Zitat von Francesco Guicciardini
Je mehr man die Dinge bedenkt, desto besser versteht man sie, und desto klarer werden sie selbst.
Kämpfe niemals gegen die Religion oder gegen anderes, was von Gott abzuhängen scheint, dann all dies hat zu viel Gewalt über törichte Geister.
Leicht ist ein schöner Zustand zerstört, während man ihn nur schwer erreicht. Wer sich wohl befindet, tue darum alles, um dieses Glück nicht zu verlieren.
Macht euch keine vorwitzigen Hoffnungen, dass die große Menge euch Gefolgschaft leistet ihr baut sonst auf einen Trug. Denn der Menge ist es nicht gegeben, stetig zu sein, und nur zu häufig hat sie andere Launen, als man sich zunächst vorstellt.
Man sollte für gewöhnlich offen sein, ohne die Verstellung doch ganz zu verschmähen.
Nichts ist so traurig, dass nicht auch irgend etwas Erfreuliches dabei wäre, und umgekehrt nichts so schön, dass nicht irgendein Mangel daran haftete.
Staaten sind genau so sterblich wie Menschen.
Und doch hat jede Religion ihre Wunder gehabt. Daher ist das Wunder eben ein schwacher Beweis für den Vorrang eines Glaubens vor anderen.
Vom Tun oder Nichttun eines scheinbar Nichtigen hängt oft das Gelingen des Wichtigsten ab ? darum soll man auch im Kleinen behutsam und umsichtig sein.
Wenn deine Feinde, die früher vereint gegen dich losgezogen sind, untereinander Händel bekommen und du nun die Gelegenheit ergreifst, einen von ihnen getrennt anzugreifen, dann wirst du sie alle häufig dadurch wieder zusammenbringen.
Wer Gefahren wagt, ohne zu bedenken, wie groß sie sind, ist lediglich ein dummes Tier, tapfer ist nur, wer die Gefahr kennt und sie aus Not oder achtbarem Grunde trotzdem auf sich nimmt.
Wer sich vom Zufall leiten lässt, erreicht auch nur durch Zufälle etwas.
Wer von der Volksmasse redet, spricht von einem Toren. Sie ist ein Ungeheuer voller Verworrenheit und Widersprüche, und alle ihre Überzeugungen sind so fern der Wahrheit wie, nach Ptolemaios, Spanien von Indien.
Wir sich vom Zufall leiten lässt, erreicht auch nur durch Zufall etwas.
Wir wissen alle, dass wir einmal sterben müssen, und doch leben wir so, als würde unser irdisches Dasein ewig dauern.
Bei allen V?lkern finden sich die selben oder ?hnliche Sprichw?rter, nur in anderer Formulierung. Denn das Sprichwort entstammt der Erfahrung und Beobachtung der Dinge, und diese sind ja ?berall gleich oder doch sehr ?hnlich.
Das Volk liebt den Mann, der die Gerechtigkeit bringt, dem Weisen schenkt es eher Ehrfurcht als Liebe.
Denn nur allzu oft wird etwas erkannt, ohne, dass es in die Tat umgesetzt wird.
Die Astrologen wissen nichts genau, sie raten h?chstens auf den Zufall hin, und wenn du die Voraussage eines Sternkundigen neben die eines Menschen h?ltst, der nur aufs Geratewohl etwas behauptet, dann trifft das eine ebenso wenig wie das andere ein.
Die Freiheit im Staat gew?hrt Gerechtigkeit, denn sie dient in erster Linie dazu, dass keiner von anderen unter dr?ckt wird.
Die jungen Leute m?gen es glauben, dass Erfahrung viel lehrt die starken Geister freilich mehr als die schwachen.
Einem Mann von Rang, der einem brutalen und unmenschlichen Gewaltherrscher zu gehorchen hat, kann man kaum etwas anderes raten, als auszuwandern.
Es ist ein Irrtum, dass Recht oder Unrecht f?r den Ausgang einer Unternehmung ma?gebend sei. Denn es l?sst sich ja allenthalben beobachten, dass nicht der gute Grund, sondern Klugheit, Macht und Gl?ck das Schicksal entscheiden.
Es ist eine reine Torheit, sich mit Astrologie zu besch?ftigen, um etwas von der Zukunft zu erfahren. Entweder ist diese ganze Kunst verlogen, oder aber es fehlt an den notwendigen Voraussetzungen, um sie auszu?ben.
