Zitat von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
In nahen Bahnen wandeln oft die Menschen, und kommen doch nicht einer in des andern Nähe.
Jetzt schon sei im starken Gemüte des Alters Kraft, dass sie dir erhalte die Jugend, damit später die Jugend dich schütze gegen des Alters Schwäche.
Keine Bildung ohne Liebe, und ohne eigne Bildung keine Vollendung in der Liebe, eins das andere ergänzend beides unzertrennlich fort.
Keine Poesie, keine Wirklichkeit.
Lass dich nicht stören, was auch äußerlich geschehe, in des inneren Lebens Fülle und Freude!
Lass dir keine Grenzen setzen in deiner Liebe, nicht Maß, nicht Art, nicht Dauer! Ist sie doch dein Eigentum: Wer kann sie fordern?
Lebe frisch immer fort: keine Kraft geht verloren, als die du ungebraucht in dich zurückdrängst.
Liebe ist die Synthesis zwischen Phantasie und Vernunft.
Mehr kann der Mensch, als er meint, aber auch dem Höchsten entgegen strebend, erreicht er nur einiges.
Nur durch Selbstverkauf gerät der Mensch in Sklaverei.
Nur was ich selbst hervorgebracht und immer wieder aufs Neue mir erwerbe, ist für mich Besitz.
O freilich, wenn Entschlüsse nur Wünsche sind', so ist der Mensch des Zufalls Spiel!
O mitten im Reichtum beklagenswerte Armut!
O wüssten doch die Menschen diese Götterkraft der Phantasie zu brauchen, die allein den Geist ins Freie stellt, ihn über jede Gewalt und jede Beschränkung weit hinausträgt, und ohne die des Menschen Kreis so eng und ängstlich ist.
So oft ich aber ins innere Selbst den Blick zurückwende, bin ich zugleich im Reich der Ewigkeit.
So wie es trotz aller Sinne ohne Phantasie keine Außenwelt gibt, so auch mit allem Sinn ohne Gemüt keine Geisterwelt. Wer nur Sinn hat, sieht keinen Menschen, sondern bloß Menschliches: Dem Zauberstabe des Gemüts allein tut sich alles auf.
Überhaupt ist in der Welt nichts so schwierig wie das Heiraten.
Von der rechten Liebe aber ist die Freundschaft ein natürliches Resultat, daher strebt auch jede rechte Liebe nach Ehe, welche im geistigen Sinn die Vereinigung zwischen Liebe und Freundschaft ist.
Was kümmert mich die Zeit, die doch mein innres Leben nicht umfasst?
Wer nicht so in das Innere der Gottheit und der Menschen hineinschauen und die Mysterien dieser Religion nicht fassen kann, der ist nicht würdig, ein Bürger der neuen Welt zu sein.
Wer sich nicht selbst anschaut, nie wird er das Ganze begreifen, Wer nicht das Ganze gesucht, findet wohl nimmer sich selbst.
Auch in der Liebe muss es vorl?ufige Versuche geben, aus denen nichts Bleibendes entsteht, von denen aber jeder etwas beitr?gt, um das Gef?hl bestimmter und die Aussicht auf die Liebe gr??er und herrlicher zu machen.
Bis ans Ende will ich st?rker werden und lebendiger durch jedes Handeln, und liebender durch jedes Bilden an mir selbst.
Das ist des Menschen Ruhm, zu wissen, dass unendlich sein Ziel ist, und doch nie stillzustehn im Lauf, zu wissen, dass eine Stelle kommt auf seinem Wege, die ihn verschlingt, und doch nicht zu verz?gern den Schritt.
Die Liebe geht darauf, aus zweien eins zu machen, die Freundschaft darauf, aus jedem zwei zu machen.
Die Phantasie aber ist das eigentlich Individuelle und Besondere eines jeden.
Doch in der Freundschaft ist immer Feindschaft gegen die innere Natur.
Du sollst dir kein Ideal machen, weder eines Engels im Himmel noch eines Helden aus einem Gedicht oder Roman, noch eines selbst getr?umten oder phantasierten, sondern du sollst einen Mann lieben, wie er ist.
Du sollst keine Ehe schlie?en, die gebrochen werden m?sste.
Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen f?r die M?nner, du sollst ihre Barbarei nicht besch?nigen mit Worten und Werken.
Du sollst nicht geliebt sein wollen, wenn du nicht liebst.
Du sollst von den Heiligt?mern der Liebe auch nicht das kleinste missbrauchen: Denn dir wird ihr zartes Gef?hl verlieren, die ihre Gunst entweiht und sich hingibt f?r Geschenke und Gaben, oder um nur in Ruhe und Frieden Mutter zu werden.
Ehre die Eigent?mlichkeit und die Willk?r deiner Kinder, auf, dass es ihnen wohl gehe und sie kr?ftig leben auf Erden.
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schn?de Frucht von dem tollen Wahn, dass der Geist abh?nge vom K?rper.
Es beugen alle sich dem Zepter der Notwendigkeit und seufzen unter dem Fluch der Zeit, die nichts bestehn l?sst.
Es l?sst der innere Drang des Herzens nicht der Klugheit Raum.
Es scheuen die Menschen, in sich selbst zu sehn, und knechtisch erzittern viele, wenn sie endlich l?nger nicht der Frage ausweichen k?nnen, was sie getan, was sie geworden, wer sie sind.
Es soll die Sitte der innern Eigent?mlichkeit Gewand und H?lle sein, zart und bedeutungsvoll sich jeder edlen Gestalt anschmiegen und ihrer Glieder Ma? verk?ndigend jede Bewegung sch?n begleiten.
Es sollte jedes Haus der sch?ne Leib, das sch?ne Werk von einer eignen Seele sein und eigne Gestalt und Z?ge haben, und alle sind in stummer Einf?rmigkeit das ?de Grab der Freiheit und des wahren Lebens.
Es st??t die Freiheit an der Freiheit sich, und was geschieht, tr?gt der Beschr?nkung und Gemeinschaft Zeichen.
