Zitat von Heinrich Heine


In der Kunst ist die Form alles, der Stoff gilt nichts.
In der Weltgeschichte ist nicht jedes Ereignis die unmittelbare Folge eines anderen, die Ereignisse bedingen sich vielmehr wechselseitig.
Jede Zeit ist eine Sphynx, die sich in den Abgrund stürzt, sobald man ihr Rätsel gelöst hat.
Keine Eigentümer schuf die Natur, denn taschenlos, ohne Taschen in den Pelzen, kommen wir zur Welt.
Kennt ihr China, das Vaterland der geflügelten Drachen und porzellanenen Teekannen? Das ganze Land ist ein Raritätenkabinett, umgeben von einer unmenschlich langen Mauer und hunderttausend tatarischen Schildwachen.
Lächelnd scheidet der Despot, Denn er weiß, nach seinem Tod Wechselt Willkür nur die Hände, Und die Knechtschaft hat kein Ende.
Lasst mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute, alte Zeit beständig flennt.
Luther erschütterte Deutschland - aber Francis Drake beruhigte es wieder: Er gab uns die Kartoffel.
Madonna Maria war gleichsam die schöne Dame du Comptoir der katholischen Kirche, die deren Kunden, besonders die Barbaren des Nordens, mit ihrem himmlischen Lächeln anzog und festhielt.
Man muss immer die klugen Leute um Rat fragen und das Gegenteil von dem tun, was sie raten, dann kann man es weit in der Welt bringen.
Mein Wahlspruch bleibt: Kunst ist der Zweck der Kunst, wie Liebe der Zweck der Liebe, und gar das Leben selbst der Zweck des Lebens ist.
Missgunst und Neid hat Engel zum Fall gebracht.
Nein, wir ergreifen keine Idee, die Idee ergreift uns und knechtet uns und peitscht uns in die Arena hinein, dass wir, wie gezwungene Gladiatoren, für sie kämpfen.
Nicht bloß das Tun, nicht bloß die Tatsache der hinterlassenen Leistung gibt uns ein Recht auf ehrende Anerkennung, sondern auch das Streben selbst, und gar besonders das unglückliche Streben, das gescheiterte, fruchtlose aber großmütige Wollen.
Nur das Gefühl versteht das Gefühl.
Nur das Genie hat für den neuen Gedanken auch das neue Wort.
Nur der kranke Mensch ist ein Mensch, seine Glieder haben eine Leidensgeschichte, sind durchgeistet.
Nur der verwandte Schmerz entlockt uns die Träne, und jeder weint eigentlich für sich selbst.
Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich so ähnlich, dass sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind.
Rom wollte herrschen, als seine Legionen gefallen waren, schickte es Dogmen in die Provinzen.
Schweigen ist die wesentlichste Bedingung des Glücks.
Sie sang das alte Entsagungslied, Das Eiapopeia vom Himmel, Womit man einlullt, wenn es greint, Das Volk, den großen Lümmel.
So ein bisschen Bildung ziert den Menschen.
Sterben ist kein Unglück, aber jahrelanges Leiden, ehe man es dahin bringt, zu sterben.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm, Da ward mir seltsam zu Mute, Ich meinte nicht anders, als ob das Herz Recht angenehm verblute.
Verfolgung der Andersdenkenden ist überall das Monopol der Geistlichkeit
Von dem Augenblick an, wo eine Religion bei der Philosophie Hilfe begehrt, ist ihr Untergang unabwendlich.
Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.
Was ist in der Kunst das Höchste Das, was auch in allen andren Manifestationen des Lebens das Höchste ist: die selbstbewusste Freiheit des Geistes.
Was Prügel sind, das weiß man schon: was aber die Liebe ist, das hat noch keiner herausgebracht.
Weise erdenken die neuen Gedanken, und Narren verbreiten sie.
Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie.
Welcher Busen, Hals und Kehle! Höher seh' ich nicht genau. Eh' ich ihr mich anvertrau', Gott empfehl' ich meine Seele.
Wenn du aber gar nichts hast, Ach, so lasse dich begraben Denn ein Recht zum Leben, Lump, Haben nur, die etwas haben.
Wenn es den Kaiser juckt, so müssen sich die Völker kratzen.
Wenn es den König juckt, müssen die Völker sich kratzen.
Wenn man auch seiner Krücken spottet, so kann man darum doch nicht besser gehen.
Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.
Wenn wir jetzt in einen alten Dom treten, ahnen wir kaum mehr den esoterischen Sinn seiner steinernen Symbolik. Nur der Gesamteindruck tritt uns unmittelbar ins Gemüt.
Wer an Tod denkt, ist schon halb gestorben.
Wer die Prügel bekommen hat, der behält sie.
Widerwärtig, tief widerwärtig war mir dieses Preußen, dieses steife, heuchlerische, scheinheilige Preußen, dieser Tartüff unter den Staaten.
Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.
Wir wollen auf Erden glücklich sein, Und wollen nicht mehr darben, Verschlemmen soll nicht der faule Bauch Was fleißige Hände erwarben.
?rgert dich dein Auge, so rei? es aus, ?rgert dich deine Hand, so hau sie ab, ?rgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ?rgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.
Besteht nun die heutige Religion in der Geldwerdung Gottes oder in der Gottwerdung des Geldes? Genug, die Leute glauben nur an Geld.
Das Fleisch war so frech geworden in dieser R?merwelt, dass es wohl der christlichen Disziplin bedurfte, um es zu z?chtigen.
Das ist sch?n bei den Deutschen: Keiner ist so verr?ckt, dass er nicht einen noch Verr?ckteren f?nde, der ihn versteht.
Die deutsche Sprache ist an sich reich, aber in der deutschen Konversation gebrauchen wir nur den zehnten Teil dieses Reichtums, faktisch sind wir also spracharm.
Die Deutschen sind ein gemeingef?hrliches Volk: Sie ziehen unerwartet ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespr?ch ?ber Philosophie.
Die Geschichte der Literatur ist ebenso schwierig zu beschreiben wie die Naturgeschichte. Dort wie hier h?lt man sich an die besonders hervortretenden Erscheinungen.
Die Herrlichkeit der Welt ist immer ad?quat der Herrlichkeit des Geistes, der sie betrachtet. - Der Gute findet hier sein Paradies - der Schlechte genie?t schon hier seine H?lle.
Die Kunst des sch?nen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Ma?e, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens t?glich allgemeiner gedeiht.
Diejenigen f?rchten das Pulver am meisten, die es nicht erfunden haben.
Dort wo man B?cher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.
Dort, wo man B?cher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.
Ein Buch will seine Zeit. Alle schnell in wenigen Wochen geschriebenen B?cher erregen bei mir ein gewisses Vorurteil gegen den Verfasser.
Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht ?ber alles seine Bemerkungen.
Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht ?ber alles seine Bemerkungen.
Es gibt kein angenehmeres Gesch?ft, als dem Leichenbegr?bnis eines Feindes zu folgen.
Es gibt nichts stilleres als eine geladene Kanone.

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