Zitat von Caspar David Friedrich


Jede Zeit hat ihren guten und bösen Geist, erkenne nur das bessere der Gegenwart und stelle nicht, wie viele jetzt wollen, die Vergangenheit als unbedingtes Vorbild für die Gegenwart auf.
Jeden freien Aufschwung der Seele möchten die Engherzigen hemmen, damit hübsch alles auf betretenen und ausgetretenen Wegen einhergehe.
Jeder trägt das Gesetz von Recht und Unrecht in sich. Sein Gewissen sagt ihm: dieses zu tun, jenes zu lassen.
Jedes echte Kunstwerk wird in geweihter Stunde empfangen und in glücklicher geboren, oft dem Künstler unbewusst aus innerem Drange des Herzens.
Keiner ist Maßstab für alle, jeder nur Maßstab für sich und für die mehr oder weniger ihm verwandten Gemüter.
Keiner soll mit fremdem Gute wuchern und sein eignes Pfund vergraben! Nur das ist dein eignes Pfund, was du in deinem Innern für wahr und schön, für edel und gut anerkennst!
Nach dem Höchsten und Herrlichsten musst du ringen, wenn dir das Schöne zuteil werden soll.
O heilige Natur! Wie oft musst du der Mode weichen und Menschensatzungen Platz machen.
Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von außen nach innen.
So ist der Mensch dem Menschen nicht als unbedingtes Vorbild gesetzt, sondern das Göttliche, Unendliche ist sein Ziel.
Vielen wurde wenig, wenigen viel zuteil: Jedem offenbart sich der Geist der Natur anders, darum darf auch keiner dem andern seine Lehren und Regeln als untrügliches Gesetz aufbürden.
Wie groß ist die Zahl derer, so sich Künstler nennen, ohne zu ahnen, dass noch etwas ganz anderes dazu gehöre als bloße Geschicklichkeit der Hand.
Willst du dich also der Kunst widmen, fühlst du einen Beruf, ihr dein Leben zu weihen, oh!, so achte genau auf die Stimme deines Innern, denn sie ist Kunst in uns.
Willst du wissen, was Schönheit sei? Befrage die Herren Ästhetiker: Beim Teetisch kann's dir nützlich werden, aber vor der Staffelei nicht, da musst du fühlen, was schön ist.
Bewahre einen reinen kindlichen Sinn in dir und folge unbedingt der Stimme deines Innern, denn sie ist das G?ttliche in uns und f?hrt uns nicht irre!
Das Vertrauen auf sich selbst und das ihm von Gott anvertraute Pfund darf der Mensch nie aufgeben, ohne sich an seiner Menschennatur und an seiner Zeit zu vers?ndigen.
Dass die Kunst aus dem Inneren des Menschen hervorgehen muss, ja von seinem sittlich-religi?sen Wert abh?ngt, ist manchen ein t?richt Ding.
Denen Herrn Kunstrichtern gen?gt unsere teutsche Sonne, Mond und Sterne, unsere Felsen, B?ume und Kr?uter, unsere Ebenen, Seen und Fl?sse nicht mehr. Italienisch muss alles sein, um Anspruch auf Gr??e und Sch?nheit machen zu k?nnen.
Denn wie nur ein reiner, ungetr?bter Spiegel ein reines Bild wiedergeben kann, so kann auch nur aus einer reinen Seele ein wahrhaftes Kunstwerk hervorgehen.
Der edle Mensch erkennt in allem Gott, der gemeine Mensch sieht nur die Form, nicht den Geist.
Der Maler soll nicht blo? malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.
Die einzig wahre Quelle der Kunst ist unser Herz, die Sprache eines reinen kindlichen Gem?tes. Ein Gebilde, nicht aus diesem Borne entsprungen, kann nur K?nstelei sein.
Die Kunst ist unendlich, endlich aller K?nstler Wissen und K?nnen.
Du sollst Gott mehr gehorchen denn den Menschen.
Durch L?ge wird der Mensch nie auf die Dauer etwas Gutes bewirken.
Ein Bild muss nicht erfunden, sondern empfunden sein.

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