Zitat von Fjodor Michailowitsch Dostojewski
In der heutigen Welt hält man Zügellosigkeit für Freiheit.
In der Logik allein ist doch immer ein Ungenüge, das schwermütig macht.
In jedem Unglück eines anderen liegt immer etwas, woran ein fremdes Auge sich ergötzt und das ist sogar bei jedem Menschen der Fall, wer er auch sei.
Ja, es ist schwer, einen Menschen von Grund auf kennen zu lernen, selbst lange Jahre beständigen Zusammenseins genügen nicht einmal dazu!
Jedenfalls kann man schlecht sein und dennoch durch Geist, Gefühl und angenehme Manieren entzücken.
Jeder Einzelne, der aufrichtig die Wahrheit sucht, der ist schon furchtbar viel.
Jeder Mensch ist für alle und alles schuldig, ganz abgesehen von seinen eigenen Sünden.
Jedes Unangenehme hat auch sein Gutes
Kann ein Mensch sein Glück auf dem Unglück eines anderen aufbauen?
Kinder leben zu unserer Rührung, zur Reinigung unserer Herzen und wie zu einer gewissen Belehrung für uns.
Kinder unterscheiden sich, solange sie Kinder sind, also ungefähr bis zum siebenten Jahr, ganz unglaublich von erwachsenen Menschen, als ob sie einer anderen Gattung angehörten, eine ganz andere Natur hätten.
Leiden und Schmerz sind immer die Voraussetzungen umfassender Erkenntnis und eines tiefen Herzens.
Liebe erkauft alles, Liebe rettet alles.
Liebevolle Demut ist eine gewaltige Macht, die stärkste von allen, und es gibt keine andere, die ihr gleichkäme.
Liebt den Menschen auch in seiner Sünde, denn nur eine solche Liebe wäre ein Abbild der Liebe Gottes und die höchste irdische Liebe.
Man fragt sich: Wo sind denn deine Träume geblieben? Und schüttelt den Kopf und murmelt: Wie schnell die Jahre vergehen!
Man kann sich die ganze Schmach und sittliche Erniedrigung gar nicht ausdenken, zu der ein Eifersüchtiger fähig ist und in die er ohne jegliche Gewissensbisse verfallen wird.
Man kann sich wohl in einer Idee irren, man kann sich aber nicht mit dem Herzen irren.
Man kann sogar ein Lump sein und doch die Witterung für das, was Ehre ist, nicht einbüßen.
Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß.
Man muss nachsichtig sein, und vieles, vieles kann man dann verzeihen.
Man spricht von der »tierischen« Grausamkeit des Menschen. Aber das ist sehr ungerecht und für die Tiere wirklich beleidigend: Ein Tier kann niemals so grausam sein wie der Mensch, so ausgeklügelt, so kunstvoll grausam.
Manch einer hat alle Wissenschaften studiert, und doch weicht die Schwermut nicht von ihm.
Manch einer ist in seiner Erbitterung härter denn ein Stein, sein Herz aber ist voll von gärenden Träumen.
Mancher Charakter ist lange nicht zu verstehen, aber da braucht der Mensch nur einmal aus ganzem Herzen zu lachen, und sein Charakter liegt offen vor einem wie auf der Handfläche.
Mancher feurige nächtliche Gedankentraum ist im Licht und in der Kälte des Morgens plötzlich erloschen und wie Rauch verschwunden.
Mit der Logik allein ist die menschliche Natur nicht zu besiegen. Die Logik sieht drei Möglichkeiten, dabei gibt es ihrer eine Million!
Nicht alle lebendigen Dinge sind leicht zu begreifen.
Nicht der Verstand ist die Hauptsache, sondern das, was ihn lenkt die Natur, das Herz, die edlen Instinkte, die Entwicklung.
Nicht in den Dingen ist die Wahrheit, nicht außerhalb deiner und nicht irgendwo fern jenseits des Meeres, sondern zuerst und vor allem in deiner eigenen Arbeit an dir selbst.
Nichts ist unglaubwürdiger als die Wirklichkeit.
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
Nur durch Arbeit und Kampf ist Selbständigkeit und das Gefühl der eigenen Würde zu erlangen.
Nur ein Mensch von höchster und glücklichster geistiger Ausgeglichenheit versteht es, auf eine Weise fröhlich zu sein, die ansteckend wirkt, das heißt unwiderstehlich und gutmütig.
Nur Kinder verstehen es, vollkommen arglos zu lachen deshalb sind sie auch so bezaubernd.
Ohne ein reines Herz wird man niemals zu voller, rechter Erkenntnis gelangen.
Ohne Heimat sein heißt leiden.
Schönheit wird die Welt erlösen.
Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung vor jedem ersten Schritt! Erfülle zuerst selbst, statt, dass du andere zwingst: Das ist das ganze Geheimnis dieses ersten Schritts.
Sie lieben die Menschheit und verachten den einzelnen Unglücklichen.
So ist es auf Erden: Jede Seele wird geprüft und wird auch getröstet.
Suche im Leid das Glück.
Takt und Würde lehrt das eigene Herz und nicht der Tanzmeister.
Tiefes Leid schweigt und verbirgt sich.
Tränen reinigen das Herz.
Um die Welt zu ändern, sie neu zu gestalten, müssen zuvor die Menschen sich selbst psychisch umstellen und eine andere Richtung einschlagen. Bevor man nicht innerlich zum Bruder eines jeden geworden ist, kann kein Brudertum zur Herrschaft gelangen.
Und mag die Schmeichelei auch noch so plump sein, es wird doch unbedingt mindestens die Hälfte als Wahrheit geglaubt.
Unglück ist vielleicht die Mutter der Tugend.
Vergeben wir, vergeben wir, lasst uns vor allen Dingen vergeben, allen und immer vergeben.
Vermeiden Sie die Lüge, jede Lüge, die Lüge vor sich selbst ganz besonders.
Viele starke Menschen haben, wie mir scheint, geradezu ein natürliches Bedürfnis, jemand oder etwas zu finden, vor dem sie sich beugen können.
Was glaubst du, wie dem zumute ist, der niemand hat, der für ihn betet?
Was ist das Wort Christi ohne sichtbares Beispiel?
Welcher Dritte kann das Verhältnis zweier Liebender zueinander ganz genau beurteilen?
Wen man am meisten liebt, den kränkt man am ehesten.
Wenn du willst, dass man dich achte, so achte vor allem dich selbst, nur dadurch, nur durch Selbstachtung, zwingst du auch andere, dich zu achten.
Wenn ein Erwachsener das Zutrauen eines Kindes oder gar einer ganzen Gruppe von Kindern gewinnen will, muss er ernst und sachlich beginnen und sie unbedingt als vollkommen gleichstehend behandeln.
Wenn man liebt, dann gedenkt man der Kränkung nicht lange.
Wenn man schon einmal einen Menschen richtet, dann muss man es mit Kenntnis aller Umstände tun.
Wenn nur die Reue in dir nicht erlahmt, so wird Gott alles verzeihen.
Wenn wir selbst unglücklich sind, dann können wir das Unglück anderer besser nachfühlen, und das Gefühl zerstreut sich nicht so, sondern sammelt sich.
Wer sich selbst belügt und auf seine eigene Lüge hört, kommt schließlich dahin, dass er keine einzige Wahrheit mehr, weder in sich noch um sich, unterscheidet.
Wie atmet im Herzen die Liebe! Es ist, als wolle man sein ganzes Herz überströmen lassen, man will, dass alles froh sei, dass alles lache! Und wie ansteckend ist diese Freude.
Wie doch Freude und Glück einen Menschen schön machen!
Wie schön ist das Leben, wenn man etwas Gutes und Richtiges tut.
Wirkliches, echtes Leid hat manchmal sogar Dummköpfe klug gemacht.
Wo es keine Liebe gibt, da gibt es auch keinen Verstand.
Zuerst muss man selbst leben lernen, und dann erst kann man andere beschuldigen.
Anspr?che machen stumpf den Geist.
Auch der armseligste Mensch, mag er noch so eingesch?chtert und heruntergekommen sein, ist ein Mensch und unser Bruder.
Begreifst du denn nicht, dass der Mensch au?er dem Ungl?ck genauso und in genau demselben Ma?e auch Ungl?ck braucht?
Beten ist gut, es macht das Herz froh.
Bevor ihr den Menschen predigt, wie sie sein sollen, zeigt es ihnen an euch selbst.
Bisweilen kann sich der tollste Einfall, der anscheinend unsinnigste Gedanke so in uns festsetzen, dass man ihn schlie?lich selbst f?r ausf?hrbar h?lt.
Das Geheimnis des menschlichen Lebens liegt nicht im blo?en Leben, sondern im Sinn des Lebens.
Das Lachen ist die sicherste Probe auf einen Menschen.
Das Lachen verlangt Arglosigkeit, die meisten Menschen lachen aber am h?ufigsten boshaft.
Das Unermessliche und Unendliche ist f?r den Menschen ebenso notwendig wie dieser kleine Planet, auf dem er lebt.
Das Wesen des religi?sen Gef?hls ist durch keinerlei vernunftm??ige ?berlegungen zu erfassen.
Das, was Ihnen in Ihrem eigenen Inneren schlecht erscheint, wird schon allein dadurch, dass Sie es in sich bemerken, gel?utert.
Der Gerechte ist sterblich und geht dahin, sein Licht jedoch bleibt.
Der Mensch hat bisher nichts anderes getan,
Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muss es entr?tseln, und wenn du es ein ganzes Leben lang entr?tseln wirst, so sage nicht, du h?ttest die Zeit verloren. Ich besch?ftige mich mit diesem Geheimnis, denn ich will ein Mensch sein.
Der Mensch kann nicht bestehen, ohne etwas anzubeten.
Der Mensch verdient sich sein Gl?ck immer nur durch Leiden.
Der Mensch verlangt nicht so sehr nach Gott als nach dem Wunder.
Der Mensch wird nicht zum Gl?ck geboren.
Die beste Definition f?r Mensch lautet: undankbarer Zweibeiner.
Die erste eheliche Liebe, die vergeht nat?rlich mit der Zeit, aber dann kommt ja wieder eine andere, eine ebenso sch?ne Liebe. Dann n?hern sich die Seelen.
Die Fr?hlichkeit des Menschen ist der Zug, der mehr als alles andere den Menschen verr?t.
Die H?he einer Menschenseele ist zum Teil danach zu ermessen, wie weit und vor wem sie f?hig ist, Ehrfurcht und Verehrung zu bezeugen oder Andacht zu empfinden.
Die Ideen wechseln, das Herz bleibt immer gleich.
Die Liebe ist eine gro?e Lehrerin, aber man muss es von sich aus verstehen, um sie zu ringen. Das aber ist schwer und m?hsam, denn sie ist nur teuer zu erkaufen, mit vielen M?hen und erst nach langer Zeit.
Die Liebe versch?nt das Gesicht.
Die Menschen sind einsam auf Erden das ist das Ungl?ck!
Die Menschen vergessen das gro?e und geben sich mit dem Kleinen ab. In der Einsamkeit ist das ganz anders: Der Mensch festigt sich in sich selbst und wird stark zu jeglicher gro?en Tat.
Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft ist blind.
Die Pflicht, unbedingt wenigstens einen Menschen in seinem Leben gl?cklich zu machen, und zwar praktisch, das hei?t: in Wirklichkeit, w?rde ich f?r jeden entwickelten Menschen einfach zum Gebot erheben.
Die schw?rmerische Liebe lechzt nach einer schnellen Heldentat, die man in kurzer Zeit vollbringen kann, und zwar unbedingt so, dass alle sie beachten.
Die Wahrheit ist nicht au?erhalb deiner, sondern in dir, finde sie dort, unterwirf dich dir selbst, bem?chtige dich deiner, und du wirst die Wahrheit erleben.
Die Wahrheit macht oft den Eindruck des Unm?glichen.
Die Z?gellosigkeit der W?nsche f?hrt nur zur Sklaverei.
Du wusstest nicht, dass der Mensch, sobald er das Wunder verwirft, sofort auch Gott verwirft, denn der Mensch sucht nicht so sehr Gott, als er Wunder sucht.
Durch Umgang mit Kindern gesundet die Seele.
Ein neuer Traum neues Gl?ck!
Ein vollst?ndiger Atheist steht auf der vorletzten Stufe zum vollst?ndigsten Glauben.
Einem wirklich Gottlosen bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht begegnet. Statt seiner bin ich nur dem Ruhelosen begegnet.
Einen vollkommen harmonischen Menschen gibt es fast ?berhaupt nicht, unter Zehntausenden, vielleicht aber auch unter vielen Hunderttausenden findet man je einen, und selbst die in ziemlich schwachen Exemplaren.
Einer Leidenschaft verfallen ist oft schlimmer als in Gefangenschaft geraten.
Einsamkeit und Faulheit liebkosen die Phantasie.
Erf?llt selbst, was ihr verk?ndet, und alle werden euch folgen.
Es gibt Gesichter, die jedes Mal, wenn sie auftauchen, wieder etwas Neues mitbringen, etwas, das man bis dahin noch nicht an ihnen bemerkt hat, auch wenn man ihnen hundertmal begegnet ist.
Es gibt kein Gl?ck im Wohlstand, durch Leiden wird das Gl?ck erkauft.
Es gibt nichts Schwereres im Leben als offenen Freimut und nichts Leichteres als Schmeichelei.
Es gibt nichts Unertr?glicheres, als wenn ein Mensch schon ungl?cklich ist und ihm dann hundert Freunde sofort noch erkl?ren, wie dumm er gehandelt hat.
Es gibt sittliche Ideen. Sie erwachsen aus dem religi?sen Gef?hl, aber mit der Logik allein sind sie niemals zu rechtfertigen.
Es ist bedauerlich, dass man den Kindern heute alles erleichtern will, nicht nur jedes Lernen, jede Aneignung von Kenntnissen, sondern selbst das Spiel, und die Spielsachen sollen dazu beitragen.
Es ist doch so, dass wir, indem wir selbst besser werden, auch das Milieu verbessern.
Es ist schwer f?r den Menschen, bei jeder S?nde zu wissen, was daran s?ndhaft ist und was nicht: Darin liegt ein Geheimnis, das ?ber Menschenverstand geht.
Es ist ungemein wichtig und n?tzlich, selbst in einem kleinen Wirkungskreis als gutes Beispiel zu wirken, denn auf diese Weise beeinflusst man Dutzende und Hunderte von Menschen.
Es m?sste doch so sein, dass jeder Mensch wenigstens eine Stelle h?tte, wo man auch mit ihm Mitleid h?tte.
