Zitat von Hildegard Von Bingen
Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten.
Jedwede Kreatur hat einen Urtrieb nach liebender Umarmung.
Kein Mensch würde seine Zither so schlagen, dass ihre Saiten springen.
Manche Männer sind, wenn sie ohne Frauen bleiben, ruhmlos wie ein Tag, der keine Sonne hatte.
Mitten im Weltenbau steht der Mensch. Denn er ist bedeutender als die übrigen Geschöpfe, die abhängig von jener Weltstruktur bleiben. An Statur ist er zwar klein, an Kraft seiner Seele jedoch gewaltig.
Nicht mit Drohworten sollst du auf deine Untergebenen einschlagen wie mit einer Keule. Mische vielmehr die Worte der Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit und salbe die Menschen mit Gottesfurcht.
Ohne die Frau könnte der Mann nicht Mann heißen, ohne Mann könnte die Frau nicht Frau genannt werden.
Trage Vorsorge für deinen Garten, den Gottes Gabe gepflanzt, und sei auf der Hut, dass seine Gewürzkräuter nicht verdorren. Schneide vielmehr das Faule von ihnen ab, wirf es weg - denn es erstickt das Wachstum - und bringe es so zum Blühen.
Wenn der Mensch das Rechte ergreift, verlässt er sich selbst, kostet die Tugend und trinkt. Er wird davon gestärkt, wie die Adern eines Trinkenden voll Wein werden.
Wenn der Mensch sein Fleisch mit Maßen nährt, dann ist auch sein Betragen fröhlich und umgänglich.
Wenn die Geizhälse nicht das kriegen, was sie wollen, fallen sie in eine Traurigkeit, aus der sie sich nicht leicht erheben können.
Wenn die Sonne ihre Strahlen verbirgt, zieht auch die Welt ihre Freude zurück.
Wer beim Erklettern eines Baumes zuerst nach dem höchsten Zweig greift, der wird zumeist in plötzlichem Sturze fallen. Wer aber bei der Wurzel aufzusteigen beginnt, der kommt nicht so leicht zu Fall, wenn er vorsichtig weitergeht.
Wer nicht sucht, der findet nicht. Der Strom fließt nicht zu den Menschen, die ihn zwar kennen, aber nicht zu ihm kommen wollen, sondern sie müssen zu ihm hinzu treten, wenn sie sein Wasser zu schöpfen begehren.
Auch in den Geschlechtsteilen des Menschen bl?ht die Vernunft, so dass ein Mensch wei?, was er zu tun und lassen hat. Daher hat er Genuss an diesem Werk.
Ausf?hrung Der Mensch sollte alle seine Werke zun?chst einmal in seinem Herzen erw?gen, bevor er sie ausf?hrt.
Da Gott dieses Werk vollendete, ?bergab Er dem Menschen die ganze Sch?pfung, damit er mit ihr wirken k?nne, und zwar in genau der gleichen Weise, wie Gott auch Sein Werk den Menschen gebildet hatte.
Das erste Keimen eines gerechten Verlangens fliegt durch die Seele wie der Wind, der Geschmack des guten Willens spielt in ihr wie die Luft, und die Vollendung vollkommener Werke gr?nt in ihr wie die Gr?nheit der Welt, die zu weiterer Reifung w?chst.
Das Firmament ist der Thron aller Sch?nheit, wie auch der Mensch seinen Thron hat, die Erde n?mlich.
Dein Geist gleicht einer Mauer, an der wechselnde Wolken vor?berziehen.
Dein Sch?pfer hat dir den besten Schatz gegeben, einen lebendigen Schatz: deinen Verstand.
Denn der Seele Freude ist es, im Leibe wirksam zu sein.
Der Mann besitzt mehr Schaffenskr?fte als die Frau. Die Frau aber ist ein Quell der Weisheit und der Freuden f?lle. Beides bringt der Mann zur Vollendung.
Der Mensch hat ja Himmel und Erde und die ganze ?brige Kreatur schon in sich selber und ist doch eine ganze Gestalt, und in ihm ist alles schon verborgen vorhanden.
Der Mensch soll nicht versuchen, den rechten Tugendweg ma?los zu wandeln.
Der Mensch sollte alle seine Werke zun?chst einmal in seinem Herzen erw?gen, bevor er sie ausf?hrt.
Der Mensch wei? wohl um das Gute, auch wenn er es nicht tut.
Der Sch?pfer des Alls, der die Erde zu einer Werkst?tte gemacht hat, hat die Seele auf sich zu geschaffen.
Der Seele haftet eine Erfahrung im Himmlischen wie im Irdischen an, und die Vernunft, die Himmlisches und Irdisches sp?rt, ist ihr eingegossen.
Des Mannes Leidenschaft gleicht einem Feuerwerk, das bald gel?scht und wieder entfacht wird, weil ein Brand, der fortw?hrend gl?hen w?rde, zu vieles verzehren m?sste.
Die Erde ist die Fleischesmaterie des Menschen. Sie n?hrt ihn mit ihrem Saft wie die Mutter ihre Kinder mit Milch.
Die Ewigkeit gleicht einem Rad, das weder Anfang noch Ende hat.
Die geschlechtliche Lust bei der Frau kann mit der Sonne verglichen werden, die milde und leicht und st?ndig die Erde mit ihrer warmen Glut durchdringt, auf, dass sie Fr?chte her vorbringe.
Die Gr?slein k?nnen den Acker nicht begreifen, aus dem sie sprie?en.
Die Liebe hat den Menschen erschaffen, die Demut hat ihn erl?st.
Die Liebe und die Vorsehung Gottes stimmen ganz und gar ?berein.
Die Seele entstammt der himmlischen Harmonie.
Die Seele spricht: Ich bin berufen, die Genossin der Engel zu sein, weil ich der lebendige Hauch bin, den Gott in den trockenen Lehm entsandte.
Die Spottsucht ist voll der Gottvergessenheit. Mit ihrem L?gengeb?ude versucht sie, die Wahrheit in St?cke zu rei?en.
Drei Pfade hat der Mensch in sich, in denen sich sein Leben t?tigt: die Seele, den Leib und die Sinne.
Du hast Augen, damit du sehen und alles ringsum ?berschauen kannst. Wo du Schmutz siehst, wasche ihn ab, was d?rr ist, lass gr?n werden, und sorge, dass deine Gew?rze schmackhaft sind.
Durch das Wort, das der Lebensquell selber ist, kam die umarmende Mutter liebe Gottes hernieder. Sie n?hrte uns zum Leben. Sie steht bei uns in der Gefahr.
Ein Zelt f?r den Willen ist im Herzen des Menschen das Gem?t. Die Erkenntnis, der Wille und alle Seelenkr?fte entsenden, je nach ihrer St?rke, ihren Hauch in dieses Zelt. Sie alle werden in ihm erw?rmt und verschmelzen miteinander.
Einzig der Mensch geht aufrecht einher und blickt mit seinem Antlitz empor zum Himmel, w?hrend die ?brigen Lebewesen zur Erde geneigt und dem Menschen unterworfen sind.
