Zitat von Franziska Sophie Auguste Liane Reventlow


Könnte doch jetzt ein paar Monate alles bleiben, wie es ist! So selten, dass man die Gegenwart erstrebenswert findet.
Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne.
Man ergebe sich in sein Schicksal wenn man kein andres hat.
Man gewöhnt sich wirklich daran, unter Damoklesschwertern zu leben.
Manchmal wollt ich, ich wäre alt, und alles schwiege schon in mir.
Mein ganzes Leben war Leiden.
Mein Kind soll keinen Vater haben, nur mich. Und mich ganz. Oh, das geliebte!
Meine Wohnung kommt mir vor wie ein Heiligtum. Ich mag nur Menschen drin sehn, die ich mag. Alle anderen weise ich ab.
Menschen im Allgemeinen werden mir immer unerträglicher.
Mich hat der liebe Gott aus allen Widersprüchen geschaffen, die er hatte, das ist sicher.
Mich reuen die Sünden, die ich nicht beging.
Mir ist innerlich so grau und steinern zumut zwischen all den Häusern, ich habe so brennendes Heimweh nach draußen.
Mit einem Kind sollte man immer allein sein. Es gehört nicht unter mehrere große Menschen.
Müsste ich nicht arbeiten, das heißt mit dem Kopf arbeiten, so wäre ich eine vollkommene Mutter.
Nein, ich gehöre nicht zu diesen Menschen, ich bin ganz allein, und es ist eine Mauer zwischen uns, über die hinweg wir uns manchmal miteinander unterhalten.
Nichts ist für uns furchtbar, wenn wir Gladiatoren sein wollen.
Nun möchte ich nur leben, leben jeden Augenblick, mich reut jede Stunde, die nichts in sich hat.
Nur aushalten. Das ist eben die Sache.
Nur keine Zügel, die ertrag ich nicht!
Nur nicht denken, nicht immerfort dran denken. Nicht an Tod und Sterben denken.
O Leben, Leben, nur leben. Lieber noch verzweifelte Kämpfe als entsagen.
Ob es nicht vielleicht das Vollkommenste ist, was wir Menschen erleben können, zugleich einen tiefen, nagen den Schmerz und die lichte sonnige Freude eine lachende Liebe und eine dunkle schwere Leidenschaft.
Ob man einmal aus andern Menschen klug werden kann? Mir kommt's immer vor, als ob sie alle im Zickzack empfänden und dächten.
Schrecklicher Gedanke, diese wundervolle Welt mit allen Schmerzen und Freuden einmal zu verlassen.
Schreien wirst du einst: Ich bin allein.
Selbst la grande passion macht mich nicht monogam.
Sie sollen nur erst einmal ihre eigenen Kinder erziehen und mir dann sagen, wie ich meins erziehen soll.
So ein Kind ist doch wie ein Stück Erde, das man unendlich anbauen kann.
So eine Liebe gib mir, lieber Gott, eine tiefe, heitre Liebe, die durch jeden Tag und über alle kleinen Sachen geht.
So ganz einsame Tage sind doch etwas Herrliches.
So ganz unselig kann ich nie mehr werden, denn der tiefste Grund meines Lebens ist doch das Muttersein.
Sobald ich etwas Nützliches in amore inszenieren will, kommt etwas anderes, worin ich mich verliebe, und die Kreise sind wieder gestört.
Tugendstolz ist immer nur frisierter Neid oder böse Lust.
Und doch ist mir recht heimatlich bei den Geschwistern, heimatlich, zugleich heimatlos.
Verkatert und verstimmt. muss denn jeder Neujahrsmorgen mit Katerstimmung beginnen?
Vielleicht brächte ich es so weit, in Glanz zu leben, aber ich hätte dann alles andere nicht, meine absolute Freiheit und mein Leben für mich.
Von jungen Mädchen findet man's entsetzlich, wenn sie ein Selbst sein wollen, sie dürfen überhaupt nichts sein, im besten Fall eine Wohnstubendekoration oder ein brauchbares Haustier, von tausend lächerlichen Vorurteilen eingeengt.
Vor allem will ich eine gute, glückliche Mutter sein und mein Kind gut, und glücklich machen. Das ist wohl das Einzige, das fest in mir steht.
Vorüber gehn die Schmerzen wie die Wonnen, geh an der Welt vorüber, sie ist nichts.
Warum fühle ich das Leben herrlich und intensiv, wenn ich viele [Beziehungen] habe? immer das Gefühl, eigentlich gehöre ich allen.
Warum kann man mit fünfunddreißig Jahren nicht so gut anfangen wie mit zehn?
Warum nur jeder Lebensrausch so viel Schmerz und Sehnsucht und Wollust in einem zurücklässt.
Warum soll man nicht gern haben, was sich an einen anschmiegt, und gerade das universelle Anschmiegen an jede Frau hab' ich gern an dem Jungen.
Warum überhaupt schweigen wir alle nicht viel mehr? Alles wird beredet, auseinander gelegt wieder zusammengesetzt und dann wieder von vorn angefangen.
Warum zanken wir dummen Menschen uns, warum sich von dem kurzen Leben auch nur eine Minute verderben?
Was geschah dir, Weib, dass du so bleich und, dass du so lustig bist Meine Augen haben zu viel geweint, und mein Mund hat zu viel geküsst.
Was tu' ich eigentlich mit dem Geld, es ist mir selbst unklar. Ich arbeite wie ein Pferd und lebe miserabel und habe nie etwas.
Wehgeheul ist dumm und überflüssig.
Wenn ich liebe, ist es immer ein Unglück für alle beide, immer, immer, unweigerlich.
Wenn ich mir aus all den Menschen, die ich habe, den zusammenschmieden könnte, den ich nicht habe.
Wenn man immer so durchkäme, brauchte man überhaupt kein Geld.
Wenn man sich zum Mut zwingt, kommt er schließlich doch von selbst wieder.
Wenn mir ein Schmerz widerfahren ist, fasst mich immer ein doppeltes Verlangen nach Leben nie eigentlich Resignation.
Wenn nur die Zeit nicht so verginge, aber sie vergeht so wahnsinnig.
Wer Gott sieht, stirbt.
Wie bin ich allein, hätt' ich einen Menschen, mit dem ich jetzt reden könnte von aller Sehnsucht, allem Wollen.
Wie es erdrückt, ein »junges Mädchen aus guter Familie« zu sein!
Wie gefährlich die Nutzung von Lampen ist, die zur Beleuchtung dienen.
Wie gern wollt' ich dem Teufel meine Seele verschreiben, wenn ich dafür Gesundheit hätte.
Wie habe ich früher umhergeworfen mit denen, die mich liebten und die ich liebte. Jetzt habe ich doch gelernt, zu halten, was mich reich machte, möchte es so dicht an mir, so fest und so warm halten.
Wie viel Egoismus steckt gerade in der Mutterliebe, mehr wie in allem andern.
Wie viele Kinder wachsen so auf, gut gepflegt, gut versorgt und gefüttert, alle schön regelmäßig, nur keine Gefühle, nur keine Weichheit und kein Überschwang.
Wieder und wieder im Venusberg. Alles, was an Sinnlichkeit und Leidenschaft in mir ist, ist aufgewacht.
Wir weinen immer allein.
Zahnarzt, Schmerzen. Bubi zahnt auch und schreit. Nerven rasen, Knie zittern, Misere auf der ganzen Linie.
Zu tausend Dingen bin ich ja nicht gekommen bei meinem sonderbaren Leben und hätte doch zu tausend Dingen Talent gehabt.
Begehren des Mannes ist nie eine Beleidigung, selbst dann nicht, wenn rein gelegentlich und ohne alle »seelische Beimischung«.
Bleibe allein, dann spuckt dir niemand ins Zimmer.
Das ?rgern hab' ich eigentlich aus meinem Programm gestrichen, ebenso das Verwundern ?ber meine Mitmenschen.
Das Heimweh h?rt doch nie auf.
Das Herz wird wohl immer seine St?rme haben.
Das Kind ist mein unermesslicher Reichtum.
Das Kleine in mir bewegt sich fort w?hrend, das ist solche Seligkeit. Ich m?chte nur das f?hlen. Mir ist manchmal, als w?sste ich alle Geheimnisse und k?nnte alles durchschaun, und es g?be f?r mich kein R?tsel mehr.
Das Leben geht so unerh?rt vorbei. Man wird verr?ckt, wenn man dar?ber nachdenkt.
Das Leben geht viel zu schnell, m?chte es manchmal stoppen.
Das Leben ist g?ttlich und der Tod entsetzlich.
Das, was man liebt, mag man doch nie zusammen sehen oder wissen mit dem, was einem absto?end ist.
Der Tod vers?hnt alles.
Die abscheuliche Stadt. Die tausend erm?denden G?nge, das viele »Erledigen« und Niefertigwerden, nie ungeteilte Tage.
Die kleinste Fessel, die andere gar nicht als solche ansehen, dr?ckt mich unertr?glich, unaushaltbar muss ich mich nicht freimachen, muss ich mein Selbst nicht retten ich wei?, dass ich sonst daran zugrunde gehe.
Die kleinste St?rung bringt mich um, und ich kann nichts mehr machen.
Die letzte weiche Saite in mir sprang klirrend entzwei.
Die Schreiberei kommt mir vor wie ein Tier mit einem Stachel, den man sich langsam und m?hsam aus dem Fleisch ziehen muss.
Dies Herumziehen ist einfach entsetzlich.
Durch dieses Fenster hineinschauen, wo mein Kind im Bett liegt und auf mich wartet. Da liegt mein Kaiserreich!
Eigentlich ist alles Vergn?gen.
Eigentlich ist jeder Tag wie eine gro?e Schlacht mit vielen Lichtblicken.
Einer Liebe w?re ich vielleicht untreu geworden, aber nicht dem Freund, w?hrend er seine helfenden Arme ?ber mich h?lt.
Er war tot, und es war ihm unsagbar unangenehm.
Erst dann h?rt man auf, jung zu sein, wenn ein Verlangen nach dem andern Abschied nimmt oder totgemacht wird.
Es gibt Gem?ter, die nie zur Ruhe kommen, die abwechselnd des tr?umerischen Sinnens und des kr?ftigen Wirkens, der reinsten Leidenschaften und der ungez?gelten Gen?sse bed?rfen, und die darum jedes phantastischen Schrittes, jeder Torheit f?hig sind
Es gibt immer Erlebnisse, von denen man nie und nimmer reden kann, und doch jemand w?nschte, der es schweigend verst?nde, ohne daran zu r?hren.
Es gibt nichts Sch?neres, als einem Kind Vergn?gen zu machen.
Es gibt so seltene Momente, wo man so bis ins tiefste Tiefe hinein empfindet.
Es hat noch niemand in meiner Haut gesteckt.
Es ist doch eigentlich der Hauptinhalt im Leben: Sehnsucht und wieder Sehnsucht.
Es ist doch unter aller Menschenw?rde, krank und abh?ngig zu sein.
Es ist merkw?rdig, wie Gereiztheit der Mutter gleich auf das Kind reflektiert und es ungezogen macht.
Es ist schrecklich, wenn zwei Menschen immer so verkehrt ineinander eingreifen, bei jeder Kleinigkeit dies H?ngenbleiben, das nie in Richtigstellen, immer nur in Aushacken endigt.
Es ist so gut, allein zu sein. Mitmenschen ist's mir, als ob man innerlich zusammengeschn?rt w?rde, und allein weitet sich's wieder.
Es ist so t?richt, ein Kind oder einen Menschen so oder so haben zu wollen, damit sie so sind, wie es einem als Ideal vorschwebt.
Es kann mich aber doch nicht besiegen, auch die Einsamkeit nicht. Die wird einmal mein letzter Geliebter sein, der mir am wehesten und am wohlsten tut.

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