Zitat von Gottfried Keller


In Zeiten des Umschwungs, wenn ein neuer Geist umgeht, hat die alte Schale des gewohnten Rechts keinen Wert mehr, da der Kern heraus ist, und ein neues Rechtsbewusstsein muss erst erlernt und angewöhnt werden.
Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten und nachzusehen, was es gibt.
Leiden, Irrtum und Widerstandskraft halten das Leben lebendig.
Man ist immer froh, kleine Mängel an geliebten Personen zu finden, um sie nur ohne Verzug verzeihen und sogar mitteilen zu können.
Mein Herr, Ihr Stil ist flüssig, Ihr Buch aber überflüssig.
O mein Heimatland! O mein Vaterland! Wie so innig, feurig lieb' ich dich!
Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es.
Studiere die Menschen, nicht um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in ihnen aufzuwecken und in Bewegung zu setzen.
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, Von dem goldnen Überfluss der Welt.
Und liebt der Himmel seine Kinder, Wo Tränen er durch Leid erpresst, So liebt er jene drum nicht minder, Die er vor Freude weinen lässt.
Was unerreichbar ist, das rührt uns nicht! Doch was erreichbar, sei uns goldne Pflicht!
Wenn schlechte Leute zanken, riecht's übel um sie her, doch wenn sie sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr.
Wer ohne Leid, der ist auch ohne Liebe.
Wie wenig braucht es doch, um sich selber einen Hauptspaß zu bereiten, und was für schöne Gelegenheiten liegen immer am Wegrande bereit, wenn man sie nur zu sehen wüsste.
Wirke nie mit Trugschlüssen und kleinlichen Spitzfindigkeiten, mit denen man nur die Spreuer bewegt.
Wohlwollen und Liebe können nicht gehegt werden, ohne den Träger zu veredeln, und sie tun dieses am glänzendsten, wenn sie dem gelten, was man einen Feind oder Widersacher nennt.
Zum Lachen braucht es immer ein wenig Geist, das Tier lacht nicht.
Auch der dem?tigste Mensch glaubt und hofft innerlich immer mehr, als er auszusprechen wagt.
Auch was wir aufgeben, m?ssen wir mit freier Wahl aufgeben, nicht wie der Fuchs die Trauben.
Besser ist's, man hat in der Jugend zu k?mpfen als im Alter.
Das Menschenleben ist eine st?ndige Schule.
Das Suchen nach Wahrheit ist immer ohne Arg, unverf?nglich und schuldlos, nur in dem Augenblicke, wo es aufh?rt, f?ngt die L?ge an bei Christ und Heide.
Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur nat?rlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.
Die begr?ndete wie die unbegr?ndete Eifersucht vernichtet diejenige W?rde, deren die gute Liebe bedarf.
Die Grobheit spare wie Gold, wenn du sie in gerechter Entr?stung einmal hervorkehrst, es ein Ereignis sei und den Gegner wie ein unvorhergesehener Blitzstrahl treffe.
Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichg?ltigste wieder t?nen l?sst und in eine besondere Musik verwandelt.
Die menschliche Eitelkeit vermengt sich mit den edelsten Ideen und verleiht ihnen oft eine Hartn?ckigkeit, die uns sonst fehlen w?rde.
Die Zeit geht nicht, sie stehet still, Wir ziehen durch sie hin, Sie ist ein Karawanserei, Wir sind die Pilger drin.
Ein' Lieb' und nicht mehr, W?r' allen Frauen eine Ehr'.
Entsagung, unverbr?chlich auferlegt, ist die st?rkste Pr?fung f?r Liebende, welche kein fremder Wille hindern k?nnte, sich zu sehen.
Es gibt bei beiden Geschlechtern solche Raub- und Wechseltiere, die nur dann gl?cklich sind, wenn sie erst ein fremdes Gl?ck zerst?rt haben.
Es ist auf Erden keine Nacht, Die nicht noch ihren Schimmer h?tte, So gro? ist keines Ungl?cks Macht, Ein Bl?mlein h?ngt in seiner Kette.
Es ist doch sonderbar, wie auch der vortrefflichste Mensch schlechte Eigenschaften haben muss, gleich einem stolz segelnden Schiffe, welches Ballast braucht, um zu seiner guten Fahrt geh?rig schwer zu sein.

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