Zitat von Ludwig Andreas Feuerbach
Ist die Macht des Wissenstriebs nicht eine schlechterdings unwiderstehliche, alles überwindende Macht?
Je mehr das Sinnliche verneint wird, desto sinnlicher ist der Gott, dem das Sinnliche geopfert wird.
Jungfraun und Weiber! O nehmt euch die Edlen zum Beispiel! Und vertreibt uns doch wieder die Theologie.
Liebe ist Materialismus, immaterielle Liebe ist ein Unding.
Macht euch vertraut mit der Natur, erkennt sie als eure Mutter.
Mann und Weib berichten und ergänzen sich gegenseitig, um so vereint erst die Gattung, den vollkommenen Menschen darzustellen.
Nichts sein und nichts lieben, ist identisch.
Nimm deiner Persönlichkeit ihren Leib und du nimmst ihr ihren Zusammenhalt. Der Leib ist der Grund, das Subjekt der Persönlichkeit. Nur durch den Leib unterscheidet sich die wirkliche Persönlichkeit von der eingebildeten eines Gespenstes.
Nur der Glaube betet, nur das Gebet des Glaubens hat Kraft.
Nur der ist etwas, der etwas liebt.
Nur die Liebe macht die Nachtigall zur Sängerin, nur die Liebe schmückt die Befruchtungswerkzeuge der Pflanze mit einer Blumenkrone.
Nur für die Erbärmlichen ist die Welt erbärmlich, nur für die Leeren leer.
Nur wer denkt, . ist frei und ' selbstständig.
Nur wer keine irdischen Eltern hat, braucht himmlische Eltern.
Sein heißt, sich behaupten, sich bejahen, sich lieben, wer des Lebens überdrüssig, nimmt sich das Leben.
Sein ist ein Gut.
So viele Menschen sind, so viele Kräfte, so viele Eigenschaften hat die Menschheit.
Vier Hände vermögen mehr als zwei, aber auch vier Augen sehen mehr als zwei.
Was dem Verstande endlich, ist nichtig dem Herzen.
Was der Glaube, die Konfession, der Wahn trennt, das verbindet die Liebe.
Was lebt, will sich behaupten, will leben, folglich nicht sterben.
Was wäre der Mensch ohne Empfindung? Sie ist die musikalische Macht im Menschen.
Wenn Gott sein Ebenbild wie sich selbst liebt, warum soll nicht auch ich das Bild Gottes wie Gott selbst lieben?
Wer das Weib nicht liebt, liebt den Menschen nicht.
Wer einmal eine Ehe schließt, der soll sie auch heilig halten. Schon der Blick nach einer andern ist Ehebruch.
Wer spricht, bannt, bezaubert den, zu dem er spricht, aber die Macht des Worts ist die Macht der Einbildungskraft.
Wie du Gott denkst, so denkst du selbst.
Wie unsinnig wäre das Christentum, wenn es den Menschen zumutete, die Schätze dieser Welt aufzuopfern! Dann passte ja das Christentum gar nicht für diese Welt. Aber das sei ferne. Das Christentum ist höchst praktisch und weltklug.
Wir können nichts anderes betätigen, ohne uns selbst zu betätigen.
Wir lesen nirgendwo, dass Gott um der Tiere willen Tier geworden sei.
Wo Bewusstsein ist, da ist Fähigkeit zur Wissenschaft.
Wo das himmlische Leben eine Wahrheit ist, da ist das irdische Wesen eine Lüge wo alles die Phantasie, die Wirklichkeit nichts.
Wo der Glaube an die Mutter Gottes sinkt, da sinkt auch der Glaube an den Sohn Gottes und den Gott Vater.
Wo kein Du, ist kein Ich.
Wo keine Liebe ist, ist auch keine Wahrheit.
Worte besitzen Revolutionscharakter, Worte beherrschen die Menschheit.
Zu einem vollkommenen Menschen gehört die Kraft des Denkens, die Kraft des Willens, die Kraft des Herzens.
?u?ern muss sich der Schmerz, unwillk?rlich greift der K?nstler nach der Laute, um in ihren T?nen seinen eignen Schmerz auszuhauchen.
Bewusstsein ist Selbstbest?tigung, Selbstbejahung, Selbstliebe, Freude an der eignen Vollkommenheit. Bewusstsein ist das charakterische Kennzeichen eines vollkommenen Wesens.
Das absolute Wesen, der Gott des Menschen, ist sein eignes Wesen.
Das Auge ist himmlischer Natur. Darum erhebt sich der Mensch ?ber die Erde nur mit dem Auge, darum beginnt die Theorie mit dem Blicke nach dem Himmel. Die ersten Philosophen waren Astronomen.
Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist f?r sie eine Welt, ein unendlicher Raum.
Das Dogma ist nicht anderes als ein ausdr?ckliches Verbot zu denken.
Das Gebet ist die Selbstteilung des Menschen in zwei Wesen - ein Gespr?ch des Menschen mit sich selbst, mit seinem Herzen.
Das Gem?t ist der Traum mit offenen Augen, die Religion der Traum des wachen Bewusstseins, der Traum der Schl?ssel zu den Geheimnissen der Religion.
Das Gem?t ist tr?umerischer Natur, darum wei? es auch nichts Seligeres, nichts Tieferes als den Traum.
Das Gesetz spricht nur zum Verstande und setzt sich direkt den Trieben entgegen, das Beispiel dagegen schmiegt sich an einen m?chtigen, sinnlichen Trieb an den unwillk?rlichen Nachahmungstrieb an.
Das Gesetz unterwirft sich den Menschen, die Liebe macht ihn frei.
Das Herz kann nur zum Herzen sich wenden, es findet nur in sich selbst, in seinem eignen Wesen Trost.
Das kl?sterliche, ?berhaupt das asketische Leben ist das himmlische Leben, wie es sich hienieden bew?hrt und bew?hren kann.
Das Leben muss wie ein kostbarer Wein mit geh?rigen Unterbrechungen Schluck f?r Schluck genossen werden. Auch der beste Wein verliert f?r uns allen Reiz, wir wissen ihn nicht mehr zu sch?tzen, wenn wir ihn wie Wasser hinuntersch?tten.
Das unweltliche, das ?bernat?rliche Leben ist wesentlich auch eheloses Leben. Das Z?libat - freilich nicht als Gesetz - liegt gleichfalls also im innersten Wesen des Christentums.
Das Wesen des Christentums ist das Wesen des Gem?ts. Es ist gem?tlicher, zu leiden, als zu handeln, gem?tlicher, durch einen andern erl?st und befreit zu werden, als sich selbst zu befreien.
Das Wesen des Mannes ist die M?nnlichkeit, das des Weibes die Weiblichkeit. Sei der Mann auch noch so geistig und hyperphysisch er bleibt doch immer Mann, ebenso das Weib. Die Pers?nlichkeit ist daher nichts ohne Geschlechtsunterschied.
Das Wort ist das Licht der Welt. Das Wort leitet in alle Wahrheit, erschlie?t alle Geheimnisse, veranschaulicht das Unsichtbare, vergegenw?rtigt das Vergangne und Entfernte, verendlicht das Unendliche, verewigt das Zeitliche.
Das Wort macht den Menschen frei. Wer sich nicht ?u?ern kann, ist ein Sklav. Sprachlos ist darum die ?ber m??ige Leidenschaft, die ?berm??ige Freude, der ?berm??ige Schmerz. Sprechen ist ein Freiheitsakt, das Wort ist selbst Freiheit.
Das Wunder ist das ?u?ere Gesicht des Glaubens, der Glaube die innere Seele des Wunders.
Das Wunder ist eine Creatio ex nihilo, eine Sch?pfung aus Nichts. Wer Wein aus Wasser macht, der macht Wein aus Nichts, denn der Stoff zum Wein liegt nicht im Wasser.
Deine erste Pflicht ist, dich selbst gl?cklich zu machen. Bist du gl?cklich, so machst du auch andere gl?cklich.
Dem Glauben ist nichts unm?glich, und diese Allmacht des Glaubens verwirklicht nur das Wunder.
Den Menschen verneinen, hei?t: die Religion verneinen.
Der Blick ist die Gewissheit der Liebe.
Der erste Gegenstand des Menschen ist der Mensch.
Der Freund gibt sich durch den andern, was er selbst nicht besitzt.
Der Geschlechtsunterschied ist kein oberfl?chlicher oder nur auf gewisse K?rperteile beschr?nkter, er ist ein wesentlicher, er durchdringt Mark und Bein.
Der Glaube an die Vorsehung ist der Glaube an eine Macht, der alle Dinge zu beliebigem Gebrauch zu Gebote stehen, deren Kraft gegen?ber alle Macht der Wirklichkeit nichts ist. Die Vorsehung hebt die Gesetze der Natur auf.
Der Glaube entfesselt die W?nsche des Menschen von den Banden der nat?rlichen Vernunft, er genehmigt, was Natur und Vernunft versagen, er macht den Menschen darum selig, denn er befriedigt seine subjektivsten W?nsche.
Der Himmel erinnert den Menschen an seine Bestimmung, daran, dass er nicht blo? zum Handeln, sondern auch zur Beschauung bestimmt ist.
Der Mensch existiert nur als Mann und Weib. Die T?chtigkeit, die Gesundheit des Menschen besteht demnach nur darin, dass er als Weib so ist, wie er als Weib sein soll, als Mann so, wie er als Mann sein soll.
Der Mensch ist, was er isst.
Der Mensch will in der Religion sich befriedigen, die Religion ist sein h?chstes Gut.
Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion ist der Wunsch. H?tte der Mensch keine W?nsche, so h?tte er auch keine G?tter. Was der Mensch sein m?chte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
Der Verstand wei? nichts von den Leiden des Herzens, er hat keine Begierden, keine Leidenschaften, keine Bed?rfnisse und eben darum keine M?ngel und Schw?chen wie das Herz.
Die Allmacht, an die sich der Mensch im Gebete wendet, ist nichts als die Allmacht der G?te, die zum Heile des Menschen auch das Unm?gliche m?glich macht.
Die Barmherzigkeit ist das Rechtsgef?hl der Sinnlichkeit.
Die Bitte ist der Imperativ der Liebe. Und dieser Imperativ hat unendlich mehr Macht als der despotische.
Die christliche Religion ist die Religion des Leidens.
Die echten Schriftsteller sind die Gewissensbisse der Menschheit.
Die Geschichte der Menschheit besteht in nichts anderem als einer fortgehenden ?berwindung von Schranken, die zu einer bestimmten Zeit f?r Schranken der Menschheit und darum f?r absolute, un?berwindbare Schranken gelten.
Die h?chste und tiefste Liebe ist die Mutterliebe.
Die Inkarnation ist nichts andres als die tats?chliche, sinnliche Erscheinung von der menschlichen Natur Gottes.
Die katholische Moral ist christlich, mystisch, die protestantische Moral war schon von Anfang an rationalistisch.
Die Kunst ist nur Kunst, wo sie sich Selbstzweck, wo sie absolut frei, sich selbst ?berlassen ist, wo sie keine h?heren Gesetze kennt als ihre eigenen, die Gesetze der Wahrheit und der Sch?nheit.
Die Liebe befiehlt nicht, die Liebe braucht ihre W?nsche nur leise anzudeuten, um schon der Erf?llung derselben gewiss zu sein.
Die Liebe bew?hrt sich durch Leiden.
Die Liebe des Sohnes zur Mutter ist die erste Liebe des m?nnlichen Wesens zum weiblichen.
Die Liebe ist an und f?r sich weiblichen Geschlechts und Wesens. Der Glaube an die Liebes Gottes ist der Glaube an das Weibliche als ein g?ttliches Wesen.
Die Liebe ist nichts anderes als das Selbstgef?hl der Gattung innerhalb des Geschlechtsunterschieds.
Die Liebe macht den Menschen zu Gott und Gott zum Menschen.
Die Macht des Wunders ist nichts anderes als die Macht der Einbildungskraft.
Die Menschen vergehen, das Wort besteht.
Die Musik ist die Sprache des Gef?hls der Ton das laute Gef?hl, das Gef?hl, das sich mitteilt.
Die Mutterliebe des Sohnes ist die erste Sehnsucht, die erste Demut des Mannes vor dem Weibe.
Die Natur erh?rt nicht die Klagen des Menschen sie ist gef?hllos gegen seine Leiden.
Die Natur, die Materie kann nicht aus der Intelligenz erkl?rt und abgeleitet werden, sie ist vielmehr der Grund der Intelligenz. Der Geist ohne Natur ist ein blo?es Gedankenwesen, das Bewusstsein entwickelt sich nur aus der Natur.
Die Not kennt kein Gesetz au?er sich, die Not bricht Eisen.
Die Religion beruht auf dem wesentlichen Unterschiede des Menschen vom Tiere die Tiere haben keine Religion.
Die Sprachf?higkeit ist ein poetisches Talent, die Tiere sprechen nicht, weil es ihnen an Poesie fehlt.
Die Vergebung der S?nde liegt im Eingest?ndnis der S?nde.
Ein Mensch ohne Verstand ist auch ein Mensch ohne Willen. Wer keinen Verstand hat, l?sst sich verf?hren, verblenden, von anderen als Mittel gebrauchen.
Ein Schriftsteller ist arriviert, wenn alles, was er schreibt, gedruckt wird. Ein Schriftsteller ist ber?hmt, wenn alles, was von ihm gedruckt wird, gelobt wird.
Ein Wesen ohne Leiden ist ein Wesen ohne Herz.
Einsamkeit ist das Bed?rfnis des Denkers, Gemeinschaft das Bed?rfnis des Herzens.
Einzeln ist die menschliche Kraft eine beschr?nkte, vereinigt eine unendliche Kraft.
Es geht den B?chern wie den Jungfrauen. Gerade die besten bleiben oft am l?ngsten sitzen.
