Zitat von Johann Gottfried Von Herder


In keinem Weltteil haben sich die Völker so vermischt wie in Europa: In keinem haben sie so stark und oft ihre Wohnplätze und mit denselben ihre Lebensart und Sitten verändert.
In so verschiedenen Formen das Menschengeschlecht auf der Erde erscheint: So ist's doch überall ein und dieselbe Menschengattung.
Je mehr die Kultur der Länder zunimmt, desto enger wird die Wüste, desto seltner ihre wilden Bewohner.
Je tiefer, reiner und göttlicher unser Erkennen ist, desto reiner, göttlicher und allgemeiner ist auch unser Würken, mithin desto freier unsre Freiheit.
Jeder Abschied ist betäubend.
Jeder Mensch hat sein eignes Schicksal, weil jeder Mensch seine Art zu sein und zu handeln hat.
Jeder Mensch muss sich eigentlich sei ne Sprache erfinden und jeden Begriff in jedem Wort so verstehen, als wenn er ihn erfunden hätte.
Jeder Mensch von edlen lebendigen Kräften ist Genie auf seiner Stelle, in seinem Werk, zu seiner Bestimmung.
Jeder Stand, jede Lebensart hat ihre eignen Sitten.
Jedes Weibes Fehler ist des Mannes Schuld.
Kein Mord ist verderblicher, als an den drei edlen Gaben Gottes, Vernunft, Empfindung, Sprache.
Kein Volk kann untergehen, dessen Staat wohl bestellt ist.
Keine Himmelsseligkeit ist ohne Tugend, keine Krone ohne Kampf möglich.
Keine zwei Dinge konnten einander an sich fremder sein, als das römische Papsttum und der Geist deutscher Sitten.
Keinem Volk der Erde tut man sein Recht an, wenn man ihm ein fremdes Ideal der Wissenschaft aufdringt.
Kennet der Fisch Gattin? Sind die Gesetze der Ehe anders als untergeordnete Gesetze der Fortpflanzung des Universums?
Lass dich doch, o Mensch, vom Worte des Fachphilosophen nicht irren!
Lass es sein, dass der Gutherzige lang unterdrückt werde, mit der Zeit werden sich andre Gutherzige zu ihm sammeln und ihre Kräfte mit den seinigen vereinen.
Lasset Pfaffen, Weichlinge, Schwärmer und Tyrannen aufstehen, so viel da wollen: Die Nacht der mittleren Jahrhunderte bringen sie nicht mehr wieder.
Liebe ist das edelste Erkennen, wie die edelste Empfindung.
Man glaubt, Satire zu lesen, und liest nichts als treue Denkart.
Man verliert seine Jugend, wenn man seine Sinne nicht gebraucht.
Mancher blühete, wie der Feigenbaum früh, ehe noch seine Blätter da waren, die Blüte ging bald vorüber. Mancher, wie der Mandelbaum spät, daher er auch seine Blüte ins Grab nimmt.
Mit welcher Andacht lassen sich auf dem Schiff Geschichten hören und erzählen!, und ein Seemann, wie sehr wird der zum Abenteuerlichen derselben disponiert!
Nach dem allgemeinen Lauf der Dinge erlöschen die Charaktere der Völker allmählich, ihr Gepräge nützt sich ab, und sie werden in den Tiegel der Zeit geworfen, in welchem sie zur toten Masse hinabsinken oder zu einer neuen Ausprägung sich läutern.
Nach Gesetzen ihrer innern Natur muss mit der Zeitenfolge auch die Vernunft und Billigkeit unter den Menschen mehr Platz gewinnen und eine dauerndere Humanität befördern.
Nicht der Mensch, keine Klasse von Menschen hat die Gesetze der Natur gestellt, unter ihnen ist er da, und er muss ihnen gemäß leben.
Nichts als menschliches Leben und Glückseligkeit ist Tugend: Jedes Datum ist Handlung, alles Übrige ist Schatten, ist Raisonnement.
Nichts hat der Mensch in sich so sehr zu bezähmen als seine Einbildungskraft, die beweglichste und zugleich gefährlichste aller menschlichen Gemütsgaben.
Nichts, als wenn man nicht von der Gesellschaft andrer profitieren könnte: Der Mensch ist ein so geselliges Tier, als er Mensch ist.
Philosoph der Natur, das sollte dein Standpunkt sein mit dem Jünglinge, den du unterrichtest: Stelle dich mit ihm aufs weite Meer und zeige ihm Fakta und Realitäten und erkläre sie ihm nicht mit Worten, sondern lass ihn sich alles selbst erklären.
Philosoph, willst du den Stand deines Jahrhunderts ehren und nutzen: Das Buch der Vorgeschichte liegt vor dir!, mit sieben Siegeln verschlossen, ein Wunderbuch voll Weissagung: auf dich ist das Ende der Tage kommen!, lies!
Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechtes.
Reiz des Herzens und seiner Diener macht Helden oder Feige, Helden in der Liebe oder im Zorne.
Reiz ist die Triebfeder unsres Daseins.
Reiz und Salz gehören zum Leben, sie müssen aber, wie alle Würze, mäßig gebraucht werden, sonst fressen sie, statt zu nähren.
Religion ist ausgestorben in einem Kreise, wo sie nicht in Vorbildern lebt: totes Bekenntnis, Gebräuche, Formelngelehrsamkeit und Silbenstecherei.
Rohe Kräfte können nur durch die Vernunft geregelt werden, es gehört aber eine wirkliche Gegenmacht, die. Klugheit, Ernst und die ganze Kraft der Güte dazu, sie in Ordnung zu setzen und mit heilsamer Gewalt darin zu erhalten.
Sag, o Weiser, wodurch du zu solchem Wissen gelangtest? Dadurch, dass ich mich nie andre zu fragen geschämt.
Sei, wer du sein sollst, und tue das Deine, so wird dich das Glück, dein gutes Schicksal ungesucht finden, die schärfste Waage deines, keines fremden Schicksals ist in dir.
Seit Roms Untergange ist in Europa kein kultiviertes Reich mehr entstanden, das seine ganze Einrichtung auf Kriege und Eroberungen gebauet hätte.
Setzet den Mohren nach Europa, er bleibt, was er ist: Verheiratet ihn aber mit einer Weißen, und eine Generation wird verändern, was Jahrhunderte hindurch das bleichende Klima nicht würde getan haben.
Siehe die ganze Natur, betrachte die große Analogie der Schöpfung. Alles fühlt sich und seinesgleichen, Leben wallet zu Leben.
Sind in der Natur keine zwei Blätter eines Baums einander gleich, so sind's noch weniger zwei Menschengesichte und zwei menschliche Organisationen.
Sind wir uns untreu, wie werden wir andern treu sein?
So wandern die Heiligtümer: Reiche verschwinden, es wechseln Völker und Zeiten.
Solange die Menschen nicht die törichte Vermessenheit aufgeben, sie können dem Gange der Natur Trotz bieten und als überirdische Wesen die Gesetze derselben ändern, solange verfolgt und ereilt sie billig ihr Schicksal.
Suche also auch selbst aus den Zeiten der Bibel nur Religion und Tugend und Vorbilder und Glückseligkeiten, die für uns sind: Werde ein Prediger der Tugend deines Zeitalters!
Tiefe Empfindungen müssen immer auch tiefe Kenntnisse gewähren können, die über jene herrschen, und so dann sind die stärksten Leidenschaften und Triebe, wohlgeordnet, nur das sinnliche Schema der starken Vernunft, die in ihnen wirket.
Tier fühlt mit Tier, warum sollte nicht Mensch Mitmenschen fühlen?
Trauriges Schicksal des Menschengeschlechts, das mit allen seinen Bemühungen an Ixions Rad, an Sisyphus' Stein und zu einem tantalischen Sehnen verdammt ist.
Überhaupt ist in der Natur nichts geschieden, alles fließt durch unmerkliche Übergänge auf und ineinander, und gewiss, was Leben in der Schöpfung ist, ist in allen Gestalten, Formen und Kanälen nur ein Geist, eine Flamme.
Unser Denken hängt ab vom Empfinden.
Vermeide jeder, so viel er kann, der Sklave einer fremden Bestimmung zu werden, und baue sein eigenes Schicksal.
Vernunft aber und Billigkeit dauern, da Unsinn und Torheit sich und die Erde verwüsten.
Vielleicht haben Menschen von starker Seele mehr Mühe, sich zu überwinden: Sie haben aber auch mehr Kraft, und nur wenn sie den Sieg vollendet haben, sollte man sie große Menschen nennen, das ist, wenn sie gute Menschen geworden.
Wann werde ich so weit sein, um alles, was ich gelernt, in mir zu zerstören und nur selbst zu erfinden, was ich denke und lerne und glaube.
Waren die Römer weiser und glücklicher, als es die Griechen waren? Und sind wir's mehr als beide?
Was haben, gegen Weiber, Wir, die Männer, wohl für Waffen? Deshalb dann regieren sie.
Was ich auch sei! Ruf von Himmel zu Erde, dass, wie alles, so auch ich an meiner Stelle etwas bedeute.
Was Luther sagte, hatte man lange gewusst, aber jetzt sagte es Luther!
Was Natur und Liebe tut, wird Selbstsucht, Ehrgeiz, angeborner oder gewohnter Befehlshaber Geist nie vermögen. Diese trennen die Gemüter, statt sie zu verbinden.
Was nicht gerettet werden kann, brenne.
Was von einem Volk gilt, gilt auch von der Verbindung mehrerer Völker untereinander, sie stehen zusammen, wie Zeit und Ort sie band, sie wirken aufeinander, wie der Zusammenhang lebendiger Kräfte es bewirkte.
Wasser ist eine schwerere Luft: Wellen und Ströme sind seine Winde, die Fische seine Bewohner, der Wassergrund ist eine neue Erde!
Weder Krieger noch Mönche nähren ein Land.
Weißt du, was nie zu ersättigen ist? Das Auge der Habsucht. Alle Güter der Welt füllen die Höhle nicht aus.
Welche selbstsüchtige Macht muss nicht der Allmacht weichen, die um sie her ist?
Welches Talent erlebt nicht die Zeit, dass man seiner genug habe? .
Wem viel gegeben ist, der hat auch viel zu leisten.
Wer den Ton in Dur angibt, dem wird, früher oder später, in Dur geantwortet.
Wer im Frühling nicht säet, wird im Sommer nicht ernten, im Herbst und Winter nicht genießen, er trage sein Schicksal.
Wer ins Tollhaus gehet, findet alle Narren auf verschiedne Art, jeden in seiner Welt, rasen: So rasen wir alle sehr vernünftig, jeder nach seinen Säften und Launen.
Wer kann wider die Natur der Dinge?
Wer nicht läuft, gelangt nie ans Ziel.
Wie auch das Klima wirke, jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze hat ihr eigenes Klima: Denn alle äußern Einwirkungen nimmt jedes nach seiner Weise auf und verarbeitet sie organisch.
Wie die Stürme des Meers seltner sind als seine regelmäßigen Winde: So ist's auch im Metischengeschlecht eine gütige Naturordnung, dass weit weniger Zerstörer als Erhalter in ihm geboren werden.
Wie kann man sich in dem Charakter eines Menschen beim ersten Besuch irren, in Sonderheit wenn er sich hinter der Maske des Umgangs versteckt.
Wie oft hängt der Menschen Wahn an einem Wortschwall! Und wie vieles hängt nicht bei Glück und Unglück am Wahn der Menschen!
Wie Schatten gingen uns Ägypten, Persien, Griechenland, Rom vorüber, wie Schatten steigen sie aus den Gräbern hervor und zeigen sich in der Geschichte.
Wie wir gegen andre handeln, so handeln andre gegen uns, ja sie werden von uns gezwungen, also zu handeln.
Wie wir sind, sind unsre Kinder.
Wir dünken uns selbstständig und hangen von allem in der Natur ab, in eine Kette wandelbarer Dinge verflochen, müssen auch wir den Gesetzen ihres Kreislaufs folgen, die keine andren sind als Entstehen, Sein und Verschwinden.
Wir leben immer in einer Welt, die wir uns selbst einbilden.
Wir lieben immer mehr das Halbe als das Ganze, den versprechenden Morgen als den Mittag in höchster Sonnenhöhe.
Wir müssen wollen, wir müssen streben, ohne, dass wir je die Frucht unsrer Mühe vollendet sähen oder aus der ganzen Geschichte ein Resultat menschlicher Bestrebungen lernten.
Wir wollen lieber empfinden als wissen, lieber selbst und vielleicht zu viel erraten, als langsam hergezählt haben.
Wo menschliche Hülfe aufhört, setzt der Mensch immer sich selbst zum Trost göttliche Hülfe, und der unwissende Mensch zumal.
Wozu also die unselige Mühe, die Gott dem Menschengeschlecht in seinem kurzen Leben zum Tagwerk gab? Wozu die Last, unter der sich jeder zum Grabe hinabarbeitet?
Zu viel Keuschheit, die da schwächt, ist ebenso wohl Laster als zu viel Unkeuschheit.
Zum Empfangen und Geben ist der Mensch geschaffen, zu Wirksamkeit und Freude, zum Tun und Leiden.
Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell.
Auch den vertrautesten Freund verschone mit deinem Geheimnis! Forderst du Treu von ihm, die du dir selber versagst?
Auch die Angrenzung der Menschen an die Affen w?nschte ich nie so weit getrieben, dass, indem man eine Leiter der Dinge sucht, man die wirklichen Sprossen und Zwischenr?ume verkenne, ohne die keine Leiter stattfindet.
Auch die St?rme des Meers, oft zertr?mmernd und verw?stend, sind Kinder einer harmonischen Weltordnung und m?ssen derselben wie die s?uselnden Zephyrs dienen.
Auf dieser Erde ist alles mit Bed?rfnis umringt, und wir sehnen uns mit aller Kreatur, davon frei zu werden.
Das eine Menschengeschlecht hat sich allenthalben auf der Erde klimatisiert.
Das Kind lernt viel, was nur der Mann anwenden kann, deswegen aber hat es solches nicht umsonst erlernt.
Das Menschengeschlecht ist bestimmt, mancherlei Stufen der Kultur in mancherlei Ver?nderungen zu durchgehen, auf Vernunft und Billigkeit aber ist der dauernde Zustand seiner Wohlfahrt wesentlich und allein gegr?ndet.
Das Menschengeschlecht wird nicht vergehen, bis, dass alles geschehe! Bis der Genius der Erleuchtung die Erde durchzogen!
Das menschliche Geschlecht hat in allen seinen Zeitaltern, nur in jedem auf andre Art, Gl?ckseligkeit zur Summe.
Das Schicksal scheint inkonsequent mit uns zu handeln, weil wir selbst inkonsequent sind. Es ist m?chtig und gro?, weil wir selbst sehr klein sind.
Das Simpelste scheint das Wahreste.
Das Vorurteil ist gut, zu seiner Zeit: Denn es macht gl?cklich.
Dein Schicksal ist der Nachklang, das Resultat deines Charakters.
Dem eignen Schicksal entgehet niemand, oder die Kette der Natur m?sste brechen.
Den Menschen machte Gott zu einem Gott auf Erden, er legte das Prinzipium eigner Wirksamkeit in ihn und setzte solches durch innere und ?u?ere Bed?rfnisse seiner Natur von Anfange an in Bewegung.
Der Barbar beherrscht, der gebildete ?berwinder bildet.
Der F?hrer muss uns den Weg verk?rzen, uns aber selbst gehen lassen, nicht tragen wollen und uns damit l?hmen!
Der Funke der Sch?pfung z?ndet, und es wird ein neues Ich, die Triebfeder neuer Empfindungen und Reize, ein drittes Herz schl?gt.
Der Gang der Vorsehung geht auch ?ber Millionen Leichname zum Ziel.
Der ganze Lebenslauf eines Menschen ist Verwandlung.
Der innere Mensch mit allen seinen dunklen Kr?ften, Reizen und Trieben ist nur einer. Alle Leidenschaften, ums Herz gelagert, hangen durch unsichtbare Bande zusammen und schlagen Wurzel im feinsten Bau unserer beseelten Fibern.
Der Mensch gaffet solange Bilder und Farben, bis er spricht, bis er, inwendig in seiner Seele, brennet.
Der tiefste Grund unsres Daseins ist individuell, sowohl in Empfindungen als in Gedanken.
Der Weise geht auf seinem Wege fort, die menschliche Vernunft aufzukl?ren, und zuckt nur denn die Achseln, wenn andre Narren von dieser Aufkl?rung als einem letzten Zwecke, als einer Ewigkeit reden.
Der Zweck einer Sache, die nicht blo? ein totes Mittel ist, muss in ihr selbst liegen.
Die alten Deutschen fassten Entschl?sse in Trunkenheit und f?hrten sie n?chtern aus, andere werden sie n?chtern fassen und trunken ausf?hren.
Die breiten Landstra?en werden immer engere Fu?tritte und Steilh?hen, auf denen wenige wandeln k?nnen aber H?hen sind's und streben zum Gipfel!
Die drei gr??ten epischen Dichter in aller Welt, Homer, Ossian und Milton, waren blind, als ob diese stille Dunkelheit dazu geh?rte, dass alle Bilder, die sie gesehen und erfasst hatten, nun Schall, Wort, s??e Melodie werden k?nnten.
Die genetische Kraft ist die Mutter aller Bildungen auf der Erde, der das Klima feindlich oder freundlich nur zuwirket.
Die Geschichte will Wahrheit.
Die Himmelsluft ist so erquickend, dass man gern zu lange ?ber Wipfel und B?ume schwebet, hinunter an den traurigen Boden, um etwa aufs Ganze oder Nichtganze einen Blick zu werfen.
Die Innigkeit, Tiefe und Ausbreitung, mit der wir Leidenschaften empfangen, verarbeiten und fortpflanzen, macht uns zu den flachen oder tiefen Gef??en, die wir sind.
Die Kultur eines Volkes ist die Bl?te seines Daseins, mit welcher es sich zwar angenehm, aber hinf?llig offenbaret.
Die Kultur r?ckt fort, sie wird aber damit nicht vollkommener: Am neuen Ort werden neue F?higkeiten entwickelt, die alten des alten Orts gingen unwiederbringlich unter.
Die menschliche Seele hat ihre Lebensalter wie der K?rper.
Die Schande besteht nicht in der Strafe, sondern in dem Verbrechen.
Die Schiffsleute sind immer ein Volk, das am Aberglauben und Wunder baren f?r andern h?ngt.
Die Schlacken werden weg gebrannt, aber das wahre Gold soll bleiben.
Die Seele eines Kindes ist heilig, und was vor sie gebracht wird, muss wenigstens den Wert der Reinigkeit haben.
Die Sonne geht unter, damit Nacht werde und Menschen sich ?ber eine neue Morgenr?te freuen m?gen.
Die Staaten des K?nigs von Preu?en werden nicht gl?cklich sein, bis sie in der Verbr?derung zerteilt werden.
Die Tapfersten waren meistens die fr?hlichsten Menschen, M?nner von offener, weiter Brust.
Die Zeit ist ein strenger Buchhalter, ein wahres Kontinuum der Dinge, das nichts ?bersieht, das nie bel?get.
Die Zeiten ketten sich kraft ihrer Natur aneinander, mithin auch das Kind der Zeiten, die Menschenreihe, mit allen ihren Wirkungen und Produktionen.
Die Zeiten rollen fort und mit ihnen das Kind der Zeiten, die vielgestaltige Menschheit.
Die zwei gr??ten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.
Drei Dinge Sind zu einem Weibe n?tig: In ihr eine zarte Seele, Goldne Zung' in ihrem Munde, Angenehmen Witz im Haupte.
Du bist tugendhaft gewesen: Zeige mir deine Tugend auf. Sie ist null, sie ist nichts! Sie ist ein Gewebe von Entsagungen, ein Fazit von Zeros.
Du kannst, Sokrates unsrer Zeit!, nicht mehr wie Sokrates wirken: Denn dir fehlt der kleine, enge, stark regsame, zusammengedr?ngte Schauplatz!, die Einfalt der Zeiten, Sitten und des Nationalcharakters!, die Bestimmtheit deiner Sph?re!
Durch Bande der Liebe und des Zutrauens sind Freunde verkn?pft, es schl?gt in ihnen ein Herz, ihre gemeinschaftliche Seele sorgt f?reinander.
Eben an Baumes h?chsten Zweigen bl?hen und sprie?en die Fr?chte - siehe da die sch?ne Voraussicht des gr??esten der Werke Gottes!
Edler, ins Verborgne und Allweite zu s?en, ohne, dass man selbst Ernte erwartet! und gewiss um so gr??er die allweite Ernte!
Ein Gesch?ft auf der Welt, wollt ihr's ?bel besorgt haben, so gebt's dem Philosophen!
Ein Kind muss blo? durch sich und seine Triebfeder handeln, das ist Neugierde: Die muss geleitet und gelenkt werden, ihm aber keine fremde eingepflanzt werden.
Ein leidenschaftsloses Menschengeschlecht h?tte auch seine Vernunft nie ausgebildet, es l?ge noch in irgendeiner Troglodytenh?hle.
Ein loser Faden kn?pft das Geschlecht der Menschen, der jeden Augenblick rei?t, um von neuem gekn?pft zu werden.
Ein Mensch in verschiedenen Lebenszeiten ist sich nicht gleich, denkt anders, nachdem er anders empfindet.
Eine sch?ne Menschenseele zu finden ist Gewinn.
Eine von Sensationen verlassene Seele ist in der w?stesten Ein?de: und im schmerzlichsten Zustande der Vernichtung.
Einen Menschen unter Scharen Affen und politischer Larven wie viel kann er weiterbilden durch stille, g?ttliche Beispiele!
Einen verdienten Mann im Alter seinem Schicksal zu ?berlassen, ist eine Undankbarkeit, von der auch die Wilden nichts wissen, bei denen das Alter geehrt ist und der Jugend mit seinem gepr?ften Rate dienet.
Endlich der tiefste Reiz, so wie der m?chtigste Hunger und Durst, die Liebe!, dass sich zwei Wesen paaren, sich in ihrem Bed?rfnis und Verlangen eins f?hlen.
Erkennen ohne Wollen ist nichts, ein falsches, unvollst?ndiges Erkennen.
Erschiene jetzt der Vater der Menschen und s?he sein Geschlecht, wie w?rde er staunen!
Es gibt Zuf?lle in der Welt, und deren sind unendlich viele, umso mehrere treffen uns, je mehr uns alles Zufall ist, d. i. je weniger wir konsequent handeln.
Es ist eine angenehme ?bung der Gedanken, sich hie und da zu fragen, was aus Rom bei ver?nderten Umst?nden geworden w?re?

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