Zitat von Marie Henri Beyle
In der Einsamkeit kann man alles erlangen ausgenommen Charakter.
In der Eitelkeit steckt ein gewisser Sporn: Ich will nicht, dass mein Widersacher es mir zuvortut, und eben an ihm messe ich meinen eigenen Wert. Ich will ihn ausstechen.
In der frühen Jugend gleicht die Liebe einem alles mit sich fortreißenden Strom, und man weiß, dass sich gegen ihn anzukämpfen nicht lohnt. Eine feinsinnige Frau von achtundzwanzig Jahren dagegen kennt sich genau.
In der gepflegten Liebe, vielleicht auch in den ersten fünf Minuten der leidenschaftlichen Liebe schätzt eine Frau den Geliebten mehr nach seinem Wert in den Augen anderer Frauen ein als dem in ihren eigenen.
In der leidenschaftlichen Liebe beruht das höchste Glück weniger in der Vereinigung als in dem letzten Schritt dazu.
In der Liebe kränkt der gar zu leichte Sieg unseren Stolz, überhaupt schlägt der Mensch den Preis dessen, das sich ihm von selbst anbietet, nicht sehr hoch an.
In einer hoch entwickelten Gesellschaft ist die Liebe aus Leidenschaft etwas genauso Natürliches wie die nur sinnliche Liebe bei den Wilden.
In Europa ernährt sich die Begierde von der Unterdrückung, in Amerika verkümmert sie unter der Freiheit.
In Frankreich ist ein junger Mann für die meisten Frauen so lange ohne Wert, bis sie einen Gecken aus ihm gemacht haben. Erst dann vermag er ihrer Eitelkeit zu schmeicheln.
In Frankreich sind die Männer, die ihre Frau verloren haben, traurig, die Witwen dagegen froh und zufrieden. Die Frauen haben sogar ein Sprichwort für diesen glückseligen Zustand. Also bedeutet die Ehe nicht für jeden dasselbe.
In Musikdingen wird sogar der vernünftigste Mann zum Schwärmer, weil er über das Warum der Gefühle keine Rechenschaft ablegen kann.
In Paris wird das höchste Lob für ein junges heiratsfähiges Mädchen in dem Satz zusammengefasst: Sie hat die sanfte Gemütsart eines Schäfchens und nichts macht größeren Eindruck auf einen dummen Freier.
In welchem Land der Erde sind die Ehen am glücklichsten? Unzweifelhaft im protestantischen Deutschland.
Je allgemeineres Wohlgefallen einer erregt, ein desto seichteres ist es.
Je berühmter und verlebter eine Tänzerin ist, desto höher steht sie im Kurs.
Je erhabener die Seele einer Frau veranlagt ist, desto himmlischere, dem Alltagsschmutz unerreichbare Freuden genießt ein romantisches Herz in ihren Armen.
Je höher gestimmt die Seele einer Frau, desto fürchterlicher ihre Ausbrüche.
Je mehr in einer Liebe die Wollust anstelle des Gefühls Platz greift, das zuerst das Zusammenleben beherrschte, desto leichter finden Wankelmut und Untreue Eingang.
Je sterblicher ein Mann verliebt ist, desto größere Überwindung kostet es ihn, die Hand der geliebten Frau zu fassen und ihren Zorn zu wagen.
Kinder herrschen durch Tränen, und wenn man diese nicht beachtet, tun sie sich absichtlich weh.
Lächerlichkeit verscheucht die Liebe.
Lieben ist die Wonne, ein liebenswertes und uns selbst liebendes Wesen mit allen Sinnen zu betrachten, zu berühren, zu fühlen.
Man braucht Einsamkeit, um sich seinem Herzen hinzugeben, um lieben zu können, aber man muss in der Gesellschaft zu Hause sein, wenn man Erfolg haben will.
Man führt immer das Herz ins Treffen, wenn man eine Dummheit gemacht hat.
Man muss einen prosaischen Ehemann haben und sich einen romantischen Liebhaber zulegen.
Mir jedenfalls wäre lieber, wenn mich meine Frau in einem plötzlichen Wutanfall einmal im Jahr zu erstechen versuchte, als, dass sie mir jeden Abend mit Missmut begegnete.
Nach den drei in der Kirche gesprochenen lateinischen Worten einem Manne ins Bett zu folgen, den man nur zweimal gesehen hat, ist entschieden schamloser, als sich willenlos einem Manne hinzugeben, den man zwei Jahre lang angebetet hat.
Nicht lieben, wenn man vom Himmel ein zur Liebe geschaffenes Herz erhalten hat, heißt sich und andere eines großen Glücks zu berauben. Es ist dasselbe, als ob ein Orangenbaum nicht blühen wollte, weil er fürchtete es sei sündig.
Nichts begünstigt das Entstehen einer Liebe mehr, als wenn ein eintöniges Leben durch einige selten stattfindende Bälle unterbrochen wird, gute Mütter, die Töchter zu vergeben haben, wissen das zu schätzen.
Nichts ist den Durchschnittsmenschen so verhasst wie Überlegenheit des Geistes: Hierin liegt der Ursprung des Hasses in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.
Nichts ist nachsichtiger, weil auch nichts glücklicher macht, als Aufrichtigkeit.
Nichts ist so spannend wie die Leidenschaft, weil in ihr alles überraschend geschieht und der Handelnde zugleich Opfer ist, nichts so fad wie die gepflegte Liebe, wo wie bei irgendeinem nüchternen Geschäft alles voller Berechnung steckt.
Nichts zerstört eine galante Liebe so sicher wie Anwandlungen von Leidenschaft beim Partner.
Ohne gewisse Schwankungen macht der Besitz einer geliebten Frau nicht glücklich, ja, wird er sogar unhaltbar.
Prüderie ist eine besondere Art von Geiz, und zwar die schlimmste, die es geben kann.
Rechtmäßig sind allezeit nur durch echte Leidenschaft geknüpfte Bindungen.
Schon ein kleiner Hoffnungsschimmer kann die Liebe erwecken. Mag die Hoffnung danach auf Tage wieder schwinden, die Liebe wird nicht mehr davon berührt.
Sehr empfindsame Herzen bedürfen des Entgegenkommens einer Frau, um Mut zur Kristallisation zu fassen.
Selbst eine völlig verschmähte Geliebte versetzt uns in Unruhe und weckt in unserem Herzen alle Zeichen der Leidenschaft, sobald wir merken, dass sie einen anderen Mann vorzieht.
Stets einen leisen Zweifel beruhigen, darin liegt das allzeit durstige Verlangen, darin liegt das Glück des Lebens in der Liebe. Weil diese Furcht nie aufhört, können ihre Freuden nie abstumpfen.
Treue nach der Erhörung lässt sich nur erwarten, sofern man sie trotz grausamer Zweifel, Eifersüchte und Lächerlichkeiten schon vor der Hingabe besaß.
Überlass einmal deiner Frau die Geschäfte mit den Verwaltern von zweien deiner Landgüter: Ich wette, deine Bücher werden genauer geführt werden als von dir selbst.
Um als Verbrecher glücklich zu sein, darf man wahrlich kein Gewissen haben.
Um echte Liebe in Paris zu finden, muss man schon zu den Klassen hinabsteigen, bei denen anstelle der Erziehung und Eitelkeit der Kampf ums tägliche Brot besser für die Erhaltung der Kräfte sorgt.
Verliebte spielen abends im Salon eine gar traurige Rolle, weil man bei Frau en nur ankommt und Eindruck macht, wenn man, sie zu gewinnen, ebenso überlegt vorgeht wie beim Billardspiel.
Von dem Augenblick an, da er liebt, sieht auch der klügste Mann kein Ding mehr, wie es wirklich ist.
Wahre Liebe macht den Gedanken an den Tod zu etwas Gewöhnlichem, Erträglichem, des Schreckens Barem, zu einem einfachen Gleichnis oder zu einem Preis, den man für gewisse Dinge gern bezahlt.
Weil Französinnen das Glück wahrer Leidenschaft gar nicht kennen, fällt ihnen auch nicht schwer, im Haushalt, im Alltag des Lebens ihr inneres Genügen zu finden.
Weinen ist gesteigertes Lachen.
Welchen ausgezeichneten Ratgeber findet der Mann in seiner Frau, wenn diese zu denken vermag!
Wenn das Herz von falscher Scham erfüllt ist und sie zu überwinden sucht, kann es nicht zugleich genießen. Der Genuss ist ein Luxus, um ihn auszukosten, bedarf es der Sicherheit, das heißt der Gewissheit, dass man keine Gefahr läuft.
Wenn die jungen Italienerinnen lieben, überlassen sie sich völlig dem natürlichen Gefühl. Höchstens, dass ihnen ein paar handfeste Lebenserfahrungen, die sie an den Türen erlauschen, zu Hilfe kommen.
Wenn man in der Liebe das Geld mit einander teilt, erhöht man die Liebe, wenn man welches schenkt, untergräbt man sie.
Wenn man von der geliebten Frau kommt, missfällt einem der Anblick jeder anderen Frau und bereitet den Augen geradezu Schmerzen. Ich weiß den Grund.
Wer die Frauen im Allgemeinen liebt, sollte aufpassen, nicht einer speziell zu verfallen.
Wer wird so vermessen sein, sich in eine Königin zu verlieben, ohne, dass sie ihn zuvor ermutigt?
Wir betrachten die Geliebte als unser Eigentum, weil nur wir allein sie glücklich machen können.
Wirkliche Natürlichkeit und Vertrautheit gibt es nur in der leidenschaftlichen Liebe, denn bei jeder anderen bleibt die Möglichkeit eines erfolg reicheren Nebenbuhlers bestehen.
Wollen heißt Mut haben und sich einer Schwierigkeit aussetzen, sich derart vorwagen heißt, das Glück versuchen, also spielen.
Andalusien geh?rt zu den sch?nsten Landschaften, die sich die Sinnenlust zur Bleibe w?nschen kann.
Anst?ndige Frauen haben eine Scheu vor Heftigkeiten und Unberechenbarkeiten, die indessen zum Wesen der Leidenschaft geh?ren, aber auch wo kein Ungest?m ihr Schamgef?hl verletzt, setzen sie sich zur Wehr.
Auch abgesehen von der Liebe neigen die Frauen dazu, sich ihrer Phantasie, ihren gewohnten Schw?rmereien zu ?berlassen, darum ?bersehen und vergessen sie die Fehler des Geliebten so rasch.
Auf einen Menschen, der sich erst emporarbeiten musste, macht der Rang eines anderen immer ein gro?en Eindruck.
Auf Madagaskar lassen die Frauen unbesorgt sehen, was man bei uns ?ngstlich verbirgt. Aber sie w?rden vor Scham vergehen, wenn sie ihre Arme entbl??en sollten. Offenbar sind drei Viertel des Schamgef?hls anerzogen.
Bei den M?nnern wird die Nervenkraft mit dem Gehirn verbraucht, bei den Frauen mit dem Herzen, deshalb sind sie auch viel empfindsamer.
Das Bild der ersten Liebe r?hrt immer und ?berall. Warum? Weil es in allen St?nden, in allen L?ndern, bei allen Charakteren fast das Gleiche ist. Folglich ist die erste Liebe nicht die leidenschaftlichste.
Das Gef?hl wird von den Deutschen als eine Tugend, als eine g?ttliche Schickung, als irgend etwas Mystisches angesehen.
Das geistige Bewusstsein eines Mannes, der, um sich vom Leben zu befreien, Gift nimmt, ist bereits abgestorben, verwundert ?ber das, was er tut, und das, was ihn erwartet, denkt er auf nichts mehr.
Das Gl?ck Italiens beruht darin, dass es sich der Eingebung des Augenblicks ?berl?sst, ein Gl?ck, das in gewisser Weise auch Deutschland und England besitzen.
Das gr??te Gl?ck, das die Liebe zu geben vermag, liegt im ersten H?ndedruck der geliebten Frau.
Das heute ?bliche System der Erziehung junger M?dchen l?sst alle als Frauen geborenen Begabungen f?r das Gemeinwohl verloren gehen, sobald diesen aber der Zufall eine M?glichkeit der Entfaltung bietet, bringen sie h?chste Leistungen hervor.
Das Schamgef?hl der ?berfeinerten Frau wird durch Eifersucht gekr?nkt.
Das Spa?ige an der ?blichen Erziehung ist, dass man den jungen M?dchen nichts anderes beibringt, als was sie schnellstens wieder vergessen m?ssen, sobald sie verheiratet sind.
Das ?ble an der Schamhaftigkeit ist, dass sie dauernd zur L?ge verleitet.
Den Zuf?llen des Lebens gegen?ber ist kein Misstrauen, vielmehr die ?berwindung des Misstrauens, der Wagemut angebracht.
Der Ehrs?chtige bedauert es, wenn sein Rivale aus dem Wettbewerb ausscheidet, denn dieser Mann k?nnte die Unversch?mtheit haben, in seinem Herzen zu denken: Ich h?tte ihn doch besiegt, wenn ich mich l?nger darum bem?ht h?tte.
Der Gedanke, dass jedes Missgeschick au?erordentlich h?ufig vorkommt, nimmt ihm die Bedenklichkeit.
Der Grad der Spannung, mit der die Geh?rnerven auf jeden Ton horchen, erkl?rt hinreichend die sinnliche Seite des Genusses an der Musik.
Der gr??te Vorwurf, den wir uns machen k?nnen, besteht gewiss darin, dass wir die Ideen von Ehre und Gerechtigkeit, die von Zeit zu Zeit in unserem Herzen entsprie?en, uns entgleiten lassen, als w?ren es fl?chtige, traumgeborene Phantome.
Der J?ngling hat den Drang, ein Wesen zu lieben, dessen Eigenschaften ihn ?ber sich selbst erheben.
Der Mann, der bangt, langweilt sich nicht. Die Freuden der Liebe stehen jeweils in einem bestimmten Verh?ltnis zur Furcht.
Der Mensch ist au?erstande, etwas zu unterlassen, was ihm mehr als alle anderen Dinge Lust erzeugt.
Der Mut des Italieners ist ein Wutanfall, der Mut des Deutschen ein Rausch, der Mut des Spaniers das Kind seines Stolzes.
Der Nachahmungstrieb der fr?hesten Jugend bewirkt, dass wir die Leidenschaften unserer Eltern ?bernehmen, selbst wenn diese Leidenschaften unser Leben vergiften werden.
Der Schmerz der Eifersucht ist deshalb so bitter, weil die Eitelkeit sich gegen ihn str?ubt.
Der Umgang mit Musik und ihren Traumgebilden macht f?r Liebe empf?nglich.
Der Unterschied der Untreue bei beiden Geschlechtern ist so erheblich, dass wohl eine leidenschaftlich liebende Frau eine Untreue vergeben kann, ein Mann dagegen unm?glich.
Die Ausbildung des Geistes bringt bei beiden Geschlechtern dieselben guten oder schlechten Wirkungen hervor.
Die echten Italiener sind jene, die noch etwas Wildheit und Blutdurst haben: die Bewohner der Romagna, die Kalabreser und unter den kultivierten die Brescianer, die Piemontesen und die Korsen.
Die Eifersucht eines langweiligen Liebhabers d?rfte nur Abscheu einfl??en, der sich bis zum Hass steigern kann, wenn der beargw?hnte Teil liebenswerter ist als der eifers?chtige.
Die Eifersucht will den Gegenstand ihrer Bef?rchtung vernichten. Dem Ehrgeizigen liegt das fern, er will vor allem, dass der Gegner Zeuge seines Triumphs werde.
Die erste Liebe eines jungen, in die Welt eintretenden Mannes ist au?ergew?hnlich und voller Ehrbegier.
Die ganze Kunst der Liebe beruht, wie mir scheint, darauf, dass man ausspricht, was der Zauber des Augenblicks erfordert, in anderen Worten:, dass man seinem Herzen folgt. Man w?hne nicht, das sei leicht.
Die heute bei jungen M?dchen anzutreffende Erziehung ist ein Ergebnis des Zufalls und alberner Vorurteile, sie l?sst die F?lle gl?nzender F?higkeiten ungenutzt, durch die sie sich selbst wie auch uns gl?cklich machen k?nnten.
Die leidenschaftliche Liebe macht, dass der Mensch die Natur in ihren erhabensten Erscheinungen als etwas ganz Neues entdeckt. Er wundert sich, nie zuvor das einzigartige Schauspiel genossen zu haben, das sich jetzt vor seiner Seele abspielt.
Die Liebe aus Eitelkeit. Die allermeisten M?nner, besonders in Frankreich, begehren oder besitzen eine sch?ne Frau als ein zum Luxus erforderliches Ding, so wie man sich ein sch?nes Pferd h?lt.
Die Liebe gleicht einem Fieber, sie ?berf?llt uns und schwindet, ohne, dass der Wille im Geringsten beteiligt ist.
Die Liebe ist das Wunder unserer Zivilisation. Bei den wilden oder barbarischen V?lkern begegnet man nur einer tierischen Liebe rohester Art.
Die Liebe ist eine k?stliche Blume, aber man muss den Mut haben, sie vom Rande eines schauerlichen Abgrundes zu pfl?cken.
Die Liebe zwischen zwei Liebenden ist fast nie von gleicher Art. Die Leidenschaft hat ihren Pendelschlag, bei dem abwechselnd einer von beiden hei?er liebt.
Die Liebe, der man in der oberen Gesellschaft begegnet, ist Wettkampf, ist Spiel.
Die Macht der Gewohnheit behauptet sich selbst in den leidenschaftlichsten Augenblicken.
Die Macht einer Frau wird an dem Ma? des Ungl?cks gemessen, das sie ?ber ihren Geliebten verh?ngen kann.
Die M?nner laufen bei der Liebe allenfalls Gefahr, ihr Herz heimlich zu verwunden. Die Frauen setzen sich der ?ffentlichen Schmach aus, sie sind besorgter, ihr Ansehen bedeutet f?r sie sehr viel. Darum: Handle unter allen Umst?nden bedacht!
Die meisten Weltm?nner trauen sich aus Eitelkeit, aus Argwohn, aus Furcht vor einem Missgeschick eine Frau erst nach ihrer Hingabe zu lieben.
Die reine sinnliche Liebe. Auf der Jagd nach einem h?bschen frischen Landm?dchen nachstellen, das in den Wald fl?chtet. Jedermann kennt die Lust einer solchen Liebe, wie bl?de und ungeschickt ein Mann auch sei, mit sechzehn Jahren f?ngt er damit an.
Die Schamhaftigkeit verschafft dem Liebhaber sehr schmeichelhafte Gen?sse: Sie l?sst ihn kosten, welche Gebote man seinetwegen ?bertritt.
Die Sch?nheit der Italienerin kennen zu lernen, bezahlt man sehr teuer: Man wird unempfindlich gegen andere Frauen. Au?erhalb Italiens h?lt man sich lieber an ein Gespr?ch mit M?nnern.
Die Sprache der Augen. Sie ist die Hauptwaffe tugendhafter Koketterie. Mit einem Blick kann man alles sagen, und doch kann man ihn leugnen, denn er l?sst sich nicht w?rtlich auslegen.
Die Tr?umereien der Liebe lassen sich nicht festhalten.
Die verantwortliche Arbeit, der unser Leben ausf?llende Beruf gew?hrt uns M?nnern einen Halt, Frauen vermag nichts zu tr?sten au?er Zerstreuung.
Dieselben Tr?pfe, die kraft der Vorz?ge ihres Geschlechts mehr als die Frauen zu verstehen meinen, h?tten v?llig ausgespielt, wenn die Frauen auf den Einfall k?men, irgend etwas zu lernen.
Doch was ist Sch?nheit? Sie ist eine Verhei?ung, dass neue Freuden unserer warten.
Ein fester Entschluss verwandelt das gr??te ?bel in einen ertr?glichen Zustand.
Ein gro?er Mann gleicht einem Adler, je h?her er sich aufschwingt, desto schwieriger ist er zu erkennen, und so muss er seine Gr??e mit der Einsamkeit seiner Seele bezahlen.
Ein Kennzeichen der Liebe, das eine selbsts?chtige Frau nicht vort?uschen kann: Bereitet ihr die Vers?hnung reine Freude? Oder hat sie nur den Vorteil im Auge, der sich daraus ziehen l?sst?
Ein Kennzeichen keimender Liebe ist, dass alle Freuden und Leiden, die anderen Leidenschaften entspringen, und alles andere menschliche Begehren uns von Stund an nicht mehr k?mmern.
Ein lang dauernde Belagerung ist f?r den Mann besch?mend, die Frau dagegen sieht ihren Ruhm darin.
Ein rascher Walzer in einem von tau send Kerzen erleuchteten Saale versetzt ein junges Herz in einen Rausch, der seine Sch?chternheit ?berw?ltigt, das Bewusstsein seiner Kraft erh?ht und ihm den Mut zu lieben gibt.
Ein Roman ist ein Spiegel, der auf einer gro?en Stra?e spazieren geht. Einmal spiegelt er die Bl?ue des Himmels wieder und einmal den Schmutz unter ihm.
Ein R?mer empfindet die Sch?nheiten in der Natur und in den K?nsten mit einer erstaunlichen Kraft, Tiefe und Sicherheit, wenn er aber darzulegen versucht, was er so entschieden f?hlt, muss man l?cheln.
Ein schneller Sieg, wenn man die Eitelkeit au?er Acht l?sst, ist eigentlich f?r keinen Mann schmeichelhaft.
Eine achtbare Frau befindet sich auf dem Lande, sie h?lt sich eine Stunde lang bei ihrem G?rtner im Treibhaus auf. Leute, denen sie ein Dorn im Auge ist, verd?chtigen sie, mit dem G?rtner ein Verh?ltnis zu haben. Was soll sie entgegnen?
Eine einzige Scheidung, die den Ehemann f?r seine Tyrannei bestraft, bewahrt tausend Frauen vor einer schlechten Ehe.
Eine Frau geh?rt rechtens dem Mann, der sie und den sie mehr als das Leben liebt.
Eine Frau gew?hnt sich nicht daran, der Vernunft zu gehorchen, wie ich als ein Mann, der sich in seinem B?ro t?glich in sechsst?ndiger Arbeit mit n?chternen, verstandesm??igen Dingen abgeben muss.
Eine Frau glaubt aus dem ersten besten Dummkopf die Stimme der ?ffentlichkeit zu vernehmen oder aus der n?chsten falschen Freundin, die sich als deren echte Vertreterin aufspielt.
Eine hochherzige Frau opfert ihr Leben tausendfach f?r den Geliebten, aber sie ?berwirft sich auf immer mit ihm, wenn ihr Stolz verletzt wird, und sei es wegen einer offenen oder verschlossenen T?r.
Eine phantasiebegabte Seele, auch eine ganz einf?ltige, ist feinf?hlig und argw?hnisch. Sie kann sogar misstrauisch sein, wenn sie n?mlich schon viele Entt?uschungen im Leben erfahren hat.
Einem Nebenbuhler gegen?ber gibt es keinen Mittelweg, entweder muss man ganz zwanglos mit ihm scherzen, oder man muss ihm Angst einjagen.
Es fruchtet nichts, wenn ein Autor die Nachsicht des Publikums erfleht, die geschehene Ver?ffentlichung entlarvt seine vorgespielte Bescheidenheit.
Es gibt Menschen, die wie Rousseau sogar bei Dirnen von falscher Scham gepackt werden, sie gehen nicht wieder zu ihnen, denn solche M?dchen hat man nur einmal, und dieses eine Mal ist widerlich.
Es gibt nur ein Mittel, die Treue der verheirateten Frauen zu sichern: n?mlich den jungen M?dchen ihre Freiheit und den Verheirateten die M?glichkeit der Scheidung zu geben.
Es ist albern, einem jungen M?dchen zu sagen: »Du hast dem erw?hlten Gatten treu zu sein«, und sie danach zur Heirat mit einem langweiligen Alten zu zwingen.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass man nicht genug aufpassen kann, wenn man mit Frauen gesch?ftlich zu tun hat.
Es ist eine wonnige Freude, eine Frau in den Armen zu halten, die uns viel B?ses angetan, die lange Zeit unsere erbitterte Feindin gewesen und imstande ist, es wieder zu werden.
