?llt.
Der Mensch kann nicht leben ohne das sittlich Gro?e, ja, wenn es ihm entzogen wird, verlangt er danach mit heftigerem Hunger als nach jedem anderen Dinge dieser Erde.
Der Standpunkt der Kunst eines Volkes ist immer der Standpunkt seiner Menschlichkeit.
Der wahre K?nstler bringt ohne Wissen das G?ttliche, wie es sich in seiner Seele spiegelt, in sein Werk.
Der wahre K?nstler stellt sich die Frage gar nicht, ob sein Werk verstanden werden wird oder nicht.
Die Familie ist die nat?rlichste, festeste und innigste K?rperschaft. Aus ihr, wenn sie gut ist, geht die h?chste W?rde des menschlichen Geschlechtes und die gr??te Vollkommenheit der Staatsform hervor.
Die Freundschaft schlie?t erst v?llig den Ring des Gl?ckes und gibt uns, wie edel und gut auch der Freund sei, doch die Versicherung eigenen Wertes, der Unw?rdige hat nur Spie?gesellen, nicht Freunde.
Die Kunst eines Volkes ist der Zeiger seiner sittlichen H?he.
Die Kunst ist die irdische Schwester der Religion.
Die reinigendste, die allersch?nste Blume der Liebe, aber nur der h?chsten Liebe, ist das Verzeihen, darum wird es auch immer an Gott gefunden und an M?ttern. Sch?ne Herzen tun es ?fter schlechte nie.
Ein so kurzer Brief kommt mir vor, als ob zwei Freunde, die sich lange nicht gesehen haben an einem Ort zusammenk?men, sich da einen guten Morgen w?nschten und wieder von dannen gingen.
Ein wirklicher und aufrichtiger Freund ist n?chst der treuen Gattin das gr??te Gut des Herzens, das ein Mann auf dieser Erde haben kann.
Eine S?nde, welche in arbeitenden St?nden und auch wohl in andern sehr h?ufig ist: die S?nde der Erfolggen?gsamkeit oder der Fahrl?ssigkeit, die stets sagt: "es ist so auch recht", und die jede weitere Vorsicht f?r unn?tig erachtet.
Es gibt nur eine, eine einzige Liebe, und nach der keine mehr.
Es ist die gro?e Zahl der Menschen so, dass sie zuerst ihrer selbst gedenkt, und auch nicht recht ihrer selbst, sondern ihrer Lust.

Autoren alphabetisch sortiert [ A ] [ B ] [ C ] [ D ]
[ E ] [ F ] [ G ] [ H ]
[ I ] [ J ] [ K ] [ L ]
[ M ] [ N ] [ O ] [ P ]
[ Q ] [ R ] [ S ] [ T ]
[ U ] [ V ] [ W ] [ X ]
[ Y ] [ Z ]

Private Erotikgeschichten - Das Kamasutra - Vornamen Lexikon - Linkliste