Zitat von Friedrich Freiherr Von Logau


In einem Weiberrocke, in einem Bienenstocke, Steckt Schaden und Genuss, Ehrgeiz und auch Verdruss.
In Gefahr und großer Not Bringt der Mittelweg den Tod.
Jugend liebt und wird geliebet, Alter liebt und wird verlacht, Liebe nimmt so leicht nicht Liebe, die nicht Liebe macht.
Juristen sind wie Schuster, die zerren mit den Zähnen Das Leder, sie die Rechte, dass sie sich müssen dehnen.
Kann die deutsche Sprache schnauben, schnarchen, poltern, donnern, krachen, Kann sie doch auch spielen, scherzen, liebeln, güteln, krümeln, lachen.
Kannst du des, der vor dir geht, kleine Mängel bald erblicken, Wird die deinen sehen auch, wer dir nachsieht auf den Rücken.
Kranke führen über Ärzte leichtlich nicht Beschwerden. Jenen können diese stopfen fein das Maul mit Erden.
Latein hat keinen Sitz noch Land wie andre Zungen, Ihm ist die Bürgerschaft durch alle Welt gelungen.
Leichter träget, was er träget, Wer Geduld zur Bürde leget.
Lutherisch, Päpstisch und Calvinisch, diese Glauben alle drei Sind vorhanden, doch ist Zweifel, wo das Christentum dann sei.
Mäßig und geschäftig leben, Heißt der Liebe Gift eingeben.
Nenne mir den weiten Mantel, Drunter alles sich verstecket, Liebe tut's, die alle Mängel Gerne hüllt und fleißig decket.
Niemand um ein totes Weib fährt zur Höll in unsern Jahren, Aber um ein lebend Weib will zur Hölle mancher fahren.
Nimmt unser Leib erst ab, nimmt der Verstand recht zu: Die Seele, scheint es, hat mehr von dem Leibe Ruh.
Not ist unser sechster Sinn, hat im Augenblick erfunden, Wo zuvor die andren fünf in Gedanken stille stunden.
Ochsen spannt man nicht an Faden, denn er würde stracks zerrissen: So auch lässt sich schwerlich binden, wer Gewalt hat, an Gewissen.
Ohne Not wird die bewacht, auf Untreu nie gedacht, Nur vergebens wird bewacht, Die auf Untreu hat gedacht.
Seel' ist ein Gefangener, Leib ist ein Gefängnis, Wer den Leib verzärtelt, gibt der Seele Drängnis.
Sich selbselbsten überwinden, ist der allerschwerste Krieg, Sich selbselbsten überwinden, ist der allerschönste Sieg.
Sich selbst besiegen ist der schönste Sieg.
Sind meine Reime gleich nicht alle gut und richtig, So sind die Leser auch nicht alle gleich und tüchtig.
Tod ist ein langer Schlaf, Schlaf ist ein kurzer Tod, Die Not, die lindert der, und jener tilgt die Not.
Viel Obst ist ungesund, wir kauen alle dran, Was eines Apfels Kost für Leid uns angetan.
Was wir sehen in der Welt, sehen alles wir durch Brillen, Gut' und Böses wird ersehn, wie es fürkümmt unsrem Willen.
Weiber sind zum Zürnen hurtig, und ihr Zorn ist nicht zu sagen, Wenn der Mann aus ihrer Küche Feuer will in fremde tragen.
Weiberlippen sind geschaffen Mehr zum Küssen als zum Klaffen.
Wenn Diener löblich raten, So sind's der Herren Taten, Wenn Herren grässlich fehlen, Ist's Dienern zuzuzählen.
Wenn einer meint, er lerne noch, so kommt sein Witz empor, Wenn einer meint, er sei gelehrt, so wird er jetzt ein Tor.
Wenn schöne Weiber bitten, muss man es schaffen doch, Und schöne Weiber bitten, indem sie schweigen noch.
Wenn sich Weiber schminken, Ist es wie ein Winken, dass man aufgenommen, Wolle man nur kommen.
Wer andre loben will, muss selbsten löblich sein, Sonst trifft das Loben leicht mit Schäden überein.
Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, Der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht.
Wer einen Aal beim Schwanz und Weiber fasst bei Worten, Wie feste der gleich hält, hält nichts an beiden Orten.
Wer nicht selbsten kann betrügen, Wird gemein betrogen, Wer nicht andre kann belügen, Wird gemein belogen.
Wer ohne Weiber könnte sein, wär frei von viel Beschwerden, Wer ohne Weiber könnte sein, wär aber nicht viel nütz auf Erden.
Wer Weiber kaufen soll, Der kauft gemeinlich wohl, Wenn er kauft nach Gerüchte Und nicht nur nach Gesichte.
Wie willst du weiße Lilien zu roten Rosen machen? Küss eine weiße Galathee: Sie wird errötend lachen.
Wie, dass das Frauenvolk so lange Haare führen? Sie sind der Zaum, womit der Mann sie kann regieren.
Wo Liebe kommt ins Haus, Da zieht die Klugheit aus.
Wodurch wird Würd' und Glück erhalten lange Zeit? Ich mein', durch nichts mehr als Bescheidenheit.
Wozu ist Geld noch gut? Wer's nicht hat, hat nicht Mut. Wer's hat, hat Sorglichkeit, Wer's hat gehabt, hat Leid.
Würfel, Weiber, Wein Bringen Lust und Pein.
Zur Beichte geht Aurella oft, dass man sie fromm soll zählen. Doch wer so oft zu beichten hat, der muss auch oftmals fehlen.
Auf was Gutes ist gut warten, und der Tag kommt nie zu spat, Der was Gutes in sich hat: Schnelles Gl?ck hat schnelle Fahrten.
Bei wem bleibt Kummer gerne, zieht auch am liebsten ein? Bei denen, die ihn warten und flei?ig bei ihm sein.
Bleibt beim Saufen, bleibt beim Saufen! Sauft, ihr Deutschen, immerhin! Nur die Mode, nur die Mode Lasst zu allen Teufeln ziehn!
Das Grab ist eine Br?ck' ins bessre Leben! Den Br?ckenzoll m?sst ihr dem Arzte geben.
Dass man einen Dieb beschenkt, dass man einen andern henkt, Ist gelegen an der Art, Drinnen einer Meister ward.
Dass man ohne Sorgen lebe, sorgt man stets um Gut und Geld, Das doch den, der es ersorgte, stets in Angst und Sorgen h?lt.
Der Fr?hling ist zwar sch?n, doch wenn der Herbst nicht w?r', w?r' zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
Der Liebsten Tr?nen sind's, die oft den kl?gsten Mann Bet?ren, dass er Schwarz von Wei? nicht sondern kann.
Der Spiegel kann zwar weisen, doch kann er reden nicht, Sonst h?tt' er manche Stolze im Irrtum unterricht'.
Des Weibes gro?e Gift ist recht des Mannes Gift, Das nicht den Leib so sehr als seine Freiheit trifft.
Die Damen, die sich gerne schminken, Die lassen sich wohl selbst bed?nken, Da wo Natur an ihren Gaben muss etwas ?bersehen haben.
Die Finken, die im Lenz nicht singen, Die bringen's auf den Herbst dann ein. Der muss dann alt erst rasend sein, Der jung es konnte nicht vollbringen.
Die Mutter tr?gt im Leibe Das Kind dreiviertel Jahr, Die Mutter tr?gt auf Armen Das Kind, weil's schwach noch war, Die Mutter tr?gt im Herzen Die Kinder immerdar.
Die Sch?nheit ist der sch?nen Weiber Feind, Wenn frommer Sinn sich nicht mit ihr vereint.
Die Wahrheit ist ein Weib, das zwar kein Laster kennt, Doch weil sie nackt und blo?, so wird sie sehr gesch?nd't.
Die Welt ist wie ein Meer: Ein jeder geht und fischt, Nur, dass den Walfisch der, den Stockfisch der erwischt.
Die Weltgunst ist ein Meer: Darin versinkt, was schwer, Was leicht ist, schwimmt daher.
Dieser Monat ist ein Kuss, den der Himmel gibt der Erde.
Ehre, Geiz, Leid, Wein und Liebe Sind des Menschens Lebensdiebe.
Ein Alter liebt die Taler, ein Junger liebt sie auch, nur jener zum Verstecken, und dieser zum Gebrauch.
Ein hoher starker Baum muss vor dem Winde liegen, Ein niedertr?chtig Strauch, der bleibet stehn durch Biegen.
Ein M?hlstein und ein Menschenherz wird stets umher getrieben. Wo beides nichts zu reiben hat wird beides selbst zerrieben.
Ein Reis vom Narrenbaum tr?gt jeder, wer es sei, Der eine deckt es zu, der andre tr?gt es frei.
Ein Weib, das mehr versteht, als sonst ein Weib wohl soll, Die mag wohl was verstehn, braucht's aber selten wohl.
Eine Freundschaft, die der Wein gemacht, wirkt wie der Wein nur eine Nacht.
Es mangelt nie Gelegenheit, was Gutes zu verrichten. Es mangelt nie Gelegenheit, was Gutes zu vernichten.

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