Zitat von Franz Kafka


Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
Karlsbad ist ein größerer Schwindel als Lourdes, und Lourdes hat den Vorzug, dass man seines innersten Glaubens wegen hinfährt. Wie steht es mit den verbohrten Meinungen hinsichtlich der Operationen, der Serumheilungen, der Impfungen, der Medizinen?
Liebe ist, dass du mir ein Messer bist, mit dem ich in mir wühle.
Liebe zwischen Bruder und Schwester die Wiederholung der Liebe zwischen Mutter und Vater.
Man muss ins Dunkel hineinschreiben wie in einen Tunnel.
Mein Glück, meine Fähigkeiten und jede Möglichkeit, irgendwie zu nützen, liegen seit jeher im Literarischen.
Mit der erhöhten Wirkung steigt das Bewusstsein unserer Kräfte und sie selbst.
Möglichst asketisch leben, asketischer als ein Junggeselle, das ist die einzige Möglichkeit für mich, die Ehe zu ertragen. Aber sie?
Nichts als ein Erwarten, ewige Hilflosigkeit.
Nichtstun ist eine der größten und verhältnismäßig leicht zu beseitigenden Dummheiten.
Nur die Menge der Teufel kann unser irdisches Unglück ausmachen.
Nur nicht überschätzen, was ich geschrieben habe, dadurch mache ich mir das zu Schreibende unerreichbar.
Schließlich muss mir doch das Leid den Kopf sprengen. Und zwar an den Schläfen.
Schriftsteller reden Gestank.
Sich ruhig ertragen, ohne voreilig zu sein, so leben, wie man muss, nicht sich hündisch umlaufen.
Sinnlos wiederholte unzählige Küsse, so wie man in der Verzweiflung, ohne davon zu wissen, die Zigarette immer wieder vornimmt.
Sinnlosigkeit der Jugend. Furcht vor der Jugend, Furcht vor der Sinnlosigkeit, vor dem sinnlosen Heraufkommen des sinnlosen Lebens.
So verlassen von mir, von allem.
Stelle dich dem Regen entgegen, lass die eisernen Strahlen dich durchdringen, gleite in dem Wasser, das dich fortschwemmen will, aber bleibe doch, erwarte so aufrecht die plötzlich und endlos einströmende Sonne.
Tanzt ihr Schweine weiter, was habe ich damit zu tun?
Um mit jungen Mädchen reden zu können, braucht ich das Nahesein älterer Personen.
Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.
Verwandtengefühl habe ich keines, in Besuchen sehe ich förmlich gegen mich gerichtete Bosheit.
Was die Zukunft an Umfang voraus hat, ersetzt die Vergangenheit an Gewicht, und an ihrem Ende sind ja die beiden nicht mehr zu unterscheiden.
Was für eine Zauberei darin liegt, wenn einer alten Frau unter das Kinn gegriffen wird.
Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
Wenn auch keine Erlösung kommt, so will ich doch jeden Augenblick ihrer würdig sein.
Wenn ich es bedenke, so muss ich sagen, dass mir meine Erziehung in mancher Hinsicht sehr geschadet hat.
Wenn ich etwas sage, verliert es sofort und endgültig die Wichtigkeit, wenn ich es aufschreibe, verliert es sie auch immer, gewinnt aber manchmal eine neue.
Wenn man seine Grenzen sehr intensiv erkennt, muss man zersprengt werden.
Wer erlöst mich?
Wer sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nicht alt.
Wie folgt aus einem Geheimnis immer ein größeres!
Wie kann man nur auf den Gedanken kommen, dass Menschen durch Briefe miteinander verkehren können! Man kann an einen fernen Menschen denken, und man kann einen nahen Menschen fassen, alles andere geht über Menschenkraft.
An Fortschritt glauben hei?t nicht glauben, dass ein Fortschritt schon geschehen ist. Das w?re kein Glauben.
Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe, wenn ich sage, dass Du mir das Liebste bist, Liebe ist, dass Du mir das Messer bist, mit dem ich in mir w?hle.
Das Buch ist die Axt f?r das gefrorene Meer in uns.
Das Drama auf der B?hne ist ersch?pfender als der Roman, weil wir alles sehn, wovon wir sonst nur lesen.
Das Ged?chtnis einer kleinen Nation ist nicht kleiner als das Ged?chtnis einer gro?en, es verarbeitet daher den vorhandenen Stoff gr?ndlicher.
Das Ungl?ck des Junggesellen ist f?r die Umwelt, ob scheinbar oder wirklich, so leicht zu erraten, dass er jedenfalls, wenn er aus Freude am Geheimnis Junggeselle geworden ist, seinen Entschluss verfluchen wird.
Dass ich vor keiner Dem?tigung zur?ckschrecke, kann ebenso gut Hoffnungslosigkeit bedeuten als Hoffnung geben.
Der Messias wird erst kommen, wenn es nicht mehr n?tig sein wird.
Der Wunsch nach besinnungsloser Einsamkeit. Nur mir gegen?bergestellt sein.
Dichtung ist immer nur eine Expedition nach der Wahrheit.
Die Angst vor der Verbindung, dem Hin?berflie?en. Dann bin ich nicht mehr allein.
Die Fesseln der gequ?lten Menschheit sind aus Kanzleipapier.
Die Kunst hat das Handwerk n?tiger als das Handwerk die Kunst.
Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrg?ste und die Stra?e.
Die Sorgen, mit deren Last sich der Bevorzugte gegen?ber dem Unterdr?ckten entschuldigt, sind eben die Sorgen um Erhaltung der Bevorzugung.
Die verbitterten Gesichtsz?ge eines Mannes sind oft nur die fest gefrorene Verwirrung eines Knaben.
Diese emp?renden ?rzte! Gesch?ftlich entschlossen und in der Heilung so unwissend, dass sie, wenn jene gesch?ftliche Entschlossenheit entfiele, wie Schuljungen vor den Krankenbetten st?nden.
Diese Umz?ge sind eine der widerlichsten Begleiterscheinungen des Krieges.
Du musst nur die Laufrichtung ?ndern, sagte die Katze zur Maus und fra? sie.
Eigentlich m?sste man sich f?rchten, aus dem Haus zu treten.
Ein Buch muss die Axt sein f?r das gefrorene Meer in uns.
Ein schmerzhaftes Wort: Wie du es wolltest, so hast du es.
Ein ungl?cklicher Mensch, der kein Kind haben soll, ist in sein Ungl?ck schrecklich eingeschlossen. Nirgends eine Hoffnung auf Erneuerung, auf eine Hilfe durch gl?cklichere Sterne.
Ein Vorteil des Tagebuchf?hrers besteht darin, dass man sich mit beruhigender Klarheit der Wandlungen bewusst wird, denen man unaufh?rlich unterliegt.
Eindringen kann ich scheinbar in die Welt nicht, aber ruhig liegen, empfangen, das Empfangene in mir ausbreiten und dann ruhig vortreten.
Es gibt M?glichkeiten f?r mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?
Es ist gut, seinen Tr?umen nachzujagen, aber schlecht, wie es dann meistens auszugehen pflegt, von ihnen gejagt zu werden.

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