Zitat von Jean De La Bruyere


In der Freundschaft' vertraut man ein Geheimnis an, in der Liebe entwischt es einem.
In der Gesellschaft gibt die Vernunft am ersten nach. Die Verständigsten lassen sich oft vom wunderlichsten Narren lenken.
In der Jugend legen wir für das Alter zurück, im Alter sparen wir für den Tod. Der verschwenderische Erbe zahlt für ein großartiges Begräbnis und verzehrt den Rest.
In der Kirchgemeinde zahlt man höhere Gebühren für eine Hochzeit als für eine Taufe, und für eine Taufe mehr als für eine Beichte: Man könnte meinen, das sei eine Steuer auf die Sakramente, deren Wert damit festgelegt werde.
In ihrem Urteil über das Handeln, gleichgültig ob der großen oder der Geringen, lassen sich die Menschen vom Gelingen einnehmen, bezaubern und hinreißen, wenig fehlt, dass ein geglücktes Verbrechen ebenso gepriesen werde wie die Tugend selbst.
Ist das Leben unglücklich, so ist es mühselig zu ertragen, ist es glücklich, so ist es furchtbar, es zu verlieren. Beides kommt aufs Gleiche heraus.
Ist die Freiheit ein Gut für den Menschen, wenn sie so groß, so schrankenlos werden kann, dass er schließlich nur noch wünscht, weniger Freiheit zu haben?
Je mehr sich ein Weib dem Manne hingibt, desto enger hängt sich ihr Herz an ihn, während oft umgekehrt das des Mannes sich desto mehr ablöst.
Jedermann sagt von einem Gecken, dass er ein Geck sei, aber niemand wagt, es ihm offen zu erklären, er stirbt, ohne es zu wissen und ohne, dass es ihn jemand hätte entgelten lassen.
Jedes Vertrauen ist gefährlich, das nicht vollständig ist: Es gibt wenige Fälle, in denen man nicht alles sagen oder alles verheimlichen sollte.
Jemanden vergessen wollen, heißt: an ihn denken.
Jugend ist oft arm: Man hat noch nichts erworben oder noch nichts geerbt. Reichtum und Alter finden sich zu gleicher Zeit ein: So selten geschieht es, dass Menschen alles Gute auf einmal haben!
Junge Leute finden sich besser in die Einsamkeit als Greise, ihre Leidenschaften schaffen ihnen Unterhaltung.
Kaum hat eine Mode eine frühere verdrängt, so wird sie selber von einer neueren abgelöst, die wieder der folgenden weicht, die auch nicht die letzte sein wird: So flatterhaft und unbeständig sind wir.
Kein Handwerk ohne Lehrzeit.
Kein Weg ist zu lang für den, der langsam und ohne Eile vorwärts schreitet, kein lockendes Ziel liegt zu fern für den, der sich mit Geduld rüstet.
Langes Siechtum scheint zwischen Leben und Sterben gestellt, damit der Tod für die Sterbenden und für die Zurückbleibenden eine Erlösung bedeute.
Lässigkeiten ist bei lebhaften Frauen das Vorzeichen der Liebe.
Launenhaftigkeit ist bei den Frauen der Schönheit als Gegengift eng gesellt, damit die Männer, die ohne dieses Heilmittel nicht von ihr genesen würden, weniger zu Schaden kommen.
Liebe fängt mit Liebe an, und man kann von der stärksten Freundschaft nur zu einer schwachen Liebe kommen.
Liebe stirbt am Überdruss, und Vergessen geleitet sie zu Grabe.
Liebe und Freundschaft schließen sich gegenseitig aus.
Lieben ist eine Schwäche, davon genesen, ist oft auch eine Schwäche.
Liebhaberei ist nicht Geschmack für das Gute oder Schöne, sie ist eine Sucht nach dem Seltenen, nach dem, was einzig in seiner Art ist, ein Stolz auf das, was man selber hat und andere nicht besitzen.
Man begegnet selten völlig stumpfen und beschränkten Geistern, noch seltener überragenden und außergewöhnlichen. Die Mehrheit der Menschen schwebt zwischen diesen beiden Extremen.
Man betrügt niemals gutwillig.
Man braucht keine zwanzig Jahre zu warten, um die Menschen ihre Ansichten über die wesentlichsten Dinge und über Wahrheit ändern zu sehen, die ihnen völlig gewiss waren.
Man braucht sehr wenig inneren Gehalt für die Feinheit des Betragens, aber sehr viel für die des Geistes.
Man darf Menschen nicht wie ein Gemälde oder eine Statue nach dem ersten Eindruck beurteilen, die haben ein Inneres, ein Herz, das ergründet sein will.
Man darf sich die nicht zum Feind machen, die bei näherer Bekanntschaft unsere Freunde werden könnten.
Man denkt nicht immer gleichmäßig über denselben Gegenstand: Vorliebe und Verdruss wechseln rasch.
Man fürchtet das Alter, ohne, dass man weiß, ob man alt werden wird.
Man hofft, alt zu werden, und fürchtet sich doch davor: Das heißt, man liebt das Leben, und flieht den Tod.
Man ist geselliger und umgänglicher durch das Herz als durch den Geist.
Man ist so wenig Herr darüber, immer zu lieben, wie man es in der Gewalt hatte, nicht zu lieben.
Man kann es auf zweierlei Art zu etwas bringen: Durch eigenes Können oder durch die Dummheit der anderen.
Man kann jemandes Vertrauen genießen, ohne sein Herz zu besitzen. Wer das Herz besitzt, bedarf keiner vertraulichen Eröffnungen, ihm ist nichts verschlossen.
Man kann noch immer aus Gewohnheit miteinander verkehren und sich mit Worten sagen, dass man sich liebe, wenn das Benehmen schon längst erkennen lässt, dass man sich nicht mehr liebt.
Man kann von Schönheit ergriffen werden, die so vollkommen und so strahlend ist, dass man nichts weiter wünscht, als sie anzusehen oder mit ihr zu sprechen.
Man kommt in der Freundschaft nicht weit, wenn man nicht bereit ist, kleine Fehler zu verzeihen.
Man lebt nicht lange genug, um aus seinen Fehlern zu lernen. Sie begleiten uns das ganze Leben hindurch, und nach allem Irren bleibt uns schließlich nur übrig, gebessert zu sterben.
Man mag in der Liebe empfindlich sein, man verzeiht in ihr doch mehr Fehler als in der Freundschaft.
Man möchte dem, was man liebt, gern das Beste oder, falls das nicht geht, das Schlimmste antun.
Man muss einzig danach trachten, richtig zu denken und zu sprechen, ohne die anderen für unseren Geschmack und unsere Ansichten gewinnen zu wollen, denn dies ginge über unsere Kraft.
Man muss lachen, ehe man glücklich ist, aus Furcht, man könnte sterben, ohne gelacht zu haben.
Man muss mit dreißig Jahren daran denken, sich ein Vermögen zu schaffen, mit fünfzig hat man es noch nicht zusammen, man baut im Alter, und man stirbt, wenn Maler und Glaser im Haus sind.
Man muss schon jeglichen Geistes bar sein, wenn Liebe, Bosheit und Not ihn nicht wecken.
Man muss um die Gunst derer, denen man wohl will, weit mehr werben, als um die Gunst derer, von denen man Wohlwollen erwartet.
Man öffnet jeden Morgen sein Geschäft und legt die Waren aus, um seine Kunden zu betrügen, und man schließt am Abend, nachdem man den ganzen Tag über betrogen hat.
Man schreibt nur, um verstanden zu werden, aber wenn man einmal schreibt, muss man dem Verständnis auch Schönes darbieten.
Man sollte meinen, dass man eigentlich nur über lächerliche Dinge lachen könne, gleichwohl trifft man Leute, die über lächerliche wie ernste Dinge lachen.
Man sollte seine Arbeit gern denen vorlesen, die genug davon verstehen, um sie zu verbessern und zu schätzen.
Man stirbt nur einmal, und doch spüren wir die Gegenwart des Todes in jedem Augenblick unseres Lebens, ihn fürchten, ist schlimmer, als ihn erleiden.
Man verkürzt und erspart sich unzählige Auseinandersetzungen, wenn man von bestimmten Leuten annimmt, sie seien unfähig, vernünftig zu reden, und alles verwirft, was sie sagen, gesagt haben und sagen werden.
Man verscherzt sich alles Vertrauen im Herzen der Kinder und jede Möglichkeit, ihnen etwas zu sein, wenn man sie wegen Vergehen straft, die sie nicht begangen haben, oder auch wenn man leichte Fehler streng ahndet.
Man verzeiht Fehler in der Liebe leichter als in der Freundschaft.
Manche Frau entgeht der Koketterie durch ihre starke Liebe zu einem einzigen Mann - und gilt als Törin wegen ihrer schlechten Wahl.
Manche Frau versteht ihren Mann so gründlich zu verdrängen und im eigenen Hause zu begraben, dass draußen in der Welt kein Mensch von ihm spricht: Lebt er noch? Lebt er nicht mehr? Man weiß es nicht.
Manche Frauen haben ihr ganzes Leben hindurch eine doppelte Bindung aufrechtzuerhalten, die gleich schwer zu lösen und zu verschleiern ist, bei der einen fehlt nur der Vertrag, bei der anderen das Herz.
Manche Frauen verteilen ihre Gaben zugleich an Klöster und Liebhaber: Buhlerisch und mildtätig wie sie sind, haben sie oft nahe am Altar Kirchenstuhl und Betplatz, wo sie Liebesbriefe lesen, ohne, dass jemand bemerkt, dass sie nicht zu Gott beten.
Manche Leute tragen drei Namen, als fürchteten sie sich, keinen zu besitzen.
Manche Menschen bringen ein langes Leben damit hin, sich gegen die einen zu wehren und den anderen zu schaden, und sie sterben alt und verbraucht, nachdem sie ebenso viel Übel angerichtet wie ausgestanden haben.
Manche sprechen einen Augenblick, bevor sie denken.
Manchen bringen lange Reisen vollends ins Verderben und um die letzte Spur von Religion.
Manchen Leuten fällt es leichter, unzählige Tugenden zu gewinnen, als einen einzigen Fehler abzulegen.
Manchen Menschen verhilft die Mittelmäßigkeit ihres Geistes zur Weisheit.
Männer und Frauen stimmen in ihrem Urteil über das Verdienst einer Frau selten überein: Ihre Interessen sind zu verschieden.
Menschen, die ihre Zeit schlecht verwenden, sind die ersten, die sich über deren Kürze beklagen.
Menschlich gesprochen hat auch der Tod sein Gutes: Er setzt dem Alter ein Ziel.
Missachtung des Verdienstes und Bewunderung der Torheit entspringt der gleichen Gesinnung.
Mit geliebten Menschen zusammen sein: Mehr braucht es nicht, träumen, mit ihnen sprechen, nicht sprechen, an sie denken, an die gleichgültigsten Dinge denken, aber in ihrer Nähe alles gilt gleich.
Monsieur bezahlt die Köche, man ist aber immer bei Madame zu Gast.
Nach der Pracht oder Ärmlichkeit des Wagens achtet man die Leute oder behandelt man sie geringschätzig.
Nachäffen kann gefährlich werden.
Nächst der Urteilskraft sind Diamanten und Perlen die größte Seltenheit auf Erden.
Neid und Hass sind stets beisammen und steigern sich gegenseitig, sie sind nur dadurch zu unterscheiden, dass dieser sich auf die Person, jener auf Stand und Stellung richtet.
Nicht alle Fremden sind Barbaren und nicht alle unsere Landsleute gesittete Menschen.
Nichts ähnelt echter Überzeugung mehr als beschränkter Starrsinn: Darum gibt es Parteien, Cliquenwesen, Ketzerei.
Nichts bringt einen Menschen plötzlicher in Mode und zu schnellerem Ansehen als Spielen um hohe Einsätze: Das gilt für alle, vom Pair bis zum Lumpenpack
Nichts erfrischt unser Blut so sehr, wie wenn es uns gelungen ist, eine Dummheit zu vermeiden.
Nichts fällt der Leidenschaft leichter, als sich über die Vernunft hinwegzusetzen: Ihr wahrer Triumph ist der Sieg über die Selbstsucht.
Nichts gleicht mehr herzlicher Freundschaft als Verbindungen, die wir im Interesse unserer Liebe pflegen.
Nichts hält länger als ein bescheidenes Vermögen, von nichts sieht man so leicht das Ende ab wie von einem großen.
Nichts ist niedriger und dem Pöbel gemäßer, als in hochtrabenden Worten von Leuten zu sprechen, von denen man vor ihrem Aufstieg sehr bescheiden dachte.
Nichts ist schlimmer für den Erfolg, als im Leben völlig unbekannt zu sein.
Nichts macht einem Fürsten mehr Ehre als die Bescheidenheit seiner Günstlinge.
Nichts möchten die Menschen lieber erhalten und nichts schonen sie weniger als ihr Leben.
Nichts zeigt besser, wie wenig in Gottes Augen Reichtum, Geld, große Besitzungen und andere Güter bedeuten, die er den Menschen gewährt, als die Art, wie er sie verteilt, und die Gattung Menschen, die am besten damit versehen ist.
Niemand tut Gelübde und unternimmt Wallfahrten, um von einem Heiligen einen sanfteren Geist, ein dankbareres Gemüt, ein gerechteres, weniger boshaftes Wesen, Heilung von Eitelkeit, Wankelmut und Spottsucht zu erbitten.
Nur an sich und die Gegenwart denken: ein Quell des Irrtums in der Staatskunst.
Nur wer Gutes tut, verdiente unseren Neid, wenn uns nicht eine bessere Wahl bliebe: noch besser zu handeln, das ist eine süße Rache an denen, die uns zu solcher Eifersucht reizen.
Oft fehlt einem alten Liebhaber gegenüber einer Frau, die ihn fesselt, nur der Titel Ehemann, das ist viel wert, denn ohne diesen Umstand wäre er längst verloren.
Parteigeist erniedrigt die größten Menschen auf die Stufe des Volkes.
Pflicht der Richter ist es, Recht zu sprechen, ihr Handwerk, die Rechtsprechung aufzuschieben. Manche kennen ihre Pflicht und üben ihr Handwerk.
schließt das Gesetz, das einen Menschen zu töten verbietet, in dies Verbot nicht zugleich Eisen, Gift, Feuer, Wasser, Hinterhalt, offene Gewalttätigkeit mit ein, kurz, all die Mittel, die dazu dienen könnten, einen Menschen zu töten?
Schlüpfrige Geister gibt es genug, schmähsüchtige oder satirische in noch größerer Zahl, die feinsinnigen sind selten.
Schönen Mädchen stößt es oft zu, dass sie ihren schlecht behandelten Liebhabern durch hässliche oder alte oder unwürdige Ehegatten Genugtuung geben.
Sehr wenige Frauen haben Grundsätze. Die meisten werden nur von ihrem Herzen geleitet, und ihre Tugend hängt von der Gesinnung ihrer Liebhaber ab.
Sei doch unverschämt, dann wirst du Erfolg haben!
Seine kleinsten Vorzüge kann man nicht schnell genug entdecken, mit seinen Gebrechen hat man es nicht so eilig.
Seinen Feinden etwas nachsagen, was nicht wahr ist, und lügen, um sie in Verruf zu bringen, heißt, sich selber Unrecht tun und ihnen ein großes Übergewicht verschaffen.
Sich bei seiner Arbeit nicht beraten noch verbessern zu lassen, zeugt von pedantischem Geist.
Sich pudern und schminken ist gewiss ein geringeres Vergehen, als das Gegenteil von dem sagen, was man denkt.
So mancher, der draußen in der Welt durch große Talente bekannt, angesehen und allgemein beliebt ist, hat seinen Angehörigen keine Achtung abnötigen können und gilt als ein unbedeutender Mensch im eigenen Haus.
So nah verwandt Eifersucht und Nacheiferung scheinen, sie stehen doch in einem Abstand wie Laster und Tugend.
Sollte man nicht die Kunst entdecken können, die Liebe der eigenen Frau zu gewinnen?
Spottsucht ist oft Armut an Geist.
Sprachen sind der Schlüssel oder Eingang zur Gelehrsamkeit, nichts weiter.
Tausend Leute stürzen sich durch das Spiel ins Verderben und sagen euch dabei ganz trocken, sie könnten ohne Spielen nicht leben: Was ist das für eine Entschuldigung!
Trotz unserer reinen Sprache, trotz unserer großen Gesuchtheit in der Kleidung, trotz gepflegter Sitten, trefflicher Gesetze und weißer Hautfarbe sind wir in den Augen mancher Völker Barbaren.
Über Leute von Geist zu lachen, ist das Vorrecht der Dummköpfe. Sie sind in der Welt, was die Narren am Hofe: Ihr Spott hat keine Bedeutung.
Um ein Intrigant zu sein, braucht man Geist.
Um Gut und Vermögen läuft man sich nicht so die Beine ab wie um nichtige Lockungen der Laune.
Um zu hohen Würden zu gelangen, gibt es die große gebahnte Straße, es gibt auch krumme Feldwege: Diese sind die kürzeren.
Unbeständig ist eine Frau, die zu lieben aufhört, leichtfertig, die schon einen anderen liebt, flatterhaft, die nicht weiß, ob sie liebt und wen sie liebt, gleichgültig, die nichts liebt.
Unter allen Mitteln, sein Glück zu machen, ist das kürzeste und beste das: die Leute klar erkennen zu lassen, dass es in ihrem Interesse liege, euch Gutes zu erweisen.
Unter einer Willkürherrschaft gibt es kein Vaterland, andere Dinge treten an seine Stelle: Eigennutz, Ruhm, Fürstendienst.
Unzweifelhaft ist eine Frau, die leidenschaftlich schreibt, auch selber leidenschaftlich, ob sie eine echte Neigung empfindet, ist nicht so sicher zu entscheiden.
Vom Hass ist es ein kleinerer Schritt zur Freundschaft als von der Abneigung.
Von boshaften Gemütern braucht man Sanftmut und Nachgiebigkeit nicht erst zu fordern, sie fehlt ihnen nie, sie dient ihnen als Falle, die Einfältigen zu fangen, und gestattet ihnen, ihre Schliche umso wirksamer zu üben.
Wahre Freigebigkeit besteht nicht darin, viel zu geben, sondern zur rechten Zeit zu geben.
Während die Menschen ihre Pflichten lässig erfüllen, machen sie sich ein Verdienst oder besser einen Ruhm daraus, Dinge mit Eifer und Hingabe zu tun, die sie nichts angehen und weder ihrem Stand noch ihrem Charakter angemessen sind.
Was ist eine größere Schande: eine Stelle nicht zu erhalten, die man verdient, oder in eine berufen zu werden, die man nicht verdient?
Was man am meisten ersehnt, erfüllt sich nicht, und wenn es eintrifft, dann nicht zu der Zeit noch unter den Umständen, wo es die größte Freude bereitet hätte.
Was man verschwendet, nimmt man den Erben weg, was man geizig erspart, entzieht man sich selbst. Die Mitte halten, heißt, gerecht sein gegen sich wie die anderen.
Was tun die Menschen nicht alles um der Religion willen, von der sie so wenig überzeugt sind und deren Vorschriften sie so schlecht befolgen.
Welch großer Kunst bedarf es, natürlich zu wirken!
Welch nützliche, löbliche Sitte, ein Drittel der Mitgift, die eine Frau zubringt, für den Hochzeitsaufwand zu verschwenden!
Wenig sprechen, reut selten, zu viel reden, reut oft: alltägliche, abgenutzte Lebensregel, die jedermann kennt, aber niemand befolgt.
Wenige erinnern sich daran, dass sie einmal jung gewesen sind, und wie schwer es ihnen fiel, keusch und mäßig zu sein.
Wenige Frauen sind so vollkommen, dass der Mann nicht wenigstens einmal am Tag bereute, eine Frau zu haben, oder den glücklich priese, der keine hat.
Wenn Adel Tugend ist, so geht er durch all das verloren, was der Tugend widerspricht, ist es nicht Tugend, taugt er wenig.
Wenn alles Materie ist und wenn das Denken in mir, wie in allen übrigen Menschen, nur eine Wirkung der Anordnung der Materieteilchen ist, wer hat dann andere Vorstellungen als die von stofflichen Dingen in die Welt gebracht?
Wenn das uns reich macht, dessen wir nicht bedürfen, dann ist der Weise ein sehr reicher Mann. Und wenn uns all das, was wir wünschen, arm macht, so schmachten der Ehrgeizige und der Habsüchtige in äußerster Armut.
Wenn das Volk in Bewegung gekommen ist, so begreift man nicht, wie es wieder zur Ruhe kommen kann, und wenn es sich friedlich verhält, so versteht man nicht, wie es diese Ruhe zu verlieren vermag.
Wenn der Mensch über sich selbst erröten könnte, wie viele böse Taten, verborgene und öffentlich bekannte, würde er sich ersparen.
Wenn der Reiche spricht und von Wissenschaft spricht, so müssen die Gelehrten oftmals schweigend zuhören und Beifall zollen, wenn sie nicht als gelehrte Pedanten gelten wollen.
Wenn die Armut die Mutter der Verbrechen ist, so ist der Mangel an Geist ihr Vater.
Wenn die Zahl der guten Schriftsteller gering ist: Wo sind die Leser, die Geschmack und Urteil haben?
Wenn du genau darauf achtest, welche Leute nicht zu loben vermögen, nur immer tadeln, mit niemandem zufrieden sind, so wirst du bemerken, es stets die sind, mit denen niemand zufrieden ist.
Wenn ein Teil des Menschen stürbe, der andere nicht, wäre das Sterben eine unerträgliche Trübsal.
Wenn ein Werk deinen Geist erhebt und dir edle, beherzte Gefühle einflößt, so suche nicht erst nach einem anderen Maßstab des Urteils, dann ist es gut und von der Hand eines tüchtigen Meisters.
Wenn eine hässliche Liebe erweckt, muss solche Leidenschaft maßlos heftig sein, denn nur eine ungewöhnliche Schwäche ihres Liebhabers oder geheimere, unwiderstehliche Reize als die der Schönheit können ihre Ursache werden.
Wenn es ein Glück ist, von guter Herkunft zu sein, so ist es kein geringeres, so geartet zu sein, dass man nicht danach fragt, ob ihr es seid oder nicht.
Wenn es schon zu viel ist, die Sorge für eine Familie zu tragen, wenn es schon schwer genug fällt, für sich allein zu haften: Welches Gewicht, welche Last bedeutet erst ein Königreich.
Wenn es so gewöhnlich ist, dass wir uns von seltenen Dingen lebhaft ergriffen fühlen, warum nicht von der Tugend?
Wenn es weniger Leichtgläubige gäbe, so würde es auch weniger pfiffige, gewitzte Schlauköpfe geben, die dadurch ihre Eitelkeit befriedigen und ihr Ansehen erhöhen, dass sie ihr Leben lang andere zu betrügen pflegten.
Wenn jemand in Ungnade fällt, so erlöschen Hass und Neid, wer uns nicht mehr durch die Gunst, die er genießt, erbittert, kann ruhig recht tun: Es gibt kein Verdienst, keine Tugend, die man ihm nicht verziehe. Er dürfte ungestraft ein Held sein.
Wenn Kenntnisse und Lebensklugheit sich in einer Person vereint finden, frage ich nicht nach dem Geschlecht: Ich bewundere.
Wenn man bei gewissen Menschen, deren Unterstützung man braucht, ohne Erfolg alles Mögliche versucht hat, sie für sich zu gewinnen, bleibt als letztes Mittel nur übrig, sich nicht mehr um sie zu bemühen.
Wenn man Bücher von Leuten liest, die für eine Partei oder einen Klüngel schreiben, muss man die Unannehmlichkeit in Kauf nehmen, dass man darin nicht immer die Wahrheit findet.
Wenn man geliebten Menschen Geschenke gemacht hat, so kommt, was auch geschehen mag, nie wieder eine Gelegenheit, bei der man sich seiner Wohltaten erinnern dürfte.
Wenn man recht bedächte, was in der täglichen Unterhaltung an Langweiligem, Leerem und Kindischem gesagt wird, so würde man sich schämen, zu sprechen oder zuzuhören, oder sich vielleicht zu dauerndem Stillschweigen verdammen.
Wenn man sich manchmal stellt, als erinnere man sich gewisser Namen nicht, die man für zu gewöhnlich hält, und wenn man sie beim Aussprechen bewusst verstümmelt, so ist die hohe Meinung daran schuld, die man vom eigenen Namen hat.
Wenn uns Höherstehende kühl oder unhöflich behandeln, so hassen wir sie, doch ein Gruß oder Lächeln versöhnt uns rasch mit ihnen.
Wer anders denkt als die Allgemeinheit und sich gegen die anerkannten Ordnungen auflehnt, müsste tiefere Kenntnisse haben als die anderen, klare Einsichten besitzen und über Beweise verfügen, die jeden Zweifel ausschlössen.
Wer das Gegenteil von Gerüchten, die über Ereignisse oder Personen in Umlauf sind, annimmt, trifft oft den wahren Sachverhalt.
Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.
Wer einen Tag gelebt hat, hat ein Jahrhundert gelebt: Dieselbe Sonne, dieselbe Erde, dieselbe Welt, dieselben Empfindungen nichts gleicht dem Heute so sehr wie das Morgen.
Wer für andere bittet, hat die Zuversicht eines Menschen, der Gerechtigkeit fordert, wenn man dagegen für sich selbst spricht, so ist man verlegen und verschämt wie einer, der um Gnade bittet.
Wer in einem Staat Neuerungen vornehmen will, hat den Zeitpunkt weit mehr zu bedenken als den Inhalt der Veränderungen.
Wer meint, er sei nicht zum Glück geboren, könnte doch wenigstens am Glück seiner Freunde oder Angehörigen teilhaben. Aber Missgunst raubt ihm auch diese letzte Möglichkeit.
Wer sich in seiner Kunst auszeichnet und ihr die ganze Vollendung verleiht, derer sie fähig ist, der erhebt sich gewissermaßen über sie und wird dem Edelsten und Erhabensten gleich.
Wer wenig spricht, hat nur Vorteil davon: Jeder vermutet, er habe Geist, und wenn er wirklich geistvoll ist, denkt man, er sei ein ganz besonderer Kopf.
Wer, ohne uns hinreichend zu kennen, schlecht von uns denkt, fügt uns kein Unrecht zu: Was er tadelt, sind gar nicht wir, sondern das Trugbild seiner Phantasie.
Wie man auch darüber denken mag, was uns nach dem Tode erwartet, Sterben bleibt ein ernstes Ding: Dazu schickt sich nicht Scherzen, sondern Standhaftigkeit.
Wie schlecht stimmen Geist und Herz zusammen! Der Philosoph lebt ohne Selbstbeherrschung trotz all seiner Grundsätze, und der Staatsmann, voll von Plänen und Überlegungen, weiß sich selbst nicht zu lenken.
Wie schwer ist es, mit jemandem zufrieden zu sein.
Wie unsere Zuneigung zu Menschen wächst, denen wir Gutes tun, so unser Hass gegen die, welche wir sehr beleidigt haben.
Wie viele Freunde, wie viele Verwandte erstehen dem neuen Minister über Nacht!
Wie viele Gaben des Himmels braucht es dazu, ein guter Herrscher zu sein!
Wie viele Jahrhunderte sind verflossen, ehe die Menschen den Wissenschaften und in den Künsten zum Geschmack der Alten zurückkehrten und endlich das Ein fache und Natürliche wieder zur Richtschnur nahmen.
Wie vielen Mädchen war eine große Schönheit zu nichts weiter dienlich, als sie auf ein großes Vermögen hoffen zu lassen!
Wie wenig Gehalt hat der Mensch doch in sich selber, da eine Ungnade oder Kränkung dazu nötig ist, ihn menschlicher, umgänglicher, milder und gesitteter zu machen.
Will man geachtet werden, muss man unter Menschen leben, die man achten kann.
Wir lieben nur einmal wahrhaft: das erste Mal, später lieben wir nicht mehr so willenlos.
Wir sind so von uns selbst erfüllt, dass alles sich auf uns beziehen muss: Wir möchten gesehen und gegrüßt werden, selbst von Unbekannten, tun sie es nicht, so sind sie stolz, sie haben zu erraten, wer wir sind.
Wir stimmen den anderen nur zu, wenn wir eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen und uns empfinden.
Wo man geht und steht, trifft man schlechte Witzlinge, es wimmelt im ganzen Lande von Insekten dieser Art.
Woher kommt es, dass man im Theater so ungezwungen lacht und sich schämt zu weinen? Entspricht es weniger unserer Natur, sich vom Erbarmungswürdigen rühren zu lassen, als über das Komische in Lachen auszubrechen?
Zeit stärkt die Freundschaft, schwächt aber die Liebe.
Zu den Königen zu sprechen verstehen: Darin gipfelt vielleicht alle Klugheit und Geschmeidigkeit des Höflings.
Zwei ganz verschiedene Dinge behagen uns gleichermaßen: die Gewohnheit und das Neue.
Zwei völlig gegensätzliche Dinge machen uns voreingenommen: Gewohnheit und Neuheit.
Zwischen gutem Verstand und gutem Geschmack besteht derselbe Unterschied wie zwischen Ursache und Wirkung.
Am sichersten macht man Karriere, wenn man anderen den Eindruck vermittelt, es sei f?r sie von Nutzen, einem zu helfen.
An der Enth?llung eines Geheimnisses ist stets der schuld, der es jemandem anvertraut hat.
Anfang und Ende einer Liebe k?ndigen sich dadurch an, dass man sich scheut, mit dem anderen allein zu sein.
Auch der vornehmste Geist bleibt sich nicht gleich, er ist dem Wachsen und Abnehmen unterworfen.
Auch wer Geist hat, kann der L?cherlichkeit verfallen, aber er befreit sich wieder davon.
Aus der Physiognomie lassen sich keine festen Regeln f?r die Beurteilung des menschlichen Charakters herleiten: sie gestattet Vermutungen.
Aus Eitelkeit oder R?cksicht auf den Anstand tun wir oft, was wir aus Neigung oder Pflicht tun sollten, und tragen nach au?en das gleiche Benehmen zur Schau.
Aus Schwachheit hasst man einen Feind und m?chte sich an ihm r?chen, und aus Faulheit bes?nftigt man sich und r?cht man sich nicht.
Bedenkt man die Sch?nheit, die Jugend, den Stolz und die Verachtung jener Frau, so kann man nicht zweifeln, dass nur ein Held sie einmal zu entz?cken vermag. Nun hat sie ihre Wahl getroffen: ein kleines Ungeheuer ohne Geist.
Bei aller Tugend, F?higkeit und gutem Benehmen kann einer doch unertr?glich sein.
Bei einem Mensch, der seine Vernunft verloren hat, m?sste das Erste sein, dass er diesen Verlust empfindet, doch Wahnsinn vertr?gt sich nicht mit dieser Erkenntnis.
Bei manchen, die bei der Verteilung f?rstlicher Gunst nicht ber?cksichtigt wurden, fragt man: Warum vergisst man sie?, und w?rde doch, h?tte man sich ihrer erinnert, gefragt haben: Warum gerade die?
Bei vielen Leuten ist nur der Name etwas wert. Wenn man sie recht aus der N?he besieht, taugen sie weniger als nichts, nur aus der Ferne machen sie Eindruck.
Beim Anblick eines gewissen Elends empfindet man eine Art Scham, gl?cklich zu sein.
Bescheidenheit ist die letzte Raffinesse der Eitelkeit.
Bescheidenheit verh?lt sich zum Verdienst wie Schatten zu den Gestalten eines Gem?ldes: Sie erst geben Kraft und Relief.
Bezahlt man dem Schriftsteller das, was er denkt und schreibt? Und wenn er Bedeutendes denkt, zahlt man ihm entsprechend mehr? Wird er reich, wird er adlig durch treffliches Denken und Schreiben?
Da Unwissenheit bequem ist und keine M?he kostet, gebricht es ihr nicht an Anhang.
Das beste aller G?ter, wenn es ?berhaupt G?ter gibt, ist die Ruhe, die Zur?ckgezogenheit und ein Pl?tzchen, das man sein eigen nennen kann.
Das Duell ist der gl?nzendste Sieg der Mode und zugleich die Unsitte, wo ihre Tyrannei am st?rksten in Erscheinung getreten ist.
Das einzige Verbrechen, das die Fr?mmler kennen, ist die Unkeuschheit, besser gesagt, der Ruf oder Anschein der Unkeuschheit.
Das Leben ist ein Schlaf: Die Greise sind die Menschen, die den l?ngsten Schlaf getan haben sie beginnen erst zu erwachen, wenn es ans Sterben geht.
Das Leben ist eine Trag?die f?r die, die f?hlen, und eine Kom?die f?r die, die denken.
Das Merkmal geistiger Mittelm??igkeit ist die Sucht, immer etwas zu erz?hlen.
Das peinliche Verh?r ist eine bewundernswerte Erfindung, mit der vollkommensten Gewissheit, einen Unschuldigen von schwachem Naturell ins Verderben zu bringen und einen kr?ftig angelegten Schuldigen zu retten.
Das Rednerhandwerk gleicht in einer Hinsicht dem Kriegshandwerk: Das Wagnis ist gr??er als in anderen Berufen, doch man macht auch rascher sein Gl?ck.
Das Sch?ne verliert am falschen Platz, erst die angemessene Umgebung schafft Vollkommenheit, und die Vernunft bestimmt, 'was angemessen ist.
Das Treiben der Welt passt f?r die, welche H?fe und St?dte bev?lkern, die Natur ist nur f?r die geschaffen, die auf dem Lande wohnen, sie allein leben, nur sie wissen wenigstens, dass sie leben.
Das Verlangen, zu besitzen und seine Habe zu vergr??ern, l?sst den Menschen keine Ruhe. Die Galle schmerzt, der Tod kommt heran, und mit welkem Gesicht und altersschwachen F??en sagt man noch: Ach, mein Verm?gen, meine angelegten Gelder!
Das Volk versteht unter Beredsamkeit die F?higkeit, mit heftigem Geb?rdenspiel und laut schallender Stimme lange Zeit allein zu sprechen.
Das Wichtigste am Redner ist Redlichkeit, ohne sie ist er ein hohler Wortemacher.
Dass gewisse Leute im Guten nicht so weit gehen, wie sie k?nnten, liegt an ihrer schlechten Erziehung.
Dass man Menschen, die sich durch Ehrlichkeit, Uneigenn?tzigkeit und Redlichkeit auszeichnen, so ?berschw?nglich preist, gereicht weniger ihnen zum Lob als dem Menschengeschlecht zur Schande.
Dem, der sich mit Geduld wappnet, liegen keine Vorteile zu fern.
Den Mund auftun und beleidigen ist bei manchen Leuten eins.
Der Anstand, das r?cksichtsvolle Benehmen und die feine Lebensart von Leuten beiderlei Geschlechts geben mir keine schlechte Meinung von dem, was man die gute alte Zeit nennt.
Der Beherzte ist auf die Erf?llung seiner Pflichten ?hnlich bedacht, wie der Dachdecker sich vornimmt, ein Dach zu decken: Beide trachten nicht danach, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, und lassen sich doch durch die Gefahr nicht abschrecken.
Der Beweggrund allein bestimmt das Verdienstliche in den Handlungen der Menschen, und die Uneigenn?tzigkeit dr?ckt das Siegel der Vollkommenheit auf.
Der Ehrgeiz selbst heilt den Weisen vom Ehrgeiz: Er strebt nach so hohen Dingen, dass er sich nicht auf das beschr?nken kann, was Sch?tze nennt, Stellen, Gl?cksg?ter und Gunst.
Der Einf?ltige ist immer l?cherlich, das geh?rt zu seinem Charakter.
Der Eitle kommt auf seine Rechnung, ob er Gutes oder Schlechtes von sich redet, der Bescheidene spricht nicht von sich.
Der Geist verbraucht sich wie alle Dinge, die Kenntnisse sind seine Kost, sie n?hren und verzehren ihn.
Der gleiche kritische Sinn, der bewirkt, dass wir etwas Gutes schreiben, l?sst uns auch bef?rchten, es sei nicht gut genug, um lesenswert zu sein.
Der Hochherzige ist ?ber Beleidigung, Ungerechtigkeit, Schmerz und Spott erhaben, und w?re unverwundbar, wenn er nicht durch Mitgef?hl litte.
Der Hof ist wie ein Geb?ude aus Marmor erbaut, ich meine, dass er aus sehr harten, aber polierten Menschen besteht.
Der Kaufmann legt Proben vor, um von seiner Ware das Schlechteste zu verkaufen, mit Glanzpresse und Licht verdeckt er ihre M?ngel, damit sie gut aussieht.
Der Mensch neigt von Natur zur L?ge, die Wahrheit ist schlicht und schmucklos, er aber sucht falschen Schein und Schmuck.
Der Mensch scheint sich bisweilen selbst nicht zu gen?gen, Dunkel und Einsamkeit versetzen ihn in Unruhe, st?rzen ihn in grundlose Furcht und eitlen Schrecken, in solchen Augenblicken ist Langeweile noch das kleinste ?bel, das ihm widerfahren kann.
Der Schmeichler hat keine sehr hohe Meinung von sich und den anderen.
Der Sklave hat nur einen Herrn, der Ehrgeizige so viele, wie er braucht, um sein Gl?ck zu machen.
Der Stand der Schauspieler galt bei den R?mern f?r schimpflich, bei den Griechen f?r ehrbar. Und bei uns? Wir denken ?ber sie wie die R?mer und verkehren mit ihnen wie die Griechen.
Der Stumpfsinnige ist ein Dummkopf, der nicht spricht, das macht ihn ertr?glicher als den Dummen, der nicht schweigen kann.
Der Tod geht zwei Schritte hinter dir. N?tze den Vorsprung und lebe.
Der Tod kommt nur einmal, und doch macht er sich in allen Augenblicken des Lebens f?hlbar. Es ist herber, ihn zu f?rchten, als ihn zu erleiden.
Der Tod tr?gt uns den Gewinn ein, von den ?berlebenden gelobt zu wer den, oft ohne ein anderes Verdienst, als, dass wir nicht mehr leben.
Der Tod, welcher der Hinf?lligkeit zuvorkommt, erscheint zu g?nstigerer Zeit als der, welcher sie beendet.
Der Weise meidet zuweilen die Menschen, aus Furcht, sich zu langweilen.
Die Anmut ist dem Belieben unterworfen: Die Sch?nheit ist g?ltiger und weniger abh?ngig von Geschmack und Meinung.
Die besten Ratschl?ge enthalten etwas, was uns missf?llt, sie sind nicht unseres Geistes Kinder, mehr braucht es nicht, sie zun?chst einmal aus Eigend?nkel und Laune zu verwerfen, und sie danach nur aus Not oder nach reiflicher ?berlegung zu befolgen
Die Erfahrung lehrt, dass Weichlichkeit und Nachsicht gegen sich selbst und Hartherzigkeit gegen andere dasselbe Laster sind.
Die Extreme sind verderblich und gehen von Menschen aus, jeder Ausgleich ist gerecht und kommt von Gott.
Die Fehler der Toren sind oft so plump und so schwer vorauszusehen, dass sie die Klugen irreleiten und nur denen Vorteil bringen, die sie begehen.
Die feine Lebensart schlie?t nicht immer G?te, Billigkeit, Gef?lligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen ?u?erlich dar, wie er innerlich sein sollte.
Die Frauen binden sich an die M?nner durch die Gunst, die sie ihnen gew?hren, die M?nner werden durch ebendiese Gunstbeweise geheilt.
Die Frauen gehen in der Liebe weiter als die meisten M?nner, aber die M?nner sind gr??er in der Freundschaft.
Die Frauen missfallen einander wegen derselben Vorz?ge, durch die sie den M?nnern gefallen: Tausend Arten des Verhaltens, welche in diesen gro?e Leidenschaften entz?nden, erwecken unter jenen Abneigung und Widerwillen.
Die Frechheit der Quacksalber und ihre traurigen Erfolge kommen der Heilkunde und den ?rzten zugute: Diese lassen nur sterben, die anderen t?ten.
Die Gewissheit des Todes wird etwas gemildert durch die Ungewissheit seines Erscheinens, er ist eine unbestimmte Gr??e in der Zeit, die etwas vom Unendlichen an sich hat und von dem, was man Ewigkeit nennt.
Die gleiche Sache ist im Mund eines Menschen von Geist eine Naivit?t oder ein Witz, im Mund eines Einf?ltigen eine Dummheit.
Die gro?en Dinge setzen uns in Er staunen, und die geringen sto?en uns ab, man wird mit den einen und den andern vertraut durch die Gewohnheit.
Die gr??ten Dinge wollen ganz schlicht gesagt sein: Sie verlieren durch Emphase.
Die Kinder beginnen unter sich mit der Volksherrschaft, jeder ist Herr und Meister, aber sie kommen, wie es nat?rlich ist, nicht lange damit zurecht und gehen zur monarchischen Form ?ber: Einer zeichnet sich aus.
Die Kinder der G?tter entziehen sich den Gesetzen der Natur und bilden gleichsam die Ausnahme von der Regel.
Die Kinder kennen weder Vergangenheit noch Zukunft, und ? was uns Erwachsenen kaum passiert ? sie genie?en die Gegenwart.
Die Kinder w?rden ihre V?ter vielleicht mehr lieben und umgekehrt die V?ter ihre Kinder, wenn diese nicht Anspruch auf ein Erbe h?tten.
Die Kleinen dieser Welt sind manch mal mit tausend unn?tzen Tugenden beladen, sie haben keine Gelegenheit, sie zu bet?tigen.
Die Kritik ist oft genug keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk, wozu mehr Gesundheit als Geist, mehr Flei? als F?higkeit, mehr Gewohnheit als Begabung erforderlich ist.
Die Langeweile ist durch M??iggang in die Welt gekommen, sie tr?gt viel Schuld am menschlichen Hang nach Vergn?gen, Spiel, Unterhaltung, wer die Arbeit liebt, hat an sich selbst genug.
Die Laster entspringen einer Verderbtheit des Herzens, die Fehler einem Gebrechen des Temperaments, L?cherlichkeit einem Fehler des Geistes.
Die Leidenschaft tyrannisiert den Menschen, der Ehrgeiz aber h?lt in ihm die ?brigen Leidenschaften zur?ck und gibt ihm eine Zeit lang den Anschein aller Tugenden.
Die Leute von Geist tragen alle Wahrheiten und Ansichten im Keim in sich selbst, ihnen ist nichts neu, sie bewundern selten, sie stimmen zu.
Die Liebe, die allm?hlich und stufenweise w?chst, gleicht zu sehr der Freundschaft, als, dass sie eine heftige Leidenschaft w?re.
Die Liebe, die Pl?tzlich entsteht, heilt am schwersten.
Die Lust an der Kritik beraubt uns des Vergn?gens, selbst von den sch?nsten Werken lebhaft ergriffen zu werden.
Die M?nner sind schuld daran, dass die Frauen sich nicht lieben.
Die meisten Frauen urteilen ?ber Verdienst und gutes Aussehen eines Mannes nach dem Eindruck, den sie davon haben, und gestehen dem, f?r den sie nichts empfinden, kaum das eine noch das andere zu.
Die Menschen beginnen mit der Liebe, enden mit dem Ehrgeiz und befinden sich in einer ruhigeren Verfassung des Gem?ts oft erst, wenn sie sterben.
Die Menschen err?ten weniger ?ber ihre Laster als ?ber ihre Schw?chen und ihre Eitelkeit.
Die Menschen geben fast nichts auf die Tugenden des Herzens und verg?ttern die Gaben des K?rpers und des Geistes.
Die Menschen sind sehr eitel und hassen doch nichts mehr, als daf?r zu gelten.
Die Menschen sind zu sehr mit sich selbst besch?ftigt, als, dass sie Mu?e h?tten, die anderen zu ergr?nden und ihr Wesen zu erkennen.
Die Mode zu meiden, ist ebenso falsch, wie sie zu ?bertreiben.
Die reine Freundschaft gew?hrt einen Genuss, zu dem sich mittelm??ige Menschen nie zu erheben verm?gen.
Die Reue ?ber die schlechte Anwendung des verflossenen Lebens f?hrt die Menschen nicht immer dazu, die Zeit, die ihnen noch zu leben verg?nnt ist, besser zu nutzen.
Die Stadt ist in einzelne Gesellschaften geschieden, die kleinen Staaten gleichen, die ihre eigenen Gesetze, Br?uche, Sprache und Witzworte haben.
Die Sterbenden, die nur noch im Testament ihre Stimme erheben, k?nnen darauf rechnen, dass man auf ihre Worte wie auf Orakelspr?che h?rt: Jeder wendet und deutet sie auf seine Weise, das hei?t nach seinen W?nschen oder Interessen.
Die stoische Lehre ist ein Spiel mit Worten und ein Gebilde der Phantasie wie der platonische Staat.
Die Treulosigkeit ist sozusagen eine L?ge der ganzen Person.
Die Tugend hat den gro?en Vorzug, dass sie sich selber gen?gt und Bewunderer, Parteig?nger und G?nner entbehren kann.
Die Vernunft gleicht der Wahrheit: Es gibt nur eine.
Die vollendete Form der Neuigkeitskr?merei ist das hohle Geschw?tz ?ber Politik.
Die Welt ist voll von Leuten, die beim Vergleich, den sie zwischen sich und anderen anzustellen pflegen, stets zugunsten ihres eigenen Verdienstes entscheiden und demgem?? handeln.
Die Wesensart der Franzosen verlangt einen gewissen Ernst in der Person des Herrschers.
Du glaubst, du hast ihn hinters Licht gef?hrt. Wenn er sich aber nur so stellt, wer ist dann der gr??ere Narr, er oder du?
D?nkelhaft ist, wer sich bei mittelm??igen Verstandesgaben auf die Aus?bung einer geringf?gigen T?tigkeit, die er als Gesch?fte bezeichnet, etwas zugute h?lt.
Ehemals ?berlegte man gewissenhaft, ehe man heiratete.
Ein alter Liebhaber f?rchtet oder verachtet einen neuen Rivalen je nach dem Charakter der Person, der er huldigt.
Ein Autor muss mit gleicher Bescheidenheit Lob und Tadel seiner Werke hinnehmen.
Ein Autor strebt vergeblich danach, sich durch sein Werk Bewunderung zu verschaffen. Bisweilen bewundern es die Einf?ltigen, aber das sind eben Toren.
Ein bestrafter Schuldiger ist ein Exempel f?r den P?bel, ein unschuldig Verurteilter geht alle ehrbaren Leute etwas an.
Ein Buch schreiben, ist ein Handwerk, nicht anders wie eine Uhr anfertigen: Es geh?rt mehr dazu als blo? Geist, um ein Schriftsteller zu sein.
Ein Ehemann hat selten einen Nebenbuhler, den er nicht selbst einmal seiner Frau wie ein Geschenk von eigener Hand dargeboten h?tte.
Ein findiger Brauch, seiner Frau pr?chtige Hochzeitsgeschenke zu machen, die einen nichts kosten, weil man sie beim Goldschmied nur geliehen hat.
Ein Greis ist stolz, hochm?tig und von ungeselligem Wesen, wenn er nicht viel Geist besitzt.
Ein hochm?tiges und aufgeblasenes Wesen tr?gt in der Gesellschaft gerade das Gegenteil der erwarteten Achtung ein.
Ein Mann bewahrt das Geheimnis eines anderen besser als sein eigenes, eine Frau hingegen bewahrt ihr eigenes Geheimnis besser als ein fremdes.
Ein Mann ger?t in Wut gegen eine Frau, die ihn nicht mehr liebt, und tr?stet sich, eine Frau bleibt ruhiger, wenn sie verlassen wird, und ist lange untr?stlich.
Ein Mann, der nicht recht wei?, ob er zu altern beginnt, braucht bei der Begegnung mit einer jungen Frau nur ihre Augen und den Ton ihrer Stimme zu befragen, um sofort Bescheid zu wissen.
Ein Mensch mit gutem Witz ist eine seltene Ware.
Ein Mensch muss gro?e Tugenden besitzen, um bekannt oder bewundert zu werden, oder vielleicht gro?e Laster.
Ein Mensch von feiner Lebensart pflegt sich so zu benehmen, dass die anderen nach seinen Worten und seinem Verhalten mit ihm und mit sich selbst zufrieden sind.
Ein Mensch, der eine Zeitlang das Leben eines Intriganten gef?hrt hat, kann ohne Umtriebe nicht mehr bestehen: Jede andere Form des Daseins scheint ihm schal.
Ein Mensch, der in Mode ist, hat kurzen Bestand, denn die Moden wechseln.
Ein Mensch, der sich mit einem fremden Charakter bekleidet, verh?lt sich zu sich selbst, wenn er sein wahres Wesen wieder annimmt, wie Maske und Gesicht.
Ein Mensch, der viel Verdienst und Geist hat und daf?r bekannt ist, ist selbst mit ungestaltem Gesicht nicht h?sslich, mindestens wirkt er nicht h?sslich.
Ein Mensch, in Arbeit und M?he hart geworden und unerbittlich gegen sich selber, wird nur bei ?berragender Vernunft gegen andere nachsichtig sein.
Ein mittelm??iger Geist w?hnt, g?ttlich, ein bedeutender Geist glaubt, vernunftgem?? zu schreiben.
Ein Reich bl?ht, in dem die Interessen des Staates und die des F?rsten eines sind.
Ein schlechter Mensch hat nicht das Zeug zu einem gro?en Mann.
Ein sch?nes Gesicht ist die sch?nste Augenweide, und die s??este Harmonie ist der Ton der Stimme des Wesens, das man liebt.
Ein verst?ndiger Mann l?sst sich selbst nicht beherrschen, noch sucht er andere zu beherrschen, er will, dass einzig und allein und allezeit die Vernunft herrsche.
Ein wesentlicher Umstand bei der Gerechtigkeit, die man anderen schuldet, ist, dass man sie ihnen sogleich und ohne Aufschub widerfahren l?sst, sie auf sich warten lassen, ist Ungerechtigkeit.
Ein Witzwort als sein eigenes aus geben hei?t oft, es aufs Spiel setzen und durch eigene Schuld verlieren.
Eine Frau ist leicht zu beherrschen, wenn einem Mann daran gelegen ist. Ein Einziger kann sogar mehrere Lenken.
Eine Frau, f?r die wir einst eine tiefe Leidenschaft empfanden und die unsere Neigung unerwidert lie?, mag uns im sp?teren Leben die wertvollsten Dienste leisten, wir laufen immer Gefahr, undankbar zu sein.
Eine gefalls?chtige Frau l?sst nicht ab von der Begierde zu gefallen und von der hohen Meinung, die sie von ihrer Sch?nheit hat: Sie sieht die Zeit und die Jahre als etwas an, das blo? die anderen Frauen runzlig und h?sslich macht.
Eine gef?hllose Frau ist eine Frau, die den Mann, den sie lieben muss, noch nicht gesehen hat.
Eine pr?de Frau entgilt mit Haltung und Worten, eine sittsame Frau mit ihrem Wandel.
Eine sch?ne Frau ist liebenswert in ihrer nat?rlichen Erscheinung, sie verliert nicht, wenn sie nachl?ssiger gekleidet geht und ohne anderen Schmuck, als den ihr Sch?nheit und Jugend leihen.
Eine sch?ne Frau, die zugleich die Eigenschaften eines Mannes von Welt besitzt, ist der k?stlichste Umgang, den es gibt: In ihr finden sich Vorz?ge beider Geschlechter vereint.
Eine schwache Frau ist die, die sich einen Fehltritt, den man ihr nachsagt, selbst vorwirft, deren Herz mit der Vernunft im Streit liegt, die von der Liebe genesen m?chte, aber nie genesen wird oder erst sehr sp?t.
Eine unsinnige Sache, die trefflich enth?llt, wie unbedeutend wir sind, ist unsere Unterwerfung unter die Mode, soweit man sie auf Dinge ausdehnt, die den Geschmack, die Lebensf?hrung, die Gesundheit und das Gewissen betreffen.
Eine untreue Frau, von welcher der Betroffene wei?, dass sie es ist, ist nur untreu: Wenn er sie f?r treu h?lt, ist sie falsch.
Einige Dinge sind unertr?glich, wenn sie mittelm??ig sind: Poesie, Musik, Malerei und ?ffentliche Reden.
Einzig unsere Pflichten fallen uns schwer: Denn ihre Erf?llung betrifft nur, was uns zu tun auferlegt ist und tr?gt uns kein besonderes Lob ein, Lob aber ist die einzige Kraft, die uns zu edlen Handlungen antreibt und Ausdauer daf?r verleiht.
Eitelkeit oder Liebe heilen die Frauen von der Tr?gheit.
Eitelkeit und ?bertriebenes Selbstgef?hl lassen uns bei anderen einen Stolz uns gegen?ber vermuten, der bisweilen vorhanden sein mag, ihnen oft aber fremd ist, ein bescheidener Mensch leidet nicht an dieser Empfindlichkeit.
Eitles Beginnen, einen sehr dummen, aber sehr reichen Menschen l?cherlich machen zu wollen: Er hat die Lacher immer auf seiner Seite.
Ende der Liebe: F?hlbarer Beweis, dass der Mensch ein beschr?nktes Wesen ist und das Herz seine Grenzen hat.
Entbehren m?ssen, was man liebt, ist noch ein Gl?ck im Vergleich zu dem Zwang, mit dem zu leben, was man hasst.
Erkalten und Entfremdung in der Freundschaft haben ihre Ursachen. In der Liebe gibt es kaum einen anderen Grund, sich nicht mehr zu lieben, als, dass man sich zu sehr geliebt hat.
Erst wenn man einen Menschen vergessen hat, ist er richtig tot.
Es gibt auf der Welt nur zwei Arten vorw?rts zu kommen, entweder durch die eigene T?chtigkeit oder durch die Dummheit der anderen.
Es gibt ein Land, wo die Freuden sichtbar, aber falsch sind, und der Kummer verborgen, aber echt.
Es gibt Frauen, die ihr Geld mehr lieben als ihre Freunde, und ihre Liebhaber mehr als ihr Geld.
Es gibt f?r den Menschen nur ein wahres Ungl?ck: sich schuldig zu f?hlen und sich etwas vorzuwerfen zu haben.
Es gibt hohe Gedanken, edle und erhabene Taten, die wir weniger der Kraft unseres Geistes als der G?te unseres Wesens verdanken.
Es gibt kaum einen noch so vollkommenen und den Seinen unentbehrlichen Menschen, der nicht etwas an sich h?tte, das die Trauer um ihn mindert, wenn er einmal nicht mehr ist.
Es gibt kein Laster, das nicht eine tr?gerische ?hnlichkeit mit einer Tugend h?tte und diesen Vorteil nicht nutzte.
Es gibt Leute, die eine Sache so brennend und so entschieden w?nschen, dass sie aus Furcht, sie zu verfehlen, nichts zu tun vergessen, was den Erfolg verhindern muss.
Es gibt Leute, die es durch auff?lliges, ?berspanntes Wesen zu etwas bringen, sie schiffen und segeln auf einem Meer herum, auf dem andere l?ngst gescheitert w?ren, sie machen ihren Weg, obwohl sie alle Regeln des Erfolgs verletzen.
Es gibt mehr Beispiele von ma?loser Liebe als von vollkommener Freundschaft.
Es gibt mehr Werkzeuge als Arbeiter, und von diesen mehr schlechte als gute.
Es gibt Menschen, die einen Augenblick fr?her sprechen, als sie denken.
Es gibt nur eine Betr?bnis, die nicht vergeht, der Kummer um den Verlust von ?u?eren G?tern: Jeden anderen mildert die Zeit, diesen allein l?sst sie bitterer werden.
Es gibt sonderbare V?ter, deren ganzes Leben damit erf?llt ist, ihren Kindern Gr?nde zu verschaffen, sich ?ber ihren Tod zu tr?sten.
Es gibt ?bel im Staate, die man duldet, weil sie gr??eren ?beln vorbeugen oder sie verhindern.
Es gibt wenig allgemeine Regeln und kaum einen sicheren Ma?stab, gut zu regieren, man muss sich nach Zeit und Umst?nden richten, und dabei kommt es auf die Klugheit und den Weitblick der Herrschenden an.
Es gibt wenig geheime Liebschaften: Sehr viele Frauen kennt man nach dem Namen ihrer Ehegatten nicht besser als nach dem ihrer Liebhaber.
Es ist allein Frauen eigen, in ein einziges Wort eine ganze Empfindung zu legen und einen zarten Gedanken zart wiederzugeben.
Es ist besser, sich der Undankbarkeit auszusetzen, als den Ungl?cklichen unrecht zu tun.
Es ist der Ruhm oder das Verdienst einiger Menschen, gut zu schreiben, und das von anderen, gar nicht zu schreiben.
Es ist ebenso schwer, einen eitlen Menschen zu finden, der sein Gl?ck gro? genug glaubte, wie einen bescheidenen, der sein Missgeschick f?r unertr?glich hielte.
Es ist ebenso viel Tr?gheit wie Schw?che dabei, sich beherrschen zu lassen.
Es ist ein gro?es Ungl?ck, wenn man weder genug Geist hat, um zu reden, noch genug Urteilskraft, um zu schweigen.
Es ist eine ?bertriebene Zuversicht der Eltern, alles von der guten Erziehung ihrer Kinder zu erhoffen, und ein gro?er Irrtum, gar nichts davon zu erwarten und sie deshalb zu vernachl?ssigen.
Es ist gut, ein Philosoph zu sein, es bringt wenig Vorteil, daf?r gehalten zu werden.
Es ist in gewissem Sinn eine Ehre, wenn man jemandem zum Vorwurf macht, er verstehe sich nicht auf den Hof: Es gibt kaum eine Tugend, die man ihm damit nicht beilegte.
Es ist keine Schande und kein Fehler, wenn ein junger Mann eine ?ltere Frau heiratet: Er kann es aus Klugheit, aus Vorsicht tun.
Es ist schlimm, wenn man weder genug Verstand hat, um gut zu reden, noch genug Selbsterkenntnis hat, um zu schweigen.
Es ist sch?n, den Augen dessen zu begegnen, dem man soeben etwas geschenkt hat.
Es kommt manchmal vor, dass eine Frau einem Mann die volle Leidenschaft, die sie f?r ihn f?hlt, verheimlicht, w?hrend er selber die ganze Leidenschaft f?r sie, die er nicht empfindet, heuchelt.
Es kommt selten vor, dass einer sagen kann: Ich war ehrgeizig. Entweder ist man es gar nicht, oder man ist es immer. Aber es kommt eine Zeit, in der man eingesteht, dass man geliebt hat.
Es kostet beinahe nichts, um f?r stolz, unh?flich, arrogant, undankbar gehalten zu werden, noch weniger geh?rt dazu, in allem f?r das Gegenteil zu gelten.
Es kostet die Frauen wenig, auszusprechen, was sie nicht empfinden, es kostet die M?nner noch weniger, zu sagen, was sie empfinden.
Es kostet die Frauen wenig, zu sagen, was sie nicht f?hlen. Noch weniger aber kostet es die M?nner, zu sagen, was sie f?hlen.
Es scheint mir, dass man von Ort und Landschaft abh?ngt in Stimmung, Leidenschaft, Geschmack, Gef?hl und Geist.
Es scheint, dass jemand achten hei?t, sich ihm gleichstellen.

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