Zitat von Johann Kaspar Schmidt
In der Gesellschaft, der Sozietät, kann höchstens die menschliche Forderung befriedigt werden, indes die egoistische stets zu kurz kommen muss.
Lechzt der Geist nicht nach Freiheit? Ach, mein Geist nicht allein, auch mein Leib lechzt stündlich danach!
Man ist nicht wert zu haben, was man sich aus Schwachheit nehmen lässt.
Man will aber seinen Spielplatz haben, denn man ist ja ein Kind und kann nicht so gesetzt sein wie ein Alter: Jugend hat keine Tugend.
Meinen Willen kann niemand binden.
Meint man, dass ein Sklave doch innerlich frei sein könne, so sagt man in der Tat nur das Unbestreitbarste und Trivialste.
Mensch, es spukt in deinem Kopfe, du hast einen Sparren zu viel!
Mir geht nichts über mich!
Mit dem Ideal der absoluten Freiheit wird dasselbe Unwesen getrieben wie mit allem Absoluten.
Mit dürren Worten zu sagen, was ein Unmensch sei, fällt nicht eben schwer: Es ist ein Mensch, welcher dem Begriffe Mensch nicht entspricht, wie das Unmenschliche ein Menschliches ist, welches dem Begriffe des Menschlichen nicht angemessen ist.
Mögen die Berge einsinken, die Blumen verblühen, die Sternenwelt zusammenstürzen, die Menschen sterben was liegt am Untergang dieser sichtbaren Körper? Der Geist, der unsichtbare, bleibt ewig!
Ob ich Recht habe oder nicht, darüber gibt es keinen anderen Richter als mich selbst. Darüber nur können andere urteilen und richten, ob sie meinem Recht beistimmen und ob auch für sie es als Recht bestehe.
Ohne Verbrechen kein Staat: Die sittliche Welt und das ist der Staat steckt voll Schelme, Betrüger, Lügner, Diebe.
Strafe hat nur dann einen Sinn, wenn sie die Sühne für die Verletzung eines Heiligen gewähren soll: Der Mensch, der ein Menschenleben bestehen lässt, weil es ihm heilig ist und er eine Scheu vor seiner Antastung trägt, ist eben ein religiöser Mensch
Volksfreiheit ist nicht meine Freiheit!
Aus fixen Ideen entstehen die Verbrechen.
Das Gef?ngnis betritt man gew?hnlich nicht freiwillig und bleibt auch selten freiwillig darin, sondern hegt das egoistische Verlangen nach Freiheit.
Das Gemeinwohl als solches ist nicht mein Wohl, sondern nur die ?u?erste Spitze der Selbstverleugnung. Das Gemeinwohl kann laut jubeln, w?hrend ich kuschen muss, der Staat gl?nzen, indes ich darbe.
Das Recht aller z.B. zu essen ist ein Recht jedes einzelnen. Halte sich jeder dieses Recht unverk?mmert, so ?ben es von selbst alle.
Das Recht ist der Geist der Gesellschaft. Hat die Gesellschaft einen Willen, so ist dieser Wille eben das Recht: sie besteht nur durch das Recht.
Der Egoismus denkt nicht daran, etwas aufzuopfern, sich etwas zu vergeben, er entscheidet: Was ich brauche, muss ich haben und will ich mir verschaffen.
Der Fanatismus ist gerade bei den Gebildeten zu Hause.
Der Stock ?berwindet entweder den Menschen, oder der Mensch ?berwindet den Stock.
Die Familie ist nur dann eine wirkliche Gemeinschaft, wenn das Gesetz der Familie, die Piet?t oder Familienliebe, von den Gliedern derselben beobachtet wird.
Die Republik ist gar nichts anderes als die absolute Monarchie: Denn es verschl?gt nichts, ob der Monarch F?rst oder Volk hei?e, da beide eine Majest?t sind.
Die Selbstst?ndigkeit der Partei bedingt die Unselbstst?ndigkeit der Parteiglieder.
Eigentum ist das Meinige!
Ein Volk kann nicht anders als auf Kosten des Einzelnen frei sein, denn nicht der Einzelne ist bei dieser Freiheit die Hauptsache, sondern das Volk. Je freier das Volk, desto gebundener der Einzelne.
Es dauern die Staaten nur so lange, als es einen herrschenden Willen gibt, und dieser herrschende Wille f?r gleichbedeutend mit dem eigenen Willen angesehen wird.
