Zitat von Charles Baudelaire


In protestantischen Ländern fehlt es an zwei Dingen, die zum Glück eines wohlerzogenen Mannes unerlässlich sind: Galanterie und Frömmigkeit.
Ist die Schöpfung nicht vielleicht der Sündenfall Gottes?
Je mehr man will, desto besser will man.
Jede, auch vom Menschen geschaffene Form ist unsterblich. Denn die Form ist unabhängig vom Stoff und nicht die Moleküle bilden die Form.
Jeder Gedanke ist durch sich selbst mit unsterblichem Leben begabt, wie ein lebendiges Wesen.
Jedes Nachlassen der Willenskraft ist ein Teilchen verlorene Substanz.
Man muss träumen wollen, um träumen zu können.
Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in einer gelebt habe ? bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?
Man soll nicht glauben, der Teufel versuche nur die Genies. Ohne Zweifel verachtet er die Dummköpfe, aber er verschmäht nicht ihre Hilfe. Im Gegenteil, er grün det auf sie seine höchsten Hoffnungen.
Man stelle sich einen Dandy vor, der zum Volke spricht, es sei denn, um es zu verhöhnen.
Man tut den regierenden Fürsten Unrecht, wenn man ihnen die Verdienste und die Laster des Volkes zuschreibt, das sie beherrschen.
Masse, Alleinsein: gleichwertige und austauschbare Begriffe für den schaffenden und schöpferischen Dichter. Wer nicht versteht, sein Alleinsein zu bevölkern, der versteht auch nicht, in einer geschäftigen Menge allein zu sein.
Nach einer Ausschweifung fühlt man sich stets noch einsamer, noch verlassener.
Nichts existiert ohne Ziel.
Nur indem man sich ihrer bedient, kann man die Zeit vergessen.
Selbst wenn es keinen Gott gäbe, die Religion wäre dennoch heilig und göttlich.
Theorie der wahren Zivilisation - Sie liegt weder im Gas noch im Dampf noch im Tischerücken, sondern einzig und allein in der Verminderung der Erbsünde.
Träume! Nichts als Träume! Und je anspruchsvoller und ehrgeiziger die Seele ist, desto weiter entfernen sich die Träume aus der Welt des Möglichen.
Tue alle Tage, was Pflicht und Klugheit erfordern.
Unser Verlangen nach Lust verknüpft uns der Gegenwart. Die Sorge um unser Heil macht uns von der Zukunft abhängig.
Verachtet niemandes Empfindlichkeit. Das Empfindungsvermögen eines Menschen ist sein Genie.
Vollkommene Aufrichtigkeit ist der Weg zur Originalität.
Warum gewährt der Anblick des Meeres ein so unendliches und ewiges Entzücken? Weil das Meer gleichzeitig die Vorstellung der Unermesslichkeit und der Bewegung erweckt.
Was die Geliebte uns lieber macht, ist die Ausschweifung mit anderen Frauen. Was sie an sinnlicher Lust einbüßt, gewinnt sie an Anbetung.
Was ist die Kunst Prostitution.
Was schert es einen, viel zu leiden, wenn man viel genossen hat?
Wenn ich einmal aller Welt Abscheu und Entsetzen vor mir eingeflößt haben werde, werde ich die Einsamkeit erobert haben.
Wer nicht schön ist, kann die Liebe nicht genießen.
Wer sich um das Kreuz der Ehrenlegion bewirbt, scheint zu sagen: Wenn man mir für meine Pflichterfüllung keinen Orden verleiht, werde ich es in Zukunft bleiben lassen.
Wer über die Geliebte im Liebesrausch sich neigt, Gleicht einem Sterbenden, der meist sein Grab liebkost.
Wir lieben die Frauen um so mehr, je fremder sie uns sind.
Wozu Pläne verwirklichen, wenn schon das Plänemachen solche Befriedigung gewährt?
Bei den Frauen gibt es zwei M?glichkeiten: entweder sind sie Engel - oder sie leben noch.
Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass Arbeit weniger geistt?tend ist als Amusement.
Bete, bete ohne Unterlass. Das Gebet ist ein Vorrat an Kraft.
Da die Kirche die Liebe nicht unterdr?cken konnte, hat sie sie zumindest desinfizieren wollen, und darum die Ehe eingesetzt.
Damit das Gesetz des Fortschritts eine Wirklichkeit w?re, m?sste jeder Einzelne es erschaffen wollen, das hei?t, wenn alle Einzelnen fort zuschreiten bem?ht sind, dann, und nur dann, wird die Menschheit sich auf der Bahn des Fortschritts befinden.
Das einzige Interessante auf Erden sind die Religionen.
Das Geist Erschaffene ist lebendiger als die Materie.
Das Leben hat nur einen wirklichen Reiz, das ist der Reiz des Spieles. Aber wenn es uns gleichg?ltig ist, ob wir gewinnen oder verlieren?
Das Leben ist ein Hospital, in dem jeder sein Bett wechseln m?chte.
Das Leben wimmelt von unschuldigen Ungeheuern.
Das Vergn?gen verbraucht uns. Die Arbeit kr?ftigt uns. W?hle.
Dass man mitunter Gesichter verwechselt, hat seinen Grund darin, dass das wirkliche Bild verdunkelt wird von dem geistigen Bild, das ihm entspringt.
Der Dandy muss sein ganzes Streben darauf richten, ohne Unterlass erhaben zu sein, er muss leben und schlafen vor einem Spiegel.
Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt, dass er, wenn er der Stadt entflieht, doch wieder die Menge sucht, d. h., er will die Stadt auch auf dem Lande wiederherstellen.
Der Mensch ist ein anbetendes Tier.
Der Mensch, das hei?t jedermann, ist seiner Natur nach so verkommen, dass er weniger unter dem allgemeinen Niedergang leidet als unter der Aufrichtung einer vern?nftigen Hierarchie.
Der Priester ist ungeheuer, weil er eine Unzahl erstaunlicher Dinge glauben macht.
Der Rosenkranz ist ein Mittel, ein Vehikel: die allen m?gliche und zug?ngliche Form des Gebets.
Der Tod ist unser Trost und, ach!, auch unser Leben, Er ist des Lebens Ziel, das wir voll Hoffnung sehn, Er kann, ein Zaubertrank, berauschen und erheben, dass wir mit neuem Mut der Nacht entgegengehn.
Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler.
Die Chinesen lesen die Uhrzeit im Auge der Katzen.
Die D?mmerung versetzt die Wahnsinnigen in Erregung.
Die einzige M?glichkeit, zu Geld zu kommen, liegt in einer Arbeit, die um ihrer selbst willen getan wird.
Die Gew?hnung, seine Pflicht zu erf?llen, verjagt die Furcht.
Die Liebe will aus sich herausgehen, sich mit ihrem Opfer vermischen wie der Sieger mit dem Besiegten, und dennoch Vorrechte des Eroberers bewahren.
Die M?nner, die mit den Frauen am besten auskommen, sind dieselben, die auch wissen, wie man ohne Frauen auskommt.
Die M?nner, die mit ihren Frauen am besten auskommen, sind dieselben, die wissen, wie man ohne sie auskommt.
Die Mischung des Grotesken und des Tragischen ist dem Geist angenehm, so wie ein ?bers?ttigtes Ohr an Mi?t?nen Gefallen findet.
Die Priester sind die Diener und Sektierer der Einbildungskraft.
Die sch?nste List des Teufels ist es, uns zu ?berzeugen, dass es ihn nicht gibt.
Die V?lker beten die Autorit?t an.
Die Welt geht ihrem Untergang entgegen. Der einzige Grund f?r ihren weiteren Bestand ist ihr tats?chliches Vorhandensein.
Dieses Leben ist ein Krankenhaus, wo jeder Kranke vom Verlangen besessen ist, sein Bett zu wechseln. Der eine m?chte vor dem Ofen leiden, der andere meint, dass er neben dem Fenster gesund w?rde.
Durch das Opfer best?tigt die Revolution den Aberglauben.
Ein Hafen ist ein reizvoller Aufenthalt f?r eine im Lebenskampf ersch?pfte Seele.
Ein leidenschaftliches Konkubinat kann ein Begriff von den Wonnen einerjungen Ehe vermitteln.
Eine Folge von kleinen Willensakten liefert ein bedeutendes Ergebnis.
Eine Frau ohne Rivalin altert schneller.
Einen Gemeinplatz erfinden, das ist das Genie.
Einzuwilligen, dass man einen Orden erh?lt, hei?t, dem Staat oder dem F?rsten das Recht zuerkennen, einen zu beurteilen, einem Ansehen zu verleihen.
Es gibt Leute, die sich nur in Scharen vergn?gen k?nnen. Der wahre Held vergn?gt sich ganz allein.
Es gibt nur eine vern?nftige und gesicherte Regierungsform: die Aristokratie. Monarchie oder Republik, die sich auf Demokratie gr?nden, sind beide gleicherma?en absurd und schwach.
Es ist das unvergleichliche Vorrecht des Dichters, dass er nach Lust und Laune er und ein anderer sein kann.
Es ist gut, die Gl?cklichen dieser Welt hin und wieder wissen zu lassen, und w?re es auch nur, um ihren t?richten Hochmut ein wenig zu schm?lern, dass es ein h?heres Gl?ck gibt als das ihre, umfassender und erlesener.
Es ist nicht jedem gegeben, sich in der gro?en Masse zu baden: Es ist eine Kunst, die Menge zu genie?en.
Es liegt ein gewisser sinnlicher Genuss im Umgang mit Sonderlingen.

Autoren alphabetisch sortiert [ A ] [ B ] [ C ] [ D ]
[ E ] [ F ] [ G ] [ H ]
[ I ] [ J ] [ K ] [ L ]
[ M ] [ N ] [ O ] [ P ]
[ Q ] [ R ] [ S ] [ T ]
[ U ] [ V ] [ W ] [ X ]
[ Y ] [ Z ]

Private Erotikgeschichten - Das Kamasutra - Vornamen Lexikon - Linkliste