Zitat von Karl Wilhelm Friedrich Von Schlegel


In der Tat, man sollte das Studium des Müßiggangs nicht so sträflich vernachlässigen, sondern es zur Kunst und Wissenschaft, ja zur Religion bilden!
In einem Augenblick ist die Liebe da, ganz und ewig oder gar nicht.
Ironie ist die Form des Paradoxen. Paradox ist alles, was zugleich gut und groß ist.
Ironie ist klares Bewusstsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos.
Ist es die Bestimmung des Autors, die Poesie und die Philosophie unter den Menschen zu verbreiten und fürs Leben und aus dem Leben zu bilden: so ist Popularität seine erste Pflicht und sein höchstes Ziel.
Ist jeder endliche Geist nur Ausfluss aus dem Unendlichen: dann ist auch notwendig das, was in jedem endlichen Geist das Höchste ist, abgeleitet aus dem Unendlichen, ist göttlichen Ursprungs.
Je göttlicher ein Mensch oder ein Werk des Menschen ist, je ähnlicher werden sie der Pflanze, diese ist unter allen Formen der Natur die sittlichste und die schönste.
Je schöner das Klima ist, je passiver ist man. Nur Italiener wissen zu gehen, und nur die im Orient verstehen zu liegen, wo hat sich aber der Geist zarter und süßer gebildet als in Indien?
Je vollständiger man ein Individuum lieben oder bilden kann, je mehr Harmonie findet man in der Welt.
Jede Muse sucht und findet die andre, und alle Ströme der Poesie fließen zusammen in das allgemeine große Meer.
Kann eine Gesetzgebung wohl sittlich heißen, welche die Angriffe auf die Ehre der Bürger weniger hart bestraft als die auf ihr Leben?
Karikatur ist eine passive Verbindung des Naiven und Grotesken.
Künstler ist ein jeder, dem es Ziel und Mitte des Daseins ist, seinen Sinn zu bilden.
Lasst die Religion frei, und es wird eine neue Menschheit beginnen.
Leben und unbeschränkte Freude bedeuten Liebe.
Liberal ist, wer von allen Seiten und nach allen Richtungen wie von selbst frei ist und in seiner ganzen Menschheit wirkt.
Liebst du wohl, wenn du nicht die Welt in dem Geliebten findest?
Man nennt viele Künstler, die eigentlich Kunstwerke der Natur sind.
Mysterien sind weiblich, sie verhüllen sich gern, aber sie wollen doch gesehen und erraten sein.
Mysterien sind weiblich.
Nicht der Hass, wie die Weisen sagen, sondern die Liebe trennt die Wesen und bildet die Welt, und nur in ihrem Licht kann man diese finden und schauen. Nur in der Antwort seines Du kann jedes Ich seine unendliche Einheit ganz fühlen.
Nicht die Bestimmung der Frauen, sondern ihre Natur und Lage ist häuslich.
Nichts ist seltner als eine schöne Komödie.
Nichts verdient Tadel in einem Kunstwerk als Vergehungen wider die Schönheit und wider die Darstellung: das hässliche und das Fehlerhafte.
Niemand weiß, was er ist, wer nicht weiß, was seine Genossen sind, vor allem der höchste Genosse, der Meister der Meister, der Genius des Zeitalters.
Nur der Schmerz trennt und vereinzelt, in der Freude verlieren sich alle Grenzen.
Nur derjenige kann ein Künstler sein, welcher eine eigne Religion, eine originelle Ansicht des Unendlichen hat.
Nur derjenige Staat verdient Aristokratie genannt zu werden, in welchem wenigstens die kleinere Masse, welche die größere despotisiert, eine republikanische Verfassung hat.
Nur durch Beziehung aufs Unendliche entsteht Gehalt und Nutzen, was sich nicht darauf bezieht, ist schlechthin leer und unnütz.
Nur durch die Bildung wird der Mensch, der es ganz ist, überall menschlich und von der Menschheit durchdrungen.
Nur durch die Liebe und durch das Bewusstsein der Liebe wird der Mensch zum Menschen.
Nur in der Mitte des Todes entzündet sich der Blitz des ewigen Lebens.
Nur in der Sehnsucht finden wir die Ruhe.
Nur in seinem Suchen findet der Geist des Menschen das Geheimnis, welches er sucht.
Nur mit Gelassenheit und Sanftmut in der heiligen Stille der echten Passivität kann man sich an sein ganzes Ich erinnern und die Welt und das Leben anschauen.
Nur selbstständige Weiblichkeit, nur sanfte Männlichkeit ist gut und schön.
Nur um eine liebende Frau her kann sich eine Familie bilden.
O beneidenswürdige Freiheit von Vorurteilen!
O Müßiggang, Müßiggang! Du bist die Lebenslust der Unschuld und der Begeisterung, dich atmen die Seligen, und selig ist, wer dich hat und hegt, du heiliges Kleinod! Einziges Fragment von Gottähnlichkeit, das uns noch aus dem Paradies blieb.
Ohne diese Unersättlichkeit gibt's keine Liebe. Wir leben und lieben bis zur Vernichtung.
Ohne Liebe kein Sinn, der Sinn, das Verstehen beruht auf der Liebe.
Schön ist, was uns an die Natur erinnert und also das Gefühl der unendlichen Lebensfülle anregt.
Schöne Freude muss frei sein, unbedingt frei. Auch die kleinste Beschränkung raubt der Freude ihre hohe Bedeutung und damit ihre Schönheit.
Selig, wer sich nicht in das Gewühl zu mischen braucht und in der Stille auf die Gesänge seines Geistes horchen darf.
Sollte es nicht überflüssig sein, mehr als einen Roman zu schreiben, wenn der Künstler nicht etwa ein neuer Mensch geworden ist?
Sprache, Sitten, Gewohnheiten und Gesetze sollen in ihrer ursprünglichen Reinheit und Kraft, Würde und Bedeutung erhalten werden. Nur dann wird wahre Achtung, Treue und Anhänglichkeit und mit diesen wahre Vaterlandsliebe stattfinden.
Tüchtig ist das, was zugleich Nachdruck und Geschick hat, was zermalmende Kraft mit klarer stiller Einsicht verbindet.
Tugend ist zur Energie gewordene Vernunft.
Verliebten genügt zu der geheimen Weihe das Licht der eigenen Schönheit.
Wahre Liebe sollte ihrem Ursprunge nach zugleich ganz willkürlich und ganz zufällig sein und zugleich notwendig und frei erscheinen, ihrem Charakter nach aber zugleich Bestimmung und Tugend sein, ein Geheimnis und ein Wunder scheinen.
Warum sind denn die Götter Götter, als weil sie mit Bewusstsein und Absicht nichts tun, weil sie das verstehen und Meister darin sind? Und wie streben die Dichter, die Weisen und die Heiligen auch darin, den Göttern ähnlich zu werden!
Was den Menschen aber über die engen Schranken seines irdischen Bewusstseins hinaus von dem Endlichen zu dem Unendlichen erhebt und ihm den Blick in die höhere göttliche Welt öffnet, ist die Begeisterung.
Was ist das Göttliche in der Natur? Nicht das Leben und die Kraft allein, sondern das Eine und Unbegreifliche, der Geist, das Bedeutende, die Eigentümlichkeit.
Was ist denn unsre Würde als die Kraft und der Entschluss, Gott ähnlich zu werden, die Unendlichkeit immer vor Augen zu haben?
Was man eine glückliche Ehe nennt, verhält sich zur Liebe wie ein korrektes Gedicht zu improvisiertem Gesang.
Was man überall sehen will, muss man endlich selbst werden.
Was wir ein Leben nennen, ist für den ganzen ewigen inneren Menschen nur ein einziger Gedanke, ein unteilbares Gefühl.
Weil reine menschliche Kraft sich in Freude äußert, so ist sie ein Symbol des Guten, eine Schönheit der Natur.
Welcher Schmerz wäre der Rede wert, wenn wir damit ein tieferes, heißeres Bewusstsein unserer Liebe gewinnen?
Wenn die Welt auch eben nicht die beste oder die nützlichste sein mag, so weiß ich doch, sie ist die schönste.
Wer nicht verachtet, der kann auch nicht achten.
Wie die Kaufleute im Mittelalter so sollten die Künstlerjetzt zusammentreten zu einer Hanse, um sich einigermaßen gegenseitig zu schützen.
Wie die Liebe entspringt die Tugend nur durch eine Schöpfung aus nichts.
Wie die Wahrheit und die Tugend ist die Schönheit ein echtes erst gebornes Kind der menschlichen Natur und hat mit jenen ein gleiches voll gültiges Recht, niemand zu gehorchen als sich selbst.
Wie eine Musik aus der Luft überrascht uns das hohe Glück, erscheint und verschwindet.
Wissbegierde ist die Frucht des ernsten Wollens und Strebens, aus der Wissbegierde entsteht Forschen, aus diesem Erkenntnis und Wissen.
Witz ist eine Explosion von gebundenem Geist.
Wo die Künstler eine Familie bilden, da sind Urversammlungen der Menschheit.
Wo mehre bildend sich in eins verbunden, Gewinnt der Künstler seines Daseins Mitte.
Zügellosigkeit hat zur natürlichen Folge Erschlaffung, Missbrauch der Freiheit den Verlust derselben.
Anschauen k?nnen wir uns nicht, das Ich verschwindet uns dabei immer. Denken k?nnen wir uns aber freilich. Wir erscheinen uns dann zu unserm Erstaunen unendlich, da wir uns doch im gew?hnlichen Leben so durchaus endlich f?hlen.
Das Bewusstsein der notwendigen Grenzen ist das Unentbehrlichste und das Seltenste in der Freundschaft.
Das Erste in der Liebe ist der Sinn f?reinander, und das H?chste der Glauben aneinander.
Das Feuer der Liebe ist durchaus unverl?schlich, und noch unter der tiefsten Asche gl?hen Funken.
Das Geliebte zu verg?ttern, ist die Natur des Liebenden.
Das Universum kann man weder erkl?ren noch begreifen, nur anschauen und offenbaren.
Das Weib ist ein h?usliches Wesen.
Das Wort Tugend kommt von Taugen her, es war in den ?ltesten Zeiten gleichbedeutend mit Tapferkeit als der T?chtigkeit des Mannes.
Der ?lteste Gegenstand der christlichen Malerei mag wohl derjenige sein, der niemals ganz ersch?pft werden wird, noch auch jemals ganz erreicht werden kann: die Mutter Gottes mit dem Kinde.
Der Begriff der Nation bezeichnet, dass alle Mitglieder gleichsam nur ein Individuum bilden sollen.
Der eigne Sinn, die eigne Kraft und der eigne Wille eines Menschen ist das Menschlichste, das Urspr?nglichste, das Heiligste an ihm.
Der erste und der letzte Wille ist immer der beste.
Der Glaube an unsere Kraft kann sie ins Unendliche verst?rken.
Der Historiker ist ein r?ckw?rts gekehrter Prophet.
Der Historiker ist ein r?ckw?rts schauender Prophet.
Der Kern, das Zentrum der Poesie ist in der Mythologie zu finden und in den Mysterien der Alten.
Der K?nstler, der nicht sein ganzes Selbst preisgibt, ist ein unn?tzer Knecht.
Der Maler soll ein Dichter sein, das ist keine Frage, aber nicht eben ein Dichter in Worten, sondern in Farben.
Der wahre Geistliche f?hlt immer etwas H?heres als Mitgef?hl.
Die Begeisterung ist die Mutter des Ideals, und der Begriff sein Vater.
Die Frauen m?ssen wohl pr?de bleiben, solange M?nner sentimental, dumm und schlecht genug sind, ewige Unschuld und Mangel an Bildung von ihnen zu fordern.
Die Frauen werden in der Poesie eben so ungerecht behandelt wie im Leben.
Die Freude ist an sich gut, und auch die sinnlichste enth?lt einen unmittelbaren Genuss h?hern menschlichen Daseins.
Die Freude und die Sch?nheit ist kein Privilegium der Gelehrten, der Adeligen und der Reichen, sie ist ein heiliges Eigentum der Menschheit.
Die Gesellschaft ist ein Chaos, das nur durch Witz zu bilden und in Harmonie zu bringen ist.
Die gesunde Wissbegierde w?nscht ihren Gegenstand ganz zu fassen, bis in sein Innerstes zu durchdringen und zu zerbei?en.
Die Kunst ist ein Produkt des Menschen.
Die lebendige Einheit des Menschen kann keine starre Unver?nderlichkeit sein, sie besteht im freundschaftlichen Wechsel.
Die Liebe ist nicht blo? das stille Verlangen nach dem Unendlichen, sie ist auch der heilige Genuss einer sch?nen Gegenwart. Sie ist nicht blo? eine Mischung, ein ?bergang vom Sterblichen zum Unsterblichen, sondern sie ist eine v?llige Einheit beider
Die m?nnliche Ungeschicklichkeit ist ein mannigfaltiges Wesen und reich an Bl?ten und Fr?chten jeder Art.
Die Musik, wo sie mit W?rde getrieben wird, hat einzig zum Zweck, die Erinnerung an die unendliche Einheit zu erregen.
Die Natur allein ist die wahre Priesterin der Freude, nur sie versteht es, ein hochzeitliches Band zu kn?pfen. Nicht durch eitle Worte ohne Segen, sondern durch frische Bl?ten und lebendige Fr?chte aus der F?lle ihrer Kraft.
Die Natur selbst will den ewigen Kreislauf immer neuer Versuche, und sie will auch, dass jeder Einzelne in sich vollendet einzig und neu sei, ein treues Abbild der h?chsten unteilbaren Individualit?t.
Die Naturbestimmung des Menschen ist R?ckkehr in die verlorne Freiheit. Die Stufe, auf der er steht, ist die der wiedererwachten Sehnsucht nach dem unendlichen g?ttlichen Leben.
Die Quelle des Ideals ist der hei?e Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
Die Romane sind die sokratischen Dialoge unserer Zeit. In diese liberale Form hat sich die Lebensweisheit vor der Schulweisheit gefl?chtet.
Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie.
Die Vernunft ist nur eine und in allen dieselbe: Wie aber jeder Mensch seine eigne Natur hat und seine eigne Liebe, so tr?gt auch jeder seine eigne Poesie in sich.
Die wahre Mitte ist nur die, zu der man immer wieder zur?ckkehrt von den exzentrischen Bahnen der Begeisterung und der Energie, nicht die, welche man nie verl?sst.
Die Weiblichkeit soll wie die M?nnlichkeit zur h?hern Menschlichkeit gereinigt werden.
Dieser Augenblick, der kuss des Amor und der Psyche, ist die Rose des Lebens.
Dieser Glaube an uns selbst und der Zweifel am Ding sind die beiden ersten Grundf?den der Philosophie.
Durch die K?nstler wird die Menschheit ein Individuum, indem sie Vorwelt und Nachwelt in der Gegenwart verkn?pfen.
Ein Fragment muss gleich einem kleinen Kunstwerke von der umgebenden Welt ganz abgesondert und in sich selbst vollendet sein wie ein Igel.
Ein Geistlicher ist, wer nur im Unsichtbaren lebt, f?r wen alles Sichtbare nur die Wahrheit einer Allegorie hat.
Ein K?nstler ist, wer sein Zentrum in sich selbst hat.
Ein Mann, der das innere Verlangen seiner Geliebten nicht ganz stillen und befriedigen kann, versteht es gar nicht zu sein, was er doch ist und sein soll. Er ist eigentlich unverm?gend und kann keine g?ltige Ehe schlie?en.
Eine gro?e Zukunft winkt mich eilends weiter ins Unermessliche hinaus, jede Idee ?ffnet ihren Scho? und entfaltet sich in unz?hlige neue Geburten.
Es gibt keine Selbstkenntnis als die historische.
Es ist alles in der Liebe: Freundschaft, sch?ner Umgang, Sinnlichkeit und auch Leidenschaft, und es muss alles darin sein und eins das andere verst?rken und lindern, beleben und erh?hen.
Es ist sonderbar, dass der Mensch sich nicht vor sich selbst f?rchtet.
Es ist Zeit, den Schleier der Isis zu zerrei?en und das Geheime zu offenbaren. Wer den Anblick der G?ttin nicht ertragen kann, fliehe oder verderbe.
Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.

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