Zitat von Friedrich Wilhelm Nietzsche


In der Leutseligkeit ist nichts von Menschenhass, aber eben darum allzu viel von Menschenverachtung.
In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.
In der vergoldeten Scheide des Mitleids steckt mitunter der Dolch des Neides.
In eurem Sterben soll noch euer Geist und eure Tugend glühn, gleich einem Abendrot um die Erde: Oder aber das Sterben ist euch schlecht geraten.
In jeder Art der weiblichen Liebe kommt auch etwas von der mütterlichen Liebe zum Vorschein.
In jeder asketischen Moral betet der Mensch einen Teil von sich als Gott an und hat dazu nötig, den übrigen Teil zu diabolisieren.
In jeder Partei ist einer, der durch sein gar zu gläubiges Ausrechen der Parteigrundsätze die Übrigen zum Abfall reizt.
In jeder Religion ist der religiöse Mensch eine Ausnahme.
In mancher Hinsicht sucht sich auch der Asket das Leben leicht zu machen: und zwar gewöhnlich durch die vollkommene Unterordnung unter einen fremden Willen oder unter ein umfängliches Gesetz oder Ritual.
In Wahrheit heißt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir können.
Ist Gott eine Erfindung des Teufels?
Ist man in einer Sache Meister geworden, so ist man gewöhnlich eben dadurch in den meisten anderen Sachen ein völliger Stümper geblieben.
Ja, ich wollte, dass die Erde in Krämpfen bebte, wenn sich ein Heiliger und eine Gans miteinander paaren.
Je abstrakter die Wahrheit ist, die du lehren willst, um so mehr musst du noch die Sinne zu ihr verführen.
Je freudiger und sicherer der Geist wird, umso mehr verlernt der Mensch das laute Gelächter, dagegen quillt ihm ein geistiges Lächeln fortwährend auf, ein Zeichen seines Verwunderns über die zahllosen versteckten Annehmlichkeiten des guten Daseins.
Jeder große Mensch hat eine rückwirkende Kraft: Alle Geschichte wird um seinetwillen wieder auf die Waage gestellt, und tausend Geheimnisse der Vergangenheit kriechen aus ihren Schlupfwinkeln hinein in seine Sonne.
Jeder, der seinen Geist zeigen will, lässt merken, dass er auch reichlich vom Gegenteil hat.
Jedermann trägt ein Bild des Weibes von der Mutter her in sich: Davon wird er bestimmt, die Weiber überhaupt zu verehren oder sie gering zu schätzen oder gegen sie im Allgemeinen gleichgültig zu sein.
Jene Mädchen, welche allein ihrem Jugendreize die Versorgung fürs ganze Leben verdanken wollen und deren Schlauheit die gewitzten Mütter noch soufflieren, wollen ganz dasselbe wie die Hetären, nur, dass sie klüger und unehrlicher als diese sind.
Jener ging wie ein Held auf Wahrheiten aus, und endlich erbeutete er sich eine kleine geputzte Lüge. Seine Ehe nennt er's.
Junge Leute lieben das Interessante und Absonderliche, gleichgültig wie wahr oder falsch es sei.
Kein Hirt und eine Herde! Jeder will das Gleiche, jeder ist gleich: Wer anders fühlt, geht freiwillig ins Irrenhaus.
Kein Sieger glaubt an den Zufall.
Kein Strom ist durch sich selber groß und reich: Sondern, dass er so viele Nebenflüsse aufnimmt und fortführt, das macht ihn dazu.
Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
Körnige Gedrängtheit, Ruhe und Reife wo du diese Eigenschaften bei einem Autor findest, da mache Halt und feiere ein Fest mitten in der Wüste: Es wird dir lange nicht wieder so wohl werden.
Kultur ist Einheit des künstlerischen Stils in allen Lebensäußerungen eines Volkes.
Lachen bedeutet schadenfroh sein, aber mit gutem Gewissen.
Lachen heißt: schadenfroh sein, aber mit gutem Gewissen.
Läuft ein Krieg unglücklich aus, so fragt man nach dem, der schuld am Kriege sei, geht er siegreich zu Ende, so preist man seinen Urheber.
Lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen weh zu tun.
Leute, welche uns ihr volles Vertrauen schenken, glauben dadurch ein Recht auf das unsrige zu haben. Dies ist ein Fehlschluss, durch Geschenke erwirbt man keine Rechte.
Liebe und Hass sind nicht blind, aber geblendet vom Feuer, das sie selber mit sich tragen.
Lieben und Untergehn: das reimt sich seit Ewigkeiten. Wille zur Liebe: Das ist willig auch sein zum Tode.
Lieber aus ganzem Holz eine Feindschaft Als eine geleimte Freundschaft!
Lieber noch ein wenig zähneklappern als Götzen anbeten! so will's meine Art.
Man bricht das Bein selten, solange man im Leben mühsam aufwärts steigt aber wenn man anfängt, es sich leicht zu machen und die bequemen Wege zu wählen.
Man erholt sich in seiner wilden Natur am besten von seiner Unnatur, von seiner Geistigkeit.
Man greift nicht nur an, um jemandem weh zu tun, ihn zu besiegen, sondern vielleicht auch nur, um sich seiner Kraft bewusst zu werden.
Man hört nur die Fragen, auf welche man im Stande ist, eine Antwort zu finden.
Man hört nur die Fragen, auf welche man imstande ist, eine Antwort zu geben.
Man ist am meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn man eben einem Wagen ausgewichen ist.
Man kritisiert einen Denker schärfer, wenn er einen uns unangenehmen Satz hinstellt, und doch wäre es vernünftiger, dies zu tun, wenn sein Satz uns angenehm ist.
Man liebt zuletzt seine Begierde und nicht das Begehrte.
Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen die, die lange geliebt werden wollen.
Man muss das Beste und das Schlechteste kennen, dessen ein Mensch fähig ist im Vorstellen und Ausführen, um zu beurteilen, wie stark seine sittliche Natur wurde. Aber jenes zu erfahren, ist unmöglich.
Man muss die Gerüste wegnehmen, wenn das Haus gebaut ist.
Man muss eine starke Kraft der Einbildung haben, um Mitleid haben zu können.
Man muss nicht nur verstehen, gut zu spielen, sondern auch, sich gut zu Gehör zu bringen. Die Geige in der Hand des größten Meisters gibt nur ein Gezirp von sich, wenn der Raum zu groß ist.
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Man muss Religion und Kunst wie Mutter und Amme geliebt haben sonst kann man nicht weise werden. Aber man muss über sie hinaussehen, ihnen entwachsen können, bleibt man in ihrem Banne, so versteht man sie nicht.
Man muss sich verdunkeln können, um die Mückenschwärme allzu lästiger Bewunderer loszuwerden.
Man muss zum Zwecke der Erkenntnis jene innere Strömung zu benutzen wissen, welche uns zu einer Sache hinzieht, und wiederum jene, welche uns, nach einer Zeit, von der Sache fortzieht.
Man nimmt die unerklärte dunkle Sache wichtiger als die erklärte helle.
Man soll die Bettler abschaffen: Denn man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.
Man soll nicht siegen wollen, wenn man nur die Aussicht hat, um Haaresbreite seinen Gegner zu überholen.
Man sollte einen Schriftsteller als einen Missetäter ansehen, der nur in den seltensten Fällen Freisprechung oder Begnadigung verdient: Das wäre ein Mittel gegen das Überhandnehmen der Bücher.
Man sollte, aus Liebe zum Leben, den Tod anders wollen, frei, bewusst, ohne Zufall.
Man träumt gar nicht oder interessant. Man muss lernen, ebenso zu wachen gar nicht oder interessant.
Man trifft, wenn man sich umsieht, immer auf Menschen, welche ihr Leben lang Eier gegessen haben, ohne zu bemerken, dass die länglichen am besten schmecken.
Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.
Man vergibt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt.
Man vergisst nicht, wenn man vergessen will.
Man vergisst seine Schuld, wenn man sie einem andern gebeichtet hat, aber gewöhnlich vergisst der andere sie nicht.
Man verlernt die Menschen, wenn man unter Menschen lebt: Zu viel Vordergrund ist an allen Menschen was sollen da weitsichtige, weitsüchtige Augen!
Man will nicht nur verstanden werden, wenn man schreibt, sondern ebenso gewiss auch nicht verstanden werden.
Man wird die Menge nicht eher zum Hosiannarufen bringen, bis man auf einem Esel in die Stadt einreitet.
Man wird mit einem schlechten Gewissen leichter fertig als mit einem schlechten Rufe.
Man wird selten irren, wenn man extreme Handlungen auf Eitelkeit, mittelmäßige auf Gewöhnung und kleinliche auf Furcht zurückführt.
Manche Dinge, Ereignisse oder Personen, vertragen es nicht, im kleinen Maßstabe behandelt zu werden. Man kann die Laokoon-Gruppe nicht zu einer Nippesfigur verkleinern.
Manche Mutter braucht glückliche, geehrte Kinder, manche unglückliche: Sonst kann sich ihre Güte als Mutter nicht zeigen.
Manche Schriftsteller sind weder Geist noch Wein, aber Weingeist: Sie können in Flammen geraten und geben dann Wärme.
Manche Seele wird man nie entdecken, es sei denn, dass man sie erfindet.
Mancher weiß nicht, wie reich er ist, bis er erfährt, was für reiche Menschen an ihm noch zu Dieben werden.
Mancher wird auch für seine Wahrheit und Siege zu alt, ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
Mancher wird auch für seine Wahrheiten und Siege zu alt, ein zahnloser Mund hat nicht mehr das Recht zu jeder Wahrheit.
Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen.
Mann soll sich beim Eingehen einer Ehe die Frage vorlegen: Glaubst du, dich mit dieser Frau bis ins Alter hinein gut zu unterhalten? Alles andere in der Ehe ist transitorisch, aber die meiste Zeit des Verkehrs gehört dem Gespräch an.
Mann und Weib verstehen unter Liebe jeder etwas anderes und es gehört mit unter die Bedingungen der Liebe bei beiden Geschlechtern, dass das eine Geschlecht beim andren Geschlecht nicht das gleiche Gefühl, den gleichen Begriff »Liebe« voraussetzt.
Meinen Tod lobe ich euch, den freien Tod, der kommt, weil ich will.
Menschen, welche rasch Feuer fangen, werden schnell kalt und sind daher im Ganzen unzuverlässig.
Mit Behagen aber verträgt sich nur die bescheidene Tugend.
Mit der Schönheit der Frauen nimmt im Allgemeinen ihre Schamhaftigkeit zu.
Mit einem Talente mehr steht man oft unsicherer als mit einem weniger: wie der Tisch besser auf drei als auf vier Füßen steht.
Mitfreude, nicht Mitleiden, macht den Freund.
Mitleiden aber ist der tiefste Abgrund: so tief der Mensch in das Leben sieht, so tief sieht er auch in das Leiden.
Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen zu 2 Prozent aus Moral, 48 Prozent aus Hemmung und 50 Prozent Neid.
Müßiggang ist aller Psychologie Anfang.
Mutige Leute überredet man dadurch zu einer Handlung, dass man dieselbe gefährlicher darstellt, als sie ist.
Mütter sind leicht eifersüchtig auf die Freunde ihrer Söhne, wenn diese besondere Erfolge haben. Gewöhnlich liebt eine Mutter sich mehr in ihrem Sohne als den Sohn selbst.
Nächstenliebe ist Drang nach neuem Eigentum.
Neidische Menschen mit feiner Witterung suchen ihren Rivalen nicht genauer kennen zu lernen, um sich ihm überlegen fühlen zu können.
Nicht die Stärke, sondern die Dauer der hohen Empfindung macht die hohen Menschen.
Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.
Nicht eure Sünde eure Genügsamkeit schreit gen Himmel, euer Geiz selbst in der Sünde schreit gen Himmel!
Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf! Dazu helfe dir der Garten der Ehe!
Nicht selten begegnet man Kopien bedeutender Menschen, und den meisten gefallen, wie bei Gemälden so auch hier, die Kopien besser als die Originale.
Nicht wenn die Wahrheit schmutzig ist, sondern wenn sie seicht ist, steigt der Erkennende ungern in ihr Wasser.
Nicht, dass du mich belogst, sondern, dass ich dir nicht mehr glaube, hat mich erschüttert.
Nicht, was der Heilige ist, sondern das, was er in den Augen der Nicht Heiligen bedeutet, gibt ihm seinen welthistorischen Wert.
Nie umsonst. - Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.
Niemals der Reue Raum geben, sondern sich sofort sagen: das hieße ja der ersten Dummheit eine zweite zugesellen.
Niemand dankt dem geistreichen Menschen die Höflichkeit, wenn er sich einer Gesellschaft gleichstellt, in der es nicht höflich ist, Geist zu zeigen.
Niemand weiß, welche Nachricht von Bedeutung ist, bevor hundert Jahre vergangen sind.
Nirgends klingen falsche Musik und krumme Töne besser, als wenn es gegen einen gemeinsamen Feind geht.
Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich.
O Einsamkeit! Du meine Heimat Einsamkeit! Wie selig und zärtlich redet deine Stimme zu mir!
O Himmel über mir, du Reiner! Tiefer! Du Licht Abgrund! Dich schauend schaudere ich vor göttlichen Begierden.
Obschon die scharfsinnigsten Richter der Hexen und sogar die Hexen selber von der Schuld der Hexerei überzeugt waren, war die Schuld trotzdem nicht vorhanden. So steht es mit aller Schuld.
Oh, ihr empfindsamen Heuchler, ihr Lüsternen! Euch fehlt die Unschuld in der Begierde: Und nun verleumdet ihr darum das Begehren!
Ohne die Irrtümer, welche in den Annahmen der Moral liegen, wäre der Mensch Tier geblieben.
Ohne Lust kein Leben.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
Personen, welche aus angeborener Mäßigkeitjedes Glas halb ausgetrunken stehen lassen, wollen nicht zugeben, dass jedes Ding in der Welt seine Neige und Hefe habe.
Personen, welche eine Sache in aller Tiefe erfassen, bleiben ihr selten auf immer treu. Sie haben eben die Tiefe ans Licht gebracht: Da gibt es immer viel Schlimmes zu sehen.
Phlegmatische Naturen sind nur so zu begeistern, dass man sie fanatisiert.
Reife des Mannes: Das heißt den Ernst wieder gefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel.
Schlechtes Gedächtnis. - Der Vorteil des schlechten Gedächtnisses ist, dass man dieselben guten Dinge mehrere Male zum ersten Mal genießt.
Schmale Seelen sind mir verhasst: Da steht nichts Gutes, nichts Böses fast.
Schön ist's, miteinander schweigen, Schöner, miteinander lachen Unter seidenem Himmels Tuche Hingelehnt zu Moos und Buche Lieblich laut mit Freunden lachen Und sich weiße Zähne zeigen.
Schone deinen Nächsten nicht! Der Mensch ist etwas, das überwunden werden muss.
Sehr angesehene Personen erteilen selbst ihren Tadel so, dass sie uns damit auszeichnen wollen.
Sehr klugen Personen fängt man an zu Misstrauen, wenn sie verlegen werden.
Seine Frau kauft auch der Listigste noch im Sack.
Seinem Gewissen folgen ist bequemer als seinem Verstande: Denn es hat bei jedem Misserfolg eine Entschuldigung und Aufheiterung in sich darum gibt es immer noch so viele Gewissenhafte gegen so wenig Verständige.
Seit es Menschen gibt, hat sich der Mensch zu wenig gefreut. Lernen wir besser, uns zu freuen, so verlernen wir, anderen wehe zu tun.
Seit ich des Suchens müde ward, Erlernte ich das Finden. Seit mir ein Wind hielt Widerpart, Segl' ich mit allen Winden.
Selig sind die Vergesslichen, denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig.
Selten denkt das Frauenzimmer / Denkt es aber, taugt es nichts!
Sich mitten unter die Feinde werfen, kann das Merkmal der Feigheit sein.
Sie haben etwas, worauf sie stolz sind. Wie nennen sie es doch, was sie stolz macht? Bildung nennen sie's, es zeichnet sie aus vor den Ziegenhirten.
So steigt der Mensch auf gefährlichen Wegen in die höchsten Gebirge, um über seine Ängstlichkeit und seine schlotternden Knie Hohn zu lachen.
Sobald die Nacht hereinbricht, verändert sich unsere Empfindung über die nächsten Dinge.
Sobald eine Religion herrscht, hat sie alle die zu ihren Gegnern, welche ihre ersten Jünger gewesen wären.
Solange man dich lobt, glaube nur immer, dass du noch nicht auf deiner eignen Bahn, sondern auf der eines andern bist.
Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch, und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: »Ich, der Staat, bin das Volk«.
Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viel dumme und verworrene Köpfe.
Stil und Geist von Briefen sind immer das eigentliche Zeichen der Zeit.
Tausende Pfade gibt es, die noch nie gegangen sind, tausend Gesundheiten und verborgene Eilande des Lebens. Unerschöpft und unentdeckt ist immer noch Mensch und Menschen Erde.
Tief denkende Menschen kommen sich im Verkehr mit anderen als Komödianten vor, weil sie sich da, um verstanden zu werden, immer erst eine Oberfläche anheucheln müssen.
Tugend ist ihnen das, was bescheiden und zahm macht: Damit machen sie den Wolf zum Hunde und den Menschen selber zu des Menschen bestem Haustiere.
Über Opfer und Aufopferung denken die Opfertiere anders als die Zuschauer: Aber man hat sie von jeher nicht zu Worte kommen lassen.
Überzeugungen sind oft die gefährlichsten Feinde der Wahrheit.
Um alles in der Welt nicht noch unsere Gymnasialbildung auf die Mädchen übertragen! Sie, die häufig aus geistreichen, wissbegierigen, feurigen Jungen Abbilder ihrer Lehrer macht!
Um sich selbst ins richtige Licht setzen zu können, muss man die anderen in den Schatten stellen.
Und also sprach das alte Weiblein: »Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!«
Und auch diese Heuchelei fand ich unter ihnen am schlimmsten:, dass auch die, welche befehlen, die Tugenden derer heucheln, welche dienen.
Und mag mein Strom der Liebe in Unwegsames stürzen! Wie sollte ein Strom nicht endlich den Weg zum Meere finden!
Und mancher, der sich vom Leben abkehrte, kehrte sich nur vom Gesindel ab: Er wollte nicht Brunnen und Flamme und Frucht mit dem Gesindel teilen.
Und wenn dir nunmehr alle Leitern fehlen, so musst, du verstehen, noch auf deinen eigenen Kopf zu steigen: wie wolltest du anders aufwärts steigen?
Und wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen: Wahrlich, der muss ein Vernichter sein und Werte zerbrechen.
Unreif liebt der Jüngling, und unreif hasst er auch Mensch und Erde. Angebunden und schwer ist ihm noch Gemüt und Geistesflügel.
Uns organische Wesen interessiert ursprünglich nichts an jedem Dinge, als sein Verhältnis zu uns in Bezug auf Lust und Schmerz.
Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Jasagen.
Unser Charakter wird noch mehr durch den Mangel gewisser Erlebnisse als durch das, was man erlebt, bestimmt.
Unsere Erlebnisse sind viel mehr das, was wir hineinlegen, als das, was darin liegt.
Unsere Kräfte können wir abmessen, aber nicht unsere Kraft.
Unsere Meinungen: Die Haut, in der wir gesehen werden wollen.
Unter friedlichen Umständen fällt der kriegerische Mensch über sich selber her.
Unter zwölf Aposteln muss immer einer hart wie Stein sein, damit auf ihm die neue Kirche gebaut werden könne.
Väter haben viel zu tun, um es wieder gutzumachen, dass sie Söhne haben.
Vergnügungsreisende: Sie steigen wie Tiere den Berg hinauf, dumm und schwitzend, man hatte ihnen zu sagen vergessen, dass es unterwegs schöne Aussichten gebe.
Vermöge der Musik genießen sich die Leidenschaften selbst.
Verwandte eines Selbstmörders rechnen es ihm übel an, dass er nicht aus Rücksicht auf ihren Ruf am Leben geblieben ist.
Viel Geist haben erhält jung: Aber man muss es ertragen, damit gerade für älter zu gelten, als man ist.
Viel von sich reden, kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen.
Viele Dinge sehen, miteinander erwägen, gegeneinander abrechnen und aus ihnen einen schnellen Schluss, eine ziemlich sichere Summe bilden das macht den großen Politiker, Feldherrn, Kaufmann: also die Geschwindigkeit in einer Art von Kopfrechnen.
Viele kurze Torheiten das heißt bei euch Liebe. Und eure Ehe macht vielen kurzen Torheiten ein Ende, als eine lange Dummheit.
Viele Menschen warten ihr Leben lang auf die Gelegenheit, auf ihre Art gut zu sein.
Viele Menschen, namentlich Frauen, empfinden die Langeweile nicht, weil sie niemals ordentlich arbeiten gelernt haben.
Viele sterben zu spät, und einige sterben zu früh. Noch klingt fremd die Lehre: »Stirb zur rechten Zeit!« Stirb zur rechten Zeit, also lehrt es Zarathustra.
Von allem Geschriebenen liebe ich nur das, was einer mit seinem Blute schreibt. Schreibe mit Blut: Und du wirst erfahren, dass Blut Geist ist.
Von dem, der sich den Ereignissen hingibt, bleibt immer weniger übrig. große Politiker können deshalb ganz leere Menschen werden und doch einmal voll und reich gewesen sein.
Von dem, was du erkennen und messen willst, musst du Abschied nehmen, wenigstens auf eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast, siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die Häuser erheben.
Von der Liebe haben die Menschen im Ganzen deshalb so emphatisch und vergöttlichend gesprochen, weil sie wenig davon gehabt haben und sich niemals an dieser Kost satt essen durften: So wurde sie ihnen »Götterkost«.
Von sich absehen lernen ist nötig, um viel zu sehn diese Härte tut jedem Berge Steigenden not.
Vor der Wirkung glaubt man an andere Ursachen als nach der Wirkung.
Vor nichts soll man sich so hüten als vor dem Aufwachsen jenes Unkrauts, welches Anmaßung heißt und in uns jede gute Ernte verdirbt.
Vorausbestimmt zur Sternenbahn, Was geht dich, Stern, das Dunkel an? Roll selig hin durch diese Zeit! / Ihr Elend sei dir fremd und weit! / Der fernsten Welt gehört dein Schein: Mitleid soll Sünde für dich sein! Nur ein Gebot gilt dir: Sei rein!
Wachet und horchet, ihr Einsamen! Von der Zukunft her kommen Winde mit heimlichem Flügelschlagen, und an feine Ohren ergeht gute Botschaft.
Wahnsinn bei Individuen ist selten, aber in Gruppen, Nationen und Epochen die Regel.
Wahrlich, ihr könntet gar keine bessere Maske tragen, ihr Gegenwärtigen, als euer eignes Gesicht ist! Wer könnte euch erkennen!
Was am tiefsten zwei Menschen trennt, das ist ein verschiedener Sinn und Grad der Reinlichkeit.
Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
Was du tust, das kann dir keiner wiedertun. Siehe, es gibt keine Vergeltung.
Was hat Christus verneint? Alles, was heute christlich heißt.
Was ist das Menschlichste? - Jemandem Scham ersparen.
Was ist die Aufgabe alles höheren Schulwesens? Aus dem Menschen eine Maschine zu machen. Was ist das Mittel dazu? Er muss lernen, sich zu langweilen.
Was ist übrigens Verbrennen eines Einzelnen im Vergleich mit ewigen Höllenstrafen für fast alle?
Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
Was sagt dein Gewissen? Du sollst der werden, der du bist.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Zeit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
Welche Philosophie gibt die höchste Formel für den Staatsbeamten? Die Kants: der Staatsbeamte als Ding an sich zum Richter gesetzt über den Staatsbeamten als Erscheinung.
Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?
Wenn der Mensch vor Lachen wiehert, übertrifft er alle Tiere durch seine Gemeinheit.
Wenn die Ehegatten nicht beisammen lebten, würden die guten Ehen häufiger sein.
Wenn die Kunst sich in den abgetragensten Stoff kleidet, erkennt man sie am besten als Kunst.
Wenn die Menschen der Sonne entbehrten und mit Mondlicht und Öl den Kampf gegen die Nacht führten, welche Philosophie würde um sie ihren Schleier hüllen!
Wenn die Neugierde nicht wäre, würde wenig für das Wohl des Nächsten getan werden.
Wenn dir deine Eltern nicht passen, suche dir neue.
Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Wenn einer viel und klug denkt, so bekommt nicht nur sein Gesicht, sondern auch sein Körper ein kluges Aussehen.
Wenn euer Herz breit und voll wallt, dem Strome gleich, ein Segen und eine Gefahr den Anwohnenden: Da ist der Ursprung eurer Tugend.
Wenn jetzt jemand zu sagen wagte: »wer nicht für mich ist, der ist wider mich«, so hätte er sofort alle wider sich. Diese Empfindung macht unserem Zeitalter Ehre.
Wenn man den Unzufriedenen, Schwarzgalligen und Murrköpfen die Fortpflanzung verwehrte, so könnte man schon die Erde in einen Garten des Glücks verzaubern.
Wenn man ein Jahr lang schweigt, so verlernt man das Schwätzen und lernt das Reden.
Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizonte seines Lebens hat, Gebirgs- und Waldlinien gleichsam, so wird der innerste Wille des Menschen selbst unruhig, zerstreut und begehrlich wie das Leben des Städters: Er hat kein Glück und gibt kein Glück.
Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen.
Wenn Menschen auch noch so eng zusammengehören: es gibt innerhalb ihres gemeinsamen Horizontes doch noch alle vier Himmelsrichtungen, und in manchen Stunden merken sie es.
Wer aber sein Haus weiß tüncht, der verrät mir eine weiß getünchte Seele.
Wer alles bei den Menschen begreifen wollte, der müsste alles angreifen. Aber dazu habe ich zu reinliche Hände.
Wer auf dem Scheiterhaufen noch frohlockt, triumphiert nicht über den Schmerz, sondern darüber, keinen Schmerz zu fühlen, wo er ihn erwartete.
Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer Spiele und Trauer Ernste.
Wer davon lebt, einen Feind zu bekämpfen, hat ein Interesse daran, dass er am Leben bleibt.
Wer die Eitelkeit bei sich leugnet, besitzt sie gewöhnlich in so brutaler Form, dass er instinktiv vor ihr das Auge schließt, um sich nicht verachten zu müssen.
Wer die Macht zu vergelten hat, Gutes mit Gutem, Böses mit Bösem, und auch wirklich Vergeltung übt, also dankbar und rachsüchtig ist, der wird gut genannt, wer unmächtig ist und nicht vergelten kann, gilt als schlecht. , A
Wer die Menschen als Herde betrachtet und vor ihnen so schnell er kann flieht, den werden sie gewiss einholen und mit ihren Hörnern stoßen.
Wer dreimal mit Dreistigkeit das Wetter prophezeit hat und Erfolg hatte, der glaubt im Grunde seiner Seele ein wenig an seine Prophetengabe.
Wer ein "Warum" hat, dem ist kein "Wie" zu schwer.
Wer fühlt, dass er auf einen andern einen großen innerlichen Einfluss aus übt, muss ihm ganz freie Zügel lassen, ja gelegentliches Widerstreben gern sehen und selbst herbei führen: Sonst wird er unvermeidlich sich einen Feind machen.
Wer gegen die Ehe protestiert, nach Art der katholischen Priester, wird diese nach ihrer niedrigsten gemeinsamen Auffassung zu verstehen suchen.
Wer hat nicht für seinen guten Ruf schon einmal sich selbst geopfert?
Wer in Blut und Sprüchen schreibt, der will nicht gelesen, sondern auswendig gelernt werden.
Wer jemandem verspricht, ihn immer zu lieben oder immer zu hassen oder immer treu zu sein, verspricht etwas, das nicht in seiner Macht steht.
Wer jene zerfurchten Kessel sieht, in denen Gletscher gelagert haben, hält es kaum für möglich, dass eine Zeit kommt, wo an derselben Stelle ein Wiesen und Waldtal mit Bächen darin sich hinzieht. So ist es auch in der Geschichte der Menschheit.
Wer keinen Anlass zum Lügen hat, ist stolz darauf, kein Lügner zu sein.
Wer lebt wie die Kinder ? also nicht um sein Brot kämpft und nicht glaubt, dass seinen Handlungen eine endgültige Bedeutung zukomme bleibt kindlich.
Wer mit mir reden will, der darf nicht bloß seine eigene Meinung hören wollen.
Wer sein Ideal erreicht, kommt eben damit über dasselbe hinaus.
Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streites begeben.
Wer sich nicht befehlen kann, der soll gehorchen. Und mancher kann sich befehlen, aber da fehlt noch viel, dass er sich gehorche.
Wer sich selbst erniedrigt, will erhöhet werden.
Wer sich stets zu viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht!
Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit, wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.
Wer viel denkt, eignet sich nicht zum Parteimann: Er denkt sich zu bald durch die Partei hindurch.
Wer viel denkt, und zwar sachlich denkt, vergisst leicht seine eigenen Erlebnisse, aber nicht so die Gedanken, welche durch jene hervorgerufen werden.
Wer viel Freude hat, muss ein guter Mensch sein: aber vielleicht ist er nicht der Klügste, obwohl er gerade das erreicht, was der Klügste mit all seiner Klugheit erstrebt.
Wer von Grund auf Lehrer ist, nimmt alle Dinge nur in Bezug auf seine Schüler ernst, sogar sich selbst.
Wer von seinem Tag nicht 2 Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
Wer wenig sieht, sieht immer weniger, wer schlecht hört, hört immer einiges noch dazu.
Wer wird etwas großes erreichen, wenn er nicht die Kraft und den Willen in sich fühlt, große Schmerzen zuzufügen?
Wichtig nehmen alle das Sterben: Aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.
Wie arm wäre der menschliche Geist ohne die Eitelkeit!
Wie das Leben einmal eingerichtet ist, bezahlt man alles etwas zu teuer - scheint mir.
Wie du auch bist, so diene dir selber als Quelle der Erfahrung!
Wie ein Wasserfall im Sturz langsamer und schwebender wird, so pflegt der große Mensch der Tat mit mehr Ruhe zu handeln, als seine stürmische Begierde vor der Tat es erwarten ließ.
Wie und wann eine Frau lacht, das ist ein Merkmal ihrer Bildung: Aber im Klange des Lachens enthüllt sich ihre Natur, bei sehr gebildeten Frauen vielleicht sogar der letzte unlösbare Rest ihrer Natur.
Wie vermöchte das Ego ohne Ego zu handeln?
Wie wenig Lust genügt den meisten, um das Leben gut zu finden, wie bescheiden ist der Mensch!
Will man einen Freund haben, so muss man auch für ihn Krieg führen wollen, und um Krieg zu führen, muss man Feind sein können.
Will man Sklaven, so ist man ein Narr, wenn man sie zu Herrn erzieht.
Wir gehören einer Zeit an, deren Kultur in Gefahr ist, an den Mitteln der Kultur zugrunde zu gehen.
Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.
Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!
Wir müssen die Dinge lustiger nehmen, als sie es verdienen, zumal wir sie lange Zeit ernster genommen haben, als sie es verdienen.
Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.
Wirf das Missvergnügen über dein Wesen ab, verzeih dir dein eignes Ich, denn in jedem Falle hast du an dir eine Leiter mit hundert Sprossen, auf welchen du zur Erkenntnis steigen kannst.
Wirf den Helden in deiner Seele nicht weg! Halte heilig deine höchste Hoffnung!
Wo die Einsamkeit aufhört, da beginnt der Markt, und wo der Markt beginnt, da beginnt auch der Lärm der großen Schauspieler und das Geschwirr der giftigen Fliegen.
Wo die olympischen Götter zurück traten, da war auch das griechische Leben düsterer und ängstlicher.
Wo du stehst, grab tief hinein! Drunten ist die Quelle! Lass die dunklen Männer schrein: »Stets ist drunten Hölle!«.
Wo ist Schönheit? Wo ich mit allem Willen wollen muss, wo ich lieben und untergehn will, das ein Bild nicht nur Bild bleibe.
Woher kommen die höchsten Berge? so fragte ich einst. Da lernte ich, dass sie aus dem Meere kommen. Dies Zeugnis ist in ihr Gestein geschrieben und in die Wände ihrer Gipfel. Aus dem Tiefsten muss das Höchste zu seiner Höhe kommen.
Wollust: für die freien Herzen unschuldig und frei, das Garten-Glück der Erde, aller Zukunft Dankes-Überschwang an das Jetzt.
Wollust: nur dem Welken ein süßliches Gift, für die Löwen-Willigen aber die große Herzstärkung und der ehrfürchtig geschonte Wein der Weine.
Wonach misst sich die Freiheit, bei Einzelnen wie bei Völkern? Nach dem Widerstand, der überwunden werden muss, nach der Mühe, die es kostet, oben zu bleiben.
Wonach sehnen wir uns beim Anblick der Schönheit? Danach, schön zu sein: Wir wähnen, es müsse viel Glück damit verbunden sein. Aber das ist ein Irrtum.
Wünschen ist ein Anzeichen von Genesung oder Besserung.
Ziel und Wege. Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in bezog auf das Ziel.
Zivilisation ist die erzwungene Tierzähmung des Menschen.
Zu allem Handeln gehört Vergessen.
Zweierlei will der echte Mann: Gefahr und Spiel. Deshalb will er das Weib, als das gefährlichste Spielzeug.
An die dumme Stirne geh?rt als Argument von Rechts wegen die geballte Faust.
Angew?hnung geistiger Grunds?tze ohne Gr?nde nennt man Glauben.
Arzt, hilf dir selber: So hilfst du auch deinem Kranken noch. Das sei seine beste Hilfe, dass er den mit Augen sehe, der sich selber heil macht.
Auch dem Fr?mmsten ist sein t?gliches Mittagessen wichtiger als das Abendmahl.
Auch der Mutigste von uns hat nur selten den Mut zu dem, was er eigentlich wei?.
Auch die hohlste Nuss will noch geknackt sein.
Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest, Adler sollen uns Einsamen Speise bringen in ihren Schn?beln!
Auf dem Markt glaubt niemand an h?here Menschen.
Aus der Kriegsschule des Lebens - Was mich nicht umbringt, macht mich h?rter.
Bei den Tieren gilt das m?nnliche Geschlecht als das sch?ne.
Beruf. - Ein Beruf ist das R?ckgrat des Lebens.
Bildung ist das Leben im Sinne gro?er Geister mit dem Zwecke gro?er Ziele.
Blas dich nicht auf: Sonst bringet dich Zum Platzen schon ein kleiner Stich.
Da haben wir es also: Eine kirchliche Ordnung mit Priesterschaft, Theologie, Kultus, Sakrament, kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bek?mpft hatte.
Das Bed?rfnis gilt als die Ursache der Entstehung: In Wahrheit ist es oft nur eine Wirkung des Entstandenen.
Das Beste an einem gro?en Siege ist, dass er dem Sieger die Furcht vor einer Niederlage nimmt.
Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist beim Erwachen daran denken, ob man nicht wenigstens einen Menschen an diesem Tage eine Freude machen k?nne.
Das Gl?ck des Mannes hei?t: Ich will. Das Gl?ck des Weibes hei?t: Er will.
Das Gute missf?llt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.
Das Leben ist ein Born der Lust, aber wo das Gesindel mittrinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.
Das logische Denken ist das Muster einer vollst?ndigen Fiktion.
Das Verlangen nach Gegenliebe ist nicht das Verlangen der Liebe, sondern der Eitelkeit.
Das Wesentliche an jeder Erfindung tut der Zufall, aber den meisten begegnet er nicht. Was er Zufall nennt, ist in Wahrheit der Einfall, und der begegnet jedem, der f?r ihn wach und bereit ist.
Das Wiederfinden dessen, was der Mensch in die Dinge gesteckt hat, hei?t sich Wissenschaft.
Das Wort schon "Christentum" ist ein Missverst?ndnis - im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.
Dass es ein Vergessen gibt, ist noch nicht bewiesen, was wir wissen, ist allein, dass die Wiedererinnerung nicht in unserer Macht steht.
Dass jedermann lesen lernen darf, verdirbt auf die Dauer nicht allein das Schreiben, sondern auch das Denken.
Deine Tugend sei zu hoch f?r die Vertraulichkeit der Namen: Und musst du von ihr reden, so sch?me dich nicht, von ihr zu stammeln.
Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen kann.
Den Stil verbessern, das hei?t den Gedanken verbessern.
Denken lernen: Man hat auf unseren Schulen keinen Begriff mehr davon.
Denn alle Dinge sind getauft am Borne der Ewigkeit und jenseits von Gut und B?se, Gut und B?se selber aber sind nur Zwischen Schatten und feuchte Tr?bsale und Zieh Wolken.
Der Asket macht aus der Tugend eine Not.
Der Beruf ist eine Schutzwehr, hinter welche man sich erlaubterweise zur?ckziehen kann, wenn Bedenken und Sorgen allgemeiner Art einen anfallen.
Der Besitz der Wahrheit ist nicht schrecklich, sondern langweilig, wie jeder Besitz.
Der Denker bedarf des Beifalls und des H?ndeklatschens nicht, vorausgesetzt, dass er seines eigenen H?ndeklatschens sicher ist: Dies aber kann er nicht entbehren.
Der Fanatismus ist die einzige 'Willensst?rke', zu der auch die Schwachen gebracht werden k?nnen.
Der F?rst denkt, aber der Kr?mer - lenkt!
Der Gedanke an den Selbstmord ist ein starkes Trostmittel: mit ihm kommt man gut ?ber manche b?se Nacht hinweg.
Der Gedanke ?ber Selbstmord ist ein starkes Trostmittel: mit ihm kommt man gut ?ber manche b?se Nacht hinweg.
Der Gewissensbiss ist unanst?ndig.
Der Intellekt ist bei den allermeisten eine schwerf?llige, finstere und knarrende Maschine, welche ?bel in Gang zu bringen ist.
Der Lobende stellt sich, als gebe er zur?ck, in Wahrheit aber will er mehr beschenkt sein!
Der Mensch aber ist das mutigste Tier: Damit ?berwand er jedes Tier.
Der Mensch ist ein Seil, gekn?pft zwischen Tier und ?bermensch ein Seil ?ber einem Abgrunde.
Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten: Oft l?gt der Geist ?ber die Seele.
Der Sinn in den Gebr?uchen der Gastfreundschaft ist: das feindliche im Fremden zu l?hmen.
Der starke Glaube beweist nur seine St?rke, nicht die Wahrheit des Geglaubten.
Der Stolze hat selbst an denen, welche ihn vorw?rts bringen, seinen Verdruss: Er blickt b?se auf die Pferde seines Wagens.
Der Vogel Strau? l?uft schneller als das schnellste Pferd, aber auch er steckt noch den Kopf schwer in schwere Erde: also der Mensch, der noch nicht fliegen kann.
Der Winter, ein schlimmer Gast, sitzt bei mir zu Hause, blau sind meine H?nde von seiner Freundschaft H?ndedruck.
Der, welcher den Hungrigen speiset, erquickt seine eigene Seele: So spricht die Weisheit.
Des einen Einsamkeit ist die Flucht des Kranken, des andern Einsamkeit die Flucht vor den Kranken.
Des Mannes ist hier wenig: Darum verm?nnlichen sich ihre Weiber. Denn nur wer Mannes genug ist, wird im Weibe das Weib erl?sen.
Die Deutschen man hie? sie einst das Volk der Denker: Denken sie heute ?berhaupt noch?
Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: Sie beuten sie aus.
Die Dummheit der Guten ist unergr?ndlich.
Die einen werden durch gro?es Lob schamhaft, die anderen frech.
Die Einsamkeit macht uns h?rter gegen uns und sehns?chtiger gegen die Menschen, in beidem verbessert sie den Charakter.
Die Forderung, geliebt zu werden, ist die gr??te der Anma?ungen.
Die Frauen wissen das, die k?stlichsten: ein wenig fetter, ein wenig magerer o wie viel Schicksal liegt in so wenigem!
Die gro?e Politik t?uscht niemanden Deutschland gilt immer mehr als Europas Flachland.
Die gr??ten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.
Die Hoffnung ist der Regenbogen ?ber den herabst?rzenden Bach des Lebens.
Die Hoffnung ist eine viel gr??ere Stimulierung des Lebens als irgendein Gl?ck.
Die Keuschheit ist bei einigen eine Tugend, aber bei vielen beinahe ein Laster.
Die Kirche ist exakt das, wogegen Jesus gepredigt hat - und wogegen er seine J?nger k?mpfen lehrte.
Die Kunst ist das gro?e Stimulans zum Leben: Wie k?nnte man sie als zwecklos, als ziellos, als Fart pour Fart verstehn.
Die Langsamen der Erkenntnis meinen, die Langsamkeit geh?re zur Erkenntnis.
Die Liebe ist die Gefahr des Einsamsten, die Liebe zu allem, wenn es nur lebt!
Die Liebe vergibt dem Geliebten sogar die Begierde.
Die Massen sind erstens verschwimmende Kopien der gro?en M?nner, zweitens Widerstand gegen die Gro?en, drittens Werkzeuge der Gro?en.
Die Menschen dr?ngen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu gl?nzen.
Die Mutter der Ausschweifung ist nicht die Freude, sondern die Freudlosigkeit.
Die mystischen Erkl?rungen gelten f?r tief, die Wahrheit ist, dass sie noch nicht einmal oberfl?chlich sind.
Die perfideste Art, einer Sache zu schaden, ist, sie absichtlich mit fehlerhaften Gr?nden verteidigen.
Die Philosophie ist eine Art Rache an der Wirklichkeit.
Die Physiker haben erfahren, was S?nde ist, und dieses Wissen wird sie nie mehr ganz verlassen.
Die Selbstsucht ist so viel wert, als der physiologisch wert ist, der sie hat: Sie kann sehr viel wert sein, sie kann nichtsw?rdig und ver?chtlich sein.
Die stillen Worte sind es, die den Sturm bringen.
Die Vergeistigung der Sinnlichkeit hei?t Liebe.
Die Wissenschaft n?tigt uns, den Glauben an einfache Kausalit?ten aufzugeben.
Die Zeit f?r kleine Politik ist vorbei. Schon das n?chste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erdherrschaft.
Diese Lehrer der Ergebung! ?berallhin, wo es klein und krank und grindig ist, kriechen sie, gleich L?usen, und nur mein Ekel hindert mich, sie zu knacken.
Dort, wo der Staat aufh?rt, da beginnt erst der Mensch, der nicht ?berfl?ssig ist: Da beginnt das Lied des Notwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise.
Du bist jung und w?nschest dir Kind und Ehe. Aber ich frage dich: Bist du ein Mensch, der sich ein Kind w?nschen darf Bist du der Siegreiche, der Selbstbezwinger, der Gebieter der Sinne, der Herr deiner Tugenden?
Durch Frauen werden die H?hepunkte des Lebens bereichert und die Tiefpunkte vermehrt.
Ehe: So hei?e ich den Willen zu zweien, das Eine zu schaffen, das mehr ist, als die es schufen.
Ein Beruf ist das R?ckgrat des Lebens.
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.
Ein Politiker teilt die Menschheit in zwei Klassen ein: Werkzeuge und Feinde. Das bedeutet, dass er nur eine Klasse kennt: Feinde.
Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft.
Eine kleine Rache ist menschlicher als gar keine Rache.
Eine Verbesserung erfindet nur der, welcher zu f?hlen wei?: »Dies ist nicht gut«.
Einst war der Frevel an Gott der gr??te Frevel, aber Gott starb, und damit starben auch diese Frevelhaften. An der Erde zu freveln ist jetzt das Furchtbarste und die Eingeweide des Unerforschlichen h?her zu achten, als den Sinn der Erde!
Einst war der Geist Gott, dann wurde er zum Menschen, und jetzt wird er gar noch P?bel.
Er hatte so eine Art sich in den Hintergrund zu dr?ngen, dass es allgemein ?rgernis erregte.
Erkennen hei?t: Alle Dinge zu unserem Besten verstehen.
Erziehung: wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruinieren zugunsten der Regel.
Es gibt Prediger des Todes: Und die Erde ist voll von solchen, denen Abkehr gepredigt werden muss vom Leben.
Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn.
Es ist leichter einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr Ma? zu halten.
Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr ma?zuhalten.
Es ist wahr: Wir lieben das Leben, nicht, weil wir ans Leben, sondern weil wir ans Lieben gew?hnt sind.
Es ist wohl klar, dass wir nie auf die Gegen?berstellung von zu gut und zu schlecht gekommen w?ren, wenn wir keine W?nsche h?tten.

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