Zitat von Adolph Franz Friedrich Freiherr Knigge


In der Ehe soll gegenseitiges, uneingeschränktes Zutrauen, soll Offenherzigkeit herrschen.
In Städten glaubt man, es gehöre zum guten Ton, nicht einmal zu wissen, wer in demselben Hause wohnt.
In unserer Zeit spielen Geisterseher und andere mystische Betrüger keine unbeträchtliche Rolle. Der Glaube an übernatürliche Wirkungen und Erscheinungen ist sehr ansteckend.
Je mehr herausragende Eigenschaften ein Mensch hat, desto gewisser kann er damit rechnen, von der Scheelsucht schlechter Menschen manches ertragen zu müssen.
Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst macht.
Jedermann geht gern mit einem Menschen um, wenn man sich auf seine Pünktlichkeit in Wort und Tat verlassen kann.
Keine Verbindungen pflegen dauerhafter zu sein als die, welche in der frühen Jugend geschlossen werden. Man ist da noch weniger misstrauisch, weniger schwierig in Kleinigkeiten.
Leihe nie Bücher oder andere Dinge aus, die dir geliehen worden sind.
Lerne den Ton der Gesellschaft an zunehmen, in der du dich befindest.
Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in der du dich befindest.
Lerne Widerspruch ertragen. Sei nicht kindisch eingenommen von deinen Meinungen.
Man belästige nicht seine Bekannten mit kleinen, unwichtigen Aufträgen. Auch suche man selbst, von ähnlichen Ansinnen frei zu bleiben. Gewöhnlich büßt man Zeit und Geld dabei ein und erntet dennoch selten Dank und Zufriedenheit.
Man ist viel wert in der Welt, wenn man sein Fach versteht!
Man lasse jedem die Freiheit in Meinungen, die wir selbst verlangen.
Man schone die Vorurteile, die anderen Ruhe gewähren. Man beraube niemand, ohne ihm etwas Besseres an die Stelle dessen zu geben, was man ihm nimmt.
Man sei äußerst heikel in der Annahme von Freundschaftsdiensten. Man suche lieber Hilfe bei Fremden, besonders in Geldsachen.
Man soll sich nicht aufdrängen, und es ist besser, wenn man es einmal nicht allen Menschen recht macht.
Man vergesse nicht, dass das, was wir Aufklärung nennen, anderen vielleicht Verfinsterung scheint.
Menschen sind zuweilen ebenso eifersüchtig in der Freundschaft wie in der Liebe. Das zeugt mehr von einer neidischen als von einer zärtlichen Gemütsart.
Mische dich nicht in Familienhändel! Vor allen Dingen hüte dich, Zwistigkeiten zu schlichten und Versöhnung stiften zu wollen!
Nächst den Personen deiner Familie bist du am ehesten deinen Nachbarn und Hausgenossen Rat, Tat und Hilfe schuldig.
Nie kann man Recht und erlaubte Ursache haben, das Gegenteil von dem zu sagen, was man denkt, wenngleich man Befugnis und Gründe haben kann, nicht alles zu offenbaren, was in uns vorgeht.
Rede nicht in einer fremden Sprache, wenn nicht jeder sie versteht!
Rede nicht von Dingen, die außer dir schwerlich jemand interessieren können!
Ruhige, stille Hochachtung ist mehr wert als Anbetung, Verehrung, Entzückung.
Schreibe nicht auf deine Rechnung das, wovon anderen das Verdienst gebührt. Suche selbst zu verdienen, dass man dich um deinetwillen ehre.
Sei dir selber ein angenehmer Gesellschafter!
Sei lieber das kleinste Lämpchen, das einen dunklen Winkel mit Licht erleuchtet, als ein großer Mond einer fremden Sonne oder gar ein Trabant eines Planeten.
Sei nicht jedermanns Freund und Vertrauter!
Sei nicht zu parteiisch für Menschen, die dir freundlicher begegnen als andere.
Sei nicht zu sehr ein Sklave der Meinungen andrer von dir! Sei selbstständig! Was kümmert dich am Ende das Urteil der ganzen Welt, wenn du tust, was du sollst?
Sei pünktlich, ordentlich, arbeitsam, fleißig in deinem Beruf!
Sei vorsichtig im Tadel und Widerspruch! Es gibt wenige Dinge in der Welt, die nicht zwei Seiten haben.
Sei, was du bist, immer ganz und immer derselbe.
So wenig wie möglich lasset uns von anderen Wohltaten fordern und annehmen! Man trifft selten Leute an, die nicht früher oder später für kleine Dienste große Rücksichten fordern.
Sorge für die Gesundheit deines Leibes und deiner Seele, aber verzärtele beide nicht.
Sorgsame Pflichterfüllung in allen Belangen ist das sicherste Mittel, der beständig fortdauernden Zärtlichkeit seiner Ehehälfte gewiss zu sein.
Strebe nach Vollkommenheit, aber nicht nach dem Schein der Vollkommenheit und Unfehlbarkeit!
Tue dem Greis, was du willst, dass man dir tun solle, wenn einst deines Scheitels Haar versilbert sein wird!
Tue nichts im Verborgenen, dessen du dich schämen müsstest, wenn es ein Fremder sähe!
Über viele Dinge urteilen Kinder, von Systemgeist, Leidenschaft und Gelehrsamkeit unverführt, weit richtiger als Erwachsene.
Vermeide, in Konzerten zu plaudern.
Verzweifle nicht, werde nicht miss mutig, wenn du nicht die moralische oder geistige Höhe erreichst, auf welcher ein anderer steht.
Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen!
Wache über dich, dass du nie die innere Zuversicht zu dir selber, das Vertrauen auf Gott, auf gute Menschen und das Schicksal Die größte Selbstzufriedenheit verlierst! und das ruhigste Gewissen finden
Was ist deine ganze Garderobe von äußeren Tugenden wert, wenn du diesen Flitterputz nur über ein schwaches, niedriges Herz hängst, um in Gesellschaften Staat damit zu machen?
Wem es darum zu tun ist, sich andauernde Achtung zu erwerben, der würze nicht ohne Unterlass seine Gespräche mit Lästerungen, Spott, Gehässigkeiten und gewöhne sich nicht an einen bissigen, höhnenden Ton.
Wer immer in Zerstreuungen lebt, wird fremd im eigenen Herzen.
Wer immer nach Witz hascht, wem man es ansieht, dass er darauf studiert hat, die Gesellschaft zu unterhalten, der gefällt nur auf kurze Zeit und wird bei wenigen Interesse wecken.
Wer Menschen studieren will, der versäume nicht, sich unter Kinder zu mischen.
Wer nie geliebt hat, kann keinen Be griff haben von den seligen Freuden, die der Umgang unter Verliebten gewährt. Wer zu oft mit seinem Herzen Tauschhandel getrieben hat, verliert den Sinn dafür.
Wer ohne Sinn für Freundschaft, Wohlwollen und Liebe nur für sich selber lebt, 'der bleibt verlassen, wenn er sich nach fremdem Beistand sehnt.
Werde nicht hitzig und grob im Streit! ,Auch dann nicht, wenn man deinen ernsthaften Gefühlen Spott entgegen setzt. Du hast bei der besten Sache schon halb verloren, wenn du nicht vernünftig reagierst.
Wir sehen die feinsten theoretischen Menschenkenner das Opfer des gröbsten Betrugs werden.
Wir sehen die klügsten, verständigsten Menschen im Leben Schritte tun, über die wir den Kopf schütteln müssen.
Wir sollen von niemand fordern, dass er sich nach unseren Sitten richte, sondern jedermann seinen Gang gehen lassen.
Wirf dich nicht zum Sittenrichter über die Menschen auf!
Zeige, so viel du kannst, eine immer gleiche, heitere Stirn!
Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor, Vergessen aller häuslichen Sorgen und, dass man sich durch kleine widrige Zufälle, Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost und dergleichen nicht entmutigen lasse.
Zwang tötet.
Am vorsichtigsten sei man beim Ratgeben in Heiratsangelegenheiten!
Baue nicht eher fest auf treue Liebe und Freundschaft, als bis du erst solche Proben gesehen hast, die Aufopferung kosten.
Bescheidenheit ist eine der liebensw?rdigsten Eigenschaften und macht umso vorteilhafteren Eindruck, je seltener diese Tugend in unseren Tagen wird.
Beurteile die Menschen nicht nach dem, was sie reden, sondern nach dem, was sie tun. Aber w?hle f?r deine Beobachtungen solche Augenblicke, in welchen sie von dir unbemerkt zu sein glauben.
Bewahre deine Papiere, deine Schl?ssel und alles so, dass du jedes einzelne St?ck auch im Dunkeln finden kannst.
Blicke nicht in fremde Papiere.
Das Zu-Fu?-Gehen ist gewiss die angenehmste Art zu reisen. Man genie?t die Sch?nheiten der Natur, kann sich unerkannt unter allerlei Leute mischen und beobachten, was man ansonsten nicht erfahren w?rde.
Der Umgang mit Kindern hat f?r einen verst?ndigen Menschen unendlich viel Interesse. Hier sieht er das Buch der Natur in unverf?lschter Ausgabe aufgeschlagen.
Die Gesellschaft m?chte lieber unterhalten sein als unterrichtet.
Die Pflichten gegen uns selbst sind die wichtigsten und ersten.
Die sch?nen K?nste haben zum Hauptzweck nur das Vergn?gen.
Die Ungl?cklichen ketten sich gern aneinander. Statt sich aber gegenseitig zu tr?sten, winseln sie nur meistenteils miteinander und versinken immer tiefer in Schwermut und Hoffnungslosigkeit.
Ehre das Alter!
Ein gewisser Heroismus im Kampf gegen das Ungl?ck f?hrt Freuden mit sich, die das h?rteste Ungemach vergessen machen, und der Gedanke, andere zu tr?sten und aufzurichten, erhebt das Herz.
Ein weiser Mann baut nicht sein ganzes Leben auf das Dasein eines anderen Wesens.
Eine der wichtigsten Tugenden im gesellschaftlichen Leben, die t?glich seltener wird, ist die Verschwiegenheit.
Enth?lle nie auf unedle Art die Schw?chen deiner Nebenmenschen, um dich zu erheben! Ziehe nicht ihre Fehler und Verirrungen ans Tageslicht, um auf ihre Unkosten zu schimmern!
Es gibt eine Art, Gastfreundschaft zu zeigen, die dem wenigen, was man darreicht, einen h?heren Wert gibt als gro?e Schmausereien.
Es gibt keine Notl?gen, noch nie ist eine Unwahrheit gesprochen worden, die nicht fr?h oder sp?t nachteilige Folgen f?r jedermann gehabt h?tte.
Es ist sehr angenehm, sowohl in der Stadt als auf dem Lande, wenn man mit lieben Nachbarn einen zwanglosen, freundschaftlichen und vertraulichen Umgang pflegen darf.

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