Zitat von Jean Jacques Rousseau
In der Ehe sind die Herzen verbunden, die Leiber aber sind nicht unterjocht.
In der Einsamkeit sieht und empfindet man auf andere Art als im Umgange mit der Welt.
In der Schule der Welt wie in der Schule der Liebe muss man alsbald mit der Ausübung dessen, was man zu lernen gedenkt, den Anfang machen.
In der Verwirrung der Geschlechter, die bei uns herrscht, ist es fast ein Wunder, wenn man seinem eigenen Geschlecht angehört.
In der Welt Augen ist eine gemutmaßte Wahrheit beinahe so viel als Gewissheit.
In einer Monarchie kann Reichtum den Einzelnen niemals über den Fürsten stellen, aber in einer Republik stellt er ihn leicht über die Gesetze. Dann aber hat die Regierung keine Kraft mehr, und der Reiche ist der wahre Souverän.
In jedem Fall ist es besser, einen Fehler zu begehen, als einem Laster zu verfallen.
In Kleinigkeiten zeigt sich der Charakter.
In uns, die wir noch jung sind, ändert nichts der Natur Triebe, und alle unsre Regungen scheinen sich ähnlich.
In vergoldeten Gemächern nimmt ein Schüler äußerliche Lebensart an, die Geheimnisse der Welt aber lernt der Weise in des Armen Hütte.
In was für einem Jahrhundert es auch sein mag, die natürlichen Verhältnisse ändern sich nicht.
Indem ich mich bemüht habe, meine eigene Achtung zu verdienen, habe ich gelernt, auf die der anderen, die in der Mehrzahl gut ohne die meine auskommen, zu verzichten.
Indessen schmachte ich und verzehre mich, ein Feuer durchströmt meine Adern, nichts vermag es zu löschen oder zu mildern, und indem ich ihm Zwang antun will, fache ich es nur noch stärker an.
Ist denn nicht das eheliche Band sowohl die freiste als auch heiligste von allen Verbindungen?
Ist die Lust gestillt, so hat weder der Mann diese Frau noch die Frau diesen Mann mehr nötig.
Ist es meine Schuld, wenn ich das liebe, was nicht existiert?
Ist es nicht besser, aufzuhören zu leben, als zu leben, ohne etwas zu empfinden?
Ist es zu verwundern, dass ich die Einsamkeit liebe? Ich sehe nichts als Feindseligkeit auf den Gesichtern der Menschen, die Natur hingegen lächelt mir beständig.
Ist Frankreich auch nicht das Land freier Menschen, so ist es doch das Land der aufrichtigen, und in des Weisen Augen gilt diese Freiheit so viel als jene.
Ist nicht der Schmerz des Leibes ein Zeichen, dass die Maschine in Unordnung geraten ist, und eine Erinnerung, für Abhilfe zu sorgen?
Ist nicht Vernunft der Schutz wider Intoleranz und Fanatismus?
Ja, meine süße Freundin, trotz der Trennung, trotz der Entbehrungen, der Aufregungen, sogar trotz der Verzweiflung enthält dennoch der mächtige Zug zweier Herzen zueinander eine geheime Wollust, die ruhigen Seelen unbekannt ist.
Je fleißiger wir den Menschen studieren, desto weniger können wir ihn erkennen.
Je größer und beschwerlicher die Pflichten sind, desto greifbarer und stärker müssen die Gründe sein, worauf man sie stützt.
Je mehr das Innere verdirbt, desto mehr gibt man aufs Äußere, und auf diese Art entstand aus der Pflege der Wissenschaften nach und nach die Höflichkeit.
Je mehr man sich von der Gleichheit entfernt, desto mehr verändern sich die natürlichen Empfindungen.
Je mehr Reiche und Arme es gibt, desto weniger Väter und Ehemänner gibt es. Der Herr und der Knecht haben keine Familie mehr, ein jeder von beiden kennt nur noch seinen Stand.
Je schwächer der Leib ist, desto mehr befiehlt er, je stärker er ist, desto mehr gehorcht er.
Je weniger ein Gottesdienst vernünftig ist, desto mehr sucht man ihn durch Gewalt zu befestigen.
Jede Frau ohne Scham ist schuldig und verderbt, weil sie ein Gefühl, das ihrem Geschlecht natürlich ist, mit Füßen tritt.
Jede Unmäßigkeit ist ein Laster, und vor allem diejenige, welche uns unserer edelsten Fähigkeiten beraubt.
Jeder Beobachter, der sich witzig gibt, ist mir verdächtig, stets fürchte ich, er werde, ohne daran zu denken, der Dinge Wahrheit dem funkelnden Ge danken opfern und mit dem Ausdruck auf Kosten der Gerechtigkeit glänzen.
Jeder Künstler will Beifall erhalten, und der kostbarste Teil seiner Belohnung sind die Lobreden seiner Zeitgenossen.
Jeder rechtschaffene Mann muss sich zu den Büchern, die er herausgibt, bekennen.
Kann auch die reinste Seele sich zu ihrem Glücke nicht selbst genug sein, so ist es noch weit richtiger zu sagen, dass alle Seligkeit der Erde nicht eines verderbten Herzens Glück machen kann.
Kann eine von der Liebe bereitete Mahlzeit jemals unschmackhaft sein?
Kann es da jemals Glück geben, wo nichts als Schande und Reue herrscht?.
Kann wohl Liebe, so scharf sie sieht, Gebrechen sehen?
Kein Ort schließt Wunder aus, ich für mein Teil aber kenne keines dergleichen.
Keiner will das allgemeine Beste, außer wenn es mit dem seinigen übereinstimmt, und diese Übereinstimmung ist auch das Ziel des wahren Politikers, welcher das Volk gut und glücklich zu machen versucht.
Keiner will heute leben, keiner ist mit der gegenwärtigen Stunde zufrieden, alle finden, dass sie gar zu langsam vergeht.
Kluge Ehemänner, man muss dem Frieden die väterliche Liebe aufopfern.
Komm, angebetetes Bild, ein Herz zu erfüllen, das nur durch dich lebt.
Komm, o meine Seele, komm in deines Freundes Arme, die zwei Hälften unsres Wesens zu vereinigen.
Komm, unglücklicher Freund, schütte deinen Kummer in dieses Herz aus, das dich liebt.
Könntest du dich entschließen, eines gewöhnlichen Menschen fades Leben auf der Erde träge zu verbringen, wenn du einmal alle Wonnen verspürt hast, die eine menschliche Seele entzücken können?
Lass uns glücklich und arm sein, oh, welche Schätze werden wir uns dann erworben haben!
Lass uns lieben, um zu leben!
Lass, mein Freund, jene eitlen Sittenlehrer fahren und kehre in deiner Seele Innerstes zurück.
Lassen Sie die Sprache des Geistes durch das Herz gehen, damit sie verständlich wird.
Lasst uns Grundsätze und Regeln, die wir sichrer in uns selbst finden, nicht in Büchern suchen!
Lasst uns lieber große Beispiele zur Nachahmung annehmen, als eitlen Lehrgebäuden folgen!
Leben heißt nicht Atem holen, es heißt handeln.
Leute, die zu Fuß gehen, gehören nicht zur Welt, das sind Bürger, Menschen aus dem Volk, Leute aus einer andern Welt, und fast könnte man sagen, eine Kutsche sei weniger zum Fahren als zum Dasein notwendig.
Liebe begnügt sich nicht mit bloßer Gefälligkeit.
Liebe, der Seele Leben!
Lieber will ich, dass du mir dein Herz und mein Leben nimmst, als, dass ich dich einen Augenblick hintergehen wollte.
Lob dient nur dazu, diejenigen zu verderben, die daran Gefallen finden, und stets gieren die Unwürdigsten am meisten danach.
Luxus und schlechter Geschmack sind unzertrennlich. Überall, wo der Geschmack viel Aufwand erfordert, ist er falsch.
Mächte des Himmels! Für den Gram hatte ich eine Seele, gebt mir nun eine für das Glück!
Man bekommt keine Lust, im Gefängnis zu sein, nur weil man darin bleiben muss.
Man beseitige unsere verhängnisvollen Fortschritte, man beseitige unsere Irrtümer und Laster, man beseitige das Menschenwerk, und alles ist gut.
Man darf weder Überdruss aufkommen lassen, noch die Begierde abweisen, man darf nicht verweigern, um zu verweigern, sondern um den Wert dessen zu erhöhen, was man gewährt.
Man erkauft sich weder seinen Freund noch seine Geliebte.
Man folgt seinem Herzen, und alles ist geschehen.
Man formt die Pflanzen durch die Pflege und die Menschen durch die Erziehung.
Man fragt nicht mehr danach, ob ein Mensch rechtschaffen ist, sondern bloß, ob er Talente hat.
Man fügt zu dem Übel, das man empfindet, noch dasjenige hinzu, welches man fürchtet.
Man hat schon lange angefangen, ein gewisses Staatswohl an die Stelle der Gerechtigkeit zu setzen.
Man ist nur in dem Maße wissbegierig, wie man unterrichtet ist.
Man kann auf die Leidenschaften nur durch Leidenschaften einwirken.
Man kann durch den Aufputz glänzen, man gefällt aber nur durch die Person. Unsere Kleider sind nicht wir.
Man könnte meinen, es seien lauter Marionetten, die auf dasselbe Brett genagelt sind oder von demselben Faden gezogen werden.
Man lernt die Menschheit lieben. In den großen Gesellschaften lernt man die Menschen nur hassen.
Man liebt weit mehr das Bild, das man sich macht, als den Gegenstand, auf den man es anwendet.
Man male uns die Liebe, wie man will, sie verführt, oder sie ist es nicht.
Man muss an alle Jahreszeiten denken.
Man muss das Joch schon ertragen, das man sich auferlegt hat.
Man muss die Menschen stets in Furcht und Schrecken halten. Wenn ihr sie einen Augenblick der Vernunft überlasst, dann seid ihr verloren.
Man muss glücklich sein, lieber Emile, das ist der Endzweck eines jeden fühlenden Wesens, das ist die erste Begierde, die uns die Natur eingeprägt hat, und die einzige, die uns niemals verlässt.
Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.
Man muss viel Kunst anwenden, um den gesellschaftlichen Menschen davon abzuhalten, dass er ganz und gar gekünstelt wirkt.
Man nehme unserem Leben diese Liebe zum Schönen, und man nimmt dem Leben allen Reiz.
Man sagt uns, das Gewissen sei das Werk der Vorurteile. Indessen weiß ich doch aus meiner Erfahrung, dass es dem Gebote der Natur wider alle Gesetze der Menschen hartnäckig folgt.
Man schildert die Liebe in den großen Städten lebhafter, empfindet man sie aber daselbst stärker als auf den kleinen Dörfern?
Man schreibt dieser Art Talisman eine ganz einzigartige elektrische Kraft zu, die aber bloß zwischen treuen Liebenden wirksam wird,, dass er nämlich dem einen die Küsse des andern über mehr als zweihundert Meilen weit mitteilt.
Man sieht einander so oft, bis man sich beständig zu sehen wünscht. Eine zärtliche und süße Empfindung pflanzt sich in die Seele ein, die in die heftigste Wut ausbricht, wenn ihr das kleinste Hindernis im Wege steht.
Man sieht selten, dass denkende Menschen viel Gefallen am Spiel haben, weil es das Denken behindert oder zu unfruchtbaren Berechnungen verleitet.
Man sorge dafür, dass jeder Mensch seine eigene Meinung hat, dann wird das, was an sich am angenehmsten ist, auch stets die meisten Stimmen haben.
Man studiere ein Volk außerhalb seiner Städte, nur so wird man es kennen lernen.
Man übt sich im Sehen wie im Empfinden, oder vielmehr ist ein scharfes Auge nichts als ein zärtliches, feines Gefühl.
Man versperre also dem Laster den Zugang, und der Mensch wird immer gut bleiben.
Mancher tut ein Äußerstes und zeigt sich einmal mutig, damit er das Recht erlange, zeit seines übrigen Lebens sich zu verstecken.
Meine Leiden sind das Werk der Natur, mein Glück aber ist mein Werk.
Mensch, suche den Urheber des Übels nicht mehr, du bist selbst dieser Urheber.
Mit der Freiheit herrscht überall, wo viele Menschen zusammenkommen, auch die Freude. Pflanzt in der Mitte eines Platzes einen mit Blumen bekränzten Baum auf, versammelt dort das Volk, und ihr werdet ein Fest haben.
Mit der Freiheit ist es nicht anders als mit derben und saftigen Speisen oder starken Weinen. Für gesunde und starke Naturen sind sie nahrhaft und stärkend. Sie überladen, verderben und berauschen jedoch schwache und zarte Menschen.
Mit der Liebe erwacht die Eifersucht, die Zwietracht herrscht, und der angenehmsten der Leidenschaften wird Menschenblut zum Opfer gebracht.
Mit der übermäßigen Verweichlichung der Frauen fängt auch die der Männer an.
Mit der Vernachlässigung der Sprache der Zeichen, welche zur Einbildungskraft reden, hat man die eindringlichste verloren.
Nachdem man also die Lehre durch das Wunder bewiesen hat, muss man das Wunder durch die Lehre beweisen.
Nehmen Sie der Liebe die Achtung, so ist sie nichts mehr.
Nehmen Sie unsern Gelehrten das Vergnügen, sich hören zu lassen, so wird das Wissen wertlos für sie.
Nein, mein süßer Freund, nein, wir wollen nicht aus diesem kurzen Leben gehen, ohne wenigstens einen Augen blick das Glück verspürt zu haben.
Nein, unter der Welt Geräuschen wird das Herz nicht genährt. Falsches Vergnügen macht ihm den Verlust des wahren noch bitterer, und lieber sind ihm seine Leiden als ein eitler Ersatz.
Nicht alle Talente sind denselben Menschen verliehen.
Nicht der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten Jahre zählt, sondern der, welcher sein Leben am meisten empfunden hat.
Nicht Geld allein haben die Unglücklichen nötig. Bloß die faulen Wohltäter wissen nicht anders Gutes zu tun, als mit dem Beutel in der Hand.
Nichts ist für aufrichtige Liebhaber gefährlicher als die Welt der Vorurteile.
Nichts ist liebenswürdiger als die Tugend, man muss sie aber genießen, wenn man sie so finden will.
Nichts ist schändlicher als unkeusches Leben und dessen grobe Sprache.
Nichts ist schwerer als die Wahl eines guten Mannes, wenn es nicht vielleicht die Wahl einer guten. Frau ist.
Nichts kann sich mit dem Evangelium vergleichen. Allein, seine erhabene Einfachheit ist nicht jedem Menschen gleichermaßen zugänglich.
Nie hat man den gesehen, den eine gute Tat gereut hätte.
Nie meditiere oder träume ich anmutiger, als wenn ich mich ganz vergesse. Ich werde unaussprechlich entzückt, verliere mich ganz in Wonne, wenn ich mit dem System der Wesen sozusagen verschmelze, mit der ganzen Natur eins werde.
Niemals gibt es Liebe ohne Hochachtung in einem rechtschaffenen Herzen, weil ein jeder an dem, was er liebt, nur die Eigenschaften liebt, auf die er selbst Wert legt.
Niemals hat ein keusches Mädchen Romane gelesen.
Niemals liebten empfindsame Herzen die lärmenden Vergnügungen, das eitle und unfruchtbare Glück der Leute, die nichts empfinden und welche glauben, ihr Leben betäuben heiße, es genießen.
Niemals sage ich etwas über einen Dritten, das ich nicht bereit wäre, ihm ins Angesicht zu sagen.
Niemals sind die Bösen zu etwas Gutem gut, es mag sein, was es wolle.
Nun macht aber eigentlich das Land ein Land aus, und das Landvolk macht die Nation aus.
Nur aus der Melodie entspringt jene unwiderstehliche Gewalt der gemütsbewegenden Töne, von ihr nur kommt alle Kraft, womit die Musik auf die Seele wirkt.
Nur die Törinnen machen von sich reden, die weisen Frauen erregen kein Aufsehen.
O Liebe, kann man auf deine Kosten die Natur rächen?
O mein Freund, die Geduld ist bitter, ihre Frucht aber süß.
O meine Gattin! Meine würdige, keusche Gefährtin! O Glanz und Glück meines Lebens!
O Philosophie, wie viel Mühe gibst du dir, die Herzen eng und die Menschen klein zu machen!
O süße Trugbilder! O Hirngespinste, ihr letzte Zuflucht der Unglücklichen! Ach, ersetzt uns, wenn es möglich ist, die Wirklichkeit!
O unsterbliche Erinnerung an jenen Augenblick der Illusion, des Rauschs und der Bezauberung! Niemals, niemals sollst du in meiner Seele erlöschen.
O wie liebenswürdig sind der Liebe Verblendungen! Ihre Schmeicheleien sind in gewissem Sinne Wahrheiten. Der Verstand schweigt, aber das Herz redet.
O wie schlecht kennst du es, dieses Herz, das dich anbetet! Dieses Herz, das dir zufliegt und sich dir, bei jedem Schritte, zu Füßen legt.
O zauberische Schwermut! O Sehnsucht einer gerührten Seele!
Oft sind die Unterdrückten nur darum unterdrückt, weil es ihnen an Mitteln fehlt, ihre Klagen vorzubringen.
Oh, wenn du an meinem Herzen zweifeln könntest, wie verachtenswert würde das deinige sein!
Ohne Zweifel ist das Unglück ein großer Lehrer, aber er lässt sich seinen Unterricht teuer bezahlen.
Reichtum und Einfluss erhalten sich gegenseitig, das eine hat ohne das andere kaum Bestand.
Reisen, um zu reisen, heißt umherschweifen, ein Vagabund sein.
Romane sind vielleicht das letzte Mittel zur Erziehung, das man noch einem Volk geben kann, das so verdorben ist, dass sonst nichts mehr fruchtet.
Sage mir, Kind, hat denn die Seele ein Geschlecht?
Schamhaftigkeit lässt sich nicht spielen. Kein Kunstgriff ist lächerlicher als der, der sie nachzuäffen versucht.
Schauspiel wird für das Volk gemacht, und aus seinen Wirkungen auf das Volk kann man allein seine notwendigen Eigenschaften bestimmen.
Schweigt die Eigenliebe und spricht die Vernunft, so tröstet sie uns über alle Leiden, die wir nicht vermeiden konnten.
Sei gerecht, und du wirst glücklich sein.
Seine Seufzer besiegten mein Herz.
Seitdem alle Empfindungen der Natur durch die äußerste Ungleichheit erstickt sind, kommen von der höchst unbilligen despotischen Herrschaft der Väter die Laster und das Unglück der Kinder.
Selbst der Liebe Verblendungen werden in keuschen Herzen gereinigt und verderben nur Herzen, die bereits verderbt sind.
Sie hegen keine Begierden, sie lieben. Ihr Herz folgt nicht den Sinnen, es leitet sie.
Sie suchte einen Mann und fand nur Affen, sie suchte eine Seele und fand keine.
Sie will lieber sich verzehren und ohne Unterlass kämpfen, sie will lieber unglücklich und frei sterben, als bei einem Manne verzweifeln, den sie nicht lieben könnte und den sie selbst unglücklich machen Würde.
Sinnlicher Mensch, wirst du niemals zu lieben wissen?
So bin ich denn nun allein auf Erden, ohne Bruder, ohne Nächsten, ohne Freund, überlassen meiner eigenen Gesellschaft.
So ist in gewissen Ländern der Dinge Wesen an Wörter geknüpft, und so genügen ehrbare Namen, um etwas zu ehren, was ganz und gar ehrlos ist.
So viel Bücher lassen uns das Buch der Welt hintan setzen, oder wenn wir noch darin lesen, so hält sich jeder an sein Blatt.
Sobald die Mutterschaft eine Last ist, findet man bald ein Mittel, sich ganz und gar davon zu befreien.
Sobald einer über die Staatsangelegenheiten sagt "Was geht's mich an", muss man damit rechnen, dass der Staat verloren ist.
Sobald man nur sich selbst erforschen will, fühlt jeder das Gute, erkennt jeder das Schöne, keins von beiden braucht man uns zu lehren, und man betrügt sich hierin nur insoweit, als man sich betrügen will.
Sogar wenn ich meine Besuche ab statte, bediene ich mich nur ungern der Kutsche. Denn ich habe zwei kräftige Beine, und es sollte mir leid tun, wenn ich, durch meine etwas größeren Mittel bewogen, ihren Gebrauch verlernte.
Solange der Ackerbau geehrt wurde, gab es weder Elend noch Müßiggang, und es gab weit weniger Laster.
Solange die Ausübung der Tugend nichts kostet, braucht man sie kaum zu kennen. Dieses Bedürfnis entsteht erst, wenn die Leidenschaften erwachen.
Solange wir nicht wissen, was wir tun sollen, besteht die Weisheit darin, dass wir in der Untätigkeit bleiben. Dies ist von allen Grundregeln diejenige, welche der Mensch am meisten braucht und der er am wenigsten zu folgen weiß.
Statt uns von unseren Lächerlichkeiten zu heilen, wird uns die Komödie die Lächerlichkeiten anderer vor Augen führen.
Stellen wir uns einen Tauben vor, welcher die Existenz der Klänge leugnet, weil sie niemals seine Ohren berührt haben.
Sterbliche, werdet ihr niemals aufhören, die Natur zu verleumden?
Stets anders reden, als man denkt, alles, was man empfindet, verbergen, aus Pflicht falsch sein und aus Sittsamkeit lügen: Das ist die Lage jedes Mädchens in meinem Alter.
Stört man die öffentliche Ruhe, wenn man jeden an die Gesetze seines Landes erinnert?
Süßes Dunkel der Unbekanntheit, dreißig Jahre lang warst du mein Glück, hätte ich dich doch nie verlassen!
Tacitus hat die Germanen seiner Zeit besser beschrieben, als irgendein Schriftsteller die heutigen Deutschen beschrieben hat.
Trinker reden gern, sind herzlich und freimütig, sind, von ihrem einen Fehler abgesehen, fast immer gute, rechtschaffene, gerechte, treue, wackere und ehrbare Leute.
Tut das Gegenteil vom Üblichen, und ihr werdet fast immer das Richtige tun.
Über die Musik will ich Ihnen nichts sagen, Sie kennen sie. Wovon Sie aber keine Vorstellung haben können, das ist das schreckliche Geschrei, das anhaltende Brüllen, welches das ganze Stück hindurch von der Bühne schallt.
Überall also, wo die Frauen herrschen, muss auch ihr Geschmack herrschen: Er ist es auch, der unser Jahrhundert bestimmt.
Überall wird die Trunkenheit am meisten von Leuten verabscheut, die am meisten Grund haben, sich vor ihr in Acht zu nehmen.
Überall, wo Fremde selten sind, werden sie gut aufgenommen.
Überall, wo Menschen sind, bin ich bei meinen Brüdern, überall, wo keine sind, bin ich zu Hause.
Überdies ist es nach der Ordnung der Natur, dass die Frau dem Manne gehorche.
Überhaupt reden die Leute viel, die wenig wissen, und die Leute, welche viel wissen, reden wenig.
Um alle deine Reize auszudrücken, müsste man dich in jedem Augenblick deines Lebens malen.
Um ein imaginäres Wohlergehen zu finden, schaffen wir uns tausenderlei wirkliche Übel.
Um Kinder erziehen zu können, wartet doch wenigstens so lange, bis ihr selber keine mehr seid!
Um sich zu unterrichten, genügt es nicht, dass man nur die Länder durcheilt, man muss zu reisen wissen. Um zu beobachten, muss man Augen haben und sie auf den Gegenstand richten, den man kennen lernen will.
Umsonst spricht die Weisheit aus Ihrem Munde, der Natur Stimme spricht stärker.
Unaufhörlicher verfeinert sich die Lehre, und die Moral sinkt immer mehr.
Und ich sah bald aus meiner eigenen Erfahrung, dass die Quelle des wahren Glücks in uns selbst liegt und, dass es nicht in der Menschen Gewalt steht, den, der es versteht, glücklich sein zu wollen, wahrhaft elend zu machen.
Und sie allein, die wahre Liebe, weiß den Begierden alles zu erstatten, ohne der Schamhaftigkeit das Geringste zu nehmen.
Und wie hätte ich das Schicksal, das meiner wartete, voraussehen können? Wie kann ich es selbst jetzt, da ich ihm überlassen bin, begreifen?
Und worüber sollte man Bosheiten sagen, wenn man an nichts mehr etwas Böses findet?
Unser wahres Studium ist das der menschlichen Lebensbedingungen.
Unsere Begierden reichen weit, unsere Stärke ist fast nichts.
Unsere Blicke aber ersetzen alle Worte.
Unsere Blicke aber ersetzten alle Worte.
Unsere größten Übel kommen aus uns selbst.
Unsere Seelen sind in dem Maße verdorben, in dem unsere Wissenschaften und Künste vollkommener geworden sind.
Unsere Sorgen, unsere Kümmernisse, unsere Leiden stammen aus uns selbst.
Unter allen Jahrhunderten der Literatur hat es keines gegeben, in dem man so viel gelesen hätte wie in diesem, und keines, in dem man weniger gelehrt gewesen wäre.
Unüberwindliche Macht der Stimme der Geliebten!
Vergaß man jemals das, was man einmal liebte?
Vergebens trachtet man nach der Freiheit unter dem Schutz der Gesetze! Gesetze! Wo gibt es sie, und wo werden sie befolgt?
Vergehen denn die Tugenden, die man wirklich hat, durch eines Verleumders Lügen?
Vergiften die Bösen nicht ihr und unser Leben?
Volle Herzen grübeln nicht sehr, und der Verliebten Zänkereien über Nichtigkeiten haben immer einen weit triftigeren Grund, als es scheint.
Von Natur aus denkt der Mensch kaum. Denken ist eine Kunst, die er, wie alle anderen, und sogar noch schwerer, lernt.
Vor allem der Seele wegen ist es nötig, den Körper zu üben.
Vorstellungen der Scham und Sittsamkeit sind dem Volk tief eingeprägt.
Vorzeiten richtete man mit kleinen Mitteln große Dinge aus, und heutzutage tut man gerade das Gegenteil.
Wahnsinnigen darf man keine Waffen in die Hände geben.
Wahre Liebe ist stets sittsam.
Wahrhaft, wenn man so etwas Großes wie die Freiheit zu bewahren hat, ist der Rest recht kindisch.
Wahrnehmen heißt empfinden, vergleichen heißt urteilen.
Wäre dein Herz fähig, diesen Sieg in Frieden zu genießen, glaube mir: Es hätte ihn nie erhalten.
Wäre Feigheit niemals der Tugend Hindernis, so würde sie aufhören ein Laster zu sein.
Warte, junger Mensch, prüfe, beobachte!
Warum lebt in einer so reichen Stadt das gemeine Volk so elend?
Warum sagt man, die Schamhaftigkeit mache die Frauen falsch? Sind die jenigen, die sie vollständig verloren haben, denn ehrlicher als die anderen?
Warum sollte man einem Liebhaber treuer sein als einem Ehemann?
Warum sollten Eindrücke, die die Seele mit so großer Kraft aufnimmt, nicht ebenso weit dringen als sie selbst?
Was auch die Spaßvögel dazu sagen, so ist doch der gesunde Menschenverstand bei beiden Geschlechtern gleich.
Was die geschlechtliche Scham im Besonderen betrifft: Welche lieblichere Waffe konnte die Natur dem Geschlecht geben, das sie sich selbst zu verteidigen bestimmte?
Was für höllische Ungeheuer sind doch diese Vorurteile, die die besten Herzen verderben und jeden Augenblick die Natur zum Schweigen bringen!
Was für Vorsichtsmaßnahmen hat man doch bei einem jungen wohlerzogenen Mann zu ergreifen, bevor man ihn den ärgerlichen Sitten unserer Zeit aussetzt!
Was gibt es Menschliches, das ohne Fehler wäre?
Was hilft das Schweigen, wenn das Gewissen schreit?
Was hilft es, seinen Wagen besser lenken zu lernen, wenn man am Ende der Fahrt ist?
Was in mir aber Unruhe erweckt, ist, dass oft das Betragen eines vom Wein erhitzten Menschen bloß die Wirkung dessen ist, was zu andern Zeiten im Innersten seines Herzens vorgeht.
Was kannst du genießen, wenn du allein genießest?
Was kommt es darauf an, an welchem Ort ich wohne, wenn ich da handle, wo ich handeln soll?
Was macht wohl die Freundschaften zwischen Frauenzimmern, und zwar solchen, die zu lieben wissen, so lau und wenig dauerhaft? Der Eigennutz der Liebe ist es, die Herrschaft der Schönheit, die Eifersucht der Eroberungen.
Was man tun soll, hängt sehr von dem ab, was man glauben muss, und in allem, was nicht die ersten Bedürfnisse unserer Natur betrifft, sind unsere Meinungen die Richtschnur unserer Handlungen.
Was nützten uns die Künste ohne den Luxus, welcher sie nährt.
Was sind es für Geheimnisse, die eine Mutter nicht wissen darf?
Was sollen wir auf der Bühne die Pflichten von Königen studieren, nur um die unseren zu vernachlässigen?
Weder Scheiterhaufen noch Befehle werden mich meine Sprache ändern lassen.
Weder Vernunft noch Tugend noch Gesetze werden die öffentliche Meinung überwinden, solange man die Kunst, sie zu ändern, nicht kennt.
Wehe aber, wer sich dem Gelächter aussetzt, er ist auf ewig gebrandmarkt.
Wehe der Zeit, in der die Frauen ihre Gewalt verlieren und ihre Urteile nichts mehr über die Männer vermögen! Das ist die letzte Stufe des Verderbens. Alle gesitteten Völker haben die Frauen in Ehren gehalten.
Wehe jedem, der eine Sittenlehre predigt, die er nicht ausüben will!
Weil der Leib sozusagen vor der Seele geboren wird, muss auch der Leib zuerst behandelt werden.
Weil der Mensch sterben muss, muss er sich auch fortpflanzen.
Weil man so viel mit aller Welt verkehrt, hat man keine Familie mehr, kaum kennt man seine Verwandten.
Weißt du nicht, dass es eine Grenze gibt, wo keine Vernunft mehr wider steht, und, dass kein Mensch auf der Welt zu finden ist, dessen gesunder Verstand jede Probe aushält?
Welche Ehre kann wohl eine solche Entscheidung bestimmen, und welche Vernunft kann sie rechtfertigen? Wenn das gilt, dann braucht also ein Schelm sich nur zu schlagen, so hört er auf, ein Schelm zu sein.
Welche Gefahren, welche Irrwege gibt es nicht bei der Erforschung der Wissenschaften!
Welche Liebe kann dort herrschen, wo die Schamhaftigkeit verlacht wird?
Welche Strafe mir auch auferlegt wird, wird sie doch minder grausam sein als die Erinnerung an mein Verbrechen.
Welche Zaubertöne! Was für eine Musik! Welche unerschöpfliche Quelle von Vergnügen und Empfindung!
Welcher Ausschweifung würden reine Geister wohl fähig sein?
Welcher rechtschaffne Mann besitzt wohl Überfluss, solange es noch andre gibt, denen es am Notwendigen gebricht?
Wenn das Gute das Schlechte über steigt, muss die Sache trotz ihrer Mängel zugelassen werden, und wenn das Schlechte das Gute übersteigt, muss man sie trotz ihrer Vorzüge ablehnen.
Wenn der Mensch tätig und frei ist, handelt er aus sich selbst.
Wenn die Arme viel arbeiten, ruht die Einbildungskraft aus, wenn der Leib sehr müde ist, erhitzt sich das Herz nicht.
Wenn die Frauen ihre Pflicht tun werden, so seien Sie versichert, dass ihre Töchter ihre nicht versäumen werden.
Wenn die Philosophen imstande wären, die Wahrheit zu entdecken, welcher von ihnen würde sich für sie interessieren?
Wenn die Seele immateriell ist, kann sie den Leib überleben, und wenn sie ihn überlebt, so ist die göttliche Vorsehung gerechtfertigt.
Wenn die Sorgfalt, mit der wir der Natur entgegenarbeiten, dem Körper schadet, so schadet sie dem Geist noch mehr.
Wenn du etwas hassen können wirst, werde ich aufhören, dich zu lieben.
Wenn Duelle heute seltener sind, so nicht, weil sie verachtet oder bestraft werden, sondern weil sich die Sitten geändert haben.
Wenn ein gelehrter Mann käme und mir im Namen Gottes befehlen würde zu glauben, dass der Teil größer sei als das Ganze, was könnte ich bei mir selbst anderes denken, als, dass dieser Mann mir befiehlt, verrückt zu sein?
Wenn ein jeder sich selbst genug wäre, brauchte er nur das Land zu kennen, das ihn ernähren kann.
Wenn ein Tier krank ist, leidet es in der Stille und hält sich ruhig. Nun sieht man aber nicht mehr kranke Tiere als Menschen.
Wenn es auf der Erde nur ein einziges Beispiel des Glücks gibt, so findet es sich in einem rechtschaffenen Menschen.
Wenn es die Vernunft ist, die den Menschen macht, so ist es die Empfindung, die ihn leitet.
Wenn man auch zugibt, dass es wahre Wunder gibt, was hilft es uns, sobald es auch falsche gibt, von denen man sie nicht unterscheiden kann?
Wenn man aufhört zu lieben, so bleibt die Person, die man liebte, noch die selbe, die sie vorher war, man sieht sie aber nicht mehr so. Die Zauberhülle fällt ab, und die Liebe verschwindet.
Wenn man das ruhige und häusliche Leben lieben soll, muss man dessen Süßigkeit von Kindheit an empfunden haben. Nur in seinem Elternhaus erwirbt man die Lust an seinem eigenen Heim.
Wenn man ein Kenner ist, darf man keine Sammlung anlegen.
Wenn man einsam lebt, so wechselt man seine Lektüre weniger, weil man dann nicht eilig liest, um mit seiner Belesenheit zu prahlen: Man denkt aber über das Gelesene mehr nach.
Wenn man liebt, will man geliebt werden.
Wenn man mir sagt, ich solle meine Vernunft unterwerfen, so beleidigt man ihren Urheber.
Wenn man nur ankommen will, kann man mit der Post fahren, wenn man aber reisen will, muss man zu Fuß gehen.
Wenn man nur dem Gehör geschenkt hätte, was Gott zum Herzen der Menschen gesagt hat, so hätte es niemals mehr als eine Religion auf der Erde gegeben.
Wenn man seine Gesundheit durch ein zügelloses Leben verdorben hat, will man sie durch Arzneimittel wiederherstellen.
Wenn mein Vermögen mich unterjochen will, werde ich es ohne Gram aufgeben, ich habe Arme, um zu arbeiten, und ich werde leben.
Wenn nur die Lüge uns retten kann, so ist es aus, so sind wir verloren.
Wenn sich die höchste Gerechtigkeit rächt, so rächt sie sich bereits in diesem Leben.
Wenn sich die unbesonnene Jugend täuscht, so nicht darin, dass sie genießen will, sondern darin, dass sie den Genuss sucht, wo er nicht ist.
Wenn wir uns damit begnügten, was wir sind, würden wir unser Schicksal nicht zu beweinen haben.
Wer aber hätte jemals gesehen, dass wahre Freundschaft zuletzt in Liebe gemündet wäre?
Wer alles kann, kann nur das wollen, was gut ist.
Wer den Kult, den er mir predigt, mit Geheimnissen, mit Widersprüchen überlädt, lehrt mich eben dadurch, ihm zu Misstrauen.
Wer die Dinge gut genug kennt, dass er allen ihren wahren Wert geben kann, redet niemals zu viel.
Wer die Pflichten eines Vaters nicht erfüllen kann, hat kein Recht, es zu werden.
Wer gesund ist und alles Notwendige hat, ist reich genug, wenn er aus seinem Herzen die eingebildeten Güter verbannt.
Wer Güter genießen kann, wie ich sie verloren habe, kann der noch weiterleben?
Wer nicht ein wenig Leid zu ertragen weiß, muss damit rechnen, viel zu leiden.
Wer nur das Vermögen oder den Stand heiratet, ist der Person nichts schuldig.
Wer nützen will, muss angenehm sein, und meine Feder hat diese Kunst verlernt.
Wer seinem eigenen Vorteil zuliebe einen Freund bloßstellen könnte, verdiente der wohl, Freunde zu haben?
Wer sich aber eine Pflicht auferlegt, die ihm die Natur nicht auferlegt hat, muss sich vorher der Mittel versichern, sie zu erfüllen, sonst würde er selbst für das einstehen müssen, was er nicht wird tun können.
Wer sich in schlechten Zeiten den Staat ins Boot holt, wird ihn in guten Zeiten kaum mehr vom Steuer verdrängen können.
Wer sich nicht glücklich machen kann, kann wenigstens verdienen, es zu sein.
Wer unter großen leben muss, kann sich wider ihre vergifteten Grundsätze nicht genug mit Vorsichtsmaßnahmen schützen.
Wer unter Rasenden sich noch mäßigen will, setzt sich selbst ihrer Raserei aus.
Wer wahre Achtung für sich selbst hat, ist gegenüber der ungerechten Verachtung andrer wenig empfindlich und fürchtet nichts, als sie zu verdienen.
Wer weiß, wo man unabhängig und frei leben kann, ohne es nötig zu haben, jemandem Böses zu tun, und ohne Furcht, solches zu erleiden?
Wer wollte wohl immer leben?
Wie angenehm und reizend ist die aus dem Bewusstsein vollkommener Eintracht entspringende Sicherheit!
Wie die am wenigsten kultivierten Völker die weisesten sind, so reisen auch diejenigen am besten, die am wenigsten reisen.
Wie gern nährt sich doch eine toll gewordene Liebe mit Hirngespinsten!
Wie groß aber die Zahl der Bösen auf Erden auch sein mag, so gibt es doch wenige von diesen leichenhaften Seelen, die, abgesehen von ihrem Eigeninteresse, für all das unempfindlich geworden sind, was gerecht und gut ist.
Wie hat man nur aus den zärtlichsten Liebkosungen eine Pflicht und aus den süßesten Liebesbeziehungen ein Recht machen können? Das gegenseitige Verlangen schafft das Recht, die Natur kennt kein anderes.
Wie kann eine Frau einen Mann ehren, der sich entehrt?
Wie kann es doch in der Welt so niederträchtige Mannsbilder geben, die eine Kostbarkeit, die nur unser Herz bezahlen sollte, dem Elende abkaufen und von einem ausgehungerte Munde zärtliche Küsse der Liebe annehmen!
Wie kann man ein Zweifler aus System und in aller Aufrichtigkeit sein? Ich kann es nicht begreifen. Diese Philosophen existieren entweder nicht, oder sie sind die unglücklichsten Menschen.
Wie kann man sich zanken, wenn man sich liebt! Wie kann man Augenblicke, wo man des Trostes so sehr bedarf, damit verlieren, dass man einander quält?
Wie könnte man auf der Stelle jemandes Freund sein, den man noch nie gesehen hat?
Wie leicht ist es, heftigste Begierden durch die oberflächlichsten Gegenstände in die Irre zu führen!
Wie leichtgläubig uns doch die Leidenschaften machen! Und mit welcher Mühe reißt sich doch ein aufgewühltes Herz von Irrtümern los, selbst wenn es sie erkennt!
Wie machen doch ungestüme Leidenschaften die Menschen zu Kindern!
Wie nur schwere Krankheiten eine Zerrüttung des Gedächtnisses bewirken, so bewirken auch nur große Leidenschaften eine solche in den Sitten.
Wie schwach sind doch die Tröstungen der Freundschaft, wo die der Liebe fehlen!
Wie so seltsam ist der Liebe Eigensinn! Mein Herz hat mehr, als es hoffte, und ist doch nicht zufrieden.
Wie soll man an so viele Gegenstände denken, wenn man von einem erfüllt ist?
Wie viel Unrecht kann die Umarmung eines Freundes wiedergutmachen.
Wie viele Dinge gibt es, die man bloß empfindet und für die sich unmöglich ein Grund angeben lässt!
Wie viele scheinbare Tugenden verbergen oft die wirklichen Laster! Der Weise ist nüchtern aus Mäßigkeit, der Halunke aus Falschheit.
Wie viele Talente werden nicht vergraben, wie vielen Neigungen des liebenden Herzens wird nicht durch unbesonnenen Zwang der Väter Gewalt angetan?
Wie weit ist es möglich, dass ein Kind von dem gut erzogen wird, der selbst nicht gut erzogen ist?
Wie wenigen Übeln ist doch der Mensch unterworfen, der in der ursprünglichen Einfachheit lebt!
Wie will man denn beweisen, dass es Wunder sind?
Wie? Diejenigen, die ihr Schicksal teilen wollen, sollten ihr Vermögen nicht teilen dürfen?
Willst du dich in Abhängigkeit von Menschen begeben, die du verachtest?
Willst du glücklich und weise leben, so hänge dein Herz nur an die Schönheit, die nicht vergeht.
Wir haben eine innere Richtschnur, welche weit untrüglicher ist als alle Bücher und die uns in der Not niemals verlässt.
Wir hassen die Bösen nicht nur, weil sie uns schaden, sondern weil sie böse sind.
Wir können Menschen sein, ohne gelehrt zu sein.
Wir machen uns über die fahrenden Ritter lustig! Sie kannten die Liebe, und wir kennen nur noch die Ausschweifung.
Wir sehen bei allen uns zustoßenden Übeln mehr auf die Absicht als auf die Wirkung. Ein Ziegel, der vom Dach fällt, kann uns stärker verwunden, tut uns aber nicht so weh wie der Stein, den eine boshafte Hand absichtlich nach uns wirft.
Wir wollen also das Hilfsmittel Buch, das man uns rühmt, denjenigen überlassen, die gemacht sind, sich damit zufrieden zu geben. Es dient nur dazu, über das schwatzen zu lernen, was man nicht weiß.
Wir wollen nicht eine chimärische Vollkommenheit ansteuern, sondern das nach der Natur des Menschen und der Verfassung der Gesellschaft Bestmögliche.
Wissen Sie nicht, dass es so verabscheuungswürdige Dinge gibt, deren bloßes Anschauen dem Mann von Ehre untersagt ist, dass der Tugend Entrüstung das Laster nicht ertragen kann.
Wo alles gut ist, ist nichts ungerecht.
Wo ist der Philosoph, der seines Ruhmes willen nicht das menschliche Geschlecht gern betrügen würde?
Wofern nicht eine schöne Frau ein Engel ist, ist ihr Mann der unglücklichste Mensch, und wenn sie auch ein Engel wäre, wie wird sie verhindern, dass sie unaufhörlich von Feinden umgeben ist?
Woher komme ich? Wohin fahre ich? Und warum so eilig?
Wollt ihr die Männer kennen, so studiert die Frauen!
Wollte ich ein Volk studieren, so würde ich hingehen und in den abgelegensten Provinzen meine Beobachtungen anstellen, wo die Einwohner noch ihre natürlichen Neigungen besitzen.
Wozu sollen wir die Hölle in dem andern Leben suchen? Sie ist in diesem Leben schon im Herzen der Bösen.
Wozu sollen wir unser Glück in der Meinung eines anderen suchen, wenn wir es in uns selbst finden können?
Würden die Frauen nur einmal wieder Mütter, die Männer würden bald wieder Väter und Ehemänner werden.
Zu den Reizen, welche die Vereinigung der Herzen bietet, gesellen sich noch der Unschuld Reize. Keine Furcht, keine Schande stört unsere Glückseligkeit.
Zu welcher Zeit der Tod auch komme, ich trotze ihm, er wird mich nicht überfallen, wenn ich mit Vorbereitungen zum Leben beschäftigt bin, er wird mich niemals daran hindern, gelebt zu haben.
Zugegeben, dass alle Gewalt von Gott stammt. Aber auch alle Krankheit kommt von ihm, ist es deshalb verboten, einen Arzt zu rufen?
Zum Glück des Weisen gehören eine Frau und Feld, das ihm gehört. Allein, so bescheiden diese Schätze auch sind, so sind sie doch nicht so alltäglich, wie du meinst.
Zuweilen hat verschwiegne Liebe sich mitten unter der Freuden Getümmel und feierlicher Gastmahle Getöse zu verbergen gewusst.
Zwang und Liebe passen schlecht zusammen, und die Lust lässt sich nicht befehlen.
Zwischen zwei Personen desselben Alters gibt es keinen andern Verführer als die Liebe.
Anmut ohne Ungezwungenheit ist undenkbar.
Auf den Knien schreibe ich an dich, das Papier benetze ich mit meinen Tr?nen.
Auf der B?hne kann man alles, nur die gesunde Vernunft nicht brauchen.
Auf Erden ist alles in einem best?ndigen Fluss. Es kann nichts eine bestimmte und festgesetzte Gestalt behalten, also m?ssen auch unsere Neigungen, die an ?u?eren Dingen haften, mit diesen vor?bergehen und wechseln.
Bei allen Schl?gen des Schicksals f?hlt man den materiellen Schmerz am wenigsten, und wenn der Ungl?ckliche nicht wei?, wen er wegen seines Ungl?cks anklagen soll, dann h?lt er sich an das Schicksal, personifiziert es.
Bei allen Tugenden, bei allen Pflichten sucht man nur den Schein, ich suche die Wirklichkeit.
Bei den meisten Frauen wird der Liebhaber als ein Mensch betrachtet, der zum Hause geh?rt, tut er seine Schuldigkeit nicht mehr, so schickt man ihn weg und nimmt einen andern.
Bei der Ungewissheit des menschlichen Lebens wollen wir doch vornehmlich die falsche Klugheit vermeiden, das Gegenw?rtige dem Zuk?nftigen aufzuopfern, das hei?t oftmals, dasjenige, was ist, demjenigen aufopfern, was nicht sein wird.
Bei einem gerechten Gott ist die beste Art, etwas zu verlangen, wenn man verdient, es zu erhalten.
Bei unseren unvern?nftigen Einrichtungen ist das Leben einer rechtschaffenen Frau ein best?ndiger Kampf gegen sich selbst.
Bei unserer Geburt treten wir auf den Kampfplatz und verlassen ihn bei unserem Tode.
Bei zu gro?er Seelenerhebung schwindelt der Kopf, und man sieht die Dinge nicht mehr, wie sie sind.
Beim Streit gibt es keine Schonung: Wer sich vom Gegner mit ganzer Kraft angegriffen f?hlt, muss sich mit all seiner Kraft verteidigen, und so gewinnt der Geist an Genauigkeit und Sch?rfe.
Beleidigungen sind die Argumente derer, die unrecht haben.
Beleidigungen sind dir Argumente jener, die ?ber keine Argumente verf?gen.
Besser w?re es, niemals gl?cklich zu sein, als das Gl?ck zu kosten, um es zu verlieren.
Bevor man beobachtet, muss man sich Regeln f?r seine Beobachtungen machen.
Bevor man daran denkt, einen eingef?hrten Brauch zu zerst?ren, muss man ihn wohl abw?gen gegen die Br?uche, die an seine Stelle treten werden.
Beweisen eines Trunknen Schmachreden, dass man sie verdiene?
Bilden wir uns nicht ein, wir k?nnten unsere Freiheit bewahren und auf die Sitten verzichten, durch die wir sie uns erworben haben.
Bisher habe ich viele Masken gesehen, wann werde ich menschliche Gesichter erblicken?
Bleibt dem Greis noch irgendeine Kunst zu lernen, so ist es einzig die zu sterben, und gerade dies lernt man in meinem Alter am wenigsten, denn man denkt an alles, nur daran nicht.
Da die Menschen so verschiedene K?pfe haben, k?nnen sie nicht alle gleich stark von einem Beweis ger?hrt werden, besonders in Glaubensfragen.
Da du nach dem Stande eines Ehemannes und Vaters trachtest hast du auch dessen Pflichten recht erwogen?
Da jedes Volk seine guten und schlimmen Eigenschaften hat, so halte wenigsten die Wahrheit, welche lobt, ebenso in Ehren als die, welche tadelt!
Dadurch, dass sie ihre Kinder zu sehr in Weichlichkeit tauchen, bereiten sie sie zum Leiden, sie ?ffnen ihre Poren f?r Krankheiten aller Art, deren Raub sie werden, wenn sie gro? sind.
Damit man etwas sei, um man selbst und stets derselbe zu sein, muss man so handeln, wie man redet, muss man stets wissen, welche Partei man ergreifen soll, man muss sie ?ffentlich ergreifen und ihr stets folgen.
Darf man Redlichkeit von den H?uptern einer Partei erwarten? Ihre Philosophie ist f?r die anderen, ich brauche eine f?r mich. Nun denn, so will ich sie, solange noch Zeit ist, sie mit allen Kr?ften suchen.
Das aber, was einen fremden Zeit vertreib so notwendig macht, ist die Unzufriedenheit mit sich selbst, die Last des M??iggangs, das Vergessen der einfachen und nat?rlichen Freuden.
Das Bild der erloschenen Liebe erschreckt ein z?rtliches Herz mehr als das Bild der ungl?cklichen Liebe, und der Ekel vor dem, was man besitzt, ist ein hundertmal schlimmerer Zustand als das Bedauern ?ber das, was man verlor.
Das blinde Volk ist leicht zu verf?hren.
Das B?se, das der Mensch tut, f?llt wieder auf ihn zur?ck.
Das Einnehmen von Arzneien ist bei uns Mode, das muss es sein. Es ist der Zeitvertreib m??iger Leute, die nichts zu tun haben, die nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit machen sollen, und sie daher anwenden, sich zu erhalten.
Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.
Das einzige Mittel, die Leidenschaften zu l?utern, ist die Vernunft, und ich habe schon gesagt, dass die Vernunft auf dem Theater gar keine Wirkung hat.
Das Geld, das man besitzt, ist das Instrument der Freiheit, das Geld, dem man nachjagt, ist das Instrument der Knechtschaft.
Das Geld, das man besitzt, ist das Instrument der Freiheit; das Geld, dem man nachjagt, ist das Instrument der Knechtschaft.
Das Gewissen ist der erleuchtetste Philosoph.
Das Gewissen ist die Stimme der Seele, die Leidenschaften sind die Stimme des Leibes.
Das Gewissen ist die Stimme der Seele. Die Leidenschaft ist die Stimme des K?rpers.
Das Gewissen ist furchtsam, es liebt die Zur?ckgezogenheit und den Frieden, die Welt und der L?rm erschrecken es.
Das gr??te Gl?ck der Ehe h?ngt von so vielen ?bereinstimmungen ab, dass es eine Torheit w?re, wenn man sie alle zusammenbringen wollte. Man muss sich zun?chst der wichtigsten versichern.
Das Herz gehorcht keinem Gesetz au?er seinem eigenen, es entkommt der Knechtschaft, nur freiwillig gibt es sich her.
Das Kalb braucht nicht die Botanik zu studieren, um zu lernen, sein Futter zu finden, und der Wolf verzehrt seine Beute, ohne an ihre Unverdaulichkeit zu denken.
Das Kind, das sich blo? die Liebe zum Gesetze macht, w?hlt schlecht, der Vater, der sich die herrschende Meinung zum Gesetze macht, w?hlt noch schlechter.
Das L?cherliche ist die Lieblingswaffe des Lasters. Mit ihr greift es die Achtung, welche man der Tugend schuldet, im Grunde des Herzens an und l?scht schlie?lich die Liebe zu ihr aus.
Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genie?en.
Das Mittel der Unterweisung anwenden, um ein Frauenzimmer zu verderben, gewiss, das ist unter allen Verf?hrungen die verwerflichste.
Das muss allen Seelen von einer gewissen Art so gehen, sie verwandeln sozusagen die andern in sich selbst, sie haben einen Wirkungskreis, innerhalb dessen ihnen nichts widerstehen kann.
Das Reisen beg?nstigt jedes Naturell nach seinem Hange und macht den Menschen vollends gut oder b?se. Wer zur?ckkommt, nachdem er die Welt bereist hat, ist bei seiner Heimkehr das, was er sein ganzes Leben lang sein wird.
Das Schicksal wird uns zwar trennen, nicht aber entzweien k?nnen.
Das Schmachtende der Liebe entsteht nur in einer s??en Ruhe, eine gewaltige Anstrengung erstickt die z?rtlichen Regungen.
Das Spiel ist kein Zeitvertreib eines reichen Mannes, es ist die Zuflucht eines Menschen, der nichts zu tun hat.
Das Staatsrecht muss noch geboren werden, und es ist zu vermuten, dass es niemals wird geboren werden.
Das Theater ist nicht f?r die Wahrheit geschaffen, sondern daf?r, den Menschen zu schmeicheln, sie zu belustigen.
Das Triebwerk der Frau ist viel st?rker als das unsere, all seine Hebel bewegen das menschliche Herz.
Das unversch?mte Wesen passt nur f?r Sklaven, die Unabh?ngigkeit hat nichts Affektiertes.
Das Urteilsverm?gen der Frauen entwickelt sich fr?her als das der M?nner da sie fast von Kindheit an in der Defensive.
Das Vertrauen erhebt die Seele.
Das Wesentlichste ist, dass wir das sind, wozu uns die Natur bestimmt hat. Man ist stets nur gar zu sehr das, .was die Menschen wollen, dass man sein soll.
Das wird eine knechtische Seele werden, bei der man mit Strenge etwas erreicht.
Das Wort Tugend kommt von St?rke, die St?rke ist die Grundlage aller Tugend.
Deine Ehre liegt allein in dir.
Dem Schauspieler verbieten, lasterhaft zu sein, hei?t so viel wie dem Menschen verbieten, krank zu sein.
Den Eheleuten kommt es zu, einander auszusuchen. Die gegenseitige Neigung muss ihr erstes Band sein. Ihre Augen, ihre Herzen m?ssen ihre ersten F?hrer sein.
Denken war mir stets eine m?hsame und reizlose Besch?ftigung.
Denn der Verstand verdirbt die Sinne, und der Wille redet noch, wenn die Natur schon schweigt.
Denn die Liebe zur Ordnung, welche die Ordnung hervorbringt, hei?t G?te, und die Liebe zur Ordnung, welche sie erh?lt, hei?t Gerechtigkeit.
Denn in welchem Lande der Welt sind nicht Sanftmut und Mitleid der Frauen liebensw?rdiger Anteil?
Denn w?ren alle Menschen Sokrates, so w?re die Wissenschaft nicht sch?dlich, aber sie h?tten auch kein Bed?rfnis nach ihr.
Der Atem des Menschen ist f?r seinesgleichen t?dlich.
Der Augenblick des Besitzes ist der Liebe entscheidender Zeitpunkt.
Der Ausdruck der Empfindungen liegt in den Geb?rden, der Ausdruck der Gedanken in den Blicken.
Der Besitz, welcher nicht gegenseitig ist, ist nichts, er ist h?chstens der Besitz des Geschlechtes, aber nicht der Person.
Der b?rgerliche Mensch ist nur eine Brucheinheit, die vom Nenner abh?ngt und deren Wert in ihrem Verh?ltnis zu dem Ganzen liegt, welches der gesellschaftliche K?rper ist.
Der Charakter offenbart sich nicht an gro?en Taten, an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
Der Dienst, den Gott fordert, ist der Dienst des Herzens, und der ist stets einheitlich, wenn er aufrichtig ist.
Der Ehrenmann hierzulande ist nicht der, welcher rechtschaffen handelt, sondern der, welcher sch?ne Dinge sagt.
Der ehrliche Mann aus dem einen Hause gilt als Schelm im Nachbarhause.
Der Eifer der N?chstenliebe ist doch wohl so viel wert wie die Sittsamkeit.
Der Eigentumsteufel vergiftet alles, was er ber?hrt.
Der einzige n?tzliche Teil der Arzneikunst ist die Hygiene. Die Hygiene ist allerdings weniger eine Wissenschaft als eine Tugend.
Der erste geduldete Missbrauch f?hrt einen andern herbei, und diese Kette endet erst mit der Umkehrung aller Ordnung und der Verachtung aller Gesetze.
Der erste Lohn der Gerechtigkeit ist die Empfindung, dass man sie ?bt.
Der erste Nachteil in gro?en St?dten ist, dass die Menschen dort zu andern Gesch?pfen werden, als sie eigentlich sind.
Der Fels ist steil, das Wasser tief, und ich bin voller Verzweiflung.
Der freieste und s??este Akt l?sst keine wirkliche Gewaltt?tigkeit zu, die Natur und die Vernunft widersetzen sich ihr.
Der Freundschaft Sanftmut m??igt der Liebe Ungest?m.
Der gef?hrlichste aller Fallstricke und der einzige, den die Vernunft nicht vermeiden kann, ist der der Sinne.
Der Geschmack ist allen Menschen nat?rlich, sie haben ihn aber nicht alle in gleichem Ma?e.
Der Geschmack ist die Kunst sich auf Kleinigkeiten zu verstehen.
Der Geschmack ist gewisserma?en der Urteilskraft Vergr??erungsglas, er bringt kleine Gegenst?nde in ihre Reichweite, und seine Wirkungen fangen da an, wo die der Urteilskraft enden.
Der Glaube wird durch den Verstand gesichert und gefestigt. Die beste von allen Religionen ist unfehlbar die klarste.
Der gro?e Irrtum derer, die studieren, ist, dass sie sich zu sehr auf ihre B?cher verlassen und nicht genug aus ihrem eigenen Reichtum sch?pfen.
Der Handel und die K?nste, die die V?lker vermengen und vermischen, hindern sie auch daran, einander zu studieren. Wenn sie wissen, was f?r Nutzen sie voneinander ziehen k?nnen, was brauchen sie dann noch mehr zu wissen?
Der Himmel wird unsere Schicksale auf Erden oder unsere Seelen im ewigen Leben vereinigen.
Der h?chste Genuss besteht in der Zufriedenheit mit sich selbst.
Der Krieg ist oft eine Pflicht, aber deswegen muss man kein Handwerk daraus machen.
Der Leib hat so wie der Geist seine Bed?rfnisse.
Der Leib muss Kraft haben, um der Seele zu gehorchen.
Der Luxus verdirbt alles, sowohl den Reichen, der ihn genie?t, als den Armen, der ihn begehrt.
Der Mann ist nur in gewissen Augenblicken Mann, die Frau ist ihr ganzes Leben lang Frau.
Der Mann sagt, was er wei?, die Frau sagt, was gef?llt.
Der ma?volle Mensch aber kommt stets wieder auf seine alten Gepflogenheiten zur?ck und verliert auch in seinem Alter nicht den Geschmack an den Vergn?gungen, die er als Kind liebte.
Der Mensch ist frei geboren, und dennoch liegt er ?berall in Ketten.
Der Mensch ist in seinen Handlungen frei und als freies Wesen von einer immateriellen Substanz beseelt.
Der Mensch lebt nur halb w?hrend seines Lebens, und das Leben der Seele f?ngt erst mit dem Tode des Leibes an.
Der Mensch lernt mit den Augen seines Geistes ebenso wie mit den Augen seines Leibes sehen, allein das erstere Lernen dauert weit l?nger als das Letztere.
Der Mensch, der am meisten gelebt hat, ist nicht derjenige, der die meisten Jahre z?hlt sondern derjenige, der das Leben am st?rksten empfunden hat.
Der Mensch, der nur gut ist, ist blo? f?r sich gut.
Der Missbrauch der B?cher t?tet die Wissenschaft. Da man das zu wissen glaubt, was man gelesen hat, so glaubt man sich davon befreit, es zu lernen.
Der Missbrauch unserer F?higkeiten macht uns ungl?cklich und b?se.
Der Moral Gesetze h?ngen nicht von den Gebr?uchen der V?lker ab.
Der Philosophie kann man keine w?rdigeren Dienste leisten als nur mit demselben Feuer, das eine Geliebte in uns entz?ndet.
Der Reiz des h?uslichen Lebens ist das beste Gegengift gegen schlechte Sitten.
Der Samen der Tugend geht schwer auf, es geh?ren lange Vorbereitungen dazu, ihn Wurzel fassen zu lassen.
Der Schein einer Religion ?berhebt sie der M?he, wirklich eine zu besitzen.
Der Sch?ler sieht den Lehrer nur als Zuchtmeister und die Gei?el der Kindheit an.
Der sinnliche Trieb strebt nach dem Wohlsein des K?rpers, und die Liebe zur Ordnung nach dem Wohl der Seele.
Der Tod ist das Ende des Lebens f?r den B?sen und der Anfang des Lebens f?r den Gerechten.
Der Triumph der Sp?tter ist von kurzer Dauer, die Wahrheit bleibt, und deren unsinniges Lachen verstummt.
Der Ursprung allen Handelns liegt im Willen eines freien Wesens.
Der wahre Duldsame duldet nicht das Laster und keine Lehre, welche die Menschen b?se macht.
Der wahre Gl?ubige wei?, dass der Ungl?ubige auch ein Mensch ist, dass er auch ein rechtschaffener Mensch sein kann, und er kann also, ohne lasterhaft zu werden, teil an seinem Schicksal nehmen.
Der Welt Ehre kann zum ?u?erlichen Gl?cke vorteilhaft sein, dringt aber nicht in die Seele und hat keinen Einfluss auf wahres Gl?ck.
Der Widerwille gegen alles, was unsere Freuden st?rt und bek?mpft, ist eine nat?rliche Regung.
Der wilde Mensch lebt in sich, der gesellige hingegen ist immer au?er sich und lebt nur in der Meinung, die andere von ihm haben.
Der Wurf mag zuweilen nicht treffen, aber die Absicht verfehlt niemals ihr Ziel.
Der Zustrom von G?sten zerst?rt die Gastfreundschaft.
Derjenige unter uns, der das Gute und B?se dieses Lebens am besten ertragen kann, ist nach meiner Auffassung am besten erzogen.
Derjenige, welcher die Wahrheit seinem Ruhme vorzieht, kann hoffen, dass sie ihm wichtiger als sein Leben wird.
Des Himmels ewiger Beschluss bestimmte uns f?reinander, das ist das erste Gesetz, dem man Geh?r geben muss, das die erste Sorge des Lebens, sich mit dem Gegenstande zu vereinigen, der uns das Leben vers??en soll.
Des Lasters Bild beleidigt ein unparteiisches Auge an allen Orten.
Die allgemeinen und abstrakten Ideen sind die Quellen der gr??ten Irrt?mer der Menschen. Niemals hat das Kauderwelsch der Metaphysik eine einzige Wahrheit entdecken lassen.
Die Anmut nutzt sich nicht so ab wie die Sch?nheit. Sie hat Leben, sie erneuert sich ohne Unterlass, und eine rechtschaffene Frau mit Anmut gef?llt nach einer drei?ig j?hrigen Ehe ihrem Mann noch genauso wie am ersten Tag.
Die Augenblicke, wo wirkliche Not sich f?hlbar macht, sind immer selten. Der Blick in die Zukunft und die Einbildungskraft vermehren sie.
Die B?ume, die Str?ucher, die Pflanzen sind der Schmuck und das Gewand der Erde.
Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die ?ber keine Argumente verf?gen.
Die Betrachtung des menschlichen Elends aber macht den Weisen stets ma?voll.
Die blo?e Lauheit unseres Willens macht alle unsere Schwachheit aus, und man ist allezeit stark genug, das zu tun, was man will.
Die blo?e Vernunft ist nicht aktiv, sie h?lt zuweilen zur?ck, selten erregt sie, und niemals hat sie etwas Gro?es vollbracht. Allzeit vern?nfteln ist die Sucht kleiner Geister.
Die christliche Liebe mordet nicht. Die Liebe zum N?chsten treibt uns nicht, ihn zu erw?rgen.
Die Dem?tigung der Eigenliebe vermehrt die Betr?bnis der abgewiesenen Liebe.
Die Ehre des Beifalls wird schlie?lich selten dem W?rdigsten, meistens dem Geschicktesten zuteil.
Die Ehrsucht, der Geiz, die falsche Vorsicht der V?ter, ihre Nachl?ssigkeit, ihre harte Unempfindlichkeit sind den Kindern hundertmal sch?dlicher als die blinde Z?rtlichkeit der M?tter.
Die Eigenliebe bringt mehr W?stlinge hervor als die Liebe.
Die Einbildungskraft, die das versch?nt, was man begehrt, verl?sst es im Besitz.
Die einzelnen Mitglieder sterben, aber die K?rperschaften sterben nicht. Dieselben Leidenschaften pflanzen sich darin fort.
Die Entsagungen sind verg?nglich, ihr Lohn aber bleibt best?ndig.
Die Erbs?nde erkl?rt alles, nur nicht ihren Grund.
Die Erfahrung belehrt stets, aber Nutzen bringt sie nur f?r den Zeitraum, den man vor sich hat. Ist es wohl in dem Augenblick, da man sterben soll, noch Zeit zu lernen, wie man h?tte leben sollen?
Die Erfahrung kommt den Lehren zuvor.
Die erhabenen Empfindungen sind schwach geworden, die g?ttliche Flamme ist erloschen, der Engel ist nur noch eine gew?hnliche Frau. Ach, was f?r eine Seele haben Sie der Tugend entzogen!
Die erste Erziehung ist am wichtigsten, und diese erste Erziehung kommt unzweifelhaft den Frauen zu.
Die erste von allen Sorgen ist die Sorge um sich selbst. Indessen, wie viel Mal sagt nicht die innere Stimme zu uns, dass wir Unrecht tun, wenn wir uns auf Kosten anderer Gutes tun.
Die ersten Handlungen der Tugend sind allezeit die beschwerlichsten.
Die ersten Menschen waren sehr unwissend. Wie kann man denn behaupten, dass sie verdorben waren, zu einer Zeit, wo die Quellen der Verderbnis noch nicht ge?ffnet waren?
Die ersten Tr?nen der Kinder sind Bitten. Wenn man nicht Acht darauf gibt, so werden sie bald Befehle.
Die ersten Woll?ste sind stets heimlich, die Scham w?rzt sie und verbirgt sie, die erste Geliebte macht nicht unversch?mt, sondern scheu.
Die Frau gilt mehr als Frau und weniger als Mann. ?berall, wo sie ihre Rechte geltend macht, ist sie im Vorteil, ?berall, wo sie sich die unsrigen anma?t, bleibt sie unter uns. Die schlauen Frauen erkennen das nur zu gut.
Die Frau hat mehr Witz und der Mann mehr Geist, die Frau beobachtet, und der Mann zieht Schl?sse. Aus diesem Zusammenwirken entstehen die klarsten Einsichten und das vollkommenste Wissen.
Die Frau ist dem Wesen nach kokett, ihre Koketterie aber wechselt die Form und den Gegenstand nach ihren Absichten.
Die Frauen haben eine gewandte Zunge, sie reden viel eher, viel leichter und viel angenehmer als die M?nner.
Die Frauen m?ssen so viel Kraft haben, dass sie alles, was sie tun, mit Anmut tun k?nnen, die M?nner brauchen so viel Geschicklichkeit, dass sie alles, was sie tun, leicht tun k?nnen.
Die Frauen sind nat?rliche Richterinnen ?ber die Verdienste der M?nner, so wie diese die Richter ?ber die Verdienste der Frauen sind. Dies geh?rt zu ihren gegenseitigen Rechten.
Die Frauen sind nicht zum Laufen geschaffen. Wenn sie fliehen, so geschieht es, um eingeholt zu werden.
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, da? er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun mu?, was er nicht will.
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.
Die Freundschaft allein kann mich fesseln, nicht Umst?nde, und hierin folge ich mehr meinem Herzen als meinem Vorteil.
Die Gebieterin ist nicht frei von Eigensinn, der Liebhaber nicht frei von Heftigkeit. Diese kleinen St?rme aber gehen schnell vor?ber und festigen die Vereinigung nur noch mehr.
Die Gerechtigkeit besteht darin, die Strafe genau nach dem Fehler abzumessen, und die ?u?erste Strenge der Gerechtigkeit ist selbst ein Fehler, wenn sie nicht auf vern?nftige Vorstellungen h?rt, welche die Strenge des Gesetzes mildern.
Die Gerechtigkeit der Menschen aber ist, einem jedem das zu geben, was ihm geh?rt, und die Gerechtigkeit Gottes, von einem jeden Rechenschaft zu fordern f?r das, was ihm gegeben ist.
Die Gerechtigkeit ist von der G?te untrennbar.
Die gew?hnliche Kunst der Sophisten besteht darin, eine Menge Argumente anzuh?ufen, um deren Schw?che zu verbergen
Die guten b?rgerlichen Satzungen sind diejenigen, welche am besten wissen, dem Menschen seine Natur auszuziehen, ihm sein absolutes Dasein zu nehmen, um ihm ein relatives zu geben.
Die Herrschaft der Frau fange mit ihren Tugenden an!
Die Herrschaft der Frau ist eine Herrschaft der Sanftmut, der Geschicklichkeit und der Gef?lligkeit. Ihre Befehle sind Liebkosungen, ihre Drohungen sind Tr?nen.
Die in reinlichen H?usern erzogenen Kinder, wo man keine Spinnen leidet, f?rchten sich vor den Spinnen, und diese Furcht bleibt ihnen oftmals, wenn sie gro? sind.
Die interessanteste Geschichte ist die, wo man die meisten Beispiele, Sitten, Gem?tsarten jeder Gattung, mit einem Wort: die meiste Belehrung findet.
Die Jugend ist die Zeit, die Weisheit zu studieren, das Alter, die erlangte Weisheit auszu?ben.
Die Jugend verirrt sich nie von selbst, alle ihre Irrt?mer kommen daher, dass man sie schlecht f?hrte.
Die Kenntnis des Menschen hat unter allen seinen Wissenschaften den gr??ten Nutzen und scheint mir noch am wenigsten ausgearbeitet.
Die Keuschheit einer Sprache besteht nicht darin, dass man die unehrbaren Redensarten vermeidet, sondern darin, dass es sie in ihr gar nicht gibt. In der Tat, wenn man sie vermeiden will, muss man an sie denken.
Die kleinen M?dchen lieben fast von Geburt an den Putz. Sie sind nicht zufrieden damit, dass sie h?bsch sind, sie wollen auch, dass man sie so findet.
Die Knaben lieben Bewegung und L?rm: Trommel, Kreisel, kleine Wagen.
Die Knoten, die man gar zu fest zuziehen will, rei?en. Dasselbe geschieht mit dem Eheband, wenn man es fester ziehen will, als es sein soll.
Die Leiden des K?rpers ersch?pfen die Seele, durch Leiden verliert sie ihren Schwung.
Die Liebe allein h?tte vielleicht meiner geschont, mein Verderben war das Mitleid.
Die Liebe ist das Reich der Frauen.
Die Liebe ist ihres gr??ten Reizes beraubt, wenn die Ehrbarkeit sie verl?sst.
Die Liebe ist nicht nur nicht k?uflich, sie wird auch durch Geld unfehlbar get?tet.
Die Liebe ist nur ein Trugbild, sie schafft sich sozusagen eine andere Welt, sie umgibt sich mit Gegenst?nden, die nicht da sind oder denen sie allein das Dasein gegeben hat.
Die Liebe wird vergehen, die Tugenden aber werden bleiben.
Die Liebe zu den Moden zeugt von schlechtem Geschmack, weil sich die Gesichter nicht mit ihnen ?ndern.
Die List ist eine nat?rliche Gabe des weiblichen Geschlechts, und da ich ?berzeugt bin, dass alle nat?rlichen Neigungen an sich gut und richtig sind, bin ich der Meinung, dass man diese wie die anderen pflegen soll.
Die M?nner m?ssen nicht alles wissen.
Die Mannigfaltigkeit der Begierden kommt von der Mannigfaltigkeit der Kenntnisse, und die ersten Vergn?gungen, die man kennt, sind lange Zeit die einzigen, die man sucht.
Die M??igkeit und die Arbeit sind die beiden wahren ?rzte des Menschen, die Arbeit sch?rft seine Esslust, und die M??igkeit hindert ihn, dass er sie missbraucht.
Die meisten neuen Gottesdienste entstehen aus dem Fanatismus und erhalten sich durch die Heuchelei.
Die Menschen sagen, das Leben sei kurz, und ich sehe, dass sie sich bem?hen, es kurz zu machen.
Die Menschen sind nicht geschaffen, um wie in Ameisenhaufen ?bereinander get?rmt, sondern um ?ber die Erde verstreut zu leben, die sie bebauen sollen. Je n?her sie zusammenkommen, desto mehr verderben sie einander.
Die Menschen sind verdorben, und sie w?rden noch elender sein, wenn sie das Ungl?ck gehabt h?tten, gelehrt geboren zu werden.
Die menschliche Macht handelt durch Mittel, die g?ttliche Macht handelt durch sich selbst.
Die menschlichen Seelen wollen gepaart sein, um ihren ganzen Wert zu erhalten.
Die Milch kann gut sein, und die Amme b?se., Eine gute Gem?tsart ist ebenso wesentlich wie eine gute Leibesbeschaffenheit.
Die Mode beherrscht die Weiber in der Provinz, die Pariserinnen aber beherrschen die Mode, und jede wei? sie zu ihrem Vorteile zu formen.
Die M?tter haben Augen wie ihre T?chter und ?berdies Erfahrung.
Die Natur, sagt man, ist nur die Gewohnheit. Was hei?t das? Gibt es nicht Gewohnheiten, die man blo? durch Zwang annimmt und die niemals die Natur ersticken?
Die Philosophie des Lebens f?hrt zum wahren Ruhm, allein, diese lernt man nicht aus B?chern.
Die Politiker der Alten redeten immerfort von Sitten und Tugend, die unsrigen reden von nichts als vom Handel und vom Gelde.
Die Puppe ist der besondere Zeitvertreib dieses Geschlechts.
Die Redlichkeit ist dem rechtschaffenen Mann noch lieber als den Gelehrten die Gelehrsamkeit.
Die Regungen des Gewissens sind keine Urteile, sondern Empfindungen.
Die Religion ist n?tzlich, ja den V?lkern sogar notwendig.
Die Scham ist es, die Gunstbeweisen ihren Wert gibt und abschl?gige Antworten mildert.
Die schlecht erzogenen und schlecht gef?hrten jungen Leute nehmen auf ihren Reisen alle Laster der V?lker an, die sie besuchen, und nicht eine der Tugenden, die diesen Lastern beigemischt sind.
Die Seele kann sich nicht stark und lange Zeit mit einer Person besch?ftigen, ohne etwas von ihren Gesinnungen anzunehmen.
Die sittliche Wahrheit ist nicht das, was ist, sondern das, was gut ist.
Die St?dte sind der Schlund des menschlichen Geschlechtes.
Die St?rke ist die Grundlage aller Tugend.
Die stillen Tugenden sind oft um so erhabener, als sie nicht nach dem Beifall der andern, sondern blo? nach dem guten Zeugnisse ihrer selbst streben.
Die Trag?die wird uns Tyrannen und Helden vorf?hren? Was sollen wir damit anfangen? Sie wir geschaffen, Tyrannen zu haben oder Helden zu werden?
Die Tr?umerei erholt und unterh?lt mich, das Nachdenken erm?det mich und macht mich traurig.
Die Ungerechtigkeit gef?llt nur insoweit, als man Nutzen davon hat, in allem ?brigen will man, dass der Unschuldige besch?tzt werde.
Die unver?nderliche Ordnung der Natur zeigt das h?chste Wesen am besten.
Die Unwissenheit schadet weder der Redlichkeit noch den Sitten, sie f?rdert sie oft sogar.
Die Verblendungen des Stolzes sind die Quelle unserer gr??ten ?bel.
Die Vergr?berung macht Gegenst?nde nicht hassenswert, sondern nur l?cherlich.
Die Verirrungen der Jugend sind weder durch das Temperament noch durch die Sinne, sondern durch vorgefasste Meinung bedingt.
Die Vernunft formt den Menschen, das Gef?hl leitet ihn.
Die Vernunft ist kein Werkzeug, das man nach Gefallen weglegt und wie der ergreift, und wer zehn Jahre hat leben k?nnen, ohne zu denken, wird sein Leben lang nicht mehr denken.
Die vollkommene Gl?ckseligkeit gibt es nicht auf Erden, das gr??te Ungl?ck aber und das, was man stets vermeiden kann, ist, wenn man durch seine eigene Schuld ungl?cklich ist.
Die wahre H?flichkeit besteht darin, dass man den Menschen Wohlgewogenheit bezeigt, sie zeigt sich ohne M?he, wenn man welche hat, nur bei dem, der keine hat, ist man gezwungen, ihren ?u?eren Schein k?nstlich zu erzeugen.
Die wahre Koketterie ist zuweilen erlesen, sie ist aber niemals hoff?rtig, und Juno kleidete sich pr?chtiger als Venus.
Die Weisen sagen selten, dies ist nicht m?glich, h?ufiger sagen sie: Ich wei? nicht.
Die Welt ist das Buch der Frauen.
Die. kleinen Entbehrungen ertr?gt man leicht, wenn das Herz besser behandelt wird als der K?rper.
Dies sind die beiden Haupts?tze der Reformation: die Bibel als die Richtschnur des Glaubens anzuerkennen und keine andere Auslegung des Sinns der Bibel als seine eigene anzunehmen.
Diese beiden W?rter, Vaterland und B?rger, sollten aus den heutigen Sprachen getilgt werden.
Diese dem weiblichen Geschlecht verliehene eigent?mliche Schl?ue ist ein sehr gerechter Ausgleich f?r seine geringere Kraft, sonst w?re die Frau nicht die Gef?hrtin des Mannes, sondern seine Sklavin.
Diese eitlen und t?richten Schw?tzer gehen mit ihren unseligen Paradoxen allenthalben umher und untergraben die Grundfesten des Glaubens und vernichten die Tugend.
Diese Liebe ist un?berwindlich wie der Zauber, der sie entstehen lie?. Sie st?tzt sich auf den unersch?tterlichen Grund der Verdienste und Tugenden, in einer unsterblichen Seele stirbt sie niemals.
Doch was vermag die Vernunft wider die Schwachheit?
Du hast mehr in der Hoffnung genossen, als du jemals in Wirklichkeit genie?en wirst.
Du wirst tugendhaft oder verachtenswert sein, ich werde geachtet sein oder geheilt.
Durch Flei? und Talent bildet sich der Geschmack, durch den Geschmack ?ffnet sich der Geist unvermerkt den Ideen des Sch?nen aller Art und endlich auch den sittlichen Begriffen, die sich darauf beziehen.
Ein ehrbares M?dchen liest keine Liebesgeschichten.
Ein gar zu sanftm?tiger Mann kann eine Frau ?berm?tig machen. Wofern aber ein Mann nicht gerade ein Ungeheuer ist, bekehrt ihn die Sanftmut einer Frau und triumphiert fr?her oder sp?ter ?ber ihn.
Ein guter Diener muss stark sein.
Ein Haus ohne Herrin ist ein Leib ohne Seele, der bald zerf?llt.
Ein jeder Stand, ein jedes Alter hat seine Pflichten.
Ein junges M?dchen soll nicht so wie seine Gro?mutter leben, es soll lebhaft, aufgeweckt, ausgelassen sein, singen, tanzen, so viel ihm beliebt, und alle unschuldigen Vergn?gungen seines Alters genie?en.
Ein Kind ertr?gt Ver?nderungen, die ein Mann nicht ertragen w?rde.
Ein Kind wird mit zunehmendem Alter kostbarer. Mit dem Wert seiner Person verbindet sich der Wert der Sorgen.
Ein leidender K?rper beraubt den Geist seiner Freiheit.
Ein Mensch, der seine Zeit zwischen der Welt und der Einsamkeit teilen wollte, w?rde in der Letztern stets unruhig, in der Erstern stets fremd sein und sich in der Tat nirgendwo wohl f?hlen.
Ein reines, heiliges Feuer brannte in unseren Herzen, den Irrt?mern der Sinne ?berlassen, sind wir jetzt nur noch gew?hnliche Verliebte.
Ein Schriftsteller, der gegen den allgemeinen Geschmack schriebe, w?rde bald f?r sich allein schreiben.
Ein schwacher K?rper schw?cht die Seele.
Ein wenig Sonne oder Schnee oder nur der Mangel einiger ?berfl?ssiger Dinge gen?gt, um in wenigen Tagen unsere beste Armee aufzureiben.
Ein wohlt?tiger Mann befriedigt seine Neigung in den St?dten schlecht, wo er seinen Eifer nur an R?nkeschmieden oder Betr?gern bet?tigen kann.
Eine der Bequemlichkeiten des neueren Christentums besteht darin, dass man sich ein gewisses Geschw?tz aus Worten angew?hnt hat, hinter denen keine Begriffe sind, und damit tut man allem genug, nur nicht der Vernunft.
Eine der Eigenschaften, welche der Mensch am langsamsten erwirbt, ist die Vernunft.
Eine durchg?ngige Stille f?hrt zur Traurigkeit. Sie ist ein Bild des Todes.
Eine einzige offenkundige L?ge des Lehrers gegen seinen Z?gling kann den ganzen Ertrag der Erziehung zunichte machen.
Eine Frau, die ein Sch?ngeist ist, ist die Gei?el ihre Mannes, ihrer Kinder, ihrer Freunde, ihres Gesindes und der ganzen Welt.
Eine gro?e Stadt bedarf der Schauspiele und ein verderbtes Volk der Romane.
Eine jede Art von Unterricht hat ihre eigene Zeit, die man kennen muss, und ihre Gefahren, die man vermeiden muss.
Eine jeder Gelehrte verachtet die allgemeine Meinung, ein jeder will eine f?r sich haben. Die aufgeblasene Philosophie f?hrt zur Freigeisterei, wie blinde Fr?mmigkeit zum Fanatismus f?hrt.
Eine so z?rtliche, so wahre Liebe muss den Begierden gebieten k?nnen.
Eine tugendhafte Frau muss ihres Mannes Hochachtung nicht nur verdienen, sondern auch erlangen.
Einem wahren Liebhaber ist es angenehm, Opfer zu bringen, die ihm alle angerechnet werden, und deren keines in der Geliebten Herzen verloren geht.
Eines L?gners Geschw?tz wird Wahrheit, sobald es mit dem Degen behauptet wird, und wenn man Sie des Mordes beschuldigte, brauchten Sie nur hinzugehen und noch einen zweiten ver?ben, um zu beweisen, dass jener nicht wahr w?re.
Eines rechtschaffenen Mannes Beredsamkeit kann die Tyrannei mitten in all ihrer Macht in Schrecken versetzen.
Eines Vaters Herz f?hlt, dass es gemacht ist, zu verzeihen und nicht, der Verzeihung zu bed?rfen.
Eins der gr??ten ?bel der Trennung, das einzige, gegen das die Vernunft nichts auszurichten vermag, ist die Unruhe ?ber das gegenw?rtige Ergehen dessen, den man liebt.
Eitles Schattenbild einer beunruhigten, sich in ihren W?nschen verirrenden Seele!
Elend und Schimpf. ver?ndern die Herzen.
Entweder ist Tugend ein leerer Name, oder sie fordert von uns Opfer.
Erhabene Schriftsteller, vereinfacht eure Vorbilder ein wenig, wenn ihr wollt, dass man ihrem Beispiel folgen soll!
Es beleidigt die Gottheit mehr, wenn man falsch ?ber sie denkt, als wenn man gar nicht ?ber sie nachdenkt.
Es geh?rt zur Pflicht des Menschen, sich der Gewaltsamkeit zu widersetzen und die Ordnung zu st?rken.
Es geruhen aber die M?tter nur, ihre Kinder zu s?ugen, und die Sitten werden sich von selbst bessern, die Empfindung der Natur in allen Herzen wieder erwachen.
Es gibt auch wohl au?er der Schweiz kein Land in der Welt, das eine so sonderbare Mischung wahrer Natur und menschlicher Industrie darb?te.
Es gibt bei uns kaum eine mechanische Bewegung, deren Ursache wir nicht in unserem Herzen finden k?nnten, verst?nden wir es nur recht, sie darin zu suchen.
Es gibt ein Alter, in dem man Erfahrungen sammelt, ein anderes f?r die Erinnerung. Die Empfindung vergeht am Ende, die empfindsame Seele aber bleibt bestehen
Es gibt ein Ungl?ck, welches die Seele erhebt und st?rkt, es gibt aber auch Ungl?ck, das die Seele niederdr?ckt und t?tet.
Es gibt eine gewisse Eintracht der Seelen, die sich sogleich beim ersten Anblick bemerkbar macht.
Es gibt f?r denjenigen keine abscheulichen Gegenst?nde mehr, der solche alle Tage sieht.
Es gibt kein Gl?ck ohne Mut und keine Tugend ohne Kampf.
Es gibt keine wahre Liebe ohne Begeisterung.
Es gibt L?nder, deren Geschichte man nicht lesen kann, man m?sste denn bl?den Verstandes oder ein Diplomat sein.
Es gibt nichts Gutes, das nicht noch immer aus deiner Seele kommen kann.
Es gibt nichts weiter au?er dem, was du empfunden hast.
Es gibt so viele Leute, die nach oben steigen wollen, dass es allezeit leicht ist, abzusteigen.
Es ist besser, nicht zu leben, als nur zu leben, um zu leiden.
Es ist dem Menschen n?tzlich, dass er alle die Orte kennt, wo man leben kann, damit er darauf diejenigen w?hle, wo man am angenehmsten w?hlen kann.
Es ist ein Elend reicher Leute, dass sie in allem hintergangen werden. Wenn sie falsch ?ber die Menschen urteilen, muss man sich dar?ber wundern? Der Reichtum verdirbt sie.
Es ist ein gro?er Unterschied, eine Sache zu verneinen oder sie nicht zu bejahen, und eine Sache zu verwerfen oder sie nicht anzunehmen.
Es ist eine alte Sage, welche aus ?gypten nach Griechenland gekommen ist, dass ein der Ruhe der Menschen feindseliger Gott der Erfinder der Wissenschaften gewesen sei.
Es ist einer der gro?en Nachteile der Pflege der Gelehrsamkeit, dass sie f?r einige Menschen, die sie aufkl?rt, eine ganze Nation v?llig verdirbt.
Es ist eins von der Liebe Wunder werken, dass sie uns am Leiden Lust finden l?sst.
Es ist gerecht, dass jeder an die Reihe kommt.
Es ist kein Zweifel: Tausende werden dich anbeten, aber dich lieben das konnte allein mein Herz.
Es ist leicht, durch den Schein zu t?uschen.
Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung.
Es ist mehr wert, stets die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung.
Es mag zu meinem Vorteil oder Nachteil ausfallen, ich f?rchte nicht, so gesehen zu werden, wie ich bin.
Es reden so viele von Liebe, und doch verstehen so wenige die Kunst zu lieben.
Es steht nicht in unserer Macht, Leidenschaften zu haben oder nicht zu haben, aber es steht in unserer Macht, sie zu beherrschen.
