Zitat von Arthur Schopenhauer


In der Kindheit bringt die Neuheit aller Gegenstände und Begebenheiten jegliches zum Bewusstsein: Daher ist der Tag unabsehbar lang. Dasselbe widerfährt uns auf Reisen, wo deshalb ein Monat länger erscheint als vier zu Hause.
In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.
In unserem monogamischen Weltteile heißt heiraten seine Rechte halbieren und seine Pflichten verdoppeln.
In Wahrheit aber gibt es weder Geist noch Materie, wohl aber viel Unsinn und Hirngespinste in der Welt. Das Streben der Schwere im Steine ist gerade so unerklärlich wie das Denken im menschlichen Gehirne.
Innere Leere und Überdruss sind es, von denen sie sowohl in die Gesellschaft wie in die Fremde und auf Reisen getrieben werden.
Ist doch Geist und Verstand an den Tag zu legen nur eine indirekte Art, allen anderen ihre Unfähigkeit und ihren Stumpfsinn vorzuwerfen.
Ist doch unsere zivilisierte Welt nur eine große Maskerade.
Je älter man wird, mit desto weniger Bewusstsein lebt man. Die Dinge eilen vorüber, ohne Eindruck zu machen.
Je deutlicher einer sich der Hinfälligkeit, Nichtigkeit und traumartigen Beschaffenheit aller Dinge bewusst wird, desto deutlicher wird er sich auch der Ewigkeit seines eigenen innern Wesens bewusst.
Je edlerer Art das Werk, desto höher der Genuss.
Je enger unser Gesichts-, Wirkungs- und Berührungskreis, desto glücklicher sind wir: je weiter, desto öfter fühlen wir uns gequält oder geängstigt.
Je jünger wir sind, desto mehr vertritt jedes Einzelne seine ganze Gattung. Dies nimmt immer mehr ab, von Jahr zu Jahr.
Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen.
Je mehr einer an sich selber hat, desto weniger können andere ihm sein.
Je mehr Gedankenstriche in einem Buch, desto weniger Gedanken.
Jede allgemeine Wahrheit verhält sich zu den speziellen wie Gold zu Silber.
Jede menschliche Vollkommenheit ist einem Fehler verwandt, in welchen überzugehn sie droht.
Jedem Vorgang unsers Lebens gehört nur auf einen Augenblick das Ist, sodann für immer das War.
Jeden Abend sind wir um einen Tag ärmer.
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.
Jeder Monat des Jahres hat einen eigentümlichen und unmittelbaren, d. h. vom Wetter unabhängigen Ein Fluss auf unsere Gesundheit, unsere körperlichen Zustände überhaupt, ja, auch auf die geistigen.
Jeder sieht am andern nur so viel, als er selbst auch ist: Denn er kann ihn nur nach Maßgabe seiner eigenen Intelligenz fassen und verstehen.
Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in demselben.
Jeder Tag ist ein kleines Leben, zu welchem das Erwachen die Geburt ist und welches durch den Schlaf, als Tod, beschlossen wird.
Jedes angeblich voraussetzungslose Verfahren in der Philosophie ist Windbeutelei: Denn immer muss man irgend etwas als gegeben ansehen, um davon auszugehen.
Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind.
Jedes überflüssige Wort wirkt seinem Zweck gerade entgegen.
Jedoch als die Gesetze den Weibern gleiche Rechte mit den Männer ein räumten, hätten sie ihnen auch eine männliche Vernunft verleihen sollen.
Kein Charakter ist so, dass er sich selbst überlassen bleiben und sich ganz und gar gehen lassen dürfte, sondern jeder bedarf der Lenkung durch Begriffe und Maximen.
Kein Geld ist vorteilhafter angewandt als das, um welches wir uns haben prellen lassen, denn wir haben dafür unmittelbar Klugheit eingehandelt.
Kein verkehrterer Weg zum Glück als das Leben in der großen Welt in Saus und Braus.
Keine Wissenschaft imponiert der Menge so sehr wie die Astronomie.
Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die Abwesenheit der Langeweile, so ist das irdische Glück im Wesentlichen erreicht: Denn das Übrige ist Chimäre.
Künste und Wissenschaften sind selbst Kinder des Luxus, und sie tragen ihm ihre Schuld ab.
Lesen heißt, mit einem fremden Kopf statt dem eigenen zu denken.
Man bestreite keines Menschen Meinung: Sondern bedenke, dass wenn man alle Absurditäten, die er glaubt, ihm ausreden wollte, man Methusalems Alter erreichen könnte, ohne damit fertig zu werden.
Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.
Man härte sich dadurch ab, dass man dem Körper sowohl im Ganzen wie in jedem Teile, solange man gesund ist, recht viel Anstrengung und Beschwerde auflege und sich gewöhne, widrigen Einflüssen jeder Art zu widerstehn.
Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit.
Man hätte viel gewonnen, wenn man durch zeitige Belehrung den Wahn, dass in der Welt viel zu holen sei, in den Jünglingen ausrotten könnte.
Man kann die gewöhnliche Gesellschaft jener russischen Hornmusik vergleichen, bei der jedes Horn nur einen Ton hat und bloß durch das pünktliche Zusammentreffen aller eine Musik herauskommt.
Man lasse den guten Gedanken nur den Plan frei: Sie werden kommen.
Man lernt dann und wann etwas, aber man vergisst den ganzen Tag.
Man muss alt geworden sein, also gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist.
Man muß denken wie die wenigsten und reden wie die meisten.
Man muss denken, wie die wenigsten und reden wie die meisten.
Man pflegt die Jugend die glücklichste Zeit des Lebens zu nennen, und das Alter die traurige. Das wäre wahr, wenn die Leidenschaften glücklich machen.
Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil imaginieren.
Man wird in der Regel keinen Freund dadurch verlieren, dass man ihm ein Darlehen abschlägt, aber sehr leicht dadurch, dass man es ihm gibt.
Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.
Mensch: im Grunde ein wildes Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung und Zähmung.
Mit mehr Fug als das schöne könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik noch Poesie noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit, sondern bloß Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsuch
Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf: wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.
Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand
Neid ist dem Menschen natürlich: Dennoch ist er ein Laster und ein Unglück zugleich.
Nicht der Geiz ist ein Laster, sondern sein Gegenteil, die Verschwendung. Sie entspringt aus einer tierischen Beschränktheit auf die Gegenwart.
Nicht wer grimmig, sondern wer klug dreinschaut, sieht furchtbar und gefährlich aus: So gewiss des Menschen Gehirn eine furchtbarere Waffe ist als die Klaue des Löwen.
Nichts ist schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass jeder sie verstehen muss.
Nur wo der Intellekt schon das notwendige Maß überschreitet, wird das Erkennen, mehr oder weniger, Selbstzweck.
Obgleich die Kräfte der Menschen ungleich sind, so sind doch ihre Rechte gleich.
Oft finden wir etwas ganz Anderes, ja Besseres, als wir suchten, oft auch das Gesuchte selbst auf einem ganz anderen Wege, als den wir zuerst vergeblich danach eingeschlagen hatten.
Ohne Arroganz wird kein großer Mann.
Philosophie ist kein Algebra Exempel.
Physikalische Wahrheiten können viel äußere Bedeutsamkeit haben, aber die innere fehlt ihnen. Diese ist das Vorrecht der intellektuellen und moralischen Wahrheiten.
Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, dass das Weib weder zu großen geistigen noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Tun, sondern durch Leiden ab.
Schon derer, die einen ganz kleinen Überschuss intellektueller Kräfte haben, sind wenige.
Schwierige und pomphafte Phrasen verhüllen winzige, nüchterne oder alltägliche Gedanken.
Sich zu mühen und mit dem Widerstande zu kämpfen, ist dem Menschen Bedürfnis wie dem Maulwurf das Graben.
Sind nicht fast alle Kriege im Grunde Raubzüge?
Sind wir doch, nach etwas ausgestandener Angst, stets merklich heiter.
Skepsis ist wie die Opposition im Parlament. Sie ist ebenso wohltätig wie notwendig.
So eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden, ganz ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde.
So unempfindlich und gleichgültig die Leute gegen allgemeine Wahrheiten sind, so erpicht sind sie auf individuelle.
Solange daher auf der einen Seite der Luxus besteht, muss notwendig auf der andern übermäßige Arbeit und schlechtes Leben bestehn, sei es unter dem Namen der Armut oder dem der Sklaverei.
Solange wir jung sind, man mag uns sagen, was man will, halten wir das Leben für endlos und gehen danach mit der Zeit um. Je älter wir werden, desto mehr ökonomisieren wir die Zeit.
Statt Hütten für sich, bauen tausende Prachtwohnungen für wenige.
Über Misstrauen hingegen sollten wir uns nicht erzürnen: Denn in demselben liegt ein Kompliment für die Redlichkeit, nämlich das aufrichtige Bekenntnis ihrer großen Seltenheit.
Überhaupt aber ergeht es uns im Leben wie dem Wanderer, vor welchem, indem er vorwärts schreitet, die Gegenstände andere Gestalten annehmen, als die sie von ferne zeigten, und sich gleichsam verwandeln, indem er sich nähert.
Überhaupt aber ist die monarchische Regierungsform die dem Menschen natürliche.
Überhaupt ist es geratener, seinen Verstand durch das, was man verschweigt, an den Tag zu legen, als durch das, was man sagt. Ersteres ist Sache der Klugheit, Letzteres der Eitelkeit.
Überlegenheit im Umgang erwächst allein daraus, dass man der anderen in keiner Art und Weise bedarf und dies sehn lässt.
Um durch die Welt zu kommen, ist es zweckmäßig, einen großen Vorrat von Vorsicht und Nachsicht mitzunehmen: Durch erstere wird man vor Schaden und Verlust, durch letztere vor Streit und Händeln geschützt.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
Unser ganzes Leben hindurch haben wir immer nur die Gegenwart inne, und nie mehr.
Vergeben und vergessen heißt kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.
Vergeben und vergessen heisst, gemachte kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.
Vergeben und Vergessen heißt, kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.
Verschwiegenheit ist eine Tugend, Schweigsamkeit kann eine sein, Verschweigen ist keine.
Verwandte Seelen grüßen sich von ferne.
Verwirklicht werden heißt, mit dem Wollen ausgeführt werden, welches Wollen unausweichbare Schmerzen herbeiführt.
Viel leichter ist Widerlegen als Beweisen - Umwerfen als Aufstellen.
Viel weniger irrt, wer mit zu finsterem Blicke diese Welt als eine Art Hölle ansieht und demnach nur darauf bedacht ist, sich in derselben eine feuerfeste Stube zu schaffen.
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein herrschender Irrwahn.
Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.
Viele verlieren den Verstand nur deswegen nicht, weil sie keinen haben.
Vom Standpunkte der Jugend aus gesehen, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft, vom Standpunkte des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit.
Von Natur herrscht die Gewalt: Statt dieser Rechten zur Herrschaft zu verhelfen, dies ist das Problem der Staatskunst.
Wahre, echte Freundschaft setzt eine starke, rein objektive und völlig uninteressierte Teilnahme am Wohl und Wehe des anderen voraus, und diese wieder ein wirkliches sich mit dem Freunde Identifizieren.
Wann immer wir auch leben mögen, stets stehn wir mit unserm Bewusst sein im Zentrum der Zeit, nie an ihren Endpunkten, und könnten daraus abnehmen, dass jeder den unbeweglichen Mittelpunkt der ganzen unendlichen Zeit in sich trägt.
Warum nun aber erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerungen desselben sind
Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.
Was den leidigen Alltagsköpfen, von denen die Welt voll gepfropft ist, eigentlich abgeht, sind zwei nahe verwandte Fähigkeiten, nämlich die, zu urteilen, und die, eigene Gedanken zu haben.
Was der Auffindung der Wahrheit am meisten entgegensteht, ist nicht der aus den Dingen hervor gehende und zum Irrtum verleitende falsche Schein noch auch unmittelbar die Schwäche des Verstandes, sondern es ist die vorgefasste Meinung, das Vorurteil.
Was der gereifte Mann durch die Erfahrung seines Lebens erlangt hat und wodurch er die Welt anders sieht als der Jüngling und Knabe, ist zunächst Unbefangenheit. Er allererst sieht die Dinge ganz einfach und nimmt sie für das, was sie sind.
Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.
Was einer »an sich selbst hat«, kommt ihm nie mehr zugute als im Alter.
Was für die äußere Körperwelt das Licht, das ist für die innere Welt des Bewusstseins der Intellekt.
Was für ein Neuling ist doch der, welcher wähnt, Geist und Verstand zu zeigen wäre ein Mittel, sich in der Gesellschaft beliebt zu machen!
Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen.
Weder unsere Kenntnisse noch unsere Einsichten werden jemals durch Vergleichen und Diskutieren des von andern Gesagten sonderlich vermehrt werden: Denn das ist immer nur, wie wenn man Wasser aus einem Gefäß in ein anderes gießt.
Weiland war die Hauptstütze des Thrones der Glaube, heutzutage ist es der Kredit. Kaum mag dem Papste selbst das Zutrauen seiner Gläubigen mehr am Herzen liegen, als das seiner Gläubiger.
Welche Form auch das menschliche Leben annehme, es sind immer dieselben Elemente, und daher ist es im Wesentlichen überall dasselbe: Es mag in der Hütte oder bei Hofe, im Kloster oder bei der Armee geführt werden.
Wenn die Absurditäten eines Gesprächs, welches wir anzuhören im Falle sind, anfangen, uns zu ärgern, müssen wir uns denken, es wäre eine Komödienszene zwischen zwei Narren.
Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kinder vor dem 15. Jahr keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird von ihr was zu hoffen sein.
Wenn man argwöhnt, dass einer lüge, stelle man sich gläubig: Da wird er dreist, lügt stärker und ist entlarvt.
Wer andere bekrittelt, arbeitet an seiner Selbstbesserung.
Wer auf die Welt gekommen ist, sie ernstlich und in den wichtigsten Dingen zu belehren, der kann von Glück sagen, wenn er mit heiler Haut davonkommt.
Wer da will, dass sein Urteil Glauben findet, der spreche es kalt und ohne Leidenschaftlichkeit aus.
Wer ein ganzer Mensch ist, ein Mensch par excellence, der stellt eine Einheit und keinen Bruch dar, hat daher an sich selbst genug.
Wer erwartet, dass in der Welt die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen einhergehen, wird stets ihre Beute oder ihr Spiel sein.
Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken, worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht. Sobald er dies tut, ist er sicher, nichts zu sagen, das er nachher bereut.
Wer sich die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen vorstellt, wird stets ihre Beute.
Wer unter Menschen zu leben hat, darf keine Individualität, sofern sie doch einmal von der Natur gesetzt und gegeben ist, unbedingt verwerfen, auch nicht die schlechteste, erbärmlichste oder lächerlichste.
Wer von seinem Zeitalter Dank erleben will, muss mit demselben gleichen Schritt halten.
Wie die dunkle Farbe, so auch ist dem Menschen die vegetabilische Nahrung die natürliche. Aber wie jener, so bleibt er auch dieser nur im tropischen Klima getreu.
Wie die Gegenstände auf dem Ufer, von welchem man zu Schiffe sich entfernt, immer kleiner, unkenntlicher und schwerer zu unterscheiden werden, so unsere vergangenen Jahre mit ihren Erlebnissen und ihrem Tun.
Wie die meisten Menschen einerseits keinen Überfluss am Gelde haben, sondern knapp das Notdürftige, so auch andrerseits nicht am Verstand.
Wie ehemals den Jüngsten Tag, so prophezeit man jetzt den universellen Staatsbankrott, jedoch ebenfalls mit der zuversichtlichen Hoffnung, ihn nicht selbst zu erleben.
Wie hart und erstarrt die Denkungsart des großen Haufens sei und wie schwer ihr beizukommen, kann man besonders auf Reisen beobachten.
Wie man, auf einem Schiffe befindlich, sein Vorwärtskommen nur am Zurückweichen und demnach kleiner werden der Gegenstände auf dem Ufer bemerkt, so wird man sein Alt- und Älterwerden daran inne, dass Leute von immer höhern Jahren einem jung vorkommen
Wie wir von der Erdkugel bloß die Oberfläche, nicht aber die große, solide Masse des Innern kennen, so erkennen wir empirisch von den Dingen und der Welt überhaupt nichts als nur ihre Erscheinung, das ist die Oberfläche.
Wie wohltätig würden die 16 Stunden des langweiligen und eben dadurch gefährlichen Sonntags wirken, wenn zwölf davon auf alle Tage der Woche verteilt wären!
Willst du nicht unterjocht werden, so unterjoche beizeiten den Nachbarn.
Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
Wir haben in der Kindheit nur wenige Beziehungen und geringe Bedürfnisse, also wenig Anregung des Willens: Der größere Teil unseres Wesens geht demnach im Erkennen auf.
Wir handeln nämlich bei den großen Zügen, den Hauptschritten unseres Lebenslaufes, nicht sowohl nach deutlicher Erkenntnis des Rechten, als nach einem inneren Impuls, man möchte sagen Instinkt, der aus dem tiefsten Grund unseres Wesens kommt.
Wir sollten stets eingedenk sein, dass der heutige Tag nur einmal kommt und nimmer wieder.
Wir sollten vielmehr uns gegenwärtig erhalten, dass die gewöhnliche Höflichkeit nur eine grinsende Maske ist: Dann würden wir nicht Zeter schreien, wenn sie einmal sich etwas Verschiebt oder auf einen Augenblick abgenommen wird.
Zu unserer Besserung bedürfen wir eines Spiegels.
Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, obwohl alle zum Rechthaben.
Zum Leitstern seiner Bestrebungen soll man nicht Bilder der Phantasie nehmen, sondern deutlich gedachte Begriffe.
Zur Plage unsers Daseins trägt nicht wenig auch dieses bei, dass stets die Zeit uns drängt, uns nicht zu Atem kommen lässt und hinter jedem her ist wie ein Zuchtmeister mit der Peitsche.
Zwischen beiden ist der Unterschied, dass Sklaven ihren Ursprung der Gewalt, Arme der List zuzuschreiben haben.
Zwischen dem Genie und dem Wahnsinnigen ist die Ähnlichkeit, dass sie in einer andern Welt leben als der für alle vorhandenen.
Zwischen Männern ist von Natur bloß Gleichgültigkeit, aber zwischen Weibern ist schon von Natur Feindschaft.
All unser ?bel kommt daher, da? wir nicht allein sein k?nnen.
An unserem Zutrauen zu anderen haben sehr oft Tr?gheit, Selbstsucht und Eitelkeit den gr??ten Anteil.
Andrerseits jedoch ist die Pressefreiheit anzusehn als die Erlaubnis, Gift zu verkaufen: Gift f?r Geist und Gem?t. Denn was l?sst sich nicht dem Kenntnis und urteilslosen Haufen. in den Kopf setzen?
Armut im Alter ist ein gro?es Ungl?ck. Ist diese gebannt und die Gesundheit geblieben, so kann das Alter ein sehr ertr?glicher Teil des Lebens sein.
Armut und Sklaverei sind also nur zwei Formen, fast m?chte man sagen zwei Namen, derselben Sache, deren Wesen darin besteht, dass die Kr?fte eines Menschen gro?enteils nicht f?r ihn selbst, sondern f?r andere verwendet werden.
Auch das Zuf?lligste ist nur ein auf entfernterem Wege herangekommenes Notwendiges.
Auch wird man einsehen, dass Dummk?pfen und Narren gegen?ber es nur einen Weg gibt seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, dass man nicht mit ihnen redet.
Auf keine Vorz?ge aber ist der Mensch so stolz wie auf die geistigen: Beruht doch nur auf ihnen sein Vorrang vor den Tieren.
Aus solchen Luxusarbeitern besteht ein gro?er Teil der Bev?lkerung der St?dte: f?r diese also und ihre Besteller muss nun der Bauer mit pfl?gen, s?en und weiden, hat also mehr Arbeit, als die Natur ihm urspr?nglich aufgelegt hatte.
Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit Grausen auf die Schulden der Welt.
Bequemlichkeit und Sicherheit sind Hauptbed?rfnisse: Daher liebt man im Alter, noch mehr als fr?her, das Geld, weil es den Ersatz f?r die fehlenden Kr?fte gibt.
Bescheidenheit bei mittelm??igen F?higkeiten ist blo?e Ehrlichkeit. Bei gro?en Taten ist sie Heuchelei.
Bisweilen glauben wir, uns nach einem fernen Orte zur?ckzusehnen, w?hrend wir eigentlich uns nur nach der Zeit zur?cksehnen, die wir dort verlebt haben, da wir j?nger und frischer waren.
Blo?e Schlauheit bef?higt wohl zum Skeptikus, aber nicht zum Philosophen.
Borniert und l?cherlich ist es, nicht darauf sehn zu wollen, wessen Sohn einer ist.
Dagegen ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleichen, der sein Konzert allein ausf?hrt, oder auch dem Klavier.
Das Alter hat die Heiterkeit dessen, der seine Fesseln los ist und sich nun frei bewegt.
Das Auge wird durch langes Anstarren eines Gegenstandes stumpf und sieht nichts mehr: Ebenso wird der Intellekt durch fortgesetztes Denken ?ber dieselbe Sache unf?hig, mehr davon zu ergr?beln und zu fassen.
Das Begehren nach Kenntnissen, wenn auf das Allgemeine gerichtet, hei?t Wissbegier, wenn auf das Einzelne, Neugier. Knaben zeigen meistens Wissbegier, kleine M?dchen blo? Neu gier, diese aber in stupendem Grade.
Das freie Wesen muss auch das urspr?ngliche sein. Ist unser Wille frei, so ist er auch das Urwesen, und umgekehrt.
Das Gehirn denkt, wie der Magen verdaut.
Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.
Das Genie ist unter den andern K?pfen, was unter den Edelsteinen der Karfunkel: Er strahlt eigenes Licht aus, w?hrend die andern nur das empfangene reflektieren.
Das Gl?ck geh?rt denen, die sich selbst gen?gen. Denn alle ?u?eren Quellen des Gl?ckes und Genusses sind, ihrer Natur nach, h?chst unsicher, misslich, verg?nglich und dem Zufall unterworfen.
Das Leben der Pflanzen geht auf im blo?en Dasein: demnach ist sein Genuss ein rein und absolut subjektives, dumpfes Behagen.
Das Leben kann allerdings angesehen werden als ein Traum, und der Tod als das Erwachen. Dann aber geh?rt die Pers?nlichkeit, das Individuum, nicht dem wachen Bewusstsein an, weshalb denn jenem der Tod sich als Vernichtung darstellt.
Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen.
Das Leben l?sst sich definieren als der Zustand eines K?rpers, darin er, unter best?ndigem Wechsel der Materie, seine ihm wesentliche substantielle Form allezeit beh?lt.
Das Leidende und Geschw?chte ist keiner Abh?rtung f?hig.
Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist.
Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breith?ftige und kurzbeinige Geschlecht das sch?ne zu nennen - dies konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte m?nnliche Intellekt fertig bringen.
Das Publikum ist so einf?ltig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.
Dass der Kopf im Raume sei, h?lt ihn nicht ab, einzusehn, dass der Raum doch nur im Kopfe ist.
Dass die Welt blo? eine physische, keine moralische Bedeutung habe, der verderblichste, der fundamentale Irrtum, die eigentliche PERVERSIT?T der Gesinnung.
Dass man wertvolle eigene Meditationen m?glichst bald niederschreiben soll, versteht sich von selbst: Vergessen wir doch bisweilen, was wir erlebt, wie viel mehr, was wir gedacht haben.
Dem intellektuell hoch stehenden Menschen gew?hrt n?mlich die Einsamkeit einen zwiefachen Vorteil: Erstens den, mit sich selber zu sein, und zweitens den, nicht mit anderen zu sein.
Demnach w?rde zur Milderung des menschlichen Elends das Wirksamste die Verminderung, ja Aufhebung des Luxus sein.
Den Gang der gemessen ablaufenden Zeit beschleunigen zu wollen, ist das kostspieligste Unternehmen.
Denn alle Geister sind dem unsichtbar, der keinen hat.
Denn der Charakter ist schlechthin inkorrigibel, weil alle Handlungen des Menschen aus einem inneren Prinzip flie?en, verm?ge dessen er unter gleichen Umst?nden stets das Gleiche tun muss und nicht anders kann.
Denn der Schlaf ist f?r den ganzen Menschen, was das Aufziehn f?r die Uhr.
Denn H?flichkeit ist, wie die Rechenpfennige, eine offenkundig falsche M?nze: Mit einer solchen sparsam zu sein, beweist Unverstand, hingegen Freigebigkeit mit ihr Verstand.
Denn jeder Genuss ist immer nur die Stillung eines Bed?rfnisses:, dass nun mit diesem auch jener weg f?llt, ist so wenig beklagenswert, wie, dass einer nach Tische nicht mehr essen kann und nach ausgeschlafener Nacht wach bleiben muss.
Denn jeder kann dem anderen nur so viel sein, wie dieser ihm ist.
Denn meistens belehrt erst der Verlust ?ber den Wert der Dinge.
Denn schon wo viele G?ste sind, ist viel Pack und h?tten sie auch s?mtlich Sterne auf der Brust. Die wirklich gute Gesellschaft n?mlich ist, ?berall und notwendig, sehr klein.
Denn unser Lebenslauf ist keineswegs schlechthin unser eigenes Werk, sondern das Produkt zweier Faktoren, n?mlich der Reihe der Begebenheiten und der Reihe unserer Entschl?sse, welche stets ineinander greifen und sich gegenseitig modifizieren.
Denn was einer f?r sich selbst ist, was ihn in die Einsamkeit begleitet und was keiner ihm geben oder nehmen kann, ist offenbar f?r ihn wesentlicher als alles, was er besitzen oder auch was er in den Augen anderer sein mag.
Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schw?che, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit.
Der Bart als Geschlechtszeichen mitten im Gesicht ist obsz?n. Daher gef?llt er den Weibern.
Der Dichter bringt Bilder des Lebens, menschliche Charaktere und Situationen vor die Phantasie, setzt das alles in Bewegung und ?berl?sst nun jedem, bei diesen Bildern so weit zu denken, wie seine Geisteskraft reicht.
Der einleuchtendste und zugleich einfachste Beweis der Idealit?t des Raumes ist, dass wir den Raum nicht, wie alles andere, in Gedanken auf heben k?nnen.
Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt.
Der Grund und Boden, auf dem alle unsere Erkenntnisse und Wissenschaften ruhen, ist das Unerkl?rliche.
Der Grundcharakter aller Dinge ist Verg?nglichkeit.
Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, T?r und Tor ?ffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.
Der J?ngling erwartet seinen Lebenslauf in Form eines interessanten Romans.
Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es blo? im Zustande der B?ndigung und Z?hmung, welche Zivilisation hei?t: Daher erschrecken uns die gelegentlichen Ausbr?che seiner Natur.
Der Morgen ist die Jugend des Tages: Alles ist heiter, frisch und leicht.
Der Muskel wird durch starken Gebrauch gest?rkt, der Nerv hingegen dadurch geschw?cht. Also ?be man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, h?te hingegen die Nerven vor jeder.
Der philosophische Schriftsteller ist der F?hrer und sein Leser der Wanderer. Sollen sie zusammen ankommen, so m?ssen sie, vor allen Dingen, zusammen ausgehn.
Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
Der Schlaf ist f?r den ganzen Menschen, was das Aufziehen f?r die Uhr.
Der schlechteste Zug in der menschlichen Natur bleibt aber die Schadenfreude, da sie der Grausamkeit enge verwandt ist.
Der schlimmste Missbrauch ist der Missbrauch des Besten.
Der Tor l?uft den Gen?ssen des Lebens nach und sieht sich betrogen: Der Weise vermeidet die ?bel.
Der Ursprung alles Krieges aber ist Diebesgel?st.
Der Verstand ist keine extensive, sondern eine intensive Gr??e: Daher kann hierin einer es' getrost gegen zehntausend aufnehmen, und gibt eine Versammlung von tausend Dummk?pfen noch keinen gescheuten Mann.
Der vollkommene Weltmann w?re der, welcher nie in Unschl?ssigkeit stockte und nie in ?bereilung geriete.
Der Wechsel allein ist das Best?ndige.
Die Ehe ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert, und subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.
Die eigene Erfahrung hat den Vorteil v?lliger Gewissheit.
Die eigentlich gro?en Geister horsten, wie die Adler, in der H?he allein.
Die Erinnerung wirkt wie das Sammlungsglas in der Camera obscura: Sie zieht alles zusammen und bringt dadurch ein viel sch?neres Bild hervor, als sein Original ist.
Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden drei?ig den Kommentar dazu.
Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es.
Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es: Daher man ihren Tadel zur Selbsterkenntnis benutzen sollte als eine bittere Arznei.
Die Freunde nennen sich aufrichtig. Die Feinde sind es.
Die Gegenwart allein ist wahr und wirklich: Sie ist real erf?llte Zeit, und ausschlie?lich in ihr liegt unser Dasein.
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten.
Die Geh?ssigkeit unsrer Natur w?rde vielleicht jeden einmal zum M?rder machen, wenn ihr nicht eine geh?rige Dosis Furcht beigegeben w?re, um sie in Schranken zu halten.
Die Geschichte ist eine Fortsetzung der Zoologie.
Die Geschichte zeigt uns das Leben der V?lker und findet nichts, als Kriege und Emp?rungen zu erz?hlen.
Die Hausfreunde hei?en meist mit Recht so, indem sie mehr die Freunde des Hauses als des Herrn, also den Katzen ?hnlicher als den Hunden sind.
Die Heiterkeit und der Lebensmut unserer Jugend beruht zum Teil darauf, dass wir, bergauf gehend, den Tod nicht sehen, weil er am Fu? der anderen Seite des Berges liegt.
Die Jugend ist die Zeit der Unruhe, das Alter die der Ruhe: Schon hieraus lie?e sich auf ihr beiderseitiges Wohlbehagen schlie?en.
Die kleinen Unf?lle, die uns st?ndlich vexieren , kann man betrachten als bestimmt, uns in ?bung zu erhalten, damit die Kraft, die gro?en zu ertragen, im Gl?ck nicht ganz erschlaffe.
Die Leute zu kr?nken ist leicht, sie zu bessern schwer, wo nicht unm?glich.
Die meisten Menschen sind so subjektiv, dass im Grunde nichts Interesse f?r sie hat als ganz allein sie selbst.
Die Menschen gleichen darin den Kindern, dass sie unartig werden, wenn man sie verzieht, daher man gegen keinen zu nachgiebig und liebreich sein darf.
Die Menschen sind tausendmal mehr bem?ht, sich Reichtum als Geisteshaltung zu erwerben, w?hrend doch ganz gewiss, was man ist, viel mehr zu unserem Gl?cke beitr?gt, als was man hat.
Die Menschen sind wesentlich b?se, wesentlich ungl?cklich, wesentlich dumm.
Die Natur hat dem Menschen nur so viel Kr?fte gegeben, dass er, unter m??iger Anstrengung derselben, seinen Unterhalt der Erde abgewinnen kann: gro?en ?berschuss von Kr?ften hat er nicht erhalten.
Die Natur ist der Wille, sofern er sich selbst au?er sich erblickt.
Die objektive H?lfte der Gegenwart und Wirklichkeit steht in der Hand des Schicksals und ist demnach ver?nderlich, die subjektive sind wir selbst, daher sie im Wesentlichen unver?nderlich ist.
Die Perfektion der Mittel und die Verwirrung der Ziele - das scheint unsere Zeit zu charakterisieren.
Die Qualit?t unserer Gedanken kommt von innen: Aber ihre Richtung, und dadurch ihr Stoff, kommt von au?en.
Die Regel verstehn ist das Erste, sie aus?ben lernen ist das Zweite. Jenes wird durch Vernunft auf einmal, dieses durch ?bung allm?hlich gewonnen.
Die Unterschiede des Ranges und Reichtums geben jedem seine Rolle zu spielen, aber keineswegs entspricht dieser eine innere Verschiedenheit des Gl?cks und Behagens.
Die Verehrung, welche der gebildete gro?e Haufe dem Genie zollt, artet, geradeso wie die, welche die Gl?ubigen ihren Heiligen widmen, gar leicht in l?ppischen Reliquiendienst aus.
Die Welt, in der jeder lebt, h?ngt zun?chst ab von seiner Auffassung derselben, richtet sich daher nach der Verschiedenheit der K?pfe: Dieser gem?? wird sie arm, schal und flach oder reich, interessant und bedeutungsvoll ausfallen.
Die Werke der Alten sind der Nordstern f?r jedes k?nstlerische Streben.
Die Wilden fressen einander - die Zahmen betr?gen einander.
Die Wilden fressen einander, und die Zahmen betr?gen einander, und das nennt man den Lauf der Welt.
Die Zeichen des Tierkreises sind das Familienwappen der Menschheit.
Die Zeit selbst hat in unserer Jugend einen viel langsameren Schritt, daher das erste Viertel unseres Lebens nicht nur das gl?cklichste, sondern auch das l?ngste ist.
Die, welche durch das Studium der Geschichte der Philosophie Philosophen zu werden hoffen, sollten aus derselben vielmehr entnehmen, dass Philosophen ebenso sehr wie Dichter nur geboren werden, und zwar viel seltener.
Dies also ist der Wucher der Zeit: Seine Opfer werden alle, die nicht warten k?nnen.
Ding an sich bedeutet das unabh?ngig von unsrer Wahrnehmung Vorhandene, also das eigentlich Seiende.
Durch das was wir tun, erfahren wir blo? was wir sind.
Durch nichts entziehen wir uns so sehr dem Zwange von au?en wie durch Selbstzwang.
Durch viele Zitate vermehrt man seinen Anspruch auf Gelehrsamkeit, vermindert den auf Originalit?t, und was ist Gelehrsamkeit gegen Originalit?t? Man soll Zitate also nur gebrauchen, wo man fremder Autorit?t wirklich bedarf.
D?sterer Pessimismus? Das Gegenteil anzunehmen w?re ruchloser Optimismus.
Ein eigent?mlicher Fehler der Deutschen ist, dass sie, was vor ihren F??en liegt, in den Wolken suchen.
Ein geistreicher Mensch hat, in g?nzlicher Einsamkeit an seinen eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung.
Ein Gelehrter ist, wer viel gelernt hat, ein Genie der, von dem die Menschheit lernt, was er von keinem gelernt hat.
Ein Genie ist ein Mensch, der einen doppelten Intellekt hat: den einen f?r sich, zum Dienste seines Willens, und den anderen f?r die Welt, deren Spiegel er wird, indem er sie rein objektiv erfasst.
Ein gro?er Teil der Kr?fte des Menschengeschlechts wird der Hervorbringung des allen Notwendigen entzogen, um das ganz ?berfl?ssige und Entbehrliche f?r wenige zu schaffen.
Ein guter Vorrat an Resignation ist ?beraus wichtig als Wegzehrung f?r die Lebensreise.
Ein Hauptstudium der Jugend sollte sein, die Einsamkeit ertragen zu lernen, weil sie eine Quelle des Gl?ckes, der Gem?tsruhe ist.
Ein jedes Problem durchl?uft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es l?cherlich gemacht, in der zweiten bek?mpft, in der dritten gilt es als selbstverst?ndlich.
Ein neuer Gedanke wird zuerst verlacht, dann bek?mpft, bis er nach l?ngerer Zeit als selbstverst?ndlich gilt.
Ein Volk von lauter Bauern w?rde wenig entdecken und erfinden: Aber m??ige H?nde geben t?tige K?pfe.
Eine Irrlehre, sei sie aus falscher Ansicht gefasst oder aus schlechter Absicht entsprungen, ist stets nur auf spezielle Umst?nde, folglich auf eine gewisse Zeit berechnet, die Wahrheit allein auf die Zeit.
Eine schwere Aufgabe ist freilich die H?flichkeit insofern, als sie verlangt, dass wir allen Leute die gr??te Achtung bezeugen, w?hrend die allermeisten keine verdienen.
Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.
Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister: Sie werden solche bisweilen beseufzen, aber stets sie als das kleinere von zwei ?beln w?hlen.
Entfernung und lange Abwesenheit tun jeder Freundschaft Eintrag, so ungern man es gesteht. Denn Men, die wir nicht sehen, w?ren sie auch unsere geliebtesten Freunde, trocknen im Laufe der Jahre allm?hlich zu abstrakten Begriffen aus.
Es gibt f?r die Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit und das ist immer die gleiche: der Tod.
Es gibt Krankheiten, von denen man geh?rig und gr?ndlich nur dadurch genest, dass man ihnen ihren nat?rlichen Verlauf l?sst, nach welchem sie von selbst verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen.
Es gibt wenig Dinge, welche so sicher die Leute in gute Laune versetzen, wie wenn man ihnen ein betr?chtliches Ungl?ck, davon man k?rzlich betroffen worden, erz?hlt, oder auch irgendeine pers?nliche Schw?che ihnen unverhohlen offenbart.
Es ist der Wille zum Leben, der, durch das stete Leiden des Daseins mehr und mehr erbittert, seine eigene Qual durch das Verursachen der fremden zu erleichtern sucht.
Es ist ein bedrohliches Zeichen, dass alle Utopien der j?ngeren Zeit pessimistisch sind.
Es ist im Leben wie im Schachspiel: Wir entwerfen einen Plan, dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird.
Es ist nicht genug, dass man verstehe, der Natur Daumenschrauben anzulegen, man muss auch verstehen k?nnen, wenn sie aussagt.
Es ist zum Erstaunen, wie leicht und schnell Homogenit?t oder Heterogenit?t des Geistes und Gem?ts zwischen Menschen sich im Gespr?ch kundgibt: An jeder Kleinigkeit wird sie f?hlbar.

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