Zitat von Anna Elisabeth Freiin Von Huelshoff
Lass das Leben wanken, Lass es ganz vergehn, Über seine stillen Schranken Will ich ernst und mutig sehn.
O Gold, o schnöde Gabe, Wie wenig magst du frommen! Magst läuten nur zu Grabe Das letzte Gnadenwehn.
O möchte nur die Demut keimen! Vertrocknet ist die Herrlichkeit.
O neues Jahr, du musst noch viel erfahren, Kennst du nicht Krieg und Seuchen und Gefahren? Und meine liebsten Sorgen wohnen fern.
O Welt, wie soll ich dich ergründen In aller deiner argen List? Wo soll ich Treu und Glauben finden, Da du so falsch und treulos bist. Annette von Droste-Hülshoff, Geistliche Lieder
's ist Abend, und des Himmels Schein Spielt um Westfalens Eichenhain, Gibt jeder Blume Abschiedskuss Und auch dem Weiher linden Gruß.
So hab aus allem ich gezogen, das treue Fazit mir zuletzt, dass dem das Glück zumeist gewogen, der es am mindesten gehetzt.
Was Leben hat, das kennt die Zeit der Gnade, Der Liebe Pforten sind ihm aufgetan. Zum Himmel führen tausend lichte Pfade, Ein jeder Stand hat sein eigne Bahn.
Wenn mich alle lassen: Meine Hoffnung bleibt, Wird mich rettend dann umfassen, Wenn mich Not und Sünde treibt.
