Zitat von Johann Paul Friedrich Richter


In der Jugend kann man gegen niemand gleichgültig sein Hass oder Liebe.
In der weiten Nacht des Unendlichen war der Mensch öfter fürchtend als hoffend.
In einem Monat von neunundzwanzig Tagen wäre ein Kind geistig zu zersetzen, wenn man jeden Tag davon zu einem ersten Weihnachtstage machen könnte. Nicht einmal ein erwachsener Kopf hielte es aus, jeden Tag in einem anderen Lande gekrönt zu werden.
In jedem Falle ist Hoffen besser als Fürchten, wer nach Osten um die Erde schifft, gewinnt einen Tag, wer nach Westen, verliert einen, und obgleich beide Schiffer dasselbe Alter behalten, so will ich doch lieber der erste sein.
In jeder Sünde wohnt der ganze Krieg, wie in jedem Funken die ganze Feuersbrunst.
In nichts offenbart sich die herzlose Maschinenhaftigkeit der Neuern mehr als in der Dürre ihrer Feste.
In nichts, kaum die Furcht ausgenommen, wächset ein Mensch so schnell als im Mute.
In phantasiereichen Menschen liegen, wie in heißen Ländern oder auf Bergen, alle Extreme eng beieinander.
In Träumen schaudert man mehr vor mystischen Zwergen als vor einer steilen offnen Riesengestalt.
Indes, jede Regierung sage daher an ihrem ersten Tage, wie Gott am ersten Schöpfungstage: Es werde Licht!
Irgendeine Zeit lang hat jeder Mensch Poesie. Eigentlich ist ein Affekt schon eine kurze, und besonders ist die Liebe, wenigstens die erste, gleich der Malerei eine stumme Dichtkunst.
Ist das Leben ein Krieg, so sei der Lehrer ein Dichter, der den Knaben dazu mit nötigen Gesängen begeistert.
Ist Dichten Weissagen, so ist romantisches das Ahnen einer größern Zukunft, als hienieden Raum hat.
Ist die Gesundheit die erste Stufe zum Mut, so ist die körperliche Übung gegen Schmerzen die zweite.
Ist nicht die Geschichte das höchste Trauer und Lustspiel?
Je eingeschränkter der Mensch, desto mehr glaubt er Rezensionen.
Je reiner das Goldgefäß, desto leichter wird es verbogen, der höhere weibliche Wert ist leichter einzubüßen als der männliche.
Je unpoetischer eine Zeit oder Nation ist, desto leichter sieht sie Scherz für Satire an.
Je verdorbner ein Zeitalter, desto mehr Verachtung der Weiber. Je mehr Sklaverei der Regierungsform oder unform, desto mehr werden jene zu Mägden der Knechte.
Je weiter ein Wesen vom Mittelpunkte absteht, desto breiter laufen ihm dessen Radien auseinander, und ein dumpfer hohler Polype müsste, wenn er sich ausspräche, mehr Widersprüche in der Schöpfung finden als alle Seefahrer.
Jede gute Erzählung, so wie gute Dichtung, umgibt sich von selber mit Lehren.
Jede hohe Klage und Träne über irgendeine Zeit sagt, wie eine Quelle auf einem Berge, einen höhern Berg oder Gipfel an.
Jedem Jahrhundert sendet der Unendliche einen bösen Genius zu, der es versuche.
Jeder hält sein Leben für die Neujahrsnacht der Zeit.
Jeder Lauf will schließen, aber kein Tanz.
Jeder Mensch wird als Zwilling geboren: als der, der er ist, und als der, für den er sich hält.
Jeder Philosoph ist Herr in seinem Irrenhaus.
Jeder Roman muss einen allgemeinen Geist beherbergen, der das historische Ganze ohne Abbruch der freien Bewegung, wie ein Gott die freie Menschheit, heimlich zu einem Ziele verknüpfe und ziehe.
Jeder Staat geht zuletzt zu Grunde, der ein Tretrad ist, das dessen Menschen nur bewegen, ohne sich auf dessen Stufen zu erheben.
Jeder von uns darf ohne Eitelkeit sagen, er sei verständig, vernünftig, er habe Phantasie, Gefühl, Geschmack, aber keiner darf sagen, er habe Witz.
Jeder will gern lieben, falls er nur dazu könnte und dürfte. Wo eine Ader schlägt, ruht ein Herz im Hintergrunde, wo irgendein Liebetrieb, dahinter die ganze Liebe.
Jedes Genie aber ist in seiner Sprache, jedes Herz in seiner Religion allmächtig.
Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität.
Kein Gedankenstreit kann einen ewigen Frieden schließen, sondern nur einen Waffenstillstand für einen künftigen höheren Streit.
Kein Heiliger ist zu bezwingen.
Kein Land sagt sich selbst so viele Wahrheiten als Deutschland.
Kein Land wird reich oder mächtig vielmehr das Gegenteil durch das, was es von außen hineinbekommt, sondern nur durch alles, was es aus sich selber gebiert und emportreibt.
Kein Mensch und kein Fürst darf das Heilige und Heiligende eine Minute lang verschieben, denn es kennt selber keine Zeit.
Kein Starker zieht gegen weibliche Milde in den Krieg, so wie der sanfte Mondschein nach der Regel keine Gewitter zulässt, wohl aber der glühende Sonnenschein.
Kein Volklehrer bleibt sich so gleich als das lehrende Volk.
Keine Frau kann zugleich ihr Kind und die vier Weltteile lieben, aber der Mann kann es. Er liebt den Begriff, das Weib, die Erscheinung, das Einzige.
Keine Lehre findet so viele Lehrer als die Glückseligkeit oder Lustlehre, als ob diese nicht schon in jedem Katzen, Geier und anderem Tier-Herzen ihren Lehr- und Thronsitz aufgeschlagen hätte. Wollt ihr lehren, was das Vieh weiß?
Keine Zeit ist Mit der Zeit zufrieden, das heißet, die Jünglinge halten die künftige für idealer als die gegenwärtige, die Alten die vergangne.
Keinen wirklichen Charakter kann der Dichter auch der komische aus der Natur annehmen, ohne ihn, wie der Jüngste Tag die Lebendigen, zu verwandeln für Hölle oder Himmel.
Kinder sind Taschenuhren von Forrer, die sich selber aufziehen, wenn man nur mit ihnen geht.
Kinder und Uhren dürfen nicht ständig aufgezogen werden, man muss sie auch gehen lassen.
Körperliche Abhärtung ist, da der Körper der Ankerplatz des Mutes ist, schon geistig nötig.
Kraft und Freiheit des Denkens sind die Sonnenstrahlen des Staats, an welchen alles Herbe sich versüßt, so wie die Pflanzen bei aller Wärme und Luft und Nässe kraft und farblos bleiben, wenn sie keine Sonne beseelt.
Kraft und Liebe sind zwei Gegensätze des innern Menschen, aber Religion ist die göttliche Gleichsetzung beider und der Mensch im Menschen.
Kürze ist der Körper und die Seele des Witzes.
Lachende Heiterkeit wirft auf alle Leben Bahnen Tages Licht, der Missmut weht seinen bösen Nebel in jede Ferne.
Lachende sind gutmütig und stellen sich oft in Reih und Glied der Belachten, Kinder und Weiber lachen am meisten, die stolzen Selbstvergleicher am wenigsten.
Liebe ist der Lebensgeist ihres Geistes, ihr Geist der Gesetze, die Springfeder ihrer Nerven.
Mädchen und Gold sind desto weicher, je reiner sie sind.
Man kann eigentlich nichts real definieren als eine Definition selber.
Man muss aber den Geist kennen, den man fliehen will.
Manche Staaten gleichen Orgelpfeifen, die man bloß deswegen sehr lang macht, damit man sie richtig stimme durch Abschneiden.
Mit bloßen Reizen, leiblichen oder geistigen, in der Ehe zu fesseln hoffen, ohne das Herz und ohne die Vernunft, welche allein anknüpfen und festhalten, heißt eine Blumenkette oder einen Blumenkranz aus bloßen Blumen ohne ihre Stängel machen wollen.
Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten.
Mit Frieden muss die Erde schließen, denn mit ihm hob sie an, so wie die gerade Linie eher als die krumme ist.
Mit Revolution oder Umwälzung heilet ihr nicht gerade ein Volk, ihr stürzt und stellt es ja bloß wie einen Ertrunknen auf den Kopf, oder ihr tragt ein erfrornes Volk schnell in ein heißes Zimmer, die Scheinleiche stirbt daran.
Moderne deutsche Städte, erregt immerhin euere Langeweile, aber sinnt doch auf einigen Wechsel dieser Langeweile!
Musik die singende und die spielende gehört der weiblichen Seele zu und ist der Orpheusklang, der sie vor manchen Sirenentönen unbezwungen vorbeiführt, und der sie mit einem Jugend Echo tief in den Ehe Herbst hinein begleitet.
Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern, dass man sie sehend überwindet.
Nämlich das Kind lerne, alles tierische Leben heilig halten kurz, man gebe ihm das Herz eines Hindus statt des Herzens eines kartesischen Philosophen.
Nicht an dem höhern und reichern Wuchs von Gipfel und Zweigen ist der Genius am erkennbarsten, sondern am Fremdartigen des ganzen Gewächses.
Nicht aus jeder Asche fliegt ein Phönix auf.
Nicht die feurigen, sondern die lichten Völker überwinden zuletzt und dauern am längsten aus. Welches Sklaven Volk hat nicht seine Leidenschaften und seine Glut und folglich seinen Mut von den Mongolen an bis zu den Algeriern!
Nicht Menschen, sondern Sitten sind zu fürchten, nicht das fremde Ich, sondern das eigne.
Nicht nur für die Gegenwart ist das Kind zu erziehen denn diese tut es ohnehin unaufhörlich und gewaltsam , sondern für die Zukunft.
Nichts ist gefährlicher als zwei Menschen auszusöhnen, sie zu entzweien ist viel sicherer und leichter.
Nichts ist seltener als die romantische Blume.
Nichts steckt leichter an als Furcht und Mut, nur, dass elterliche Furcht sich im Kinde gar verdoppelt, denn wo schon der Riese zittert, da muss ja der Zwerg niederfallen.
Nie ist eine Kraft zu schwächen kann man nicht oft genug wieder holen , sondern nur ihr Gegenmuskel ist zu stärken.
Nie kann eine Frau vergessen zu lieben, sie möge dichten oder herrschen.
Nie vergesse der Dichter über der Zukunft, die ihm eigentlich heller vorschimmert, die Forderungen der Gegenwart und also des nur an diese angeschmiedeten Lesers.
Niemand ist weniger eitel als eine Braut.
Niemand klassifizieret so gern als der Mensch, besonders der deutsche.
Niemand wird in der Welt leichter betrogen nicht einmal die Weiber und die Fürsten als das Gewissen.
Nur das einseitige Talent gibt wie eine Klaviersaite unter dem Hammerschlage einen Ton, aber das Genie gleicht einer Windharfen Saite, eine und dieselbe spielet sich selber zu mannigfachem Tönen vor dem mannigfachen Anwehen.
Nur die Tiefe nebelt, nicht der Berg.
Nur durch geistige, nicht durch kriegerische Überlegenheit, nicht durch Soldaten, sondern durch Schriftsteller kann eine Sprache die andere überwältigen.
Nur durch Himmelskarten können Erdkarten gemacht werden.
Nur Fürsten und Weiber allein werden für eine bestimmte Zukunft erzogen, die übrigen Menschen für unbestimmte, für den Reichtum des Schicksals an Richtungen und Ständen.
Nur in den Einsamen schleichen Gespenster.
Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.
Nur Reisen verwandelt das Spießbürgerliche und Kleinstädtische in unserer Brust in etwas Weltbürgerliches und Großstädtisches.
Ohne Kanonen-Donner kommt kein Fürst durch eine Stadt - oder auf die Welt - oder ins Ehebett oder in die Erde.
Ohne Wunder gibt's keinen Glauben, und der Wunderglaube selbst ist ein Innres.
Regel ist Einheit, und Einheit ist Gottheit. Nur der Teufel ist veränderlich.
Riesen sind gewöhnlich so schwachköpfig als Zwerge.
Rührung ist nur Mitleiden bei einem fremden Schmerze.
Schafft und hofft, euch helfen und bleiben Gott und Tod.
Schätze sparen, heißt Gegenwart opfern und verschwenden, dazu muntert aber nicht gefürchtete Zukunft auf, sondern gehoffte.
Schwächlinge müssen lügen, sie mögen es hassen, wie sie wollen. Ein Droh Blick treibt sie mitten ins Sündengarn.
Schwer geht das Erstarken der Staaten, flüchtig ihr Vollblühen, ekellangsam ihr Niederfaulen.
Selten verstehen die Nachfolger eines Genius, das bis in den Leuchter herab gebrannte Licht hinaufzuschieben, daher schmilzt Licht und Leuchter.
Seltsam ist's, dass Europa, gegen andere Erdteile berechnet, alles hat, von Verstand und Klima an bis zu zahmen Tieren, und nur kein Geld.
Sind denn Wünsche Sünden, oder ist das Bekennen derselben eine?
Sind einmal Menschen für Menschen gemacht, so sind's folglich auch Kinder für Kinder, nur aber viel schöner.
Sinnlichkeit durch Gestalt und Bewegung ist das Leben des Stils.
So bleibt auch für Völker die Gärtner Regel bewährt, dass man Bäume, wenn sie nicht blühen wollen, durch starke Verletzungen zum Blühen nötigen kann.
So schnell beten die Deutschen das philosophische Vaterunser, wie Hexen das evangelische, rückwärts, um damit Zauberei zu treiben.
Sobald das Studium der Natur noch nicht allseitig ist, so wird man von den einzelnen Teilen einseitig beherrscht.
Sobald wir anfangen zu leben, drückt oben das Schicksal den Pfeil des Todes aus der Ewigkeit ab er fliegt so lange, als wir atmen, und wenn er ankommt, so hören wir auf.
Spiele, das heißt Tätigkeit, nicht Genüsse, erhalten Kinder heiter.
Sprache Lernen ist etwas Höheres als Sprachen Lernen, und alles Lob, das man den alten Sprachen als Bildungsmitteln erteilt, fällt doppelt der Mutter Sprache anheim, welche noch richtiger die Sprach Mutter hieße.
Sprecht nicht: Wir wollen leiden, denn ihr müsst. Sprecht aber: Wir wollen handeln, denn ihr müsst nicht.
Staatsschiffe, welche die Segel verloren haben, haben darum noch nicht die Anker eingebüßt.
Stellt sittliche Helden ins Feld, so ziehen Heldinnen als Bräute nach, nur umgekehrt gilt's nicht, und eine Heldin kann durch Liebe keine Heldin bilden, obwohl gebären.
Stets zwischen zwei Disteln reift die Ananas. Aber stets zwischen zwei Ananassen reift unsere stechende Gegenwart, zwischen der Erinnerung und der Hoffnung.
Stille Unterordnung unter Willkür schwächt, stille Unterordnung unter Notwendigkeit stärkt.
Talente können sich untereinander, als Grade, vernichten und erstatten, Genies, als Gattungen, aber nicht.
Tanz ist unter allen Bewegungen die leichteste, weil sie die engste und vielseitigste ist, daher der Jubel nicht ein Renner, sondern ein Tänzer wird.
Toleranz ist ein Beweis des Misstrauens gegen ein eigenes Ideal.
Tyrann, ins Tränen und Blutmeer siehst du die Sonne einsinken, welche über die Erde herleuchtete! Aber du hoffst irrig. Auch die andere Sonne geht unter in Abendrot und Ozean, aber sie kommt am Morgen unerloschen wieder und bringt neuen Tag.
Übrigens begehrt der Mensch, besonders der Staaten Mensch, die Veränderung und den Umbau des Staates so lange, bis die Ruine oder der Neubau da ist, dann flucht er aufs Neue und wünscht das Allerneueste, nämlich das Alte.
Übrigens versichere ich die Bräute, noch gewisser die Bräutigame, dass sie nur von liebenden Eltern liebende Kinder erheiraten können, und, dass besonders ein hassender oder liebender Vater kindliches Hassen oder Lieben fortpflanze.
Um den Kühnsten zu bilden, bilde kühn!
Um Genies in der Kindheit zu beobachten, müsste man erst wissen, wer eines wird, denn erst hinterher macht man spätere Erlebungen zu frühern Erfahrungen.
Und endlich, ihr Eltern, lehrt lieben, so braucht ihr keine Zehn Gebote lehrt lieben, so hat euer Kind ein reiches gewinnendes Leben Lehrt lieben, sagt' ich, das heißt: Liebt!
Und wie auch der Zeitgeist das Herz, diese kleinere Weltkugel, bewege und drehe, so behält es sich wie jede in sich kreisende Kugel zwei angeborne unbewegliche Pole fest, den guten und den bösen.
Unter einem freundlichen Ausleger mein' ich den, welcher in einem fremden Buche seine eigne Meinung, obwohl tief vergraben, entdeckt und mit seiner Wünschelrute erhebt.
Verachte das Leben, um es zu genießen.
Verachtete Gebetbücher fassen tiefer oft in Jahrhunderte hinein als die Manifeste der Eroberer.
Verbote wirken nichts, aber Beispiele der Milde tun alles, entweder erzählte oder gegebne, Ton und Tat.
Vergesst über die nähere Vergangenheit nicht die fernere Vergangenheit, so wenig als die vielgestaltige Zukunft.
Verzweiflung ist der einzige echte Atheismus.
Von Natur hasset der talentvolle Philosoph, sobald er seine Philosophie hat, alles Philosophieren, denn nur der Freie liebt Freie.
Von Natur sind die Frauen geborne Geschäftsleute, berufen dazu vom Gleichgewichte ihrer Kräfte und von ihrer sinnlichen Aufmerksamkeit.
Vor der Phantasie stehen nie bleibende, nur werdende Gestalten sie schauet ein ewiges Entstehen, folglich ein ewiges Vergehen an.
Vor großen darf man sich niemals tadeln. Sie glauben zu leicht, man sage des Bösen zu wenig.
Wahrhaftigkeit nämlich die absichtliche und die opfernde ist weniger ein Zweig als die Blüte der sittlichen Mann Stärke.
Wahrhaftigkeit, welche für das Wort als Wort sogar blutige Messopfer bringt, ist die göttliche Blüte auf irdischen Wurzeln, darum ist sie nicht die zeit erste, sondern die letzte Tugend.
Warum dürfte ein Maler für das Auge sorgen und kleiden, aber nicht seine Frau? Freilich gibt es eine vergiftende Eitelkeit und Gefallsucht.
Warum verwundern Männer und Weiber sich über eine weibliche Niederlage, aber nicht über eine männliche? Der Letzten scheint demnach der Reiz der Überraschung abzugehen?
Was ein Minister im kleinen Staate ist, dies ist eine Frau in ihrem kleinern, nämlich der Minister aller Departements auf einmal der Mann hat das der auswärtigen Affären.
Was überwand vom Fakir an bis zu den Märtyrerinnen des Christentums und der Liebe und der Kinderpflicht und bis zu den Blutzeugen der Freiheit den Körper, die Meinung, den Wunsch, die Folter? Eine das Herz durchwurzelnde Idee.
Was vermögen abgeschiedene Worte gegen lebendig dastehende Tat!
Was wir aus Menschenliebe vorhaben, würden wir allemal erreichen, wenn wir keinen Eigennutz einmischten.
Weiber können bekanntlich nicht laufen, sondern nur tanzen, und eine Poststation, zu welcher statt einer Pappelallee eine ähnliche, zu einer Anglaise angepflanzte Herrn Baumschnur führte, legte eine jede leichter tanzend als fahrend zurück.
Weibliche Tugend ist zwar Saitenmusik, die im Zimmer, männliche aber Blasmusik, die im Freien sich am besten ausnimmt.
Wenn der Genuss eine sich selbst verzehrende Rakete ist: so ist die Heiterkeit ein wiederkehrendes lichtes Gestirn, ein Zustand, der sich, ungleich dem Genusse, durch die Dauer nicht abnützt, sondern wieder gebiert.
Wenn jemand bescheiden bleibt, nicht beim Lobe, sondern beim Tadel, dann ist er's.
Wenn Liebe das Höchste ist, was kann sie weiter suchen als selber das Höchste?
Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stillhält, so reißt der Stachel ab und bleibt zurück.
Wenn Unglück Menschen läutert, warum nicht Völker?
Wer etwas Höheres im Wesen, nicht bloß im Grade sucht, als das Leben geben oder nehmen kann, der hat Religion.
Wer indes jede Schönheit lieb hat, bleibt schwer zu Hause, wo zuweilen nicht mehr als eine zu finden ist, wenn er sich selber mitzählt.
Wer keinen höhern und festern Himmel über seinem Auge hat als den Thronhimmel aus Samt und Holz, ist sehr beengt und hat über seinem Kopfe wenig Aussicht.
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert, und die zweite wird er nicht lange behalten.
Wer vor einem blutroten Gemeinderate der Revolution steht, und, nachdem er das Wort gehört: Du verlierst deinen Kopf, dennoch seinen zeigt oder auf setzt: Der hat eine Schlacht gewonnen schon vor Tod und Fallen.
Wie dem Geiste nichts zu groß ist, so ist der Güte nichts zu klein.
Wie der alte ewige Ausbau des Blättchens und dessen Käfers eine stehende Vorsehung ist, so ist die Geschichte beider Wesen und der Völker eine wandelnde.
Wie die bildende und zeichnende Kunst ewig in der Schule der Natur arbeitet: so waren die reichsten Dichter von jeher die anhänglichsten, fleißigsten Kinder, um das Bildnis der Mutter Natur andern Kindern mit neuen Ähnlichkeiten zu übergeben.
Wie in Zimmern mit rosenrotem Spiegelglas jedes Angesicht blüht und überall Morgenröte umherliegt: so verschönert und verjüngt Schönheit alles, was sie umgibt.
Wie jedes Volk sich in seiner Sprache, so malt jeder Autor sich in seinem Stile.
Wie kann ein Menschenfeind eine Frau lieben, ohne zu erröten?
Wie unterscheidet sich nun die göttliche Besonnenheit von der sündigen? Durch den Instinkt des Unbewussten und die Liebe dafür.
Wie viel mehr hat das kleine friedliche Athen für die Welt getan als das würgende Riesen-Rom!
Wir brauchen vielerlei Hoffnungen, schon das Glück kann ohne diese nicht genossen werden, geschweige das Unglück ertragen oder geheilt.
Wir Eintagsfliegen wollen, wie an den Terzienuhren unseres Daseins, auch an der Jahrtausenduhr der Sternenzeit den Zeiger eilen sehen.
Wir haben alle schon geweint, jeder Glückliche einmal vor Weh, jeder Unglückliche einmal vor Lust.
Wollen wir auf die deutschen Philosophien hinschauen! Jetzt haben wir deren so viele, dass nicht einmal der hungrigste Eklektiker noch eine neue mehr verlangt.
Zufriedene Menschen sind die ordentlichsten.
Zur politischen Freiheit gehört die Press Freiheit.
Anfangs f?llt die Gestalt im Grabe ein, dann schleift sich sogar ihr Bildnis auf dem Grabsteine hinweg, was bleibt? Was beide erschuf, die Seele!
Asthetische Eklektiker sind in dem Grade gut, in welchem philosophische schlecht.
Auch die Liebe sucht und schauet im fremden Ich nicht, was sie am eignen flieht, sondern sie schauet und ergreift daran die Darstellung des G?ttlichen.
Aus dem kr?ftigen Eindruck wird Liebe und Anteil, die rechte Liebe aber ist stets objektiv und verwechselt und vermischt sich mit ihrem Gegenstande.
Bedenkt doch, ihr gekr?nten und besternten Machthaber aller Art: Ihr tragt in der Zukunft entweder alle Schuld oder allen Glanz.
Bei Weibern ist alles Herz, sogar der Kopf.
Bekanntlich taten die Reliquien eines Heiligen stets gr??ere Wunder als vorher der ganze lebendige Mann.
Beseelt das Herz: So d?rstet es nicht mehr nach Luft, sondern nach ?ther.
Blo?e Bewegung zeigt mir nur Leben, nicht dessen Inneres.
Bringet das weiche biegsame Herz in die Ehe und gebt ihm Kinder: So wird es euch unerwartete Kr?fte des Widerstandes zeigen und statt des jungfr?ulichen Gehorchens vielleicht Befehle.
B?cher sind nur dickere Briefe an Freunde.
Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anst?rmende scheitern.
Da der Mensch f?r seine Liebe dieselbe Einheit sucht, die er f?r seine Vernunft begehrt, so ist er so lange f?r oder wider V?lker parteiisch, als er ihre Unterschiede nicht unter einer h?hern Einheit auszugleichen wei?.
Da zur Besonnenheit ein Gegenstand derselben geh?rt wie zur Unbesonnenheit dessen Entbehrung: So sind die gemeinen Herzen der Zeit viel zu verarmt, um der Besinnung ein reiches Feld zu geben.
Das All ist das h?chste, k?hnste Wort der Sprache, und der seltenste Gedanke: Denn die meisten schauen im Universum nur den Marktplatz ihres Lebens an, in der Geschichte der Ewigkeit ihre eigene Stadtgeschichte.
Das Alter ist nicht tr?be, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufh?ren.
Das ganze Jahrhundert ist ein Wettrennen nach gro?en Zielen mit kleinen Menschen.
Das Gef?hl findet, der Scharfsinn wei? die Gr?nde.
Das Genie unterscheidet sich eben dadurch, dass es die Natur reicher und vollst?ndiger sieht, so wie der Mensch vom halb blinden und halb tauben Tiere, mit jedem Genie wird uns eine neue Natur erschaffen, indem es die alte weiter enth?llet.
Das gro?e unzerst?rbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.
Das Gute braucht zum Entstehen Zeit das B?se braucht sie zum Vergehen.
Das Gute w?chst auf den Jahrhunderten, das B?se auf dem Augenblick, jenes lebt von der Zeit, dieses stirbt an ihr.
Das Heil der Erziehung k?nnen den verzognen und verziehenden Staaten und den besch?ftigten V?tern nur die M?tter bringen.
Das Herz ist das Genie der Tugend, die Moral dessen Geschmacklehre.
Das Kind h?lt das, was es begehrt, und das, was ihm geh?rt, f?r eins.
Das k?rperliche Herz sei das Muster des geistigen: verletzbar, empfindlich, rege und warm, aber ein derber, frei fortschlagender Muskel hinter dem Knochengitter, und seine zarten Nerven sind schwer zu finden.
Das Leben gleicht einem Buche. Toren durchbl?ttern es fl?chtig, der Weise liest es mit Bedacht, weil er wei?, dass er es nur einmal lesen kann.
Das M?chtigste im Dichter, welches seinen Werken die gute und die b?se Seele einbl?set, ist gerade das Unbewusste.
Das M?rchen ist das freiere Epos, der Traum das freiere M?rchen.
Das Reich des Romantischen teilt sich eigentlich in das Morgenreich des Auges und in das Abendreich des Ohrs und gleicht darin seinem Verwandten, dem Traum.
Das rei?ende Untier des Luxus kann kein Einzelner, sondern nur eine Menge bezwingen.
Das Romantische ist das Sch?ne ohne Begrenzung, oder das sch?ne Unendliche, so wie es ein erhabenes gibt.
Das Sehnen nach Liebe ist selber Liebe.
Das Spiel ist die erste Poesie des Menschen.
Das Talent stellet nur Teile dar, das Genie des Ganze des Lebens.
Das Unentbehrlichste am Roman ist das Romantische, in welche Form er auch sonst geschlagen oder gegossen werde.
Das Ungl?ck des Erde war bisher, dass zwei den Krieg beschlossen und Millionen ihn ausf?hrten und ausstanden, indes es besser, wenn auch nicht gut gewesen w?re, dass Millionen beschlossen h?tten, und zwei gestritten.
Das Wasser steigt nie so hoch, als es gefallen, aber der Mensch oder das Volk f?llt nie so sehr, als es gestiegen, und wollte uns nur ein h?herer Genius den Umweg des Steigens und die Schneckentreppe sagen, damit wir frischer aufstiegen!
Das weibliche Geschlecht hat eine solche Vorliebe f?r ankernde Lebensart, dass es gern, wie die Griechinnen, sich Einlegst?hle nachtragen lie?e, um nach jedem Schritte einen Sitz zur Hand zu haben.
Das Ziel muss man fr?her kennen als die Bahn.
Dass das Zeitalter so viel ?ber Erziehung schreibt, setzt gleich sehr ihren Verlust und das Gef?hl ihrer Wichtigkeit voraus.
Dem Liebe Anf?nger mag vielleicht der Nachtfalter gefallen, aber ein Ehe Mann verlangt seine Tag Psyche, denn die Ehe fordert Heiterkeit.
Den Mann treibt Leidenschaft, die Frau Leidenschaften, jenen ein Strom, diese die Winde.
Denn das gro?e unzerst?rliche Wunder ist der Menschen-Glaube an Wunder, und die gr??te Geistererscheinung ist die unsrer Geisterfurcht in einem h?lzernen Leben voll, Mechanik.
Denn nur das Weib bedarf an sich nichts zu entwickeln als den reinen Menschen, und wie an einer ?olsharfe herrschet keine Saite ?ber die andere, sondern die Melodie ihrer T?ne geht vom Einklang aus und in ihn zur?ck.
Denn vor und nach dem irdischen Leben gibt es kein irdisches, aber doch ein Leben.
Der Adel kann uns in allem ?bertreffen, nur nicht in der Mehrheit.
Der Begriff wirkt republikanisch im Geiste, das Gef?hl monarchisch.
Der Besitz macht uns nicht halb so gl?cklich, wie uns der Verlust ungl?cklich macht.
Der Dichter gleicht der Saite: Er selber macht sich unsichtbar, wenn er sich schwingt und Wohllaut gibt.
Der Erbfeind des Idealen ist das L?cherliche.
Der erste Atemzug schlie?et, gleich dem letzten, eine alte Welt mit einer neuen zu.
Der erste Rezensent, der das Werk eines Schriftstellers und blo? dieses ohne Hinsicht auf die Person berurteilt, ist der Verleger.
Der Friede war bisher nur eine bl?hende Vorstadt mit Landh?usern und G?rten vor der Festung des Kriegs, der jene bei jedem Anlass niederschoss.
Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr.
Der Geist allein erschafft die Zeit, nun wohl: So miss deinen k?rzesten Tag der Freude mit einer Terzienuhr und deine l?ngste Nacht des Tr?bsinns mit einer Achttaguhr.
Der geistige Bluts Verwandte err?t viel leichter seinen Verwandten als der k?rperliche den seinigen.
Der Glaube an die Heilungskraft der Kriegs Gifte gr?ndet sein Wahres blo? auf die Geschichte verwelkter V?lker, welche blo? durch neue antreibende verdrungen oder befruchtet wurden.
Der gr??te Hass ist, wie die gr??te Tugend und die schlimmsten Hunde, still.
Der Hagestolze hat das Ungl?ck, dass ihm niemand seine Fehler frei sagt, der Ehemann hat dies Gl?ck.
Der Hauptfehler des Menschen ist, dass er so viele kleine hat.
Der Held zeigt wohl seine Narben, aber nur der Bettler seine Wunden.
Der Humor l?sst uns werden wie die Kinder.
Der Humor, als das umgekehrte Erhabene, vernichtet nicht das Einzelne, sondern das Endliche durch den Kontrast mit der Idee. Es gibt f?r ihn keine einzelne Torheit, keine Toren, sondern nur Torheit und eine tolle Welt.
Der K?rper ist der Panzer und K?rass der Seele. Nun, so werde dieser vorerst zu Stahl geh?rtet, gegl?ht und gek?ltet.
Der Krieg ist nur der vergr??ernde Hohlspiegel der Wunden, die wir so leicht machen, nur das Sprachrohr und Sprachgew?lbe der Seufzer, die wir einzeln auspressen.
Der Krieg kommt endlich selber am Kriege um, seine Vervollkommnung wird seine Vernichtung, weil er sich durch seine Verst?rkung abk?rzt.
Der Krieg, sagt ihr, entwickelt und enth?llt gro?e V?lker und gro?e Menschen, so wie sich bei Regenwetter ferne Gebirge aufdecken. Sonach h?tten wir denn lauter gro?e V?lker.
Der K?nstler braucht es nicht ?berall zu sein, der gro?e Mensch aber muss es.
Der Mann ist ?fter ernst, das Weib meist nur selig oder verdammt, lustig oder traurig.
Der Mann macht nur Punkte im Kindesleben, die Frau Kommata und Duopunkta und alles ?ftere. M?tter, seid V?ter!, m?chte man zurufen, und: V?ter, seid M?tter!
Der Mensch wird schneller tierisch als ein Tier menschlich.
Der rechte Genius beruhigt sich von innen, nicht das hoch auffahrende Wogen, sondern die glatte Tiefe spiegelt die Welt.
Der rechte Mut ist nicht der an schlechte und gute V?lker, an Rekruten und sogar Tiere verschwendete Kriegsmut und Wunden Trotz, sondern der Mut im Frieden, im Hause, vor dem Throne, vor dem langen Ungl?ck.
Der rechte Unglaube bezieht sich auf keine einzelnen S?tze und Gegens?tze, sondern auf die Erblindung gegen das Ganze.
Der Scherz kennt kein anderes Ziel als sein eigenes Dasein.
Der sch?nste, reichste, beste und wahrste Roman, den ich je gelesen habe, ist die Geschichte.
Der Sieger wird genannt, aber selten die Sieger, mehr der befehlende Mut als der gehorchende.
Der Spa? ist unersch?pflich, nicht der Ernst
Der Staat gleicht dem Glase: Das dickste zerspringt am leichtesten in Hitze oder K?lte.
Der Ungl?ubige an die Menschheit wird ebenso oft betrogen als der Gl?ubige an die Menschen.
Der Verstand ist das n?chstliegende Werkzeug, mit dem der Mensch rechnen kann.
Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begr?nder der Zivilisation.
Deutschland war lange ein Wald, aber nach W?ldern ziehen sich Gewitter und Regen.
Die alten Sachsen leisteten im Kriege ihren F?rsten jeden Gehorsam, der Friede aber f?hrte die unabh?ngige Gleichheit zur?ck.
Die Armut und die Hoffnung sind Mutter und Tochter. Indem man sich mit der Tochter unterh?lt, vergisst man die Mutter.
Die blo?e Empfindung schafft nicht den Dichter, aber der blo?e Dichter auch nicht jene. Im ersten Irrtum ist der J?ngling, im zweiten der Kritiker.
Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen.
Die Ehe wird nicht gl?cklich durch Liebe oft das Gegenteil sondern durch Vernunft.
Die eine Zeit braucht M?nner, um zu entstehen, die andere, um zu bestehen, die unsrige hat sie zu beidem n?tig.
Die einzige Maria adelt alle Weiber romantisch, daher eine Venus nur sch?n, aber eine Madonna romantisch sein kann.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden k?nnen.
Die Eroberer wird kein Buch erobern und bereden, aber gegen das vergiftende Bewundern derselben soll man sprechen.
Die erste S?nde auf Erden zum Gl?cke beging sie der Teufel auf dem Erkenntnisbaum war eine L?ge, und die letzte wird auch eine sein, und den Wachstum an Wahrheiten b??et die Welt durch Verarmung an Wahrhaftigkeit.
Die Erziehung ist ein Radiermesser, das den Klecks durchschimmern l?sst.
Die Flamme der ehelichen Liebe gibt oft nur Kohle, einander zu schw?rzen.
Die Frau f?hlt sich, aber sieht sich nicht, sie ist ganz Herz, und ihre Ohren sind Herz Ohren. Sich selber und was dazugeh?rt, n?mlich Gr?nde anzuschauen, wird ihr zu sauer.
Die Frau verliert ihrer ungeteilten, anschauenden Natur zufolge sich, und was sie hat von Herz und Gl?ck, in den Gegenstand hinein, den sie liebt. F?r sie gibt's nur Gegenwart, und diese Gegenwart ist wieder nur eine bestimmte, ein und ein Mensch.
Die Freude des Menschen hienieden ist nichts als eine vergr??erte Sehnsucht.
Die Furcht entschuldige mit keinem Zwange ihr Schweigen. Wer nichts anderes aussprechen will als das Gute aber nicht sich oder schlechtes Hassen und Schmeicheln kann stets unangefochten reden.
Die Handhabung des Friedens wird uns jetzo vielleicht schwerer als die des Kriegs, und doch ist jene die wichtigere.
Die Heldentugend der Verschwiegenheit fordert zu ihrer ?bzeit die Kraft der anreifenden Vernunft, nur die Vernunft lehrt schweigen, das Herz lehrt reden.
Die Kraftlosigkeit liebt Gesetzlosigkeit, denn nicht die Schw?che, nur die Kraft will immer dasselbe, und dasselbe hei?t eben Gesetz.
Die Kriege, selber f?r Freiheit gef?hrt, verloren entweder oder nahmen eine.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.
Die Laune hat tausend krumme Wege, die Ironie nur einen geraden wie der Ernst.
Die Leiden sind wie die Gewitterwolken: In der Ferne sehen sie schwarz aus, ?ber uns grau.
Die Leidenschaft macht die besten Beobachtungen und die elendesten Schl?sse.
Die Liebe ist eine angeborne, aber verschieden ausgeteilte Kraft und Blutw?rme des Herzens, es gibt kalt und warrnbl?tige Seelen, wie Tiere.
Die Liebe wirft den J?ngling aus seinem Ich hinaus unter andre Ich, das M?dchen aber aus fremden in das ihrige hinein.
Die M?dchen Seelen sind schneller ausgereift als die Knabengeister.
Die Menschen verwundern sich erstlich, wenn ein Tag lange Jahre straft, aber daf?r straft er wieder jahrelang fort, und dann verwundern sie sich wieder zum zweiten Mal.
Die Menschen wie die V?lker treibt zu viel Gl?ck wie zu viel Ungl?ck in die Unsittlichkeit hinein, so stecken sich die Teich Fische nur bei ?berma? der K?lte und der W?rme in den Schlamm.
Die M?tter geben unserem Geiste W?rme, und die V?ter Licht.
Die Natur hat das Weib unmittelbar zur Mutter bestimmt, zur Gattin blo? mittelbar, so ist der Mann umgekehrt mehr zum Gatten als zum Vater gemacht.
Die Natur kennt keinen Geiz, weder mit Kraft, noch Zeit, noch Verstand, noch Leben, so wie keine Unbestimmtheit, auch keine Vorliebe f?r irgendein ?u?eres Leben, sie wirft in den Spinnen Kopf eine unbewusste Messkunst, wie in den Newtons eine bewusste.
Die neue Zeit fordert neue Kr?fte. Neue Staatsschiffe lassen wie neue Boote noch Wasser ein, bevor sie zugequollen sind.
Die Not ist die Mutter der K?nste, aber auch die Gro?mutter der Laster.
Die Phantasie besieht den Schmerz durch ein konvexes, der Stoizismus durch ein konkaves Glas.
Die Philosophie endet wie eine Flamme mit einer himmlischen Spitze nach oben.
Die Predigten sind Kehrbesen, die den Unrat von acht Tagen aus den Herzen der Zuh?rer herausfegen.
Die Probe eines Genusses ist seine Erinnerung.
Die Religion ist jetzt keine Nationalg?ttin mehr, sondern eine Hausg?ttin. Unsere kleine Zeit ist ein Vergr??erglas, durch welches, wie bekannt, alles Erhabne als flach und platt erscheint.
Die schlimmsten Fehler werden gemacht in der Absicht, einen begangenen Fehler wieder gutzumachen.
Die sicherste Prophezeiung ist, dass sich eher nach dem 100 J?hrigen Kalender des Wetters als nach dem 6000 j?hrigen der Geschichte prophezeien l?sst.
Die Sittlichkeit der M?dchen ist Sitte, nicht Grundsatz. Den Knaben k?nnte man durch das b?se Beispiel trunkener Heloten bessern, das M?dchen nur durch ein gutes.
Die stehenden Heere treiben einander zu gegenseitigen Vergr??erungen so weit hinauf, bis die Staatsk?rper unter der Strafe des Gewehrtragens erliegen und gemeinschaftlich ihre schwere R?stung ausziehen.
Die Vergangenheit und die Zukunft verh?llen sich uns, aber jene tr?gt den Witwen-Schleier und diese den jungfr?ulichen.
Die V?lker mit all ihrer Weltgeschichte gleichen den Epileptischen, welche, so oft sie auch ihren Zufall schon erlitten haben, doch niemals vorhersehen, wann er sie wieder hinwirft.
Die Weiber lieben die St?rke, ohne sie nachzuahmen, die M?nner die Zartheit, ohne sie zu erwidern.
Die Weiber lieben, und unendlich, und recht, die feurigsten Mystiker waren Weiber, noch kein Mann, aber eine Nonne starb aus sehns?chtiger Liebe gegen Jesus.
Die Wiederholung ist die Mutter nicht blo? des Studierens, sondern auch der Bildung.
Die Zeit ist eine Larve der Ewigkeit.
Drei ganz verschiedene Parteien leiden und siechen an Anspielungen: Die erste macht, die zweite wittert, die dritte r?gt sie.
Durch das Kind setzt ihr, wiewohl mit M?he, durch den kurzen Hebelarm der Menschheit den langen in Bewegung, dessen weiten Bogen ihr in der H?he und Tiefe einer solchen Zeit schwer bestimmen k?nnt.
Durch welchen verkl?rten Leib wird nun das Menschen Ich eigentlich sichtbar? Blo? durch die Sprache, diese menschgewordne Vernunft, diese h?rbare Freiheit.
Ebenso macht umgekehrt Friede an sich nicht kraftlos, wie die so lange auf dessen Tabors-Bergen und Tempet?lern eingewohnten Schweizer zeigen.
Eigentlich begehrt und braucht jeder Mensch seinen besonderen Roman.
Eigentlich ist jede Begebenheit eine Weissagung und eine Geister Erscheinung, aber nicht f?r uns allein, sondern f?r das All, und wir k?nnen sie dann nicht deuten.
Ein Mann hat zwei Ich, eine Frau nur eines und bedarf des fremden, um ihres zu sehen. Aus diesem weiblichen Mangel an Selbstgespr?chen und an Selbstverdopplung erkl?ren sich die meisten Nach und Vorteile der weiblichen Natur.
Ein Schatz ist da, der jede Zeit rettet und reinigt, es ist der, den die Natur durch M?tter schickt.
Ein Spielzeug gibt zuerst Genuss durch seine Erscheinung, und erst Heiterkeit durch seinen Gebrauch.
Ein verdrie?licher Gott ist ein Widerspruch oder der Teufel.
Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechk?nstler ist undenkbar.
Eine fremde Sprache ist schon als wissenschaftliche Beleuchtung der eignen n?tig, aber auch genug.
Eine gelungene L?ge wird die Mutter der L?gen, und aus jedem Wind Ei br?tet der Teufel seine Basilisken aus.
Eine Melodie geht durch alle Abs?tze des Lebens Liedes.
Eine Nation kann nur stolz auf die Masse, nicht auf die Genies, d. h. auf die Ausnahmen sein.
Eine Religion nach der andern lischt aus, aber der religi?se Sinn, der sie alle erschuf, kann der Menschheit nie get?tet werden.
Einen traurigen Mann erduld' ich, aber kein trauriges Kind.
Einsam steht der Heilige in seiner Kapelle, Sokrates in seinem Gef?ngnis, aber ganze Jahrhunderte werden von seinem Sch?ler Platon begeistert und besessen und von gro?en Gesetzgebern l?nger als von Dynastien beherrscht.
Er heiratete sie, weil sie ihn liebte, sie liebte ihn, weil er sie heiratete.
Erhoffe nur kein Herz Nachh?lfe oder Rettung auf seiner Bahn zu irgendeinem reinsten Ziel!
Erziehung und Unterricht treiben aus uns sch?ne Keime, als sollten wir zu Griechen erwachsen, sp?ter nimmt uns statt des G?rtners der Baumeister, der Staat, im Empfang.
Es gibt einen Ernst f?r alle, aber nur einen Humor f?r wenige.
Es gibt Gef?hle der Menschenbrust, welche unaussprechlich bleiben, bis man die ganze k?rperliche Nachbarschaft der Natur, worin sie wie D?fte entstanden, als W?rter zu ihrer Beschreibung gebraucht.
Es gibt noch sch?nere Freudentr?nen als die im Wachen es sind die im Traume.
Es gibt ?berall mehr keusche Jungfrauen als keusche J?nglinge, keusche Weiber als M?nner, alte Jungfern als alte Junggesellen.
Es gibt wohl einen Zufall, aber viele Zuf?lle derselben Art sind keiner, nicht einmal Geschick, sondern Schuld oder Lohn.
Es ist dem Menschen leichter und gel?ufiger, zu schmeicheln als zu loben.
Es ist leichter, aus dem Fluge des Adlers, als den Flug des Adlers zu weissagen.
Es ist mit dem ?berirdischen wie mit der Sonne, welche in einer Verfinsterung, sobald auch nur der kleinste Rand von ihr noch unbedeckt leuchten kann, stets den Tag forterh?lt und sich selber gr?ndet in der dunkeln Kammer abmalt.
Es kostet mehr Anstrengung und Bewegung, einen hohen Thron zu besteigen, als ihn zu besitzen.

Autoren alphabetisch sortiert [ A ] [ B ] [ C ] [ D ]
[ E ] [ F ] [ G ] [ H ]
[ I ] [ J ] [ K ] [ L ]
[ M ] [ N ] [ O ] [ P ]
[ Q ] [ R ] [ S ] [ T ]
[ U ] [ V ] [ W ] [ X ]
[ Y ] [ Z ]

Private Erotikgeschichten - Das Kamasutra - Vornamen Lexikon - Linkliste