Zitat von Emil Goett
In der Spezialisierung betäubt die Wissenschaft ihr Gewissen. Parzellierte Verantwortung.
In tausend Sklaven stecken 999 Sklavenhalter!
Jede Aristokratie erzieht sich ihren dritten Stand, der sie guillotiniert.
Keiner will gesund leben, keiner gut sein , jener nur durch ein Wunder kuriert, dieser entsündigt werden.
Kleine Töpfe sind leicht zu füllen Geheimnis der Nichtverzweiflung kleiner Leute.
Kolumbus musste von Indien träumen, um Amerika zu finden.
Man kann erst steuern, wenn man Fahrt hat.
Man merkt leider immer zu spät, dass die Menschen nicht belehrt, sondern unterhalten sein wollen.
Mancher, der zu feig oder faul ist, uns ein Feind zu sein, wird unser Freund. Es ist die bequemste Art, uns zu drücken.
Mein Schicksal ist ein dicht gestricktes Netz: Zerreiß ich eine Masche, zerstör ich hundert.
Menschen, die sich nicht haben können, dürfen sich in unserer Gesellschaftsordnung nichts sein. Das Zeitwort Mensch wird also mit haben konjugiert.
Merkwürdiger Zustand einer Gesellschaft, in der Ehrlichkeiten eine Wirkung haben, wie sonst nur elementare Ungewitter oder Erdbeben. Von welcher Sicherheit hat sie zuvor gelebt, von was sich genährt?
Nicht bitten, es entwürdigt. Schenke und lass dir schenken, es wird ein seliges Nehmen sein.
Nicht Glück haben, Glückes Wert sein!
Nichts wird so teuer bezahlt als Hilfeleistungen. Keine Arbeit, keine durchrungene Not reicht an die Ausgaben heran.
Nur auf der Woge der Frau bist du flott.
Nur immer geradeaus, und führt es nicht zum Glück, so führt es sicher doch zu dir zurück.
O Mensch, du bist des Tieres höher Wesen gewalt'gen Willens, überreich an List - in seinem Auge aber magst du lesen ob du ihm Gott, ob du ihm Teufel bist.
Schläft der Hass, bleibt ihm immer noch der böse Traum.
Schlucken ist nicht Schlingen, verschluckte Not ist nicht verschlungene Not. An verschluckten Nöten wird der Mensch zum Wiederkäuer.
Schwere ist das edelste Laster.
Sein Wams mit Lügen flicken.
Seine besten Opfer sucht der Teufel unter denen, die enttäuscht sind, weil sie meinten, der Himmel habe zu halten, was sie sich von ihm versprechen.
Selbsterkenntnis ist unser Maß für unser Weltverständnis.
Setze den Gott, mit dem du unzufrieden bist, immerhin ab, sorg aber für einen würdigeren Thronfolger.
Treu wie die Laus!
Urteil kommt zuwege durch Stillstand der Kritik.
Wäre seine Milch danach oder die Trangewinnung der Mensch würde auch den Walfisch melken, denn der Mensch ist danach.
Was der Bock von sich selbst weiß, dessen zeiht er die Geiß.
Was du hast, hat auch dich, was du willst, fängt an zu befehlen.
Was du verlieren kannst, hat keinen Wert.
Was hilft ein güldener Galgen, wenn man hängen soll.
Welch Unglück, dass das gute Gewissen ein sanftes Ruhekissen ist. Solch Komfort lockt die Tugend, reichlich oft zu schlafen.
Wenn das Bett warm wird, werden die Wanzen munter.
Wenn die Gemeinheit Genie hat und der Anstand Talent, ist der Anstand verloren.
Wenn du Götzen zerschlägst einem andern, vergiss nicht, dass es ihm Götter sind.
Wenn ein Künstler seine herrlichen Gaben versäuft und verludert, nennt man's geniales Leben, der Schreiner, der seinen Hobel vertrinkt, ist dagegen ein Lump.
Wenn wir unsre Weiber mehr Teufel sein ließen, wären sie engelhafter.
Wer auf sein Elend tritt, steht höher.
Wer der Stütze nicht bedarf, geht leichtsinnig mit dem Stab um.
Wer ein volles Gefäß trägt, muss das Gedränge vermeiden, und wessen Seele am Überlaufen ist, einsame Wege gehn.
Wer fein das Maul hält, braucht nicht en detail zu lügen.
Wer mit Kosak und Pack sich schlägt, Leicht Läuse auf dem Kopfe trägt.
Wie du in die Welt liebst, liebt sie dich zurück. Und das Leben ist dankbar.
Wir gestehen lieber Laster ein als Läuse.
Wo der Bürgermeister ein Bäcker ist, backt man das Brot klein.
Wo die Nächstenliebe nur darin besteht, nichts Böses zu tun, ist sie von der Faulheit kaum zu unterscheiden.
Wo die Narrheit Norm, ist die Vernunft Verrücktheit.
Wohl der Höhe, aus der man noch fallen kann.
Wohltaten: Tropfen auf den heißen Stein - aber lassen wir sie tropfen.
An das Gewissen zu appellieren, geniert den, der es tut, beinahe mehr als den, der gemeint ist.
Ausgesprochenen B?sewichtern misstraut der Teufel. ?bertreibung wechselt zu leicht die Partei.
Avantgarde und Reaktion Gashebel und Bremse der Geschichte.
Barbarei und Zivilisation Vorgericht und Nachspeise der Kultur.
Bereit zum Untergang ist reif zum Aufgang.
Besser ein toter L?we, als ein lebendiger Hund!
Bist du selbst begl?ckt, So wirst du leicht begl?cken, Und bist du selbst zerpfl?ckt, Dann wirst auch du zerpfl?cken, Und nur wenn du verr?ckt, Wirst du die Welt verr?cken.
Bleibe jeder mir ferne, der meint, ich sei f?r seine Langeweile gerade gut.
Das intellektuelle Talent st?rt oft wie ein Schnupfen die nat?rlichen Sinne und hindert sie, den Feind zu riechen.
Das Leben ist schwer. Ein Grund mehr, es auf die leichte Schulter zu nehmen.
Das Mittel kann den Zweck entheiligen.
Das Plappern macht Schwielen nicht einmal im Maule!
Das S?en will eine offene Hand.
Den Entdeckern folgen die Okkupan ten. Ist die Lust unschuldig am Mord?
Der Beruf ist der Weg, das Individuum auf eine Weise, die der Gesamtheit dient, vom Leben zum Tod zu bringen.
Der Humor ist das bewusste Einatmen des Lebens, das nach dem Verhauchen nichts mehr fragt.
Der Komfort dekoriert die Brust seiner Verteidiger mit prallen Brieftaschen.
Der Lichttr?ger ist blind.
Der Teufel des einen ist anst?ndiger als der Gott des andern.
Der Teufel ist ein unbestechlicher Betr?ger. Er arbeitet nicht in die eigene Tasche, sondern f?r die b?se Sache.
Die Achselst?cke der Bourgeoisie bezeichnen die Gehaltsgruppe des Tr?gers.
Die Anspr?che, die ein Mensch an andre stellt, stehn gew?hnlich in umgekehrtem Verh?ltnis zu seinen Leistungen.
Die Ehre hat gesetzlichen Anspruch auf Feierabend und Pension.
Die Gefahr will keine Wechsel, sie will in barem Mut bezahlt werden.
Die Heimat des Abenteuers ist die Fremde.
Die Kunst hungert und lungert, dass das Handwerk einen goldenen Boden habe, auf dem sie selig tanzen k?nnte, das will sie sich nicht sagen lassen! Drum, sie ist nicht stolz, sondern eitel.
Die Kunst, mit den Menschen nicht umzugehen, k?nnte auch noch geschrieben werden.
Die Menschen verm?gen nur in seltenen F?llen sich etwas zu sein, sie strecken immer gleich die H?nde nacheinander aus, um sich zu haben, wie sie ?berhaupt ihr Zeitwort zum gr??ten Teil mit haben konjugieren.
Die Natur neigt zum Tode, die Kunst kaum zum Leben.
Die recht Frommen haben sogar ihren Gott, um den N?chsten damit zu schikanieren.
Die schlechte Absicht ist immer auf den Beinen.
Die S?nden des einen sind Gott lieber als die Gebete des andern.
Die Tarife der Tugend werden turnusgem?? gek?ndigt und erh?ht.
Die Zivilisation ist so manierlich, dass selbst der N?chstenliebe ein gewisser Hautgout unerlaubter Leidenschaft anhaftet.
Ein Gran Gewalt in der G?te ist die Voraussetzung, dass sie nicht nur blasser Gedanke bleibt.
Ein Narr, der in der Luft Krebse fischt.
Ein Ungew?hnlicher braucht nur einmal gew?hnlich zu sein, gleich berufen sich alle Gew?hnlichen auf ihn.
Eine fast widerliche Eigenschaft des Mannes ist, dass er mit schnellfertiger Verachtung vom Weibe alle die Tugenden verlangt, die er selbst an sich ersehnt.
Eine f?rchterliche Rache des Mittel alters war, einen Menschen mit einem Leichnam zu verschn?ren und so einem langsamen Tode preiszugeben. Heute tut man so etwas kaum mehr, aber man heiratet noch.
Eine S?nde, die mich weckt, ist besser als eine Tugend, an der ich einschlafe.
Entsagung ist erst etwas, wenn kein Feuer dabei erlischt.
Entscheidender Energieunterschied: Die Barbarei will siegen - die Zivilisation m?chte nicht verlieren.
Entscheidender Energieunterschied: Die Barberei will siegen, die Zivilisation will nicht verlieren.
Ergreifend, wie wenig diejenigen um ihr Leben zittern, deren Tod eine Welt ?rmer macht.
Es ist nicht schlecht, seinem Nachbarn Gef?lligkeiten zu erweisen, aber t?richt, selber solche zu erheischen.
