Zitat von Heinrich Von Kleist


Ist es auf Reisen, dass man Geliebte suchet und findet?
Ist nicht der Anfang und das Ende jeder Wissenschaft in Dunkel gehüllt?
Ist nicht oft ein Mann, der einem Volke nützlich ist, verderblich für zehn andere?
Ja, es ist kein Unglück, das Glück verloren zu haben, das erst ist ein Unglück, sich seiner nicht mehr zu erinnern.
Ja, es liegt eine Schuld auf dem Menschen, etwas Gutes zu tun.
Ja, wahrlich, kann man weniger tun, als den Diamanten in Gold zu fassen?
Ja, wer erfüllt eigentlich getreuer seine Bestimmung nach dem Willen der Natur als der Hausvater, der Landmann.
Je öfter ich Berlin sehe, je gewisser wird es mir, dass diese Stadt, so wie alle Residenzen und Hauptstädte, kein eigentlicher Aufenthalt für die Liebe ist. Die Menschen sind hier zu zierlich, um wahr, zu gewitzigt, um offen zu sein.
Jede erste Bewegung, alles Unwillkürliche, ist schön, und schief und verschroben alles, sobald es sich selbst begreift. O der Verstand! Der unglückselige Verstand!
Jede Minute, jeder Mensch, jeder Gegenstand kann dir eine nützliche Lehre, wenn du sie nur zu entwickeln verstehst.
Jedem will ich Misstrauen verzeihen, nur dir nicht, denn für dich tat ich alles, um es dir zu benehmen.
Jünglinge lieben in einander das Höchste in der Menschheit, denn sie lieben in sich die ganze Ausbildung ihrer Naturen schon um zwei oder drei glücklicher Anlagen willen, die sich eben entfalten.
Kann Gott von solchen Wesen Verantwortlichkeit fordern?
Kann man auch nur den Gedanken wagen, glücklich zu sein, wenn alles in Elend darnieder liegt?
Kein Gold besticht ein empörtes Gewissen.
Keine Tugend ist doch weiblicher als Sorge für das Wohl anderer, und nichts dagegen macht das Weib hässlicher und gleichsam der Katze ähnlicher als der schmutzige Eigen nutz, das gierige Einhaschen für den eignen Genuss.
Keine Tugend ist weiblicher als Duldsamkeit bei den Fehlern andrer.
Kenntnisse, was sind sie? Und wenn Tausende mich darin über träfen, übertreffen sie mein Herz?
Kenntnisse, wenn sie noch einen Wert haben, so ist es nur, insofern sie vorbereiten zum Handeln. Aber unsere Gelehrten, kommen sie wohl, vor allem Vorbereiten, jemals zum Zweck?
Komm, lass uns etwas Gutes tun und dabei sterben! Einen der Millionen Tode, die wir schon gestorben sind, und noch sterben werden. Es ist, als ob wir aus einem Zimmer in das andere gehen.
Kümmre dich nicht um deine Bestimmung nach dem Tode, weil du darüber leicht deine Bestimmung auf dieser Erde vernachlässigen könntest.
Künste und Wissenschaften, wenn sie sich selbst nicht helfen, so hilft ihnen kein König auf.
Kunstwerke sind Produkte der Phantasie, und der ganze Gang unsrer heutigen Kultur geht dahin, das Gebiet des Verstandes immer mehr und mehr zu erweitern, das heißt, das Gebiet der Einbildungskraft immer mehr und mehr zu verengen.
Lerne auch mit dem Zarten umzugehen.
Liebe und Bildung sind zwei unerlässliche Bedingungen meines künftigen Glückes.
Liebe, mein Herzensjunge, solange du lebest!
Man muss sich die Tugend so leicht machen wie möglich.
Menschen lassen sich, wie Metalle, zwar formen, solange sie warm sind, aber jede Berührung wirkt wieder anders auf sie ein, und nur wenn sie erkalten, wird ihre Gestalt bleibend.
Mit demselben Gefühle, mit welchem du bei dem Abendmahle das Brot nimmst aus der Hand des Priesters, mit demselben Gefühle, sage ich, erwürgt der Mexikaner seinen Bruder vor dem Altare seines Götzen.
Müssten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? Allerdings, das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.
Nachruhm! Was ist das für ein seltsames Ding, das man erst genießen kann, wenn man nicht mehr ist?
Nichts ist dem Interesse so zuwider als Einförmigkeit, und nichts ihm dagegen so günstig als Wechsel und Neuheit.
Nie in meinem Leben, auch wenn das Schicksal noch so sehr drängte, werde ich etwas tun, das meinen innern Forderungen, sei es auch noch so leise, widerspräche.
Nirgends kann man den Grad der Kultur einer Stadt und überhaupt den Geist ihres herrschenden Geschmacks schneller und doch zugleich richtiger kennen lernen als in den Lesebibliotheken.
Nur darum ist dieses Gewimmel von Erscheinungen angeordnet, damit der Mensch an keiner hafte.
O Deutschland! Weh! Es bricht der Wolf In deine Hürde ein, und deine Hirten streiten Um einer Handvoll Wolle sich.
O es muss doch noch etwas anderes geben als Liebe, Ruhm, Glück, wovon unsere Seelen nichts träumen.
O Gott, wenn mir einst das bescheidne Los fallen sollte, das ich begehre, ein Weib, ein eignes Haus und Freiheit.
O hätten alle die, die gute Werke geschrieben haben, die Hälfte von diesem Guten getan, es stünde besser um die Welt.
O Himmel, was ist das für eine Welt!
O lege den Gedanken wie einen diamantenen Schild um deine Brust: Ich bin zu einer Mutter geboren! Jeder andere Gedanke, jeder andere Wunsch fahre zurück von diesem undurchdringlichen Harnisch.
O welch ein herrliches Geschenk des Himmels ist ein schönes Vaterland!
Ohne Reiseplan sich auf die Reise begeben, heißt erwarten, dass der Zufall uns an das Ziel führe, das wir selbst nicht kennen. Ohne Lebensplan leben, heißt vom Zufall erwarten, ob er uns so glücklich machen werde, wie wir es selbst nicht begreifen.
Schenkte mir der Himmel ein grünes Haus, ich gäbe alle Reisen und alle Wissenschaft und allen Ehrgeiz auf immer auf.
Sind wir da, die Höhe der Sonne zu ermessen oder uns an ihren Strahlen zu wärmen?
So übe ich mich unaufhörlich darin, das wahre Glück von allen äußeren Umständen zu trennen und es nur als Belohnung und Ermunterung an die Tugend zu knüpfen. Da erscheint es in schönerer Gestalt und auf sicherem Boden.
Solange ein Mensch noch nicht im Stande ist, sich selbst einen Lebens plan zu bilden, solange ist und bleibt er unmündig, er stehe nun als Kind unter der Vormundschaft seiner Eltern oder als Mann unter der Vormundschaft des Schicksals.
Torheit, du regierst die Welt, und dein Sitz ist ein schöner weiblicher Mund.
Tue recht und scheue niemand.
Tugend und Liebe begründen zwar das Familienglück, aber nur Talente machen es wirklich anziehend.
Überhaupt, dünkt mich, alle Zeremonien ersticken das Gefühl. Sie beschäftigen unsern Verstand, aber das Herz bleibt tot.
Und doch ist die Erinnerung selbst an das Bitterste noch süß.
Und doch, wer wendet sein Herz nicht gern der Zukunft zu, wie die Blumen ihre Kelche der Sonne?
Und was ist des Strebens wert, wenn es die Liebe nicht ist!
Und wenn ich auch auf dieser Erde nirgends meinen Platz finden sollte, so finde ich vielleicht auf einem andern Stern einen um so bessern.
Und, dass ich sterbe, weil mir auf Erden nichts mehr zu lernen und zu erwerben übrig bleibt. Lebe wohl!
Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur den Freund.
Unsre Väter und Mütter schelten immer so erbittert auf die Ideale, und doch gibt es nichts, was den Menschen wahrhaft erheben kann, als sie allein.
Verrat, Mord und Diebstahl sind hier ganz unbedeutende Dinge, deren Nachricht niemand affiziert.
Verstanden wenigstens möchte ich gern zuweilen sein, wenn auch nicht aufgemuntert und gelobt, von einer Seele wenigstens möchte ich gern zuweilen verstanden werden, wenn auch alle andern mich verkennen.
Vertrauen und Achtung, das sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe, ohne welche sie nicht bestehen kann, denn ohne Achtung hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude.
Von ganzer Seele sehne ich mich, wonach die ganze Schöpfung und alle immer langsamer und langsamer rollenden Weltkörper streben, nach Ruhe.
Wage dich mit deinem Verstande nie über die Grenzen deines Lebens hinaus. Sei ruhig über die Zukunft.
Wahr ist es, dass die Menschen uns, wie die Sterne, bei ihrem Verschwinden höher erscheinen, als sie wirklich stehen.
Wärst du ein Mann gewesen - o Gott, wie innig habe ich dies gewünscht! - wärst du ein Mann gewesen - denn eine Frau konnte meine Vertraute nicht werden -, so hätte ich diesen Freund nicht so weit zu suchen gebraucht, als jetzt.
Warum ist die Jugend die üppigste Zeit des Lebens? Weil kein Ziel so hoch und so fern ist, das sie sich nicht einst zu erreichen getraute.
Was dein erstes Gefühl dir antwortet, das tue.
Was Ihnen Ihr Herz sagt, ist Goldklang.
Was ist lächerlich Im Mondschein über den Schatten eines Laternenpfahls zu springen, in der Meinung, es sei ein Graben.
Was ist majestätisch? Ein Sonnenaufgang über dem Meere.
Was ist unerträglich? Geschwätz für den Denker.
Weg mit allen Vorurteilen, weg mit dem Adel, weg mit dem Stande gute Menschen wollen wir sein und uns mit der Freude begnügen, die die Natur uns schenkt.
Welch ein unsägliches Glück mag in dem Bewusstsein liegen, seine Bestimmung ganz nach dem Willen der Natur zu erfüllen.
Welches ist das höchste Bedürfnis des Weibes? Ich müsste mich sehr irren, wenn du anders antworten könntest als: die Liebe ihres Mannes.
Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün.
Wenn auch die Hülle des Menschen mit jedem Monde wechselt, so bleibt doch eines in ihm unwandelbar und ewig: das Gefühl seiner Pflicht.
Wenn die Könige trauern, so trauert auch das Land.
Wenn ich von jemandem Bildung erhalte, so wünsche ich ihm dankbar auch wieder einige Bildung zurückzugeben, wenn ich aus seinem Umgange Nutzen ziehe, so wünsche ich, dass er auch in dem meinigen einigen Nutzen finde.
Wenn wir von den Dichtern verlangen wollen, dass sie so idealisch sein sollen wie ihre Helden, wird es noch Dichter geben?
Wer das Schmutz'ge anfasst, den besudelt's.
Wer die Welt in seinem Inneren kennen lernen will, der darf nur flüchtig die Dinge außer ihm mustern.
Wer kann die Wendungen des Schicksals erraten? Gibt es eine Nacht, die ewig dauert?
Wie froh macht mich die stille Einsamkeit meines Zimmers gegen das laute Gewühl jener Gesellschaft, der ich soeben entfloh!
Wie können wir uns getrauen, in den Plan einzugreifen, den die Natur für die Ewigkeit entworfen hat, da wir nur ein so unendlich kleines Stück von ihm, unser Erdenleben, überblicken?
Wie manches regt sich in der Brust der Frauen, das für das Licht des Tages nicht gemacht.
Wie soll ich es möglich machen, in einem Briefe etwas so Zartes, als ein Gedanke ist, auszuprägen? Ja, wenn man Tränen schreiben könnte.
Wie unglücklich wäre ich, wenn ich nicht mehr stolz sein könnte!
Wir begegnen uns, drei Frühlinge lieben wir uns, und eine Ewigkeit fliehen wir wieder auseinander!
Wir dünken uns frei, und der Zufall führt allgewaltig an tausend fein gesponnenen Fäden fort.
Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint.
Wir mögen am Ende aufgeklärt oder unwissend sein, so haben wir dabei so viel verloren als gewonnen.
Wir werden uns in diesem unruhigen Leben so selten unsrer selbst bewusst die Gedanken und die Empfindungen verhallen wie ein Flötenton im Orkane das alles kann ein Tagebuch verhüten.
Wo nur die Vernunft herrschend ist, da vertragen sich die Meinungen leicht.
wollen wir leben, wenn wir nicht beizeiten sammeln?
Wovon wollen wir leben, wenn wir nicht beizeiten sammeln?
Zürne nicht, liebes Mädchen, ehe du mich ganz verstehst!
Zuweilen gehe ich durch die langen, krummen, engen, schmutzigen, stinkenden Straßen, ich winde mich durch einen Haufen von Menschen, welche schreien, laufen, keuchen, einander schieben, stoßen, umdrehen, ohne es übel zu nehmen.
Zuweilen stieg ich allein in einen Nachen und stieß mich bis auf die Mitte des Rheins. Dann legte ich mich nieder auf den Boden des Fahrzeugs und vergaß, sanft von dem Strome hinabgeführt, die ganze Erde, und sah nichts als den Himmel.
Zuweilen, wenn ich dem Fluge einer Rakete nachsehe oder in den Schein einer Lampe blicke oder ein künstliches Eis auf meiner Zunge zergehen lasse, wenn ich mich dann frage: Genießest du? Oh, dann fühle ich mich so leer, so arm.
Am Tage sehn wir wohl die sch?ne Erde, doch wenn es Nacht ist, sehn wir in die Sterne.
Auf meinem Lebenswege werden mir Menschen aller Art begegnen, und jeden muss ich zu nutzen verstehen.
Bei den K?ssen seines Weibes denkt ein echter Chemiker nichts, als, dass ihr Atem Stickgas und Kohlenstoffgas ist.
Bildung scheint mir das einzige Ziel, das des Bestrebens, Wahrheit der einzige Reichtum, der des Besitzes w?rdig ist.
Das Ersteigen der Berge, wie der Weg zur Tugend, ist besonders wegen der Aussicht, die man eben vor sich hat, beschwerlich.
Das Gef?hl, im Innern sch?n zu sein, und das Bild, das uns der Spiegel des Bewusstseins in den Stunden der Einsamkeit zur?ckwirft, das sind Gen?sse, die allein unsere hei?e Sehn sucht nach Gl?ck ganz stillen k?nnen.
Das Gl?ck des Weibes ist zwar ein unerl?sslicher, aber nicht der einzige Gegenstand des Mannes, ihm liegt auch das Gl?ck seiner Landsleute am Herzen, das Gl?ck des Mannes hingegen ist der einzige Gegenstand der Frau.
Das Gl?ck kann nicht, wie ein mathematischer Lehrsatz, bewiesen werden, es muss empfunden werden, wenn es da sein soll.
Das Gute bedarf Zeit, es zu bilden. Das Schnellgebildete stirbt schnell dahin. Zwei Fr?hlingstage und die Orangenbl?te ist verwelkt, aber die Eiche durchlebt ein Jahrtausend.
Das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Urprunge am h?chsten. Es flie?t nur fort, indem es f?llt in das Meer m?ssen wir alle.
Das Leben ist viel wert, Wenn man's verachtet.
Das Leben, welches wir von unsern Eltern empfingen, ist ein heiliges Unterpfand, das wir unsern Kindern wieder mitteilen sollen. Das ist ein ewiges Gesetz der Natur, auf welches sich ihre Erhaltung gr?ndet.
Das Misstrauen ist die schwarze Sucht der Seele, Und alles, auch das Schuldlosreine, zieht F?rs kranke Aug' die Pracht der H?lle an.
Das Wissen macht uns weder besser, noch gl?cklicher.
Dein Brief hat mir eine ganz au?erordentliche Freude gew?hrt. Dich so anzuschmiegen an meine W?nsche, so innig einzugreifen in mein Interesse oh, es soll dir gewiss einst belohnt werden!
Deine Bestimmung, liebe Freundin, oder ?berhaupt die Bestimmung des Weibes ist wohl unzweifelhaft und unverkennbar, denn welche andere kann es sein als diese, Mutter zu werden und der Erde tugendhafte Menschen zu erziehen?
Dem Durstigen kommt es, als solchem, auf die Schale nicht an, sondern auf die Fr?chte, die man ihm darin bringt.
Dem einen Ruhm, dem andern Vergessenheit, dem einen ein Zepter, dem andern ein Wanderstab!
Denn der Mensch hat ein unwiderstehliches Bed?rfnis, sich aufzukl?ren. Ohne Aufkl?rung ist er nicht viel mehr als ein Tier.
Denn die Begriffe von Gl?ck sind so verschieden, wie die Gen?sse und die Sinne, mit welchen sie genossen werden.
Denn dieser Zweck ist es, welcher der Liebe ihren h?chsten Wert gibt. Edler und besser sollen wir durch die Liebe werden.
Denn festhalten m?ssen wir, was wir uns selbst erworben haben.
Denn nicht durch Worte, aber durch Handlungen zeigt sich wahre Treue und wahre Liebe.
Denn niemals, wohin ich mich auch, durch die Umst?nde gedr?ngt, wenden muss, wird mein Herz ein anderes Vaterland w?hlen als das, worin ich geboren bin.
Denn ob ich gleich das halbe Deutschland durchreiset bin, so habe ich doch im eigentlichsten Sinne nichts gesehen.
Denn wenn das Herz ein Bed?rfnis hat, so ist es kalt gegen alles, was es nicht befriedigt.
Denn wo es noch andere Gen?sse gibt, da teilt sich das Herz, aber wo es nichts gibt als Liebe, da ?ffnet sich ihr das ganze Wesen, da umfasst es ihr ganzes Gl?ck, da werden alle ihre unendlichen Gen?sse ersch?pft.
Der Deutsche geht um das Ding herum, der Franzose f?ngt den Lichtstrahl auf, den es ihm zuwirft, und geht weiter.
Der Deutsche spricht mit Verstand, der Franzose mit Witz.
Der Mann ist nicht blo? der Mann seiner Frau, er ist auch ein B?rger des Staates, die Frau hingegen ist nichts, als die Frau ihres Mannes.
Der Postillion ist faul und langsam, ich bin flei?ig und schnell. Das ist nat?rlich, denn er arbeitet f?r Geld, und ich f?r den Lohn der Liebe.
Der Staat fordert von uns weiter nichts, als, dass wir die Zehn Gebote nicht ?bertreten. Wer gebietet uns aber die Tugenden der Menschenliebe, der Duldung, der Bescheidenheit, Sittsamkeit zu ?ben, wenn es nicht die Vernunft tut?
Der Tugend folgt die Belohnung, dem Laster die Strafe.
Die erste Handlung der Selbstst?ndigkeit eines Menschen ist der Entwurf eines Lebensplans.
Die H?lle gab mir meine halben Talente, der Himmel schenkt dem Menschen ein ganzes, oder gar keins.
Die Menge von Erscheinungen st?rt das Herz in seinen Gen?ssen, man gew?hnt sich endlich, in ein so vielfaches eitles Interesse einzugreifen, und verliert am Ende sein wahres aus den Augen.
Die Romane haben unsern Sinn verdorben. Denn durch die hat das Heilige aufgeh?rt, heilig zu sein, und das reinste, menschlichste, einf?ltigste Gl?ck ist zu einer blo?en Tr?umerei herabgew?rdigt worden.
Die Seele muss t?tig sein, sonst sind doch alle Erscheinungen der Natur verloren, wenn sie auch auf alle Sinne wirken.
Die Tugend hat ihren eignen Wohl stand, und wo die Sittlichkeit im Herzen herrscht, da bedarf man ihres Zeichens nicht mehr.
Die Tugend und die Liebe tragen ihrer Natur nach immer nur ein Gewand, und d?rfen es ihrer Natur nach nicht wechseln.
Die Welt ist eine wunderliche Einrichtung, und die g?ttlichsten Wirkungen, mein Sohn, gehen aus den niedrigsten und unscheinbarsten Ursachen hervor.
Die Welt ist gro?, man kann sich darin wohl vergessen.
Die Wissenschaften habe ich ganz aufgegeben. Ich kann dir nicht beschreiben, wie ekelhaft mir ein wissender Mensch ist, wenn ich ihn mit einem Handelnden vergleiche.
Diese Menschen sitzen s?mtlich wie die Raupe auf einem Blatte, jeder glaubt, seines sei das Beste und um den Baum bek?mmern sie sich nicht.
Dieselbe Stimme, die dem Christen zuruft, seinem Feinde zu vergeben, ruft dem Seel?nder zu, ihn zu braten, und mit Andacht isst er ihn auf. Wenn die ?berzeugung solche Taten rechtfertigen kann, darf man ihr trauen?
Du siehst, dass ich, ob ich gleich verliebt bin, mich doch nicht planlos, in blinder Begierde ?ber den geliebten Gegenstand hinst?rze. Vielmehr gehe ich so vorsichtig zu Werke, wie es der Vernunft bei der Liebe nur immer m?glich ist.
Ei der Tausend! Wie man doch die dummen Leute anf?hren kann! H
Ein Aprilmonat kann kaum so schnell mit der Witterung wechseln, als die Franzosen mit der Kleidung.
Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinst??t.
Ein freier, denkender Mensch bleibt da nicht stehen, wo der Zufall ihn hinst??t, oder wenn er bleibt, so bleibt er aus Gr?nden, aus Wahl des Bessern.
Ein jeder hat seine eigne Art, gl?cklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen sein soll.
Ein Kleid, das sie heute einen Schlaf rock nennen, tragen sie morgen zum Tanze, und umgekehrt.
Ein Reisender, der das Ziel seiner Reise und den Weg zu seinem Ziele kennt, hat einen Reiseplan. Was der Reiseplan dem Reisenden ist, ist der Lebensplan dem Menschen.
Ein sch?nes Kennzeichen eines solchen Menschen, der nach sichern Prinzipien handelt, ist Konsequenz, Zusammenhang und Einheit in seinem Betragen.
Ein Staat kennt keinen anderen Vorteil, als den er nach Prozenten berechnen kann.
Ein Talent bildet sich im Stillen, doch ein Charakter nur im Strome der Welt.
Eine Frau, die sich auf ihren Vorteil versteht, geht nicht aus dem Hause, da erst gilt sie alles, was sie kann und soll. Doch, machen Sie das mit Ihrem Gewissen aus.
Einen Lehrer gibt es, der ist vortrefflich, wenn wir ihn verstehen, es ist die Natur.
Einsamkeit in der offnen Natur, das ist der Pr?fstein des Gewissens.
Erf?lle deine Pflicht, und dieser Satz enth?lt die Lehren aller Religionen.
Es gibt Menschen wie die ersten Arabesken, man versteht sie nicht, wenn man nicht Raffael ist.
Es ist kein sinnliches Bed?rfnis, das hier nicht bis zum Ekel befriedigt, keine Tugend, die hier nicht mit Frechheit verspottet, keine Infamie, die hier nicht nach Prinzipien begangen w?rde.
Es ist nichts ekelhafter als diese Furcht vor dem Tode.

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