Zitat von Blaise Pascal


In der Liebe gilt Schweigen oft mehr als Sprechen. Es wirkt gut, wenn der Liebende in seiner Erregung nicht Worte finden kann. Es gibt eine Beredsamkeit des Schweigens, die tiefer eindringt, als das Sprechen könnte.
In seiner Religion muss man aufrichtig sein: wahre Heiden, wahre Juden, wahre Christen.
Instinkt und Vernunft: Merkmale von zwei Naturen.
Je mehr Einsicht man hat, desto mehr Größe und Niedrigkeit entdeckt man im Menschen.
Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt sucht.
Man gilt in der Welt nicht für einen Sachverständigen in Versen, wenn man nicht mit dem Aushängeschild des Dichters, Mathematikers usw. auftritt.
Man ist nicht unglücklich ohne Gefühl, ein zerstörtes Haus ist es nicht. Nur der Mensch ist unglücklich.
Man muss sich selber kennen: Wenn das auch nicht dazu diente, die Wahrheit zu finden, so dient es doch wenigstens dazu, sein Leben zu ordnen, und es gibt nichts, das richtiger wäre.
Man muss zu zweifeln verstehen, wo dies nötig ist, bejahen, wo es nötig ist, indem man sich unterwirft, wo es nötig ist.
Man wird im Allgemeinen durch die Gründe, welche man selbst gefunden hat, besser überzeugt, als durch die, welche im Geiste der anderen entstanden sind.
Neugierde ist nur Eitelkeit. Meistens will man nur etwas erfahren, um darüber zu sprechen.
Nicht im Raume darf ich meine Würde suchen, sondern in der Ordnung meiner Gedanken.
Nichts ist der Liebe so ähnlich wie die Begierde und nichts ihr so entgegengesetzt.
Niemals begeht man das Böse so gründlich und so freudig, als wenn man es aus Gewissen tut.
Ohne Macht vermag die Gerechtigkeit nichts.
Sich über die Philosophie lustig machen, das heißt in Wahrheit philosophieren.
Ununterbrochene Beredsamkeit langweilt.
Warum folgt man der Mehrheit? Etwa weil sie mehr Vernunft hat? Nein, sondern weil sie mehr Macht hat.
Was die Tugend eines Menschen vermag, darf nicht nach seinen Anstrengungen gemessen werden, sondern nach seinem gewöhnlichen Verhalten.
Wenn alle Menschen wüssten, was die einen über die anderen reden, gäbe es keine vier Freunde auf Erden.
Wenn alle Menschen wüssten, was die einen über die anderen reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden.
Wenn der Mensch glücklich wäre, so wäre er es umso mehr, je weniger Zerstreuung er hätte, wie die Heiligen und Gott.
Wenn die Bosheit die Vernunft auf ihrer Seite hat, wird sie stolz und stellt die Vernunft in ihrem ganzen Glanz zur Schau.
Wenn es einem gut geht, dann wundert man sich darüber, wie man sich verhalten würde, wenn man krank wäre, wenn man es ist, nimmt man fröhlich seine Medizin: Die Krankheit zwingt uns dazu.
Wenn es uns nicht gelingt, durch Abtötung und strenge Wahl das wahre Gute zu erlangen, und wenn wir darauf zurückkommen müssen, der Natur zu folgen, dann wird die Natur durch diese Rückkehr stolz.
Wenn man zu jung ist, urteilt man nicht gut, ist man zu alt, auch. nicht.
Wenn man zu schnell oder zu gemächlich liest, versteht man nichts.
Wenn unsere Leidenschaft uns treibt, etwas zu tun, vergessen wir unsere Pflicht.
Wenn wir alle Nächte von dem gleichen Ereignis träumten, so würde es uns ebenso sehr beeinflussen wie die Dinge, die wir alle Tagen sehen.
Wenn wir eine Wirkung immer wiederkehren sehen, so erschließen wir darauf eine natürliche Notwendigkeit, z. B., dass es morgen wieder Tag wird usw. Aber oft verleugnet uns die Natur und hält sich nicht an ihre eigenen Regeln.
Wer den Willen seines Herrn erkennt, wird mehr Schläge empfangen: wegen der Macht, die er durch seine Erkenntnis hat.
Wer die Eitelkeit der Menschen gründlich kennen lernen will, braucht nur die Ursachen und die Wirkungen der Liebe betrachten.
Wer die Eitelkeit der Welt nicht sieht, ist selbst eitel.
Wer weiß nicht, dass der Anblick von Katzen, Ratten, das Zermalmen einer Kohle usw. die Vernunft aus den Angeln hebt?
Wie eitel ist doch die Malerei, welche zur Bewunderung reizt, indem sie Abbilder von dem schafft, was man nicht einmal im Original bewundert!
Wie schwierig ist es, dem Urteil eines andern etwas zu unterbreiten, ohne sein Urteil durch die Weise, wie man es unterbreitet, zu verderben.
Wie viele Sterne hat man durch die Fernrohre entdeckt, die vordem für unsere Philosophen nicht da waren!
Wir begnügen uns nicht mit dem Leben, das wir aus unserem eigenen Sein haben, wir wollen in der Vorstellung der anderen ein imaginäres Leben führen, und darum strengen wir uns an, in Erscheinung zu treten.
Wir erkennen die Wahrheit nicht mit der Vernunft allein, sondern auch mit dem Herzen.
Wir sind unfähig, die Wahrheit und das Glück nicht zu wünschen, und sind weder der Gewissheit noch des Glückes fähig.
Wir wünschen die Wahrheit und finden in uns nur Ungewissheit. Wir suchen das Glück und finden nur Unglück und Tod.
Wir würden gerne Grobiane sein, um in den Ruf zu kommen, tapfer zu sein.
Wollt ihr, dass man Gutes von euch glaube? Dann sagt es nicht selber.
Zu unserer Natur gehört die Bewegung, die vollkommene Ruhe ist der Tod.
Zwei Dinge belehren den Menschen über seine Natur: der Instinkt und die Erfahrung.
Zwischen uns und der Hölle oder dem Himmel steht nur das Leben.
Auch wenn die Menschen an dem, was sie sagen, nicht innerlich beteiligt sind, so darf man darauf nicht unbedingt schlie?en, dass sie nicht l?gen, denn es gibt Leute, welche l?gen, einfach nur um zu l?gen.
Begehrlichkeit und Macht sind die Quellen aller unserer Handlungen: Die Begehrlichkeit verursacht die frei willigen, die Macht die unfreiwilligen.
Beim Ballspiel benutzen alle den gleichen Ball, aber einer bringt ihn am besten ins Ziel.
Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, dass jedermann gern zuh?rt.
Bist du weniger Sklave, weil dein Herr dich liebt und dir schmeichelt? Ein sch?nes Gl?ck, Sklave! Dein Herr schmeichelt dir, bald wird er dich schlagen.
Da die Menschen kein Heilmittel gegen den Tod, das Elend, die Unwissenheit finden konnten., sind sie, um sich gl?cklich zu machen, darauf verfallen, nicht daran zu denken.
Da man nicht universal sein und alles wissen kann, was von allem gewusst werden kann, muss man ein wenig von allem wissen.
Das Beispiel von der Keuschheit Alexanders hat nicht so sehr die Enthaltsamkeit gef?rdert, wie das Beispiel seiner Trunkenheit zur Unm??igkeit verf?hrt hat.
Das B?se ist leicht, und es gibt unendlich viele Formen des B?sen, das Gute ist beinahe einf?rmig.
Das Elend des menschlichen Lebens hat den Grund zu all dem gelegt: Da sie das erkannt haben, haben sie die Zerstreuung gew?hlt.
Das ganze Meer ver?ndert sich, wenn ein Stein hineingeworfen wird.
Das Gef?hl f?r die Falschheit der gegenw?rtigen Freuden und die Unkenntnis der Eitelkeit der abwesenden Freuden verursachen die Unbest?ndigkeit.
Das Herz hat eine Vernunft, die der Verstand nicht begreift.
Das Herz hat seine Gr?nde, die die Vernunft nicht kennt.
Das Herz hat seine Vernunft, die der Verstand nicht kennt.
Das Letzte, was man findet, wenn man ein Werk schafft, ist die Erkenntnis, was man an seinen Anfang zu stellen hat.
Das Niesen absorbiert alle Funktionen der Seele, ebenso sehr wie die Arbeit.
Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt ?berall, dessen Umfang nirgends ist.
Das Wetter und meine Laune haben wenig miteinander zu tun, ich trage meine Nebel und meinen Sonnenschein in meinem Inneren.
Das wichtigste im Leben ist die Wahl des Berufes. Der Zufall entscheidet dar?ber.
Den Tod f?rchten fern der Gefahr und nicht in der Gefahr, denn man muss Mensch sein.
Der eigentliche Sinn des Reichtums ist, freigiebig davon zu spenden.
Der Eigenwille wird nie zufrieden sein, und k?nnte er ?ber alles verf?gen, was er will, aber man ist in dem Augenblick zufrieden, da man auf ihn verzichtet.
Der Gedanke macht die Gr??e des Menschen.
Der Geist glaubt von Natur, und der Wille liebt von Natur, und so m?ssten sie sich an falsche Objekte h?ngen, wenn wahre fehlen.
Der Glaube ist verschieden vom Beweis. Dieser ist menschlich, jener ist ein Geschenk Gottes.
Der Glaube sagt wohl das, was die Sinne nicht sagen, aber nicht das Gegenteil von dem, was sie sagen. Er ist ?ber ihnen und nicht gegen sie.
Der gleiche Sinn ver?ndert sich mit den Worten, die ihn ausdr?cken. Der Sinn empf?ngt von den Worten seine W?rde, anstatt sie ihnen zu geben.
Der Mensch handelt nicht nach der Vernunft, die sein Wesen ausmacht.
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schw?chste der Natur, aber er ist ein denkendes Schilfrohr.
Der Mensch ist voller Bed?rfnisse: Er liebt nur die, welche sie alle befriedigen k?nnen.
Der Mensch ist von Natur gl?ubig, ungl?ubig, furchtsam, verwegen.
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Ungl?ck will es, Dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.
Der Mensch liebt die Bosheit, aber sie richtet sich nicht gegen die Ein?ugigen und Ungl?cklichen, sondern gegen die Gl?cklichen und Stolzen.
Der Stolz hat inmitten unserer Leidenschaften und Irrt?mer eine so nat?rliche Herrschaft ?ber uns: Wir verlieren sogar unser Leben mit Freude vorausgesetzt, dass man davon spricht.
Der Stolz wiegt alles Ungl?ck auf und nimmt es hinweg. Er ist ein seltsames Ungeheuer und eine sehr sichtbare Verirrung.
Die anderen Religionen, wie die heidnischen, sind volkst?mlicher, denn ihr Schwerpunkt liegt im ?u?eren, aber sie sind nicht f?r die gebildeten Leute.
Die Bande, die gemeinhin die Menschen in Achtung miteinander verbinden, sind Bande der Notwendigkeit, denn es muss verschiedene Rangstufen geben, da alle Menschen herrschen wollen und nicht alle es k?nnen, sondern nur einige es k?nnen.
Die besten B?cher sind die, von denen der Leser meint, er habe sie selbst machen k?nnen.
Die besten B?cher sind die, von denen jeder Leser meint, er h?tte sie selbst machen k?nnen.
Die Einbildung vergr??ert durch eine phantastische Wertsch?tzung die kleinen Dinge, bis sie unsere Seele erf?llen, und mit verwegener Frechheit verringert sie die gro?en auf ihr Ma?.
Die Empf?nglichkeit des Menschen f?r die kleinen Dinge und die Unempf?nglichkeit f?r die gro?en Dinge: Zeichen einer seltsamen Umkehrung.
Die Erfahrung zeigt uns, welch ein gewaltiger Unterschied zwischen Fr?mmigkeit und G?te besteht.
Die Erfindungen der Menschen schreiten von Jahrhundert zu Jahr hundert in gleicher Weise weiter. Mit der G?te und Bosheit der Welt im Allgemeinen verh?lt es sich ebenso.
Die Fl?sse sind Wege, die wandern, und die uns dahin bringen, wohin wir wollen.
Die F?hrung eines Schiffes ?bertr?gt man nicht dem unter den Reisenden, der aus dem besten Hause ist.
Die Gerechtigkeit ist ohnm?chtig ohne die Macht, die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit.
Die Gewohnheit ist unsere Natur.
Die Gnade wird immer in der Welt sein und die Natur auch, und so wird die Gnade in gewisser Hinsicht nat?rlich sein.
Die Gr??e eines Menschen muss man nicht nach seinen au?ergew?hnlichen Bem?hungen, sondern nach seinem allt?glichen Benehmen bemessen.
Die Gr??e muss zuweilen aufgegeben werden, damit sie empfunden wird.
Die gr??te Qual des Fegefeuers ist die Ungewissheit des Gerichtes.
Die K?lte ist angenehm, wenn man sich w?rmen kann.
Die kleinste Bewegung ist f?r die ganze Natur von Bedeutung.
Die letzte Schlu?folgerung der Vernunft ist, da? sie einsieht, da? es eine Unzahl von Dingen gibt, die ihr Fassungsverm?gen ?bersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht zu dieser Einsicht gelangt.
Die Macht der K?nige ist auf die Vernunft und auf die Torheit des Volkes gegr?ndet ? und viel mehr auf die Torheit.
Die Menschen besch?ftigen sich damit, einem Ball oder einem Hasen nachzulaufen. Das ist sogar das Vergn?gen der K?nige.
Die Menschen sind so notwendig verr?ckt, dass nicht verr?ckt sein nur hie?e, verr?ckt sein nach einer anderen Art von Verr?cktheit.
Die Nase der Kleopatra: W?re sie k?rzer gewesen, w?re das ganze Antlitz der Erde anders geworden.
Die Natur ahmt sich selbst nach, ein Samenkorn, in gutes Erdreich gelegt, bringt Frucht, ein Prinzip in einen rechten Geist gelegt, bringt Frucht.
Die Natur beginnt immer von neuem mit den gleichen Dingen: den Jahren, den Tagen, den Stunden.
Die Natur handelt schrittweise.
Die Natur hat Vollkommenheiten, um zu zeigen, dass sie das Abbild Gottes ist, und M?ngel, um zu zeigen, dass sie nur das Abbild ist.
Die Rechenmaschine bringt Wirkungen zustande, die dem Denken n?her kommen als alles, was die Tiere tun, aber sie vollbringt nichts, was zu der Behauptung veranlassen k?nnte, sie habe Willenskr?fte wie die Tiere.
Die sch?nen Taten, welche in der Verborgenheit geschehen, sind die sch?nsten.
Die schwachen Seelen sind Leute, welche die Wahrheit erkennen, aber sie nur so weit unterst?tzen, als es f?r sie von Vorteil ist, aber sie lassen sie im Stich, wenn das nicht der Fall ist.
Die Sprachen sind Chiffren, in denen nicht Buchstaben mit Buchstaben, sondern Worte mit Worten vertauscht werden, und so kann man eine unbekannte Sprache dechiffrieren.
Die Tiere bewundern sich nicht, ihre T?chtigkeit hat an sich selbst genug.
Die Ungl?ubigen sind die Allerleichtgl?ubigsten.
Die Wahrheit ist in dieser Zeit so sehr verdunkelt und die L?ge so allgemein verbreitet, dass man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt.
Die Weisheit f?hrt uns zur Kindheit zur?ck.
Die Worte ergeben in verschiedener Anordnung verschiedene Bedeutungen und die Bedeutungen ergeben in anderer Anordnung andere Wirkungen.
Die Zeit heilt die Schmerzen und die Streitigkeiten, weil man sich ver?ndert. Man ist nicht mehr der Gleiche.
Durch unsern Instinkt f?hlen wir, dass wir unser Gl?ck au?er uns suchen m?ssen. Unsere Leidenschaften treiben uns nach au?en, selbst wenn gar keine Objekte da sind, sie zu erregen.
Ein Bild enth?lt Abwesenheit und Gegenwart, Gefallen und Missfallen.
Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
Eine dauernde Bindung zu einer Frau ist nur m?glich, wenn man im Theater ?ber dasselbe lacht. Wenn man gemeinsam schweigen kann. Wenn man gemeinsam trauert. Sonst geht es schief.
Es gef?llt uns, einen K?nig "F?rst" zu nennen, weil das seine Qualit?t verringert.
Es geh?rt zur Natur des Menschen, dass sie nicht immer voranschreitet, sie hat ihr Gehen und Kommen.
Es gibt drei Mittel zu glauben: die Vernunft, die Gewohnheit, die Inspiration.
Es gibt Laster, die uns nur durch ihre Verbindung mit anderen Lastern anhaften: Wenn man den Stamm beseitigt, lassen sie sich wegnehmen wie Zweige.
Es gibt nur zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich f?r S?nder halten, und die S?nder, die sich f?r gerecht halten.
Es gibt zwei gef?hrliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und au?er der Vernunft nichts anzuerkennen.
Es ist das Wesen der Macht, Schutz zu gew?hren.
Es ist die Freude der Gro?en, Menschen gl?cklich machen zu k?nnen. Es ist der eigentliche Sinn des Reichtums, dass er freigebig gespendet werde.
Es ist erstaunlich, dass noch nie ein kanonischer Autor sich der Natur bedient hat, um Gott zu beweisen.
Es ist gef?hrlich, dem Volk zu sagen, dass die Gesetze nicht gerecht sind, denn es gehorcht ihnen nur darum, weil es sie f?r gerecht h?lt.
Es ist nicht gut, zu frei zu sein. Es ist nicht gut, allen seinen N?ten unterworfen zu sein.
Es macht Freude, in einem vom Sturm gepeitschten Schiff zu sein, wenn man sicher ist, dass es nicht untergehen wird.
Es muss verschiedene Rangstufen geben, da alle Menschen herrschen wollen und nicht alle es k?nnen.

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