Zitat von Georg Christoph Lichtenberg


In der Gabe, alle Vorfälle des Lebens zu seinem und seiner Wissenschaft Vorteil zu nutzen, darin besteht ein großer Teil des Genies.
In einem Lande, wo den Leuten, wenn sie verliebt sind, die Augen im Dunkeln leuchteten, brauchte man des Abends keine Laternen.
In jedem Menschen ist etwas von allen Menschen.
Ist es denn so unrecht, dass der Mensch wieder durch die nämliche Pforte zur Welt hinausgeht, durch die er hineingekommen ist?
Ist es nicht sonderbar, dass eine wörtliche Übersetzung fast immer eine schlechte ist? Und doch lässt sich alles gut übersetzen.
Ist es nicht sonderbar, dass man das Publikum, das uns lobt, immer für einen kompetenten Richter hält, aber sobald es uns tadelt, es für unfähig erklärt, über Werke des Geistes zu urteilen?
Ist es nicht sonderbar, dass man zu den höchsten Ehrenstellen in der Welt ohne Examen gelangt, das man von jedem Stadtphysikus fordert?
Je größer der Mann ist, desto strafbarer ist er, wenn er die Fehler anderer ausplaudert.
Je mehr ein Mensch denkt, desto besser vermag er zu denken. Alle Erziehung taugt nichts, wenn sie nicht systematisch zum Denken erzieht.
Je mehr sich bei Erforschung der Natur die Erfahrungen und Versuche häufen, desto schwankender werden die Theorien. Es ist aber immer gut, sie nicht gleich deswegen aufzugeben.
Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.
Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andre ihn begehen.
Jeder ist ein Kaiser in seiner Lage.
Jeder Mensch hat auch seine moralische backside, die er nicht ohne Not zeigt und die er solange wie möglich mit den Hosen des Anstandes zudeckt.
Jeder Mensch, der stocktaub ist, müsste seine Ohren der Anatomie vermachen.
Jedermann ist sehr bereitwillig, durch Schaden klug zu werden, wenn nur der erste Schaden, der dieses lehrt, ersetzt wäre.
Jedermann sollte wenigstens so viel Philosophie und schöne Wissenschaften studieren, als nötig ist, um sich die Wollust angenehmer zu machen.
Kann es nicht mit den Gelehrten sein wie mit den Gerichten vor Zeiten, da die jüngsten Schöffen das Henken verrichteten?
Keine Erfindung ist wohl dem Menschen leichter geworden als die eines Himmels.
Kluge Leute glauben zu machen, man sei, was man nicht ist, ist in den meisten Fällen schwerer, als wirklich zu werden, was man scheinen will.
Krankheit ist das größte Gebrechen des Menschen.
Krankheiten der Seele können den Tod nach sich ziehen, und das kann Selbstmord werden.
Leib und Seele: ein Pferd neben einen Ochsen gespannt.
Leicht ist, anderen zu raten, schwer oft für sich selbst das Rechte zu erkennen.
Lesen heißt borgen, daraus erfinden, abtragen.
Lessings Geständnis, dass er für seinen gesunden Verstand fast zuviel gelesen habe, beweist, wie gesund sein Verstand war.
Leute werden oft Gelehrte, so wie manche Soldaten werden, bloß weil sie zu keinem anderen Stand taugen, ihre rechte Hand muss ihnen Brot schaffen.
Leute, die sehr viel gelesen haben, machen selten große Entdeckungen.
Leute, die sehr viel gelesen haben, machen selten große Entdeckungen. Ich sage dieses nicht zur Entschuldigung der Faulheit, denn Erfinden setzt eine weitläufige Selbstbetrachtung der Dinge voraus, man muss mehr sehen, als sich sagen lassen.
Lieber Freund, du kleidest deine Gedanken so sonderbar, dass sie nicht mehr aussehen wie Gedanken.
Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden.
Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden. Der Wein reizt zur Wirksamkeit, die Guten im Guten und die Bösen im Bösen.
Man hat Exempel, dass Leute, die auf den Kopf gefallen oder darauf mit einem Prügel geschlagen worden sind, zuweilen angefangen haben zu weissagen und anders von den Dingen in der Welt zu denken als andere Menschen.
Man irrt sich, wenn man glaubt, dass alles unser Neues bloß der Mode zugehörte, es ist etwas Festes darunter. Fortgang der Menschheit muss nicht verkannt werden.
Man ist nur gar zu sehr geneigt zu glauben, wenn man etwas Talent besitzt, arbeiten müsste einem leicht werden. Greife dich immer an, Mensch, wenn du etwas Großes tun willst.
Man kann die Fehler eines großen Mannes tadeln, aber man muss nur nicht den Mann deswegen tadeln. Der Mann muss zusammengefasst werden.
Man kann nicht leicht über zu vielerlei denken, aber man kann über zu vielerlei lesen.
Man kann sicher bei verschlossenen Augen in das erste beste Buch den Finger auf eine Zeile legen und sagen, hierüber ließe sich ein Buch schreiben. Wenn man die Augen auftut, so wird man sich selten betrogen fühlen.
Man klagt so sehr bei jedem Schmerz und freut sich so selten, wenn man keinen fühlt.
Man lese nicht viel und nur das Beste, langsam, und befrage sich alle Schritte, warum glaube ich dieses?
Man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.
Man muss sich die Menschen nach ihrer Art verbindlich machen, nicht nach der unsrigen.
Man muss sich für nichts zu gering halten.
Man muss zuweilen trinken, um den Ideen, die in eines Gehirn liegen, und den Falten mehr Geschmeidigkeit zu geben und die alten Falten wieder hervorzurufen.
Man soll öfters dasjenige untersuchen, was von den Menschen meist vergessen wird, wo sie nicht hinsehen und was so sehr als bekannt angenommen wird, dass es keiner Untersuchung mehr wert geachtet wird.
Man soll seinem Gefühl folgen und den ersten Eindruck, den eine Sache auf uns macht, zu Wort bringen.
Man stellt sich Städte vor, die man nie gesehen hat.
Man wirft oft den großen vor, dass sie sehr viel Gutes hätten tun können, das sie nicht getan haben. Sie könnten antworten: Bedenkt einmal das Böse, das wir hatten tun können und nicht getan haben.
Manche unserer Originalköpfe müssen wir wenigstens so lange für wahnwitzig halten, bis wir so klug werden wie sie.
Mäßigkeit setzt Genuss voraus, Enthaltsamkeit nicht. Es gibt daher mehr enthaltsame Menschen als solche, die mäßig sind.
Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert, und mehr als das Blei in der Flinte jenes im Setzkasten der Drucker.
Mein unerschütterliche Glaube an die Dummheit des Tieres Mensch hat mich nie enttäuscht und ist mir im Lauf des Lebens oft zustatten gekommen.
Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan. Wenn man einen Ochsen schlachten will, so schlägt man ihm gerade vor den Kopf.
Mir tut es allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt, denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel.
Mit der Feder in der Hand habe ich, mit gutem Erfolg, Schanzen erstiegen, von denen andere mit Schwert und Bannstrahl bewaffnet zurückgeschlagen worden sind.
Mode konform.
Natur und Lebensart sind mehr als zweierlei.
Neue Bäder heilen gut.
Nicht die Lügen, sondern die sehr feinen falschen Bemerkungen sind es, die die Läuterung der Wahrheit aufhalten.
Nichts erklärt Lesen und Studieren besser als Essen und Verdauen.
Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.
Nichts macht schneller alt, als der immer vorschwebende Gedanke, dass man älter wird. Ich verspüre dieses recht an mir, es gehört mit zum Giftsaugen.
Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.
Nichts verloren gehen zu lassen, ist eine Hauptregel, Papierschnitzel ebenso wie Zeit.
Niemand kennt seine guten und bösen Fähigkeiten alle.
Nimm Dich in acht, dass meine Geduld nicht über deiner Langsamkeit abläuft. Auf meine Ehre, ich ziehe sie deinetwegen nicht noch einmal auf.
Ob ein Mann, der schreibt, gut oder schlecht schreibt, ist gleich ausgemacht, ob aber einer, der nichts schreibt und stille sitzt, aus Vernunft oder aus Unwissenheit stille sitzt, kann kein Sterblicher ausmachen.
Ohne meine innere Überzeugung würde alle Ehre, Glück und Beifall der Welt mich nicht vergnügt machen können, und wenn ich meiner Überzeugung nach es bin, so kann das Urteil einer ganzen Welt mich nicht in diesem Genuss stören.
Ordnung führt zu allen Tugenden! Aber was führt zur Ordnung?
Papier, das seine Jungfernschaft noch nicht verloren hat und noch mit der Farbe der Unschuld prangt, ist immer besser als gebrauchtes.
Religion ist Ehrfurcht, die Ehrfurcht zuerst vor dem Geheimnis, das der Mensch ist.
Schlechte Schriftsteller sind hauptsächlich diejenigen, die ihre einfältigen Gedanken mit Worten der guten zu sagen trachten.
Schmucklos ist ja noch nicht geschmacklos.
Schwachheiten schaden uns nicht mehr, sobald wir sie kennen.
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, dass es da ist.
Selbst unsere häufigen Irrtümer haben den Nutzen, dass sie uns am Ende gewöhnen zu glauben, alles könne anders sein, als wir uns es vorstellen.
Sie denken nicht, also sind sie nicht.
So sagt man, jemand bekleide ein Amt, wenn er von dem Amt bekleidet wird.
So wie die Völker sich bessern, bessern sich ihre Götter.
So wie ein Taubstummer lesen und sprechen lernt, so können wir auch Dinge tun, deren Umfang wir nicht kennen, und Absichten erfüllen, die wir nicht wissen.
So wie nicht jeder träumt, der schläft, so schläft auch Nicht jeder, der träumt.
Sogar eingebildete Krankheiten können wirkliche werden.
Starke Empfindung, deren sich so viele rühmen, ist nur allzu oft die Folge eines Verfalls der Verstandeskräfte.
Steckenpferde sind schlechte Kutschpferde.
Um andrer Leute Fehler zu sehen, verwandeln manche Menschen ihre Augen in Mikroskope.
Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.
Um uns ein Glück, das uns gleichgültig scheint, recht fühlbar zu machen, müssen wir immer denken, dass es verloren sei und, dass wir es in diesem Augenblick wieder erhielten.
Und was ist Kränklichkeit anderes als innere Verzerrung?
Unsere Empfindung ist sicherlich nicht der Maßstab für die Schönheit des unübersehbaren Plans der Natur.
Unsere Theologen wollen mit Gewalt aus der Bibel ein Buch machen, worin kein Menschenverstand ist.
Unsere Welt wird noch so fein werden, dass es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
Unstreitig ist die männliche Schönheit noch nicht genug von den Händen gezeichnet worden, die sie allein zeichnen könnten, von weiblichen. Mir ist allemal angenehm, wenn ich von einer neuen Dichterin höre.
Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.
Unternimm nie etwas, wozu du nicht das Herz hast, dir den Segen des Himmels zu erbitten!
Viele Schwachheiten, die wir begehen, sind Schulden, die wir der Natur bezahlen.
Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.
Vom Wahrsagen lässt sich's wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheitsagen.
Vorstellungen sind auch ein Leben und eine Welt.
Wahrhaftigkeit ist die größte List.
Wäre es nicht besser, am Ende die Gesetze unveränderlich zu machen, als sie der Veränderlichkeit des menschlichen Herzens bloßzustellen?
Warum sind junge Witwen in Trauer so schön?
Was bin ich? Was soll ich tun? Was kann ich glauben und hoffen? Hierauf reduziert sich alles in der Philosophie.
Was doch eigentlich den Armen den Himmel so angenehm macht, ist der Gedanke an die dortige größere Gleichheit der Stände.
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
Was muss es auf ein Volk für einen Einfluss haben, wenn es keine fremden Sprachen lernt? Vermutlich etwas Ähnliches von dem, den eine gänzliche Entfernung von aller Gesellschaft auf einen einzelnen Menschen hat.
Weil doch nun einmal Geld in der Welt dasjenige ist, was macht, dass ich das Kinn höher trage, freier aufsehe, sicherer auftrete, härter an andere anlaufe.
Weise ist nicht, wer viele Erfahrungen macht, sondern wer aus wenigen lernt, viele nicht machen zu müssen.
Weiser werden heißt, immer mehr und mehr die Fehler kennen lernen, denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen sein kann.
Wenn auch das Gehen auf zwei Beinen dem Menschen nicht natürlich ist, so ist es doch gewiss eine Erfindung, die ihm Ehre macht.
Wenn der Mensch, nachdem er hundert Jahre alt geworden, wieder umgewendet werden könnte wie eine Sanduhr und so wieder jünger würde, immer mit der gewöhnlichen Gefahr zu sterben, wie würde es da in der Welt aussehen?
Wenn die Fixsterne nicht einmal fix sind, wie könnt ihr dann sagen, dass alles Wahre wahr ist?
Wenn die Menschen nicht in Etagen wohnten, so wäre die halbe Erde schon mit Häusern angefüllt, so bauen wir schon in der Luft, wo wir nicht hingehören.
Wenn die Menschen plötzlich tugendhaft würden, so müssten viele Tausende verhungern.
Wenn du die Geschichte eines großen Verbrechers liesest, so danke immer, ehe du ihn verdammst, dem gütigen Himmel, der dich mit deinem ehrlichen Gesicht nicht an den Anfang einer solchen Reihe von Umständen gestellt hat.
Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?
Wenn eine Betschwester einen Betbruder heiratet, so gibt das nicht allemal ein betendes Ehepaar.
Wenn einem zum Tod Verurteilten eine Stunde geschenkt wird, so ist sie ein Leben wert.
Wenn er seinen Verstand gebrauchen sollte, so war es ihm, als wenn jemand, der beständig seine rechte Hand gebraucht hat, etwas mit der linken tun soll.
Wenn ich nur wüsste, wer es dem ehrlichen Mann beibringen wollte, dass er nicht klug ist.
Wenn ich sage, halte deine Zähne rein und spüle den Mund alle Morgen aus, das wird nicht so leicht gehalten, als wenn ich sage, nehme die beiden Mittelfinger dazu, und zwar über Kreuz. Des Menschen Hang zum Mystischen. Man nütze ihn.
Wenn Leute ihre Träume aufrichtig erzählen wollten, da ließe sich der Charakter eher daraus erraten, als aus ihrem Gesicht.
Wenn man den Ländern Namen von den Worten gäbe, die man zuerst hört, so müsste England »damnit« heißen.
Wenn man einmal weiß, dass einer blind ist, so meint man, man könnte es ihm auch von hinten ansehen.
Wenn man gar nicht einmal die Geschlechter an den Kleidungen erkennen könnte, sondern auch noch sogar das Geschlecht erraten müsste, so würde eine neue Welt von Liebe entstehen.
Wenn man Mitleid fühlt, so fragt man nicht erst andere Leute, ob man es fühlen soll.
Wenn man nun einmal in der Welt anfangen wollte, das bloß Nötige zu tun, so müssten Millionen hungers sterben.
Wenn Scharfsinn ein Vergrößerungsglas ist, so ist der Witz ein Verkleinerungsglas.
Wenn sie die Wahrheit in der Natur gefunden haben, so schmeißen sie sie wieder in ein Buch, wo sie noch schlechter aufgehoben ist.
Wenn uns ein Engel einmal aus seiner Philosophie erzählte, ich glaube, es müssten wohl manche Sätze so klingen wie zwei mal zwei ist 13.
Wer eine Scheibe an seine Gartentür malt, dem wird gewiss hineingeschossen.
Wer einen Engel sucht und nur auf die Flügel schaut, könnte eine Gans nach Hause bringen.
Wer hat nicht jemals einen schlecht aufgeschlagenen Hut, den er aufsetzen musste, durch sein ganzes Wesen durch gefühlt, oder einen schlechten Stockknopf im Arm gefühlt.
Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, dass er nicht viele Nebenbuhler erhalten wird.
Wer nichts als die Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.
Wer sich selbst recht kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen kennen lernen.
Wer weniger hat, als er begehrt, muss wissen, dass er mehr hat, als er wert ist.
Widerwärtigkeiten sind Pillen, die man schlucken muss, und nicht kauen.
Wie geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen. Wie Sie sehen, antwortete der Lahme.
Wie glücklich würde mancher leben, wenn er sich um anderer Leute Sachen so wenig bekümmerte als um seine eigenen.
Wie glücklich würde mancher leben, wenn man sich um anderer Leute Sorgen ein wenig kümmerte.
Wie gut wäre es, wenn man die Stimmen, anstatt sie zu zählen, wägen könnte.
Wie herrlich würde es nicht um die Welt stehen, wenn die großen Herrn den Frieden wie eine Maitresse liebten, sie haben für ihre Person zu wenig vom Kriege zu fürchten.
Wie nah wohl zuweilen unsere Gedanken an einer großen Entdeckung hinstreichen mögen?
Wie sich körperlich viele für krank halten, ohne es zu sein, so halten umgekehrt geistig sich viele für gesund, die es nicht sind.
Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloß.
Wir leben und empfinden so gut im Traum als im Wachen und sind jenes so gut als dieses, es gehört mit unter die Vorzüge des Menschen, dass er träumt und es weiß.
Wir verbrennen zwar keine Hexen mehr, aber dafürjeden Brief, worin eine derbe Wahrheit gesagt ist.
Wir wissen von unsrer Seele wenig und sind sie selbst.
Wir, der Schwanz der Welt, wissen nicht, was der Kopf vorhat.
Wird man wohl vor Scham rot im Dunkeln?
Witz und Laune müssen, wie alle korrosiven Sachen, mit Sorgfalt gebraucht werden.
Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.
Woher kommt es doch, dass man bei ähnlichen Gesichtern so oft ähnliche Gesinnungen findet?
Wunder müssen in der Ferne gesehen werden, wenn man sie für wahr halten soll.
Zur Aufweckung des in jedem Menschen schlafenden Systems ist das Schreiben vortrefflich, und jeder, der je geschrieben hat, wird gefunden haben, dass Schreiben immer etwas erweckt, was man vorher nicht deutlich erkannte, ob es gleich in uns lag.
Zwei auf einem Pferd bei einer Prügelei ein schönes Sinnbild für eine Staatsverfassung.
Zweifel muss nichts weiter sein als Wachsamkeit, sonst kann er gefährlich werden.
Zweifle an allem wenigstens einmal, und wäre es der Satz: "zweimal 2 ist 4".
?ngstlich zu sinnen und zu denken, wie es man h?tte tun k?nnen, ist das ?belste, was man tun kann.
Auch Gelegenheit macht nicht Diebe allein, sie macht auch beliebte Leute, Menschenfreunde, Helden.
Aus den Tr?umen der Menschen, wenn sie dieselben genau anzeigten, lie?e sich vielleicht vieles auf ihren Charakter schlie?en. Es geh?rte aber dazu nicht etwa einer, sondern eine ziemliche Menge.
Aus der M?tresse eines Mannes l?sst sich viel auf den Mann schlie?en, man sieht in ihr seine Schwachheiten und seine Tr?ume.
Aus einem Augenblick l?sst sich kein Gesicht beurteilen, es muss eine Folge da sein.
Bei Ausarbeitungen habe vor Augen: Zutrauen auf dich selbst, edlen Stolz und den Gedanken, dass andere nicht besser sind als du, die deine Fehler vermeiden und daf?r andere begehen, die du vermieden hast.
Bei jeder Ver?nderung unseres Zustandes werden uns gew?hnlich eine Menge von Dingen bald zu weit und bald zu enge, kurz unbrauchbar.
Bei Prophezeiungen ist der Ausleger oft ein wichtigerer Mann als der Prophet.
Bei wachender Gelehrsamkeit und schlafendem Menschenverstand ausgeheckt.
Belehrung findet man in der Welt leichter als Trost.
Briefe ?ber die neueste Literatur: Und ich dank' es dem lieben Gott tausendmal, dass er mich zum Atheisten hat werden lassen.
Damals, als die Seele noch unsterblich war.
Dann gnade Gott denen von Gottes Gnaden.
Das Alte st?rzt, es ?ndert sich die Zeit, und neues Leben bl?ht aus den Ruinen.
Das Aufschieben wichtiger Gesch?fte ist eine der gef?hrlichsten Krankheiten der Seele.
Das Buch, das in der Welt am ersten verboten zu werden verdiente, w?re ein Katalogus von verbotenen B?chern.
Das ganze menschliche Geschlecht lobt nur das Gute, das Individuum oft das Schlechte.
Das Geben ist eine Leidenschaft, fast ein Laster. Die Person, der wir geben, wird uns notwendig.
Das Gef?hl f?r Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit.
Das Gef?hl von Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit.
Das hei?t, man soll mit dem Licht der Wahrheit leuchten, ohne einem den Bart zu sengen.
Das Hutabnehmen ist eine Abk?rzung unsres K?rpers, ein Kleinermachen.
Das ist wahr, meine Schuhe kann ich mir nicht selbst machen, aber, ihr Herren, meine Philosophie lass ich mir nicht zuschreiben. Meine Schuhe will ich mir allenfalls machen lassen, das kann ich selbst nicht.
Das Land, wo die Kirchen sch?n und die H?user verfallen sind, ist so gut verloren als das, wo die Kirchen verfallen und die H?user Schl?sser werden.
Das Ma? des Wunderbaren sind wir, wenn wir ein allgemeines Ma? suchten, so w?rde das Wunderbare wegfallen und w?rden alle Dinge gleich gro? sein.
Das Wohl mancher L?nder wird nach der Mehrheit der Stimmen entschieden, da doch jedermann eingesteht, dass es mehr b?se als gute Menschen gibt.
Das Wort Gottesdienst sollte verlegt und nicht vom Kirchengehen, sondern blo? von guten Handlungen gebraucht werden.
Das Wort Schwierigkeit muss gar nicht f?r einen Menschen von Geist als existent gedacht werden. Weg damit!
Dass der Mensch das edelste Gesch?pf sei, l?sst sich auch schon daraus abnehmen, dass ihm noch kein anderes Gesch?pf widersprochen hat.
Dass die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran, dass sie gew?hnlich an den Haaren herbeigezogen ist.
Dass zuweilen eine falsche Hypothese der richtigen vorzuziehen sei, sieht man aus der Lehre von der Freiheit des Menschen.
Den eigentlichen Adel kann kein Gesetz abschaffen.
Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine b?se Entdeckung.
Der Deutsche liegt im Charakter so zwischen dem Franzosen und dem Engl?nder in der Mitte, dass unsere Romaneschreiber leicht einen von diesen beiden schildern, wenn sie einen Deutschen nur mit etwas starken Farben malen wollen.
Der eine hat eine falsche Rechtschreibung und der andere eine rechte Falschschreibung.
Der Gang der Jahreszeiten ist ein Uhrwerk, wo ein Kuckuck ruft, wenn es Fr?hling ist.
Der Gedanke hat in dem Ausdruck noch zuviel Spielraum, ich habe mit dem Stockknopf hingewiesen, wo ich mit der Nadelspitze h?tte hinweisen sollen.
Der gemeine Mann h?lt bei seinem Kirchengehen und Bibellesen die Mittel f?r Zweck.
Der gerade Weg ist der k?rzeste, aber es dauert meist am l?ngsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt.
Der gesunde Gelehrte, der Mann, bei dem Nachdenken keine Krankheit ist.
Der gew?hnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.
Der Mann hatte so viel Verstand, dass er zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.
Der Mann zu sein, der so absolut in Deutschland herrschen k?nnte wie ich auf meinem Schreibtische, w?nsche ich mir nie. Ich w?rde gewiss nur Tintenf?sser umwerfen und durch Aufr?umen die Sachen nur noch mehr verwirren.
Der Mensch ist mit F?higkeiten begabt die sich nur bei zuf?lligen Gelegenheiten ?u?ern.
Der Mensch ist verloren, der sich fr?h f?r ein Genie h?lt.
Der Mensch ist vielleicht halb Geist und halb Materie, so wie der Polype halb Pflanze und halb Tier ist. Auf der Grenze liegen immer die seltsamsten Gesch?pfe.
Der Mensch kann sich Fertigkeiten erwerben und kann ein Tier werden, wo er will. Gott macht die Tiere, der Mensch macht sich selber.
Der Mensch kommt unter allen Tieren dem Affen am n?chsten.
Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein.
Der oft un?berlegten Hochachtung gegen alte Gesetze, alte Gebr?uche und alte Religionen hat man alles ?bel in der Welt zu danken.
Der P?bel ruiniert sich durch das Fleisch, das wider den Geist, und der Gelehrte durch den Geist, dem zu sehr wider den Leib gel?stet.
Der sch?nste gestirnte Himmel sieht uns durch ein umgekehrtes Fernrohr leer aus.
Der Stolz der Menschen ist ein seltsames Ding, es l?sst sich nicht sogleich unterdr?cken und guckt, wenn man das Loch A zugestopft hat, ehe man sich's versieht, zu einem andern Loch B wieder heraus, und h?lt man da zu, so steht er hinter dem Loch C usw
Der Stolz des Menschen ist in seltsames Ding, es l?sst sich nicht sogleich unterdr?cken und guckt, wenn man das Loch A zugestopft hat, ehe man sich's versieht, zu einem anderen Loch B wieder heraus.
Der Stolz, eine edle Leidenschaft, ist nicht blind gegen eigene Fehler, aber der Hochmut ist es.
Der Strom der Wahrheit flie?t durch Kan?le von Irrt?mern.
Der Traum ist ein Leben, das, mit unserm ?brigen zusammengesetzt, das wird, was wir menschliches Leben nennen.
Der Weisheit erster Schritt ist: alles anzuklagen, der letzte: sich mit allem zu vertragen.
Der Witz ist der Finder und der Verstand der Beobachter.
Die Astronomie ist vielleicht diejenige Wissenschaft, worin das wenigste durch Zufall entdeckt worden ist, wo der menschliche Verstand in seiner ganzen Gr??e erscheint und wo der Mensch am besten lernen kann, wie klein er ist.
Die Briefe eines klugen Mannes enthalten immer den Charakter der Leute, an die er schreibt.
Die buntesten V?gel singen am schlechtesten.
Die Einrichtung unserer Natur ist so weise, dass uns wohl vergangener Schmerz als vergangene Wollust Vergn?gen erweckt.
Die Enthusiasten, die ich gekannt habe, haben alle den entsetzlichen Fehler gehabt, dass sie bei dem geringsten Funken, der auf sie f?llt, allemal wie ein lange vorbereitetes Feuerwerk abbrennen.
Die Erfindung der wichtigsten Wahrheiten h?ngt von einer feinen Abstraktion ab, und unser gemeines Leben ist eine best?ndige Bestrebung, uns zu derselben unf?hig zu machen.
Die feinste Satire ist unstreitig die, deren Spott mit so weniger Bosheit und vieler ?berzeugung verbunden ist, dass es selbst die zu l?cheln n?tigt, die es trifft.
Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst.
Die Gebrechlichen haben oft Fertigkeiten, deren ein ordentlich gebauter Mensch wo nicht unf?hig, doch zu erlernen nicht entschlossen genug ist.
Die gef?hrlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten, m??ig entstellt.
Die Genies brechen die Bahnen, und die sch?nen Geister ebnen und versch?nern sie.
Die Griffe der Handwerker lassen sich nicht lehren.
Die gro?en Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.
Die gr??ten Dinge in der Welt werden durch andere zuwege gebracht, die wir nichts achten, kleine Ursachen, die wir ?bersehen und die sich endlich h?ufen.
Die kleinsten Unteroffiziere sind die stolzesten.
Die Klugheit eines Menschen l?sst sich aus der Sorgfalt ermessen, womit er das K?nftige oder das Ende bedenkt.
Die Kom?die bessert nicht unmittelbar, vielleicht auch die Satire nicht, ich meine, man legt die Laster nicht ab, die sie l?cherlich macht.
Die l?cherlichsten Moden k?nnen ein ?bergang zu etwas sein, was wir auf keinem andern Wege gefunden h?tten.
Die Leidenschaften machen die besten Beobachtungen und die elendsten Schl?sse.
Die Leute, die den Reim f?r das wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-K?ufer von hinten.
Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.
Die meisten haben selten mehr Licht im Kopf, als gerade n?tig ist zu sehen, dass sie nichts darin haben.
Die Menschen k?nnen nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur wie sie meinen, dass sie sich zugetragen h?tte.
Die Menschen m?ssen, um gut von einer Sache zu denken, nicht alles sehen, sondern immer noch einen Teil zur Mutma?ung versteckt behalten.
Die Menschen, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.
Die Natur hat die Frauenzimmer so geschaffen, dass sie nicht nach Prinzipien, sondern nach Empfindungen handeln sollen.
Die Natur hat nur eine Regel f?r die Schriftsteller, und die l?sst sich in zwei Worten fassen: Lasst's laufen!
Die Neigung der Menschen, kleine Dinge f?r wichtig zu halten, hat sehr viel Gro?es hervorgebracht.
Die Orakel haben nicht sowohl aufgeh?rt zu reden als vielmehr die Menschen ihnen zuzuh?ren.
Die Ritterb?cher zeigen uns die Welt nach einem ganz falschen Ideal, in einer Art von Kavalierperspektive, aus einem Augenpunkt, wo wir nie hinkommen.
Die Sanduhren erinnern nicht blo? an die schnelle Flucht der Zeit, sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen werden.
Die Scheidewand zwischen Vergn?gen und S?nde ist d?nne.
Die Superklugheit ist eine der ver?chtlichsten Arten von Unklugheit.
Die Tr?ume verlieren sich in unser Wachen allm?hlich herein, man kann nicht sagen, wo das Wachen eines Menschen anf?ngt.
Die unterhaltendste Fl?che auf der Erde f?r uns ist die vom menschlichen Gesicht.
Die Verrichtungen der Blindgebornen sind ein sicherer Beweis, wie weit es der Geist bringen k?nne, wenn ihm Schwierigkeiten entgegengesetzt werden.
Die Versart den Gedanken anzumessen ist eine sehr schwere Kunst, und eine Vernachl?ssigung derselben ist ein wichtiger Teil des L?cherlichen. Sie verhalten sich beide zusammen wie im gemeinen Leben Lebensart und Amt.
Die Verteidigung des M?nchswesens gr?ndet sich gew?hnlich auf einen ganz irrigen Begriff von Tugend.
Die Vorurteile sind sozureden die Kunsttriebe der Menschen, sie tun dadurch vieles, das ihnen zu schwer werden w?rde, bis zum Entschluss durchzudenken ohne alle M?he.
Die Wahrheit finden wollen, ist Verdienst, wenn man auch auf dem Wege irrt.
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu ?berwinden, um unbesch?digt zu Papier zu kommen und von Papier wieder zu Kopf.
Die W?lder werden immer kleiner, das Holz nimmt ab, was wollen wir anfangen? Oh, zu der Zeit, wenn die W?lder aufh?ren, k?nnen wir sicherlich so lange B?cher brennen, bis wieder neue aufgewachsen sind.
Die Welt ist immer in ihren Urteilen zu g?tig oder unbillig.
Du fragst mich, Freund, welches besser ist: von einem b?sen Gewissen genagt zu werden oder ganz ruhig am Galgen zu h?ngen?
Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschuldigen kann.
Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hinein guckt, so kann freilich kein Apostel heraus sehen.
Ein Grab ist doch immer die beste Befestigung gegen die St?rme des Schicksals.
Ein guter Ausdruck ist so viel wert als ein guter Gedanke, weil es fast unm?glich ist, sich gut auszudr?cken, ohne das Ausgedr?ckte von einer guten Seite zu zeigen.
Ein jedes M?dchen ist die Verwalterin der weiblichen Mysterien. Es gibt Stellen, wo Bauernm?dchen aussehen wie die K?niginnen, das gilt von Leib und Seele.
Ein kluges Kind, das mit einem n?rrischen erzogen wird, kann n?rrisch werden.
Ein K?nig l?sst befehlen, dass man bei Lebensstrafe einen Stein f?r einen Diamant halten soll.
Ein langes Gl?ck verliert schon blo? durch seine Dauer.
Ein physikalischer Versuch, der knallt, ist allemal mehr wert als ein stiller, man kann also den Himmel nicht genug bitten, dass, wenn er einen etwas will erfinden lassen, es etwas sein m?ge, das knallt, es schallt in die Ewigkeit.
Ein physikalischer Versuch, der knallt, ist allemal mehr wert als ein stiller.
Ein Schullehrer und Professor kann keine Individuen erziehn, er erzieht blo? Gattungen.
Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gef?llt, je ?lter man wird.
Eine goldene Regel: Man muss die Menschen nicht nach ihren Meinungen beurteilen, sondern nach dem, was diese Meinungen aus ihnen machen.
Eine halb neue Erfindung mit einem ganz neuen Namen.
Eine jede Sache hat ihre Werktags und ihre Sonntagsseite.
Eine sch?dliche Folge des allzu vielen Lesens ist, dass sich die Bedeutung der W?rter abnutzt, die Gedanken werden nur so ungef?hr ausgedr?ckt.
Eine Strafe im Traum ist allemal eine Strafe.
Einem Esel wurde das Bild der Isis zu tragen auferlegt, und als das Volk das Bild mit Niederfallen verehrte, so glaubte er, die Ehre w?re ihm erwiesen.
Einen Menschen recht zu verstehen, m?sste man zuweilen der n?mliche Mensch sein, den man verstehen will.
Einen schlechten Geschmack kann niemand haben, aber gar keinen haben manche Leute
Er hatte seine Bibliothek verwachsen, so wie man eine Weste verw?chst. Bibliotheken k?nnen ?berhaupt der Seele zu enge und zu weit werden.
Er las immer "Agamemnon" statt angenommen, so sehr hatte er den Homer gelesen.
Er wunderte sich, dass den Katzen gerade an der Stelle zwei L?cher in den Pelz geschnitten w?re, wo sie Augen h?tten.
Erfahrung, nicht lesen und h?ren ist die Sache. Es ist nicht einerlei, ob eine Idee durch das Auge oder das Ohr in die Seele kommt.
Erst die nat?rlichen Betrachtungen gemacht, ehe die subtilen kommen, und immer vor allen Dingen erst versucht, ob etwas ganz simpel und nat?rlich erkl?rt werden k?nne.
Erst m?ssen wir glauben, dann glauben wir.
Es findet sich zuweilen etwas in den Augen der Leute, das sie aussehen macht, als wenn sie aus einer Maske hervors?hen.
Es gibt immer mehr Stra?en und immer weniger Ziele.
Es gibt kein gr??eres Hindernis des Fortgangs in den Wissenschaften, als das Verlangen, den Erfolg davon zu fr?h versp?ren zu wollen.
Es gibt keine Synonyma, die W?rter, die wir daf?r halten, haben ihren Erfindern gewiss nicht einerlei, sondern vermutlich Spezies ausgedr?ckt.
Es gibt keine wichtigere Lebensregel in der Welt als die: Halte dich, so viel du kannst, zu Leuten, die geschickter sind als du, aber doch nicht so sehr unterschieden sind, dass du sie nicht begreifst.
Es gibt Leute, die glauben, alles w?re vern?nftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut.
Es gibt Leute, die gut zahlen, die schlecht zahlen, Leute, die prompt zahlen, die nie zahlen, Leute, die schleppend zahlen, die bar zahlen, abzahlen, draufzahlen, heimzahlen - nur Leute, die gern zahlen, die gibt es nicht.
Es gibt Leute, die k?nnen alles glauben, was sie wollen, das sind gl?ckliche Gesch?pfe!
Es gibt Leute, die werden mit einem b?sen Gewissen geboren.
Es gibt Schw?rmer ohne F?higkeit, und dann sind sie wirklich gef?hrliche Leute.
Es gibt wahrhaftig eine Art zur?ckhaltender und empfindlicher Menschen, die, wenn sie sich freuen, aussehen wie andere, wenn sie weinen.
Es gibt Wahrheiten, die so ziemlich herausgeputzt einhergehen, dass man sie f?r L?gen halten sollte und die nichtsdestoweniger reine Wahrheiten sind.
Es gibt wirklich sehr viele Menschen, die blo? lesen, damit sie nicht zu denken brauchen.
Es gibt wohl keinen Menschen in der Welt, der nicht wenn er um 1000 Taler willen zum Spitzbuben wird, lieber um das halbe Geld ein ehrlicher Mann geblieben w?re.
Es hatte die Wirkung, die gemeiniglich gute B?cher haben. Es machte die Einf?ltigen einf?ltiger, die Klugen kl?ger, und die ?brigen Tausende blieben unge?ndert.
Es ist ein Fehler in unser Erziehungen, dass wir gewisse Wissenschaften so fr?h anfangen, sie verwachsen sozusagen in unserm Verstand, und der Weg zum Neuen wird gehemmt.
Es ist ein gro?er Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, dass der Mond auf die Pflanzen wirke, verr?t Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben, zeigt von Philosophie und Nachdenken.
Es ist eine alte Regel: Ein Unversch?mter kann bescheiden aussehen, wenn er will, aber kein Bescheidener unversch?mt.
Es ist eine Bemerkung, die ich durch vielf?ltige Erfahrung best?tigt gefunden habe, dass unter Gelehrten diejenigen fast allezeit die verst?ndigsten sind, die nebenher sich mit einer Kunst besch?ftigen oder, wie man im Plattdeutschen sagt, kl?tern.
Es ist eine Frage, ob wir nicht, wenn wir einen M?rdern r?dern, grade in den Fehler eines Kindes verfallen, das den Stuhl schl?gt, an dem es sich st??t.
Es ist eine Frage, welches schwerer ist: zu denken oder nicht zu denken.
Es ist eine ganz bekannte Tatsache, dass die Viertelst?ndchen gr??er sind als die Viertelstunden.
Es ist eine Torheit zu glauben, es w?re keine Welt m?glich, worin keine Krankheit, kein Schmerz und kein Tod w?re.
Es ist fast unm?glich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedr?nge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.
Es ist gar ?bel, wenn man alles aus ?berlegung tun muss, und zu nichts fr?h gew?hnt ist.
Es ist gewiss ein sicheres Zeichen, dass man besser geworden ist, wenn man Schulden so gerne bezahlt, als man Geld einnimmt.
Es ist immer besser, einem schlechten Schriftsteller gleich den Gnadensto? zu geben, als ihn so lebendig von unten herauf zu rezensieren.
Es ist in vielen F?llen eine schlimme Sache um die Gewohnheit. Sie macht, dass man Unrecht f?r Recht und Irrtum f?r Wahrheit h?lt.
Es ist keine Kunst, etwas kurz zu sagen, wenn man etwas zu sagen hat.
Es ist mit dem Witz wie mit der Musik, je mehr man h?rt, desto feinere Verh?ltnisse verlangt man.
Es ist nicht zu leugnen, dass das, was man Beharren nennt, manchen Taten das Ansehen von W?rde und Gr??e geben kann so wie Stillschweigen in Gesellschaft einem dummen Haupt Weisheit und scheinbaren Verstand.
Es ist n?tig, alle seine Kenntnisse umzur?hren und sich dann wieder setzen zu lassen, um zu sehen, wie sich alles setzt.
Es ist schade, dass es keine S?nde ist, Wasser zu trinken, wie gut w?rde es schmecken.
Es ist sehr gef?hrlich, sagt Voltaire, in Dingen recht zu haben, wo gro?e Leute unrecht gehabt haben.
Es ist sehr gut, die von andern hundertmal gelesenen B?cher immer noch einmal zu lesen, denn obgleich das Objekt einerlei bleibt, so ist doch das Subjekt verschieden.
Es ist sonderbar, dass nur au?erordentliche Menschen die Entdeckungen machen, die hernach so leicht und simpel scheinen, dieses setzt voraus, dass die simpelsten, aber wahren Verh?ltnisse der Dinge zu bemerken sehr tiefe Kenntnisse n?tig sind.
Es ist wahr, alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub. Ich glaube aber, auch der T?tigste findet so viel zu bereuen als der Faulste, denn wer mehr tut, sieht auch mehr und deutlicher, was h?tte getan werden k?nnen.
Es kommt nicht darauf an, ob die Sonne in eines Monarchen Staaten nicht untergeht, wie sich Spanien ehedem r?hmte, sondern was sie w?hrend ihres Laufes in diesen Staaten zu sehen bekommt.
Es l?sst sich ohne sonderlich viel Witz so schreiben, dass es ein anderer sehr viel haben muss es zu verstehen.
Es muss untersucht werden, ob es ?berhaupt m?glich, etwas zu tun, ohne sein eignes Bestes immer dabei vor Augen zu haben.

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