Zitat von Joseph Joubert
In der Musik des Gesprächs dient die Aufmerksamkeit des Hörers als Begleitung.
In der Politik muss man immer den Tadlern einen Knochen zum Benagen lassen.
In der reinen Region der Kunst soll man seinen Gegenstand durch einen einzigen Lichtstrahl erleuchten, der von einem Punkt ausgeht.
In einem Gedicht sollen nicht nur Bilder, sondern auch dichterische Gedanken sein.
In Gefahren steigert die Musik die Gedanken.
In Zeiten, in denen niemand etwas weiß über das hinaus, was er gesehen hat, sollte man das Alter höher ehren. .
Irrtum erregt, Wahrheit beruhigt.
Jede Beredsamkeit muss aus innerer Bewegung stammen, und jede Bewegung verleiht von selber Beredsamkeit.
Jede Flamme braucht leeren Raum um sich, wenn sie leuchten soll. Ohne Raum kein Licht
Jede Naivität läuft Gefahr, lächerlich zu werden, verdient es aber nicht, denn es liegt in jeder Naivität ein unreflektiertes Vertrauen und ein Zeichen von Unschuld.
Jede Strafe soll, wenn der Fehler bekannt ist, nicht nur heilend, sondern beispielgebend sein. Sie soll entweder den Schuldigen oder die Öffentlichkeit bessern.
Jede verfassungsmäßige Autorität soll ihre Weite und ihre Grenzen lieben.
Jeder Geist hat seinen Bodensatz.
Jeder ist seine eigene Parze und spinnt sich selber seine Zukunft.
Jeder Luxus verdirbt die Sitten oder den Geschmack.
Jedes unfromme Kind ist ein böses und verderbtes Kind.
Jenseits dieser Welt und dieses Lebens tastet und sucht man nicht mehr. Es gibt dort nur ein Schauen, und alles Geschaute ist Wahrheit.
Junge Schriftsteller verschaffen ihrem Geist viel Übung und wenig Nahrung.
Kaum schätze ich die Klugheit, wenn sie nicht sittlich ist.
Keine Freiheit, wenn nicht ein starker und mächtiger Wille die gesetzte Ordnung sichert.
Kinder brauchen eher das Vorbild als die Kritik.
Kinder gehorchen den Eltern nur, wenn sie sehen, dass diese der Regel gehorchen. Ordnung und Regel, einmal hergestellt, sind die stärkste Macht.
Kinder quälen und verfolgen, wen sie lieben.
Kinder sollen ihre Gespielen zu Freunden haben, nicht aber ihre Väter und Lehrer. Diese sollen nur ihre Führer sein.
Klare Ideen helfen uns, zu sprechen, aber fast immer handeln wir aufgrund irgendwelcher verworrener Ideen, sie sind es, die das Leben bestimmen.
Kraft ist nicht Übertreibung, einige Schriftsteller haben mehr Muskeln als Talent.
Lächerlich machen, was es nicht ist, heißt sozusagen schlecht machen, was gut war.
Lehren heißt zweimal lernen.
Leichtgläubigkeit ist das Zeichen eines guten Naturells.
Leichtgläubigkeit kommt aus dem Herzen und schadet dem Geist nicht.
Lieblose Kritik verwirrt den Geschmack und vergiftet den Genuss.
Logik ist für die Grammatik, was der Sinn für den Klang der Worte.
Man begreift die Erde erst, wenn man den Himmel erkannt hat. Ohne die religiöse Welt bleibt die sinnliche ein trostloses Rätsel.
Man bereue niemals die Zeit, die notwendig war, um recht zu tun.
Man berührt nur die Werte der Oberfläche in der Gesellschaft, die der Tiefe in der wahren Freundschaft.
Man darf trauern über den Glauben eines anderen, aber niemals darf man ihn verlachen.
Man durchschneide nicht, was man lösen kann.
Man erkennt Gott durch die Frömmigkeit, die einzige Beschaffenheit unserer Seele, durch die er unserer Fassungskraft erreichbar wird.
Man erträgt leicht eine Gewalt, die man eines Tages auszuüben hofft.
Man glaubte früher, dass die Gerechtigkeit nicht aus dem Gesetze kommen sollte, sondern das Gesetz aus der Gerechtigkeit.
Man hat heute nicht nur Begierde, sondern Ehrgeiz nach Gewinn.
Man ist meistens nur durch Nachdenken unglücklich.
Man ist nicht schuldlos, wenn man sich selbst schadet.
Man ist nur dann Bürger eines Landes, wenn man sich verpflichtet, bestimmte Gesetze zu beobachten und. zu verteidigen, bestimmten Obrigkeiten zu gehorchen und bestimmte Prinzipien des Seins und Handelns anzunehmen.
Man ist nur korrekt, indem man korrigiert.
Man kann andere durch seine eigenen Gründe überwältigen, aber nur durch die ihren überredet man sie.
Man kann den Menschen nur das einreden, was sie wirklich wollen.
Man kann die Poesie nirgends finden, wenn man sie nicht in sich trägt.
Man kann durch Bilder begreifen und sich ausdrücken, aber weder urteilen noch schließen.
Man liebt es, seine guten Taten selbst zu vollbringen.
Man misst die Geister nach ihrer Größe, besser wäre es, sie nach ihrer Schönheit zu messen.
Man muss danach streben, dem Richtigen zum Sieg zu verhelfen, nicht aber Recht zu haben, nach Aufrichtigkeit, nicht aber nach Unfehlbarkeit.
Man muss dem Himmel nachgeben und den Menschen Widerstand leisten.
Man muss die Vergangenheit mit Ehrfurcht aufnehmen, die Gegenwart mit Misstrauen, wenn man für die Zukunft sorgen will.
Man muss gegen die liberalen Ideen der Zeit die moralischen aller Zeiten halten.
Man muss heute weniger die Ketzerei als den Unglauben fürchten, die Kirche steht heute vor anderen Feinden und Gefahren und auch vor anderen Sorgen und Kämpfen.
Man muss mit Geist hassen und verachten. Grobe Worte verletzen den guten Geschmack, dummes Lachen ist das Lachen eines Einfältigen, es macht verhasst.
Man muss nicht nur seine Freunde pflegen, sondern auch die Freundschaft in sich, man muss sie mit Sorgfalt erhalten, warten, sozusagen begießen.
Man sei milde und nachsichtig allen, doch nicht sich selbst gegenüber.
Man soll beim Schreiben an die Gebildeten und Literaten denken, aber nicht zu ihnen soll man sprechen.
Man soll in ein Buch nur so viel Geist legen wie nötig, man kann aber im Gespräch mehr haben als nötig ist.
Man sollte die Menschen mehr darin üben, das Unglück zu beklagen, als es zu ertragen.
Man sollte seiner Empfindung nur nach einer langen Ruhe der Seele glauben und der Erinnerung, nicht dem Gefühl, zum Ausdruck verhelfen.
Man verschließe die Wissenschaft denen, die keine Tugend besitzen.
Man zeige keinerlei Wärme, die nicht geteilt werden kann, nichts ist kälter, als was sich nicht mitteilen lässt.
Meine einäugigen Freunde betrachte ich im Profil.
Menschliche Weisheit beseitigt die Übel des Lebens. Nur durch göttliche Weisheit finden wir die wahren Güter.
Milde, die auf die Stärke folgt, ist eine Milde, die sich ihrer vergangenen Stärke bewusst ist.
Mit viel praktischem Verstand und wahren Gefühlen ist man niemals mittelmäßig.
Muße ist dem Geist so notwendig wie Arbeit. Man ruiniert sich den Geist, wenn man zu viel schreibt, man verrostet, wenn man nichts schreibt.
Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit.
Nachsicht möge nicht zu laut sprechen, aus Furcht, die Gerechtigkeit aufzuwecken.
Natürlichkeit 1 Kunst muss sie ins Werk setzen und diese Seide spinnen und glätten.
Natürlichkeit und Kunst muss sie ins Werk setzen und diese Seide spinnen und glätten.
Nichts macht die Geister in der Literatur so unvorsichtig und verwegen wie die Unkenntnis der Vergangenheit und die Verachtung der alten Bücher.
Nichts verbessert einen missratenen Geist: eine traurige und schmerzliche Wahrheit, die man spät und nach viel verlorener Mühe erfährt.
Nichts verkleinert den Menschen so sehr wie die kleinen Vergnügen.
Nichts wirkt so eintönig wie ständige Zustimmung.
Niemals missfällt uns die Meinung anderer, sondern ihr Wille, uns der ihren zu unterwerfen, während wir es nicht wollen.
Nur das tugendhafte und einsichtsvolle Publikum ist das wahre, das einzige, dessen Stimmen zählen und dessen Urteile maßgebend sein können.
Nur der maßvolle Stil ist der klassische.
Nur die Guten, Weisen und Heiligen sind glücklich. Die Heiligen aber sind es noch mehr als die anderen, so sehr ist die menschliche Natur zur Heiligkeit berufen.
Nur ein Wort genügt, um ein Argument, das man beherrscht, verständlich zu machen.
Nur im Antlitz tritt das Ich in Erscheinung. Der Leib bezeichnet mehr das Geschlecht als die Person, die Gattung mehr als das Individuum.
Ohne die Pflicht ist das Leben weichlich und knochenlos, es kann sich nicht mehr halten.
Ohne Dogma ist die Moral nur Maxime oder Sentenz, mit dem Dogma ist sie Vorschrift, Verpflichtung, Notwendigkeit.
Ohne Vorbild, ohne ideales Vorbild, kann niemand recht tun.
Pflege des Körpers, technischer Unterricht Vernachlässigung des Geistes, Unkenntnis der Pflichten, das sind die Merkmale der neuen Erziehung.
Politik gehört eher der Klugheit an als der Weisheit, ihr Bereich ist eher die Wahl als die Überlegung, eher das Urteil als der Beweis.
Politik ist die Kunst, die Menge oder die Mehrheit zu kennen und zu leiten, ihr Ruhm ist nicht, sie dahin zu leiten, wohin sie will, sondern wohin sie muss.
Recht und Gewalt haben ihrer Natur nach nichts miteinander gemein. In der Tat muss man das Recht dorthin setzen, wo die Gewalt nicht ist, denn die Gewalt ist durch sich selbst eine Macht.
Religion ist die Poesie des Herzens, eine nützliche Verzauberung der Sitten, sie gibt uns Glück und Tugend.
Reue ist eine Bemühung der Natur, die aus der Seele die Prinzipien der Verdorbenheit verscheucht.
Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit, der Reiche seines Vermögens und der Unschuldige seines Lebens nicht mehr sicher ist.
Sätze müssen ihre Zahl, ihr Maß und Gewicht haben. Erst diese Bedingungen zusammen bilden ein vollkommenes Ganzes.
Scharfsinnige Geister überspringen alle Vorstadien und halten weder sich noch andere am Rand der Fragen auf.
Schließe die Augen, und du wirst sehen.
Schöne Verse entschweben gleichsam wie Klänge oder Düfte.
Schulden verkürzen das Leben.
Schwäche, die bewahrt, ist besser als Stärke, die zerstört.
Seine Gedanken an vorübergehende Ereignisse heften, heißt, in den Sand schreiben, in die Wogen zeichnen und auf Windesflügel bauen.
Sich im Besitz friedlich und träge auszuruhen, entspricht der Natur des wahren Bürgers. Er ist immer selbstzufrieden und zufrieden mit anderen.
Sich selbst zu kennen, ist eine Pflicht aber es ist uns nicht geboten, auch die anderen zu erkennen. Nach einem ersten Blick ihre Fehler zu beobachten, ist bei Geschäften nützlich, unserer Tugend aber unnütz, schädlich.
Spart, aber nicht auf Kosten der Freigebigkeit. Eure Seele sei die eines Königs, eure Hände seien die eines klugen Haushalters.
Statt mich zu beklagen, dass die Rose Dornen hat, freue ich mich darüber, dass die Dornen Rosen tragen, dass auf der Hecke Blumen wachsen.
Stellt euren Geist über euren Gedanken, eure Gedanken über euren Ausdruck!
Stolz ist der vorherrschende Charakterzug der Spanier. Selbst in ihrer Leidenschaft für das Gold liegt mehr Stolz als Habsucht.
Strenge Sekten werden anfänglich am meisten verehrt, aber milde haben sich immer am längsten erhalten.
Suchen wir unser Licht in unseren Gefühlen. In ihnen liegt eine Wärme, die viel Klarheit in sich schließt.
Täuschungen kommen vom Himmel, Irrtümer von uns selbst.
Tugend aus Berechnung ist Tugend des Lasters.
Tugend ist die Gesundheit der Seele.
Tugend möchte sich verbreiten, und die sie besitzen, teilen sie gerne mit.
Tugenden machen diejenigen stets glücklich, die sie besitzen. Sie machen selbst die besser, die sie sehen und nicht besitzen.
Üble Nachrede ist die Erleichterung der Bösartigkeit.
Um Schlechtes von einem berühmten Mann zu sagen, muss man warten, bis er es getan hat.
Unbekannt das Licht der Welt erblicken und berühmt sterben das sind die beiden Endpunkte menschlicher Glückseligkeit.
Unfehlbarkeit und Unverdorbenheit von der menschlichen Natur begehren, heißt vom Winde verlangen, dass er sich nicht bewege.
Ungern verlasse ich die Stadt, weil ich mich von meinen Freunden, ungern das Land, weil ich mich von mir selbst trennen muss.
Unsere Beredsamkeit hat sich gewöhnt, in den Wind zu reden. Man vernimmt in unseren Reden eine Stimme, die sich aufbläht und sich verliert.
Unsere Ideen bestehen gleich unseren Malereien aus Schatten und Licht, aus Dunkelheit und Helle.
Unsere lichten Augenblicke sind Augenblicke des Glücks, ist es hell in unserem Geist, so ist es schön in ihm.
Unsere Seele ist immer voll Leben: im Kranken, Ohnmächtigen, Sterbenden noch mehr nach dem Tode.
Vernunft im Menschen ist die allgemeine Ergänzung der Ohnmacht der Natur.
Versteckte Wohlgerüche und heimliche Liebe lassen sich nicht verbergen.
Vertraulichkeit gefällt auch ohne Güte und bezaubert mit Güte.
Vom Gesicht strahlt ein Glanz aus wie von keinem anderen Teil des Körpers.
Was durch Krieg kommt, wird durch Krieg wieder verloren gehen, jede Beute wird wieder genommen, jeder Raub wieder zersplittert, alle Sieger werden besiegt und jede von Kriegsbeute strotzende Stadt wird einst selbst verwüstet werden.
Was wahr ist beim Licht der Lampe, ist nicht immer wahr beim Licht der Sonne.
Weisheit ist die Kraft der Schwachen.
Weisheit ist Ruhe im Licht. Glücklich die erhabenen Geister, die in ihren Strahlen spielen!
Weit eher verlangt sind freie Seelen als freie Menschen. Nur die moralische Freiheit ist wichtig, die andere gut und nützlich nur, sofern sie diese begünstigt.
Wendet euch an die Jugend: Sie weiß alles!
Wendet man die Strenge an, wo es nicht sein darf, so weiß man nicht mehr, wo man sie anwenden soll.
Wenige Menschen sind der Erfahrung würdig. Die meisten lassen sich von ihr korrumpieren.
Wenn du gibst, so gib mit Freuden und lächelnd.
Wenn du gut denken, sprechen, schreiben und handeln willst, so erschaffe dir zuerst den entsprechenden Ort.
Wenn ich die Jugend unserer Tage betrachte, so meine ich, dass der Himmel die Welt zerstören wolle.
Wenn man liebt, so urteilt das Herz.
Wenn man sich nicht in Acht nimmt, so ist man geneigt, die Unglücklichen zu verdammen.
Wenn meine Freunde einäugig sind, betrachte ich sie im Profil.
Wenn phantasievolle Menschen oft durch den Anschein getäuscht werden, so kalte Geister durch ihre Berechnung.
Wer alles tut, was er kann, setzt sich der Gefahr aus, seine Grenzen zu zeigen. Man soll sein Talent, seine Kraft, seine Ausgaben nicht aufs Äußerste treiben.
Wer nicht die Schwächen der Freundschaft hat, hat auch nicht ihre Stärke.
Wer ohne Zweck lebt, lebt in den Tag hinein, lebt traurig.
Wer Phantasie ohne Kenntnisse besitzt, hat Flügel, aber keine Füße.
Wer über das Schlechte was es auch sei lacht, hat keinen vollkommen richtigen moralischen Sinn.
Wer Vorbild in der Gesellschaft ist, muss nicht mehr ihr Werkzeug sein.
Widerspruch verdrießt uns nur, weil er uns im ruhigen Besitz einer Ansicht oder eines Vorzugs stört. Deshalb werden Schwache eher verdrossen als Starke und Kranke eher als Gesunde.
Wie die Lerche möchte ich weit schweifen und hoch über meinem Nest.
Wie die Moral des Himmels bedarf, so das Bild des Lichts.
Wie sind alle mehr oder minder Echo und wiederholen wider Willen die Tugenden, Fehler, Bewegungen und den Charakter der Menschen, mit denen wir leben.
Wie viele Schultern ohne Kraft haben sich schwere Lasten aufbürden wollen!
Will man sehr feine Dinge sichtbar machen, so muss man sie färben.
Wir achten auch wider Willen die, welche wir geachtet sehen.
Wir beurteilen uns nach dem Urteil der Menschen, statt uns nach dem Urteil des Himmels zu beurteilen.
Wir haben die Welt als ein Erbe empfangen, das zu verschlechtern keinem von uns erlaubt ist, das viel mehr jede Generation verpflichtet, es den Nachkommen in besserem Zustand zu hinterlassen.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem die überflüssigen Ideen überhand nehmen und die notwendigen Gedanken ausbleiben.
Wir leben in einer so sonderbaren Lage, dass die Greise nicht mehr Erfahrung haben als die Jünglinge. Wir alle sind Neulinge, weil alles neu ist.
Wir sehen alles nur durch uns selbst. Wir sind ein Medium, das sich immer zwischen die Dinge und uns selbst schiebt.
Wir verlieren immer die Liebe derjenigen, die unsere Achtung verlieren.
Wohin gehen unsere Gedanken? In das Gedächtnis Gottes.
Wohltaten von jemandem hinnehmen, ist ein sichereres Mittel, ihn an sich zu ketten, als wenn man ihn selbst zu Dank verpflichtet.
Wörter verdunkeln wie Gläser, was sie nicht besser sehen machen.
Würde ist nur die Rinde der Weisheit, allein sie bewahrt sie.
Zeigt den Kindern nur das Einfache, damit ihr Herz nicht verdorben werde, nur das Unschuldige, damit ihr Geschmack nicht verdorben werde.
Zieht Gott sich von der Welt zurück, so zieht der Weise sich in Gott zurück.
Zur Gattin soll man nur die Frau wählen, die man, wäre sie ein Mann, zum Freund wählen würde.
Zweck des Disputs oder der Diskussion soll nicht der Sieg, sondern der Gewinn sein.
Zwischen Völkern, die sich lange bekriegt haben, bilden sich echte Bündnisse. Der Krieg ist eine Art Handel, der selbst die vereinigt, die er entzweit.
An Neuerungen ist nur gut, was Entwicklung, Wachstum, Vollendung ist.
Andacht, die Demut nicht begleitet, wird unfehlbar Stolz. .
Anmut ahmt die Schamhaftigkeit nach wie H?flichkeit die G?te. .
Anmut ist das nat?rliche Gewand der Sch?nheit, Kraft ohne Anmut ist wie ein wunder K?rper. .
Anmut umgibt die Eleganz und kleidet sie. .
Auf alle Menschen verzichten und niemandem verpflichtet sein wollen, ist das Zeichen einer f?hllosen Seele.
Bei den einen entsteht der Stil aus den Gedanken, bei den anderen entstehen Gedanken aus dem Stil.
Beim Vergleichen muss man vom Nahen zum Fernen, vom Inneren zum ?u?eren, vom Bekannten zum Unbekannten ?bergehen.
Besser, eine Frage zu untersuchen, ohne sie zu entscheiden, als sie zu entscheiden, ohne sie zu untersuchen.
Bilder und Vergleiche sind n?tig, um den Eindruck der Ideen auf den Geist zu verdoppeln, indem man ihnen zugleich eine physische und geistige Kraft verleiht.
Bist du arm, so zeichne dich durch Tugenden aus, bist du reich, so tu es durch Wohltaten.
Das Alter raubt dem geistreichen Menschen nur die f?r die Weisheit zwecklosen Eigenschaften. .
Das Beste im Menschen sind seine jungen Gef?hle und seine alten Gedanken.
Das Ende eines Werkes soll immer an den Anfang erinnern.
Das Erfahren vieler Meinungen verleiht dem Geist viel Geschmeidigkeit und best?rkt ihn in denen, die er f?r die Besten h?lt.
Das Erstaunliche macht uns einmal staunen, aber das Bewunderungsw?rdige wird immer mehr bewundert.
Das Genie beginnt die sch?nen Werke, aber nur die Arbeit vollendet sie.
Das Gold ist die Sonne der Metalle.
Das gr??te Bed?rfnis eines Volkes ist, beherrscht zu werden, sein gr??tes Gl?ck, gut beherrscht zu werden.
Das Herz muss dem Geist vorangehen, und die Nachsicht der Wahrheit.
Das Jahr ist ein Kranz aus Blumen, ?hren, Fr?chten und trockenen Kr?utern.
Das Jahrhundert glaubte, Fortschritte zu machen, indem es sich in Abgr?nde st?rzte.
Das L?cheln wohnt nur auf den Lippen, aber das Lachen hat seinen Sitz und seine Anmut auf den Z?hnen.
Das Leben ist ein Land, das die Greise gesehen und bewohnt haben. Wer es durchwandern will, kann nur sie um den Weg fragen.
Das Mittelm??ige ist vortrefflich f?r die Mittelm??igen.
Das reife Alter ist aller Freuden des bl?henden Jugendalters f?hig, und das hohe Alter aller Freuden der Kindheit. .
Das Sch?ne es ist die Sch?nheit, mit den Augen der Seele gesehen.
Das Sch?ne ist n?tzlicher f?r die Kunst, aber das Erhabene n?tzlicher f?r die Sitten, weil es die Geister aufrichtet.
Das Vergn?gen, zu geben, ist dem wahren Gl?ck unentbehrlich, aber der ?rmste schon kann es haben.
Das Volk ist der Tugend f?hig, aber nicht der Weisheit.
Das Weltall gehorcht Gott so, wie der Leib der Seele gehorcht, die ihn ausf?llt.
Das Wesen der Poesie ist erhabene Klarheit.
Das Wort »brav« ist ein Wort, das ein Kind immer versteht, auch wenn man es ihm nicht erkl?rt.
Denke beratend an die Vergangenheit, genie?end an die Gegenwart und handelnd an die Zukunft.
Denken, was man nicht f?hlt, hei?t, sich selbst bel?gen. Was man denkt, muss man mit seinem ganzen Sein, mit Seele und K?rper denken.
Der Ehrgeiz ist unerbittlich, und jedes Verdienst, das ihm nicht dient, gilt als ver?chtlich in seinen Augen.
Der Gedanke ist bald eine einfache Bewegung und bald eine Tat der Seele.
Der Geist bleibt so lange stark, als man die Kraft hat, ?ber seine Schw?che zu klagen.
Der Geist empf?ngt mit Schmerzen, aber er gebiert mit Entz?cken.
Der Geist ist ein Feuer, dessen Flamme der Gedanke ist. Der Flamme gleich strebt er empor. Man trachtet ihn niederzuhalten, indem man seine Spitze nach abw?rts kehrt.
Der Geistreiche ist der Wahrheit sehr nahe.
Der Himmel ist f?r die, welche an ihn denken.
Der Himmel straft oft die Fehler ehrenwerter M?nner in ihrem Andenken, das er der Verleumdung preisgibt. .
Der Missbrauch des Geistes gef?llt im Scherz und missf?llt im Ernst.
Der Raum ist dem Ort, was die Ewigkeit der Zeit ist.
Der Ruf der B?cher h?ngt vom Geschmack des Zeitalters ab. Selbst das Alte ist dem Wechsel der Moden unterworfen.
Der Scharfsinn bedarf nur eines Augenblicks, um alles zu bemerken, die Genauigkeit Jahre, um alles auszudr?cken.
Der Verstand passt sich der Welt an, Weisheit sucht Einklang im Himmel.
Der wahre Charakter des Briefstils ist Heiterkeit und Urbanit?t.
Des Diamanten Seele ist das Licht.
Dichter haben hundertmal mehr gesunden Sinn als die Philosophen. Indem sie das Sch?ne suchen, treffen sie auf mehr Wahrheiten als die Philosophen auf der Suche nach dem Wahren finden.
Die besten Gesetze entstehen aus den Gebr?uchen.
Die Bibel ist f?r die Religion, was die Ilias f?r die Poesie ist.
Die das Laster liebensw?rdig machen, sch?tze ich doch h?her als die, die die Tugend erniedrigen.
Die echten Witze ?berraschen den Sprecher wie den H?rer, sie entstehen gleichsam wider Willen oder ohne unsere Mitwirkung wie alles, was Inspiration ist.
Die einen eilen durch sch?ne Gedanken, andere verweilen dort, diese sind die Gl?cklicheren, jene aber die Gr??eren.
Die Erziehung soll z?rtlich und streng sein, aber nicht kalt und weich.
Die Freiheit ist ein von seinen Launen beherrschter Tyrann.
Die Furcht vor Gott ist f?r uns so notwendig, um uns im Guten zu erhalten, wie die Furcht vor dem Tode, um uns im Leben zu erhalten.
Die Gewohnheit zu denken, erzeugt die Leichtigkeit, sie macht uns f?hig, alles sch?rfer und schneller anzuschauen. Unsere Organe wie unsere Gliedma?en erlangen durch ?bung mehr Beweglichkeit, Kraft und Geschmeidigkeit.
Die Heiligen, die Geist haben, scheinen mir den Philosophen ?ber legen. Ihr Leben war gl?cklicher, n?tzlicher und beispielhafter.
Die herrschen wollen, lieben die Republik, die gut beherrscht sein wollen, lieben nur die Monarchie.
Die Kom?die verbessert nur Verkehrtheiten und Manieren, und oft auf Kosten der Sitten.
Die Kritik ist eine methodische ?bung der Urteilskraft.
Die Leidenschaften der J?nglinge sind Laster bei Greisen.
Die Leidenschaften sind nur Natur, aber Nicht Bereuen ist Verdorbenheit.
Die Literatur der V?lker beginnt mit Sagen und endet mit Romanen.
Die Menschen m?ssen entweder Sklaven der Pflicht oder Sklaven der Macht sein.
Die Menschen sind verantwortlich f?r ihre Taten. Ich aber werde meine Gedanken verantworten m?ssen. Sie bilden nicht nur die Grundlage meines Werkes, sondern meines Lebens.
Die M?he des Wortwechsels ?berwiegt bei weitem seine N?tzlichkeit. Jeder Streit bet?ubt den Geist, und wenn man taub wird, bin ich stumm.
Die Natur des Menschen ist biegsam und f?gt sich in allem. .
Die niemals ?ber das hinaus denken, was sie sagen, und nicht weiter sehen, als sie denken, haben einen sehr entschiedenen Stil.
Die Poesie ist nur den Freuden unserer Seele n?tzlich. Nichts ist Poesie, was nicht begeistert.
Die politischen Verfassungen bed?rfen der Elastizit?t, sie b??en sie ein, wenn alles durch starre und sozusagen unbiegsame Gesetze geregelt wird.
Die Priester sind die wahren Philosophen, obgleich sie diesen Namen verwerfen, denn sie sind die wahren Freunde der Weisheit, der ?ffentlichen wie der geheimen Ordnung.
Die Rechte des Volkes kommen nicht von ihm, sondern von der Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit kommt von der Ordnung und diese von Gott selbst.
Die Religion verbietet, mehr zu glauben, als sie lehrt.
Die Richtung unseres Geistes ist wichtiger als sein Fortschritt.
Die Staatsm?nner berauschen sich am Dunst des Weines, den sie einschenken, und ihre eigene L?ge t?uscht sie.
Die St?rke des Gehirns macht eigensinnige, die St?rke des Geistes feste Charaktere.
Die Stimme des Volkes hat nur Autorit?t als die Stimme eines beherrschten Volkes.
Die Tugend ist nicht leicht lehrbar warum sollte die Religion es sein?
Die Vollendung setzt sich aus Kleinigkeiten zusammen.
Die wahren Feste sind die religi?sen. An heiligen Tagen opfert der Arme Gott seinen Taglohn durch seine Ruhe.
Die Wissenschaft vermengt alles: Sie gibt den Blumen, die tierische Lust und nimmt selbst den Pflanzen die Keuschheit.
Die Z?rtlichkeit ist das Ruhen der Leidenschaft.
Die Zeit ist Bewegung im Raum.
Die Zeit und die Wahrheit sind Freunde, obgleich es viele Augenblicke gibt, die der Wahrheit widersprechen.
Diener l?gen oft nur aus Ehrerbietung und Furcht.
Dreierlei ist notwendig f?r ein gutes Buch: Talent, Kunst und Handwerk, das hei?t Natur, Gewandtheit und ?bung.
D?fte sind wie die Seelen der Blumen, man kann sie f?hlen selbst im Reich der Schatten.
Ehe man ein sch?nes Wort anwendet, muss man ihm einen Platz bereiten.
Eigentlich wei? man, was es auch sei, erst lange nachdem man es gelernt hat.
Ein einziger sch?ner Klang ist sch?ner als langes Gerede.
Ein Gedanke ist nur vollkommen, wenn er sich verwenden l?sst, das hei?t, wenn man ihn nach Belieben lostrennen und versetzen kann.
Ein Glaube eint die Menschen mehr als ein und dasselbe Wissen, ohne Zweifel, weil der Glaube aus dem Herzen kommt.
Ein K?nig ohne Religion scheint immer ein Tyrann.
Ein Kunstwerk soll etwas Wesentliches und nicht etwas Willk?rliches sein.
Einbildungskraft ist das Auge des Geistes.
Eine Maxime ist nur der genaue und edle Ausdruck einer wichtigen und unbestreitbaren Wahrheit. Gute Maximen sind der Keim zu allem Guten pr?gen sie sich stark ins Ged?chtnis ein, so n?hren sie den Willen.
Eine Verfassung machen hei?t, ein Geb?ude errichten.
Einer der M?ngel der heutigen Literatur besteht darin, dass unsere Gelehrten wenig Geist haben und unsere geistreichen Leute nicht gelehrt sind.
Eitelkeit nimmt erst Vernunft an, wenn sie zufrieden ist.
Es gibt Akte der Gerechtigkeit, welche die verderben, die sie vollziehen.
Es gibt auf Abenteuer ausgehende Geister, die ihre Ideen nur vom Zufall erwarten und empfangen. .
Es gibt durchsichtige und reine Seelen, in die das Leben wie ein Strahl f?llt, der in einem Tautropfen spielt.
Es gibt eine Bewunderung, die die Tochter des Wissens ist.
Es gibt eine Schw?che des K?rpers, die aus der St?rke des Geistes kommt, und eine Schw?che des Geistes, die aus der St?rke des K?rpers kommt.
Es gibt einen B?cherstil, der nach Papier und nicht nach der Welt schmeckt, nach dem Verfasser und nicht nach dem Wesen der Dinge.
Es gibt Gedanken, die durch sich selbst leuchten, andere, die nur gl?nzen durch die Stelle, an der sie stehen, man k?nnte sie nicht umstellen, ohne sie auszul?schen.
Es gibt heute keine unvers?hnlichen Feindschaften mehr, weil es keine Gef?hle ohne Hintergedanken mehr gibt: das ist etwas Gutes, das von etwas Schlechtem stammt.
Es gibt Meinungen, die aus dem Herzen kommen, und wer keine festen Meinungen hat, hat auch keine best?ndigen Gef?hle.
Es gibt un?berwindliche Irrt?mer, die man nie angreifen soll.
Es gibt Verbrechen, die das Schicksal niemals verzeiht.
Es gibt wohl ein Recht des Weiseren, nicht aber ein Recht des St?rkeren.
Es ist die Aufgabe der Kunst, den Stoff mit den Formen zu vereinen, die das Wahrste, Sch?nste und Reinste in der Natur sind.
Es ist eine gro?e Kunst, den Gedanken wie ein Wurfgescho? zu schleudern und in die Aufmerksamkeit zu senken.
Es ist eine gro?e Kunst, den Stil mit Unbestimmtheiten zu erf?llen, die gefallen.
Es ist leichter, sich im Sch?nen als im Wahren zu t?uschen.
Es ist nicht gut, den Kindern die Moral scherzend beibringen zu wollen.
Es ist unm?glich, gebildet zu werden, wenn man nur liest, was gef?llt.
Es ist, als ob die V?lker die Gefahren liebten, weil sie sich solche schaffen, wenn es keine gibt.
Es liegt im Wesen der Ordnung, dass dem freiwilligen Fehltritt die unvermeidliche Strafe folge.
Es liegt in der Seele ein Geschmack, der das Gute liebt, wie im Leib eine Lust, die das Vergn?gen liebt.
Es liegt in frischen Kleidern eine Art Jugend, in die das Alter sich h?llen soll.
Es macht den Charakter des Sch?nen aus, dass der Geist die Materie, die Vernunft die Leidenschaften und der Geschmack die Lebendigkeit beherrscht.
Es soll in einem wohl regierten Staate nirgends, auch nicht in den Kleidern und der Lebensweise, eine z?gellose Freiheit herrschen. Ma?lose Freiheit ist, wo immer sie auch sein mag, ein ma?loses ?bel.
Es steckt oft mehr Geist und Scharfsinn in einem Irrtum als in einer Entdeckung.
