Zitat von Franz Xaver Von Baader
Jede neue und ohne unser Zutun oder Verdienst uns entstandene Liebe, die religiöse nicht ausgenommen, ist wie ein neugebornes Kind, zart, aber gebrechlich und der sorgfältigen Pflege bedürftig.
Liebe ist das allgemeine Band, das alle Wesen im Universum an und ineinander bindet und verwebt.
Lieben ist Gernetun, Leiden und Entbehren für den Geliebten, und wer nichts mehr für ihn zu tun, zu entbehren und zu leiden hätte oder wüsste, der hörte auf zu lieben.
Nicht der Dienst macht unfrei und erniedrigt, sondern nur jener Dienst, welcher Achtung und Liebe tilgt.
Nicht nur lernt man in der Not den Freund und Geliebten kennen, sondern Freundschaft und Liebe wurzeln erst in Widerwärtigkeit und Not.
Ohne Mitleiden ist kein Mitfreuen.
Überall nämlich sehen wir das Leben aus der Tiefe emporsteigen, ein Niedrigeres, dem Ansehen nach Schlechteres, weil selbst Unscheinbares dem Höhern, Edlern aus ihm Hervorkommenden vorgehen.
Zum Liebesdienst oder zum Dienst mit Liebe ist aber niemand zu groß noch zu klein, denn auch Gott dient, wie die Schrift sagt, dem ihm willig und aufrichtig Dienenden.
Denn nur die freie Neigung ist Liebe, nur wer sich selber hat, kann sich selber geben.
